Fünf wichtige Prinzipien
für den Umgang Ihrer Kinder mit Geld

Fünf wichtige Prinzipien für den Umgang Ihrer Kinder mit Geld © Rudy and Peter Skitterians/Pixabay
Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Geld? Die Bibel hat viel über den richtigen Umgang mit Geld zu sagen. Wir sollen diese finanziellen Prinzipien unseren Kindern beibringen.

Wie vernünftig gehen Ihre Kinder mit Geld um? Verstehen sie grundlegende Dinge wie Haushaltsplanung und Sparsamkeit? Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie ihnen wichtige Prinzipien beibringen können.

Von Becky Sweat

Mein Sohn Daniel ist jetzt sechzehn Jahre alt, aber ich kann mich noch sehr gut an eine Einkaufstour mit ihm erinnern, als er erst sieben Jahre alt war. Wir befanden uns in der Elektronikabteilung eines Kaufhauses. Ich drehte ihm nur kurz den Rücken zu, als ich eine Ersatzbatterie für meine Kamera suchte. Als ich mich wieder umdrehte, sah ich, wie Daniel einen kleinen tragbaren Fernseher in unseren Einkaufswagen legte.

„Ich werde den kaufen“, kündigte er an.

„Wir haben dafür kein Geld“, sagte ich sofort und ergriff dann den Fernseher, um ihn wieder ins Verkaufsregal zu stellen. Daniel rief sofort: „Aber Mama, ich habe das Geld!“ Dann öffnete er seine Brieftasche und zeigte mir sein Bündel von selbst gemachten Geldscheinen.

Am Tag zuvor hatte Daniel, der schon immer ein ziemlich guter Künstler war, einen Teil der Geldscheine in meiner Geldbörse als Vorlage dafür benutzt, um sie sorgfältig auf weißes Bastelpapier zu kopieren. Dann hatte er die Geldscheine mit Malstiften nachgezeichnet und sie ausgeschnitten. Sie waren dem Original erstaunlich ähnlich.

Ich war davon ausgegangen, dass er seine hausgemachte Währung dazu benutzen wollte, mit seinem jüngeren Bruder „Ladengeschäft“ zu spielen. Aber auf dieser Einkaufstour musste ich erkennen, dass das nicht der Fall war. Daniel glaubte, dass man dadurch Geld „macht“, indem man sein eigenes malt.

Ein Gespräch über Geld wird fällig

Ich hätte nie gedacht, dass mein Sohn solche Vorstellungen von Geld hatte. Mir wurde klar, dass es an der Zeit war, mit ihm über Geld zu sprechen – wie es verdient wird, wie man es weise nutzt und warum es wichtig ist, dass wir verantwortlich mit dem umgehen, was Gott uns gegeben hat.

Wie steht es mit Ihnen? Sprechen Sie mit Ihren Kindern – Teenagern und jüngeren Kindern – über Geldangelegenheiten? Die Bibel hat viel über den richtigen Umgang mit Geld zu sagen. Wir sollen diese finanziellen Prinzipien unseren Kindern beibringen und ihnen zumindest die Grundlagen des persönlichen Finanzmanagements vermitteln.

Der gegenwärtige weltweite ökonomische Abwärtstrend macht das nur umso dringlicher. „Die Kinder wissen, dass wir vor schwierigen Zeiten stehen, aber sie wissen nicht immer, wie es dazu kommen konnte“, schreibt Dr. Karen Varcoe, Verbraucherschutzexpertin an der University of California. Stattdessen lernen Kinder ihre „Lektion“ im Bereich persönlicher Finanzen, indem sie einfach nur beobachten, was ihre Eltern tun.

