Die Welt in der Krise: Was steht uns bevor?

Die Welt in der KriseJesu Wiederkunft © johan63/iStock/Getty Images Plus
Zu Beginn eines neuen Jahres sind wir gut beraten, Rückschau zu halten und uns zu fragen, wie das Geschehene der letzten zwölf Monate im Zusammenhang mit dem Heilsplan Gottes zu sehen ist.

Das Jahr 2020 sah die Welt von Krisen gebeutelt. Zu Beginn des neuen Jahres wollen wir Rückschau halten und uns fragen: Was ist letztes Jahr geschehen und welche Bedeutung hat es für uns? Wie wird es sich auf unsere Zukunft auswirken?

Von Darris McNeely

Ich erlebte den Neujahrstag 2020 auf einem Flug nach Hongkong. In den Monaten zuvor waren dort Zehntausende durch die Straßen gezogen, um gegen den Einfluss Pekings zu protestieren. Vier Tage später, als ich mit meinen Begleitern den Rückflug nach Amerika antrat, gab die chinesische Regierung zum ersten Mal zu, dass ein gefährliches Virus mit der Bezeichnung „Covid-19“ in der Stadt Wuhan im freien Umlauf war. Das war der erste Hinweis auf das herannahende Unheil, mit dem das Jahr 2020 zu einem krisenreichen Jahr werden sollte.

Zu Beginn eines neuen Jahres sind wir gut beraten, Rückschau zu halten und uns zu fragen, wie das Geschehene der letzten zwölf Monate im Zusammenhang mit dem Heilsplan Gottes zu sehen ist. Denn nichts, was im abgelaufenen Jahr passiert ist, geschah ohne das Wissen und die Erlaubnis Gottes. Vieles spricht sogar dafür, dass uns die Entwicklungen des Jahres 2020 einen wesentlichen Schritt näher an die Errichtung des Reiches Gottes auf Erden durch Jesus Christus gebracht haben.

Die Vision des biblischen Propheten Habakuk

Während der Corona-Bedrängnis im letzten Jahr musste ich immer wieder an einen Abschnitt im Buch Habakuk denken, der von Gottes zukünftiger Herrschaft über die Völker der Welt handelt. In diesem Abschnitt berichtet der Prophet von einer Vision, in der Gott unter den krisengeschüttelten Völkern steht.

„Von Teman kommt er, der heilige Gott, vom Bergland Paran zieht er heran. Sein Glanz strahlt über den Himmel, und sein Ruhm erfüllt die ganze Erde. Wie das Sonnenlicht bricht seine Herrlichkeit hervor, um ihn leuchtet es hell, und in den Strahlen verbirgt sich seine Macht! Vor ihm her geht die Pest, und wo er vorbeigezogen ist, greift die Seuche um sich. Wo immer sein Fuß hintritt, bebt die Erde; trifft sein Blick die Völker, so erschrecken sie. Berge aus grauer Vorzeit bersten auseinander, uralte Hügel sinken in sich zusammen; so schreitet er wie früher über unsere Erde“ (Habakuk 3,3-6; „Neues Leben“-Übersetzung).

Das ist ein Bild von Gott, wie er unter den Völkern nach dem Rechten sieht. Er scheint eine Bestandsaufnahme dessen zu machen, was in der Welt geschieht. Die Völker zittern vor Unruhe und Angst und werden von einer Seuche heimgesucht. Das, was man bisher für unbeweglich hielt – Berge und Hügel – zerbricht und zerbröckelt.

Unter den Völkern herrscht Chaos. Man gewinnt den Eindruck, dass Gottes Gericht ein Vorbote noch größerer Umwälzungen zu sein scheint. Durch diese Schriftstelle werden wir daran erinnert, dass Gott allgegenwärtig und allwissend ist. Er ist ja Richter der ganzen Erde. Sein Heilsplan entfaltet sich nicht nach unserem, sondern allein nach seinem Willen.

Die Prophezeiung in diesem Abschnitt des Buches Habakuk soll uns trösten. Denn vielleicht zittern auch wir angesichts der neuen Unsicherheit und sehnen uns nach einer Rückkehr zur „Normalität“, was auch immer darunter zu verstehen ist. Das, was vom Propheten Habakuk geschildert wird, soll uns in einer Zeit der Bedrängnis Hoffnung vermitteln.

Wir wollen uns nun mit manchen Erschütterungen befassen, die im letzten Jahr über die Völker hereingebrochen sind.

Covid-19 und die Folgen

Ich schreibe diese Zeilen noch vor Jahresende. Im Frühling wurden in vielen Ländern Ausgangs- und Kontaktsperren verhängt, als es aussah, dass sonst Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen an der Pandemie sterben könnten. Innerhalb kürzester Zeit wurden Reisen, allerlei geschäftliche Tätigkeiten, Sport- und andere Unterhaltungsveranstaltungen sowie der Besuch von Gaststätten untersagt. In nur wenigen Wochen wurden Millionen arbeitslos.

Staaten rund um die Welt ergriffen drastische Maßnahmen, um Ansteckungen mit dem Virus zu reduzieren oder zu behandeln. Ohne einen Impfstoff und bewährte Behandlungsmethoden stand man ziemlich hilflos da. Aber die Todeszahlen blieben zunächst unter dem befürchteten Niveau und die Einschränkungen wurden dann im Sommer ein wenig gelockert.

Zu den Auswirkungen der Pandemie gesellte sich der wirtschaftliche Schaden, der durch die Eindämmungsmaßnahmen entstanden ist. Die anhaltende Rezession droht, in eine regelrechte Depression auszuarten. Die Arbeitslosigkeit droht längere Zeit auf hohem Niveau zu bleiben. Viele Sektoren der Wirtschaft werden sich nur im Schneckentempo – wenn überhaupt – erholen.

Zahllose Gaststätten haben den Betrieb eingestellt. Die wenigen, die wieder geöffnet hatten, konnten wegen Abstandsregeln nicht mehr so viele Gäste bewirten wie früher. Trotz gewaltiger Geldspritzen vom Staat sind viele mittelständische Dienstleistungsbetriebe untergegangen. Im Einzelhandel haben sowohl kleine Geschäfte als auch lang etablierte Handelsketten den Bankrott erklären müssen. Fluggesellschaften, das Hotel- und Gaststättengewerbe, Kongresszentren und Messegesellschaften: Sie alle rechnen erst in vielen Jahren mit einer Erholung auf das Niveau, das vor Ausbruch der Pandemie herrschte.

Paradoxerweise stiegen die Kurse am New-Yorker-Aktienmarkt und im Herbst kletterte der Dow-Jones-Index auf mehr als 30 000 Punkte, ein Rekordhöchststand. Diese widersprüchlichen Signale machen es schwierig, die weitere wirtschaftliche Entwicklung vorauszusehen. Werden wir in einer länger anhaltenden Konjunkturflaute verharren? Oder wird es eine rasante Erholung geben, weil aufgestaute Nachfrage auf flexible Märkte und Unternehmen trifft?

Manche meinen, dass es mit den neuen Impfstoffen sogar zu einem unerwartet kräftigen Aufschwung kommen wird. Wenn ja, ist dennoch bereits viel Schaden angerichtet worden. Wie sich die rasant gestiegenen Schulden in Amerika auswirken werden, ist noch nicht abzusehen. Noch scheinen wir den Naturgesetzen der Volkswirtschaft trotzen zu können, wenigstens in den wohlhabenden Ländern der westlichen Welt.

Noch nicht bekannt ist das Ausmaß des seelischen Schadens, den die Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüche angerichtet haben. Die Isolierungsmaßnahmen und die Schließung von Schulen haben einen Anstieg von Streit und Gewalt innerhalb der Familien, vor allem gegen Ältere, Frauen und Kinder, stark gefördert, weil unter den gegebenen Bedingungen die Entdeckung solcher Missstände erschwert ist. Vertreter der Gesundheitsbehörden erwarten eine Zunahme an seelischen Störungen und Selbstmordversuchen, besonders unter den Gruppen, die von der Pandemie am stärksten betroffen sind.