Dr. Varcoe fährt fort: „Was sie sehen, ist, dass fast alles mit einer Kreditkarte oder einem Scheck bezahlt wird. Sie sehen nicht immer Bargeld. Das kann ihnen den falschen Eindruck vermitteln, dass der Familie Geld in endloser Fülle zur Verfügung steht. Und in der Tat, wenn wir Kreditkarten statt Bargeld benutzen, geben wir im Allgemeinen mehr aus, als wir ausgeben sollten.“

Diese Art mangelnder Finanzdisziplin gibt den Kindern nicht nur ein falsches Vorbild ab, sagt sie, sondern ist auch sicherlich eine der grundlegenden Ursachen für die gegenwärtige Wirtschaftskrise. Es ist auch der Grund dafür, dass so viele Menschen im vergangenen Jahr in solch ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gerieten, als die US-amerikanische Konjunktur in die Knie ging.

„Sie müssen Ihren Kindern sagen, wie sie Geld sparen und klug ausgeben sollten und warum es wichtig ist, einen Kreditrahmen nicht falsch zu nutzen, damit ihre zukünftige finanzielle Stabilität nicht ernsthaft in Gefahr gerät, wie das bei so vielen Menschen heute der Fall ist“, betont sie.

Die Belehrung kann schon im Alter von drei oder vier Jahren beginnen bzw. wann immer Ihr Kind Fragen über Geld stellt. Wenn die Kinder im Vorschulalter sind, sind diese Lektionen sehr elementar. Vielleicht erklären Sie ihnen nur, dass man arbeiten muss, um Geld zu verdienen oder dass Geld nicht „auf den Bäumen wächst“. Während Ihr Kind aufwächst und reifer wird, können Sie allmählich zu ausführlicherer Belehrung fortschreiten.

Wie gehen Sie vor, wenn Ihre Kinder Teenager sind und Sie niemals zuvor mit ihnen über den Umgang mit Geld gesprochen haben? „Es ist nie zu spät für diese Art von Gesprächen“, sagt Dr. Varcoe, „aber je eher Sie das tun, umso besser.“

Hier einige Vorschläge für den Anfang.

1. Geben Sie Ihren Kindern Geld, das sie verwalten müssen.

Ohne Verantwortung für eigenes Geld können Kinder nicht lernen, richtig mit Geld umzugehen. Sie können ihnen das durch ein Taschengeld oder das Bezahlen bestimmter Aufgaben ermöglichen. „Wenn Ihre Kinder Ihr Geld ausgeben, dann werden sie es sich nicht zweimal überlegen, ob sie es ausgeben wollen. Wenn sie aber ihr eigenes Geld ausgeben, dann treffen sie viel klügere Entscheidungen“, sagt Erica Sandberg, Finanzberaterin für Familien in der Stadt San Francisco.

Frau Sandberg schlägt vor, dem Kind dieses „Einkommen“ zu bestimmten Zeiten, etwa wöchentlich oder zweiwöchentlich, zukommen zu lassen. Wie alt sollte Ihr Kind sein, bevor Sie mit diesem regelmäßigen Einkommen beginnen? Während Kinder im Vorschulalter lernen können, was Geld ist, sind Kinder laut der Finanzberaterin Janet Bodnar, Autorin des Buches Raising Money Smart Kids (2005), entwicklungsmäßig erst mit sechs oder sieben Jahren in der Lage zu lernen, wie man mit Geld richtig umgeht.

Sie glaubt, dass das das beste Alter ist, um ihnen ein kleines „Einkommen“ zukommen zu lassen. „Kinder sind dann nicht nur reifer, sie lernen auch in der Schule, was Geld ist“, sagt sie. „Sie wissen dann, dass ein Dollar vier Vierteldollar-Münzen entspricht und dass sie mit ihrem Taschengeld von drei Dollar zum Beispiel eine kleine Tüte Popcorn kaufen können.“

Um zu vermeiden, dass die Kinder eine Anspruchsmentalität entwickeln, können die Eltern Bedingungen für das Taschengeld stellen. Das bedeutet, dass die Kinder nur dann ihr Taschengeld bekommen, wenn sie täglich ihr Bett selbst machen, ihr Zimmer aufräumen oder andere Routineaufgaben erledigen. Viele Eltern gehen jedoch davon aus, dass die Kinder Routineaufgaben als Teil ihrer Verantwortung als Familienmitglieder erledigen sollten, ohne dafür bezahlt zu werden.