Wird China zur Macht Nummer eins aufsteigen?

Das Virus kam in China zur Welt. Zunächst leugnete die dortige Regierung die Gefahr und schaute einfach zu, als chinesische Touristen, Arbeitskräfte und Geschäftsleute den Erreger, durch moderne Reisemöglichkeiten begünstigt, über die Erde verbreiteten.

Es ist noch ungewiss, in welchem Ausmaß China diese Krise nutzen wird, um seinen Einfluss über Asien, den Nahen Osten und sogar die Vereinigten Staaten auszubauen. Denn dass China den Ehrgeiz hat, zur führenden Macht der Erde aufzusteigen, ist überhaupt kein Geheimnis. Sollte ihm das aber gelingen, wäre es nicht nur für Amerika, sondern auch für Europa, das restliche Asien und eigentlich die ganze Welt eine bedrohliche Situation.

Unlängst veröffentlichte das amerikanische Verteidigungsministerium einen Bericht über die Entwicklung der chinesischen Streitkräfte. Daraus geht hervor, dass China inzwischen die stärkste Kriegsmarine der Welt besitzt und seine Armee schneller ausbaut als alle anderen Länder.

Wenn alles so weitergeht, könnte China schon bis 2035 die führende Weltmacht sein. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings der Besitz von militärischen Stützpunkten rund um die Erde, und so weit ist es noch nicht. Zum Vergleich: Die USA verfügen über 80 militärische Stützpunkte in aller Welt und sind deshalb diesbezüglich immer noch entschieden im Vorteil. Dennoch wird China in jeder Hinsicht stärker und strebt danach, Amerika abzuhängen. In Asien und anderswo könnte dieses Streben zu einer Destabilisierung führen.

Im abgelaufenen Jahr führte China neue Gesetze in Hongkong ein, nach denen Kritik an der Kommunistischen Partei strafbar geworden ist. Die Proteste in der Stadt sind inzwischen so gut wie verstummt. Und selbst wenn es welche gibt, finden sie unter dem strenger gewordenen Auge des Regimes statt. Das Hongkong, das ich vor nur einem Jahr besuchte, gibt es nicht mehr.

Als Nächstes könnten die Chinesen Taiwan übernehmen, den Inselstaat, der sich einst vom Regime auf dem Festland abspaltete und von der Volksrepublik durch eine Meerenge von etwa 300 Kilometern Breite getrennt ist. Seit Jahrzehnten ist die Unabhängigkeit Taiwans der Volksrepublik China ein Dorn im Auge. Verträge mit den Vereinigten Staaten aus dem Jahr 1982 haben den kleineren Bruder bisher vor dem größeren geschützt, aber heute scheint es fraglich, ob die USA oder andere Staaten wegen Taiwan in einen Krieg gegen China ziehen würden. Das China von heute könnte ohne Weiteres die amerikanischen Stützpunkte in der Umgebung außer Gefecht setzen und die amerikanische Kriegsmarine auf Abstand halten, wenn es eine Wiedervereinigung mit Gewalt durchsetzen wollte.

Als China die Meinungsfreiheit in Hongkong abschaffte, schaute die restliche Welt tatenlos zu. Vielleicht kommen die chinesischen Führer zum Schluss, dass die Welt auch dann tatenlos zusehen würde, wenn China sich Taiwan einverleibte. Taiwan könnte also zum neuen Brennpunkt in der Gegend werden. Die Folgen für andere asiatische Staaten und auch für die amerikanische Überlegenheit im Pazifik könnten verheerend sein.

Chinas Ambitionen sind ehrgeizig und weitreichend. Das Reich der Mitte dehnt seinen Einfluss nach Afrika und dem Nahen Osten aus. Im Rahmen der „Neuen Seidenstraße“ vergibt es Darlehen an afrikanische Staaten und baut dort die Infrastruktur aus. Davon verspricht es sich leichteren Zugang zu kostbaren Bodenschätzen und einen Ausbau seiner Macht auf dem Schwarzen Kontinent.

Die Beziehungen Chinas mit dem Iran lassen auf den Wunsch schließen, einem Land unter die Arme zu greifen, das von seinen ebenfalls moslemischen Nachbarn mit Argwohn betrachtet und durch amerikanische Sanktionen eingeengt wird. Das Verhalten des Iran destabilisiert diese Region und wirkt sich nicht zuletzt auf das neue Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Israel aus. Durch den Einfluss Chinas auf den Iran wird das empfindliche Gefüge der Nahostpolitik in seinem fragilen Gleichgewicht bedroht.

Die Stabilität Asiens

Chinas Streben, in Asien vorzuherrschen, steht im Gegensatz zu den Interessen Amerikas, Australiens, Indiens und anderer Staaten. Wie die betroffenen Länder auf diese Bedrohung reagieren, wird auch für den Welthandel Folgen haben. Bei meiner Reise nach Hongkong Anfang letzten Jahres hielt ich mich auch in Singapur auf, um mir ein besseres Bild von der Weltwirtschaft zu machen.

Singapur liegt auf beiden Seiten der Straße von Malakka, einer wichtigen Verbindung für den Schiffsverkehr zwischen China und Japan einerseits und dem Westen andererseits. Singapur ist auch die zweitgrößte Hafenstadt und das fünftwichtigste Finanzzentrum der Welt. Als Schlüssel zur Stabilität in Asien ist Singapur von chinesischen Ambitionen nicht begeistert und betrachtet die Möglichkeit eines Krieges zwischen China und den USA mit Grauen. Sollte es dazu kommen, will Singapur nicht Partei ergreifen müssen. Es sehnt sich nach Ordnung und Stabilität und will weiterhin die Rolle spielen, die ihm seit der Kolonisierung durch die Briten im 19. und 20. Jahrhundert zugefallen ist.

In meinen Gesprächen mit Menschen in Singapur kamen Sympathien für die USA und andere englischsprachige Länder zum Ausdruck. Singapur hat kein Interesse daran, in die Einflusssphäre einer asiatischen Macht zu geraten, allzu frisch ist die japanische Eroberung im Zweiten Weltkrieg in Erinnerung. In Singapur nimmt man zur Kenntnis, dass Amerika mit seiner Kriegsmarine in Asien Flagge zeigt. Auf der anderen Seite herrscht aber Angst vor einem „kalten Krieg“ zwischen China und den USA. Eine starke amerikanische Präsenz, die das Reich der Mitte in Schach hält, ist für Staaten wie Singapur, die Philippinen und Vietnam von Vorteil.

Nach meiner Asienreise Ende 2019 bis Anfang 2020 wusste ich mehr über die Rolle Amerikas in Asien und gelangte zur Ansicht, dass der Einfluss der USA in dieser Region zumindest kurzfristig anhalten wird.

Die Offenbarung Gottes, die uns in der Bibel begegnet, vermittelt uns wichtige Einsichten in die Geopolitik der modernen Welt. Die englischsprachigen Länder USA und Großbritannien haben nicht nur asiatischen Staaten, sondern einem Großteil der heutigen Welt ihren Stempel aufgeprägt. Wenn wir also wissen wollen, wohin die Krisen des Jahres 2020 führen werden, müssen wir uns mit den Verheißungen befassen, die Gott den biblischen Erzvätern Abraham, Isaak, Jakob und Josef machte.

Den weltlichen Historikern und geopolitischen Meinungsmachern von heute fehlt dieser Ansatz. Deswegen liegen selbst die Besten unter ihnen falsch, wenn es darum geht, die Bedeutung der heutigen Zeit zu verstehen und die Zukunft vorauszusehen. Ein Schulbeispiel dafür sind China und die neue Weltordnung, die im Entstehen begriffen ist.