Ganz gleich wie Sie das sehen, Sie sollten Ihren Kindern die Gelegenheit geben, ein Taschengeld oder zusätzliches Geld durch die Erledigung von Aufgaben im Haushalt, die über ihre normalen Verpflichtungen hinausgehen, zu verdienen – etwa indem sie draußen das Laub zusammenrechen, Schnee schaufeln, das Auto waschen, Unkraut im Garten jäten, den Keller aufräumen, Fenster putzen usw.

Das lehrt Ihre Kinder Geld im Zusammenhang mit Arbeit zu sehen. Zusätzlich zu dem Vorteil der Vermittlung einer nützlichen Arbeitsethik ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie dann vorsichtiger mit ihrem eigenen Geld umgehen, weil sie wissen, wie schwer sie dafür arbeiten mussten.

2. Lehren Sie sie das Budgetieren.

Sobald Ihre Kinder ein regelmäßiges Einkommen haben, können Sie ihnen beibringen, wie man mit einem Budget umgeht. Erklären Sie ihnen, dass ein Budget ein Plan ist, wie man das eigene Geld verwenden will. Helfen Sie Ihren Kindern zu verstehen, dass eine Budgetplanung nicht nur von weltlichen Finanzberatern empfohlen wird, sondern dass die Bibel ebenfalls die Notwendigkeit einer Budgeterstellung betont. In Sprüche 27, Verse 23-24 lesen wir: „Auf deine Schafe hab Acht und nimm dich deiner Herden an; denn Vorräte währen nicht ewig.“

Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, warum es wichtig ist, innerhalb der eigenen finanziellen Möglichkeiten zu leben und einen Teil des Einkommens regelmäßig aufzusparen. Besprechen Sie mit ihnen die Nachteile von zu hohen Ausgaben und dem Schuldenmachen.

Sprüche 21, Vers 20 und Kapitel 30, Verse 24-25 können als Ausgangspunkt für ein Gespräch darüber dienen, warum wir einen Teil unseres Einkommens sparen sollten. Lesen Sie Ihren Kindern Sprüche 22, Vers 7 bzw. Verse 26-27 vor, wenn es um die Gefahr des Schuldenmachens geht. Erklären Sie ihnen, wenn Sie diese Bibelstellen mit ihnen besprechen, was das im Alltag bedeutet und wie wir diese Prinzipien im eigenen Leben anwenden können.

Wenn Sie selbst ein Budget haben (und hoffentlich haben Sie eines!), dann zeigen Sie es Ihren Kindern, ganz gleich, ob es im Computer gespeichert oder in Ihrem Kassenbuch niedergeschrieben ist. Zeigen Sie ihnen Ihr monatliches Einkommen, welche Rechnungen monatlich bezahlt werden müssen und was dann als frei verfügbares Einkommen übrig bleibt. Das wird Ihren Kindern ein besseres Verständnis davon vermitteln, was es heißt, die eigenen Finanzen zu planen.

Helfen Sie ihnen, nachdem Sie ihnen die Grundlagen der Haushaltsplanung erklärt haben, ihr eigenes Budget zu erstellen. Als Erstes können Sie ihnen helfen zu errechnen, wie viel monatliches Einkommen sie durch Taschengeld und Geld zur Verfügung haben, das sie durch die Erledigung von Aufgaben im Haushalt und Teilzeitjobs verdienen. Helfen Sie ihnen dann festzulegen, welcher Anteil ihres Einkommens für die unterschiedlichen Kategorien verwendet werden sollte – Spenden und Geschenke, Geld zum Ausgeben, kurzfristige Sparbeiträge und langfristige Sparbeiträge, etwa für die spätere Universitätsausbildung usw.