Das Endspiel Chinas auf dem internationalen Schachbrett muss sich im Rahmen biblischer Prophezeiungen bewegen. Diese Prophezeiungen zeigen uns, dass China, trotz seiner wachsenden Stärke, doch nicht die einzige Weltmacht am Ende dieses Zeitalters sein wird. Dafür wird eine neue Weltmacht in einer Krisenzeit entstehen und die ganze Welt in Staunen versetzen. Um das besser zu verstehen, müssen wir uns mit einer politischen Strömung befassen, deren Bedeutung gemeinhin unterschätzt wird.

Der Globalismus auf dem Vormarsch

Trotz der hemmenden Politik der Regierung Trump, deren Betonung amerikanischer Interessen den Befürwortern einer Welt ohne Grenzen ein Dorn im Auge war, schreitet die Globalisierung weiter voran. Angestrebt wird eine Welt, in der die Nationalstaaten von Staatenverbänden mit einheitlicher Gesetzgebung abgelöst werden. Ziel ist eine einheitliche Welt, die von übernationalen Körperschaften auf den Gebieten der Rechtsprechung, der Wirtschaft und der Politik gelenkt wird.

Die amerikanische Außenpolitik der letzten vier Jahre betrachtete die UNO, die NATO und – seit der Pandemie – die WHO mit Argwohn. Zudem wurde ein kurzfristiger Truppenabzug aus Deutschland und dem Irak angekündigt. Der umfassende NAFTA-Handelsvertrag zwischen den USA, Kanada und Mexiko wurde zugunsten amerikanischer Unternehmen und Arbeiter revidiert.

Für seine Ablehnung der Globalisierung hat Präsident Trump Feindschaft geerntet und bei anderen Staaten Zweifel daran gesät, dass die USA auch in Zukunft zu ihren vertraglichen Verpflichtungen stehen werden, auf denen die gegenwärtige Weltordnung beruht.

Dazu kommt noch der Brexit, bei dem es kurz vor Jahresende ein Handelsabkommen gab. Der Wunsch Großbritanniens, in Welthandel und -politik wieder frei schalten zu können, ohne von wachsender europäischer Bürokratie eingeengt zu werden, könnte der europäischen Einheitsbewegung wieder Auftrieb geben.

Es wäre denkbar, dass das Vereinigte Königreich seine althergebrachten Beziehungen zu Kanada, Australien und Neuseeland wiederbeleben wird. Sollten auch die USA mitmachen, könnte ein Staatenbund entstehen, dessen Bruttoinlandsprodukt doppelt so hoch wäre wie das der EU-Staaten zusammen.

Die Betonung amerikanischer Interessen seitens der Trump-Regierung und auch der Brexit sind große Hindernisse für diejenigen, die eine übernationale, rechtsstaatliche Weltordnung anstreben. Dieses Ziel, die Verwirklichung weltweiten Friedens unter einer gutmütigen Weltregierung, ist schon lange der Traum utopischer Staatsmänner und Denker.

Das beste Beispiel dafür bietet heute die EU. Ob es um Streit zwischen Staaten, um Armut und Krankheit oder auch um den Klimawandel geht: Man setzt voraus, dass die Lösungen solcher globalen Probleme nur durch Staatenverbände gefunden werden können, in denen die Nationalstaaten ihre eigenen Interessen zugunsten der Gesamtheit zurückstellen.

Die Globalisierung, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Gange ist, wird durch das Verhalten der USA und des Vereinigten Königreiches in den letzten fünf Jahren in Frage gestellt. Vor allem ist die Beteiligung des Schwergewichts Amerika eine wesentliche Voraussetzung für deren Erfolg. Diese Beteiligung würde aber voraussetzen, dass die USA freiwillig einen Teil ihrer Souveränität an eine staatenübergreifende Macht abtreten. Vor dem Hintergrund seiner jetzigen Machtstellung und der Außenpolitik der Trump-Regierung war Amerika kurzfristig nicht dazu bereit.

Und doch kann sich das alles über Nacht ändern. Die neue US-Regierung wird wohl einen Kurswechsel einschlagen und Amerika wieder in die Globalisierungsbewegung einfügen. Darüber hinaus könnte die hohe Staatsverschuldung der USA zu einem Abstieg des Landes von seiner führenden Rolle in der Weltwirtschaft führen.

Zum anderen könnte in Europa eine neue Macht entstehen, eine Macht, deren Wurzeln bis ins Römische Reich der Antike zurückreichen. Sie könnte sich als Ordnungsfaktor in einer krisengeschüttelten Welt anbieten und die englischsprachigen Staaten USA und Großbritannien von ihrem Sockel stürzen. Damit wären wir in „eine[r] Zeit der Angst für Jakob“ (Jeremia 30,7), einer Zeit, in der die beiden Mächte nicht mehr in den Prophezeiungen der Heiligen Schrift als Segensspender erscheinen.

Die Krise Amerikas

Diese zweite Situation ist das, was biblische Prophezeiungen voraussagen. Es ist gut möglich, dass wir Zeugen der Entwicklungen sind, die von innen heraus die Machtstellung Amerikas zum Einsturz bringen werden. Seit Mai 2020 wurden viele amerikanische Großstädte von Gesetzlosigkeit auf den Straßen heimgesucht. Ausschreitungen mit rassistischem Einschlag in Minneapolis, Chicago und New York haben ein Krebsgeschwür an gesellschaftlichen Missständen bloßgelegt, das die Nation von innen her zu zerstören droht.

Im Namen sozialer Gerechtigkeit und im Zeichen eines Kampfes gegen „systembedingten Rassismus“ erleben die USA die größte Bedrohung ihres gesellschaftlichen Zusammenhaltes seit fünfzig Jahren. Die Fäulnis an politischer Korruption, sozialem Verfall und Verwaltungsversagen, die dabei zu Tage tritt, erschreckt eine ältere Generation, die sich weit genug zurück erinnern muss, um die Gefahr solchen Verhaltens zu begreifen.

In Anbetracht dieser Zustände fragt sich die übrige Welt, ob Amerika über genug Selbsterkenntnis und Charakterstärke verfügt, um sich zusammenzureißen und sich als Weltmacht zu behaupten. Wenn Selbsthass und Gesetzlosigkeit die Oberhand behalten, könnten die USA in ihrem Bewegungsspielraum gegenüber der übrigen Welt stark beeinträchtigt werden.

Die Schlagzeilen des heutigen Amerika erinnern unheimlich an die Beschreibung eines nationalen Todeskampfes beim Propheten Jesaja:

„Wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volk, der Brut von Übeltätern, den Söhnen, die Verderben bringen! Sie haben den Herrn verlassen, den Heiligen Israels verschmäht und ihm den Rücken zugekehrt. Wohin sollt ihr noch geschlagen werden? Ihr bleibt ja doch widerspenstig. Der ganze Kopf ist wund, das ganze Herz ist krank. Von der Fußsohle bis zum Kopf ist nichts heil an ihm, nur Beulen, Striemen und frische Wunden, sie sind nicht ausgedrückt, nicht verbunden, nicht mit Öl gelindert. Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind feuerverbrannt. Fremde verzehren vor euren Augen den Ertrag eures Ackers; eine Verwüstung wie bei der Zerstörung durch Fremde“ (Jesaja 1,4-7; Einheitsübersetzung).

Die noch nie da gewesene Spaltung der amerikanischen Gesellschaft, mit den damit einhergehenden Unruhen, dürfte ihre bedeutungsvollste Krise der heutigen Zeit sein. Der Vorwurf bei dieser internen Auseinandersetzung, dass die USA unverbesserlich rassistisch geprägt und in ihrer Geschichte immer nur böse gewesen seien, dass sie die Welt mit ihrem Einfluss und Engagement nur schlechter gemacht hätten, dieser Vorwurf droht, die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft unumkehrbar zu machen. Dadurch könnte der Geist eines Volkes ersticken, das während seiner außergewöhnlichen, wenn auch unvollkommenen Geschichte oft für Freiheit und Gerechtigkeit eingetreten ist.