Die Anteile für die Budgetkategorien sind variabel. Das Sparen sollte aber einen hohen Stellenwert einnehmen. Shirley Anderson-Porisch, Finanzberaterin für Familien an der University of Minnesota, ermutigt Kinder, mindestens 50 Prozent ihres „Einkommens“ zu sparen. Das kann dann auf kurzfristiges und langfristiges Sparen verteilt werden.

„Wenn Kinder ihr Geld sparen, dann lernen sie Selbstbeherrschung und die Disziplin des Gratifikationsaufschubs – wichtige Lektionen angesichts des heutigen Wirtschaftsklimas“, meint sie. Wenn Sie kleine Kinder haben, dann ist es hilfreich, ihnen etwa ein Glasgefäß oder einen Umschlag für jede der Budgetkategorien zu geben. Das ist ein System, das Eva Miller für ihre acht- und zehnjährigen Kinder verwendet. Wenn sie Geld bekommen, dann verteilen sie es nach den festgelegten Prozentanteilen.

„Nachdem sie Geld in ihre Gefäße für Ausgaben oder ihre spätere Ausbildung gelegt haben, verbleibt das Geld dort, bis die Summe von 20 Dollar erreicht wird. Dann wird beispielsweise das Geld für die Universitätsausbildung aufs Sparkonto eingezahlt“, erklärt sie. „Sie haben auch Gefäße für kurzfristiges Sparen und sie nutzen diese, um für Dinge wie ein neues Spiel oder ,Geld für Spaß‘ zu sparen, das sie für tägliche Ausgaben wie den Kauf eines Schokoriegels im Lebensmittelladen nutzen.“

Wenn Sie Kinder haben, die fast oder schon Teenager sind, dann können Sie sie ein Budget im Computer erstellen oder sie ihr eigenes Kassenbuch führen lassen. Lassen Sie sie jeden Monat dort ihre Ausgaben und die fortlaufende Summe ihrer monatlichen Ausgaben in jeder der Kategorien eintragen.

3. Nutzen Sie Gelegenheiten, um Lektionen über Geld zu lehren.

Das Leben bietet uns zahllose Gelegenheiten, unsere Kinder über Geld zu belehren. Denken wir zum Beispiel an die Geschichte zu Beginn des Artikels. Diese Situation bot mir eine ideale Gelegenheit, mit meinem Sohn über Geld zu sprechen. Noch während wir in dem Geschäft waren, nahm ich Daniel zur Seite und verwandte einige Minuten darauf, ihm zu erklären, wie mein Mann und ich unser Geld verdienen und dass wir davon keinen unendlichen Vorrat hatten. (Ich erklärte ihm auch, was es bedeutet, Geld zu fälschen!)

Sie werden wahrscheinlich Ihre eigenen Gelegenheiten haben, die sich für eine Lektion über Finanzmanagement anbieten. Wenn Ihr Kind zum Beispiel sieht, dass Sie Ihre Rechnung im Restaurant mit einer Kreditkarte bezahlen, ist das ein guter Zeitpunkt, ihm zu erklären, wie Kreditkarten funktionieren – dass es sich im Grunde um ein Darlehen handelt, das innerhalb eines Monats zurückgezahlt werden muss, um Zinsen zu vermeiden. Idealerweise haben Sie das Geld für die Rückzahlung bereits eingeplant, so dass es nur darum geht, eine andere Zahlungsart zu wählen und nicht darum, sich etwas auszuleihen.

Zeigen Sie Ihren Kindern Ihre Kreditkartenrechnung, wenn sie zugestellt wird. Lassen Sie sie wissen, wie Zinszahlungen berechnet und aufgerechnet werden. Erklären Sie ihnen, warum es wichtig ist, keine Kreditkartenschulden, die nicht direkt bezahlt werden können, auflaufen zu lassen, um so kein Geld für Zinszahlungen zu verschwenden.

Sind Ihre Kinder dabei, wenn Sie Geld aus dem Geldautomaten holen oder im Geschäft einen Scheck ausstellen, bietet sich die Gelegenheit, ihnen zu erklären, wie ein Girokonto funktioniert. Wenn Ihre Kinder Sie beim Einkauf begleiten, können Sie ihnen Ihre Einkäufe erklären und sie z. B. auf Sonderangebote aufmerksam machen.

Wenn Sie mit Ihren Kindern fernsehen und ein Werbespot etwas Haarsträubendes über ein Produkt bzw. eine Dienstleistung behauptet, können Sie die Gelegenheit dazu nutzen, ihnen beizubringen, wie man Werbung richtig einschätzt. Wenn Sie Angebote per E-Mail oder im Briefkasten erhalten, die „zu gut sind, um wahr zu sein“, dann ist das der Zeitpunkt, Ihre Kinder über Schwindeleien und darüber, dass nichts wirklich umsonst ist, aufzuklären.

Solche Gelegenheiten zur Belehrung sind effektiv, weil es sich um Beispiele aus dem wirklichen Leben handelt. Ihre Kinder können so selbst sehen, wie ein finanzielles Prinzip, das Sie ihnen beibringen, im täglichen Leben angewandt werden kann. So gewinnt Ihre Lektion an Relevanz.

4. Lehren Sie Ihre Kinder, dass sich nicht jeder Wunsch erfüllen lässt.

Kinder betteln bei ihren Eltern geschickt um diverse Spielzeuge – mechanisch sowie elektronisch –, Designerkleidung und andere nicht wirklich notwendige Dinge. Die meisten Eltern wollen nicht als schlecht dastehen oder ihren Kindern Dinge versagen, die andere Kinder haben. Trotzdem, sagt Sandberg, „sollten Sie nicht jeder Marotte Ihrer Kinder nachgeben – selbst wenn Sie es sich leisten könnten. Wenn Sie zu nachsichtig mit Ihren Kindern sind, werden sie nicht wissen, was es bedeutet, zu arbeiten und für die Dinge zu sparen, die sie gerne hätten.“

Eine wichtige Lektion im Leben ist, dass sich nicht jeder Wunsch erfüllen lässt. „Kinder müssen bestimmte Enttäuschungen erleben, weil das zum Leben gehört“, meint Dr. Michael Gutter, Finanzberater an der University of Florida. Er schlägt vor, dass Sie Ihren Kindern erklären, wie auch Sie bestimmte Dinge gerne kaufen würden, sie sich aber nicht immer leisten können. „Auf diese Weise erfährt das Kind, dass es nicht der einzige Mensch ist, der nicht bekommt, was er sich wünscht.“

Man kann auf diese Wünsche eingehen, indem Sie Ihrem Kind sagen, dass es das Gewünschte zurzeit nicht bekommen, es sich aber als Geschenk zu einem besonderen Anlass wünschen kann. Falls Ihre Kinder fast oder schon Teenager und damit alt genug sind, viele ihrer „Wünsche“ selbst zu bezahlen, können Sie sie dazu ermutigen, ihr Taschengeld aufzusparen oder Extraaufgaben zu Hause zu übernehmen, um sich das Geld selbst zu verdienen.