Es ist nicht zu leugnen, dass Amerika schwerwiegende Mängel hat. Man darf dabei aber nicht übersehen, dass es die Werte und Prinzipien der Freiheit in seinen Gründungsurkunden verankert hat. So steht in der Unabhängigkeitserklärung von 1776: „[Alle] Menschen werden mit gleicher Würde und mit bestimmten unveräußerlichen Rechten geschaffen.“ Im Kampf um diese Ideale geriet es vor 150 Jahren mit sich selbst in einen Bürgerkrieg. Die Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre war ein weiteres Kapitel bei dem Versuch, dem zitierten Passus des Gründungsdokuments gerecht zu werden.

Sollte es sich zeigen, dass Amerika nicht mehr zur Führung taugt, weil es unheilbar rassistisch und ungerecht ist, dann wird ein Machtvakuum entstehen, das eine neue Weltmacht ausfüllen wird. Diese neue Weltmacht wird zwar Frieden und Ordnung versprechen, aber wie wir aus den biblischen Prophezeiungen wissen, alles zermalmen, was sich ihr in den Weg stellt. Das ist unser Fazit, wenn wir die Veränderung der Welt betrachten, die uns das Jahr 2020 gebracht hat.

Ihre Gelegenheit

Wenn die Welt zu Beginn des Jahres 2021 innehält und Gott, wie wir es bei Habakuk gesehen haben, die erschrockenen Völker mustert, dann ist es auch für uns persönlich eine Zeit der Möglichkeiten. Es kommt also darauf an, Erkenntnis und Hilfe von Gott zu suchen. Es gilt auch für Sie, ihn von ganzem Herzen zu suchen. Es ist Zeit, den Gott der Gnade und der Barmherzigkeit um Vergebung zu bitten.

Durch unsere Zeitschrift Gute Nachrichten empfangen Sie eine Botschaft und eine Berufung. Die Botschaft warnt vor dem Strafgericht, das bald über die Welt kommen wird. Die Berufung bietet Ihnen eine Gelegenheit, den wahren Gott und seinen Sohn, Jesus von Nazareth, und ihren Plan für Ihr Leben und Ihre Zukunft zu verstehen.

Gott herrscht über alle Völker und lenkt die Geschichte nach seinem Heilsplan. Das Auf und Ab der Geschichte birgt mehr, als man sieht. Es geht nicht nur um eine sich ständig wiederholende Abwechslung politischer und nationaler Interessen. Nein, wir erleben die Schlussphase einer Strömung im Leben der ganzen Menschheit, die zur Wiederkehr Jesu Christi in Herrlichkeit hinführt! Einmal zurückgekehrt, wird er alle Regierungen dieser Welt absetzen und das Reich Gottes etablieren.

Gute Nachrichten vermittelt Ihnen die biblischen Schlüssel zur Erkenntnis, die Ihnen helfen werden, Ihr Leben Christus, dem König des kommenden Reiches Gottes, zu unterstellen. Diese Schlüssel zeigen Ihnen, wie Sie sich dem lebendigen Christus fügen sollen und wie Sie wissen können, dass er der Weltrichter ist, der an der Schwelle des Himmels steht, wo er auf den Befehl des Vaters wartet, sichtbar und umfassend in das Weltgeschehen einzugreifen.

Am Anfang dieses Beitrags zitierte ich einen Abschnitt aus dem Buch des Propheten Habakuk. Da lasen wir von einer Zeit des göttlichen Gerichts. Und trotzdem schließt der Prophet mit den Worten: „Aber ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Denn der Herr ist meine Kraft, er wird meine Füße machen wie Hirschfüße und wird mich über die Höhen führen“ (Habakuk 3,18-19).

Jetzt ist die Zeit in unserem Leben, in der wir mit unserem himmlischen Vater und Jesus Christus mit Mut und Zuversicht wandeln sollen. Was auch immer die nächsten Monate bringen, Gott lenkt die Geschichte zu dem Tag hin, an dem Christus in der Herrlichkeit seines Reiches erscheint!

– Gute Nachrichten Januar-Februar 2021 PDF-Datei dieser Ausgabe

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