Wenn es etwa darum geht, dass Ihr Teenager mehr für ein „Bedürfnis“ ausgeben möchte, als Sie für angebracht halten – zum Beispiel doppelt so viel für Schuhe, als Sie vorgesehen haben –, dann können Sie ihm sagen, dass Sie bereit sind, den in Ihrem Budget geplanten Betrag einzubringen, aber von ihm erwarten, den Restbetrag selbst aufzubringen. „Das wird dabei helfen, das Anspruchsdenken einzudämmen“, sagt Dr. Gutter, „und macht Ihren Teenager für die Erfüllung seiner Wünsche persönlich verantwortlich.“

5. Ihr eigenes Beispiel ist wichtig.

Wir haben es bereits zu Beginn dieses Beitrags erwähnt, aber es soll hier noch einmal betont werden: Ihre Kinder lernen sehr viel über Geld, indem sie Sie einfach beobachten. Sie sehen, wie Sie sich im Supermarkt, im Kaufhaus bzw. im Einkaufszentrum, bei der Bank usw. verhalten. Sie neigen dazu, Ihre finanzielle Einstellung, Ihre Werte und Ihr Verhalten nachzuahmen. Je nachdem wie Sie sich verhalten, können sie so einige sehr gute Lektionen oder weniger gute Lektionen lernen.

In Lukas 6, Vers 40 lesen wir: „Im besten Fall kann er werden wie sein Lehrer, wenn er alles von ihm gelernt hat“ („Hoffnung für alle“-Übersetzung). Wenn Sie nur zum Vergnügen einkaufen gehen oder viele Käufe rein impulsiv tätigen, werden Ihre Kinder das wahrscheinlich als normales Verhalten sehen und das Gleiche tun.

Wenn Sie auf der anderen Seite immer eine Einkaufsliste in den Lebensmittelladen mitnehmen oder nur dann größere Anschaffungen tätigen, wenn Sie das Geld dafür gespart haben, werden Ihre Kinder auch diese Verhaltensweise höchstwahrscheinlich übernehmen.

Sie müssen gute finanzielle Gewohnheiten vorleben. „Wenn Sie das falsche Beispiel abgeben, werden alle Gespräche, die Sie mit Ihren Kindern über rechtes Haushalten hatten, auf taube Ohren stoßen“, sagt Frau Anderson-Porisch. Ihre Kinder werden nicht vorsichtig mit ihrem Geld umgehen, wenn Sie mit dem Ihrem sorglos umgehen – selbst wenn Sie ihnen das Gegenteil sagen.

Das soll nicht heißen, dass es nicht wichtig ist, mit Ihren Kindern über persönliche Finanzen zu sprechen. Wie in diesem Artikel immer wieder betont wird, ist das auf jeden Fall wichtig. Ihre Kinder brauchen Unterweisung und Anleitung von Ihnen darüber, wie sie ein Budget erstellen, sparen und klug einkaufen sollen. Aber es ist Ihr Beispiel – die Art und Weise, wie Sie ihnen zeigen, dass Sie mit Ihrem eigenen Geld vorsichtig umgehen –, das ihnen dabei hilft zu sehen, dass diese Schritte nicht nur reine Theorie, sondern wirklich wichtig sind.

Sie müssen wahrscheinlich einige Ihrer Kaufgewohnheiten ändern, damit Sie das richtige Vorbild abgeben können. Angesichts der heutigen Unsicherheit der Wirtschaftslage ist das zudem etwas, das Sie sowieso tun sollten. Die Zeit ist gekommen, unnötige Käufe zu vermeiden, Kreditkartenschulden abzuzahlen und Ihre Ersparnisse zu erhöhen – zum Wohl des finanziellen Wohlergehens Ihrer Familie.

Die Tatsache, dass Ihre Kinder auf Ihr Beispiel achten, macht diese Schritte noch notwendiger. Sie lernen lebenslange Gewohnheiten im Umgang mit Geld von Ihnen – sowohl durch das, was Sie sagen, als auch das, was Sie tun. Sie erhoffen sich von Ihnen, dass Sie ihnen beibringen, wie sie eines Tages ihre eigenen Haushaltsfinanzen managen können. Es liegt an Ihnen als Eltern, sicherzustellen, dass Ihre Kinder gute Gewohnheiten für den Umgang mit Geld entwickeln.

– Gute Nachrichten Juli-August 2010 PDF-Datei dieser Ausgabe

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