Jesus: Der „Ich bin“ des Johannesevangeliums

Jesus: Der „Ich bin“ des Johannesevangeliums © Arek Socha/Pixabay
Der Apostel Johannes wusste, wie wichtig die wahre Identität Jesu war. Johannes wusste, dass Jesus nicht nur ein Mensch war, er war auch „Immanuel“ – „Gott mit uns“.

Wer war Jesus von Nazareth wirklich? Was war er vor seiner Geburt als Mensch? Was ist er jetzt? Unter denen, die sich zu Jesus Christus bekennen, gibt es zum Teil widersprüchliche Antworten auf diese Fragen. Ihre Antworten entscheiden, ob Sie einen Erlöser haben!

Von Paul Kieffer

Unter denen, die sich mit den Evangelien des Neuen Testaments befassen – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – herrscht Einigkeit darüber, dass das Johannesevangelium das zuletzt Geschriebene der vier Evangelien ist. Man geht davon aus, dass der Apostel Johannes sein Evangelium erst Jahre nach der Abfassung der anderen drei Evangelien, die das Neue Testament einleiten, schrieb.

Wenn man das Abfassungsdatum des Markus- und Lukasevangeliums auf den Zeitraum 60-65 n. Chr. datiert – wie allgemein angenommen wird –, dann schrieb Johannes sein Evangelium erst 25-30 Jahre später. Da es aber bereits drei ausführliche Erzählungen über das Wirken Jesu in Menschengestalt gab und diese Berichte wohl dem Johannes bekannt waren, stellt sich die Frage, warum er einen zusätzlichen Bericht über Jesu Leben verfasste.

Im zweiten Johannesbrief, den Johannes etwa zur selben Zeit schrieb, erhalten wir eine Antwort. Johannes nahm Stellung zur Ausbreitung des Gnostizismus in der Gemeinde. Ein wesentlicher Aspekt dieser Philosophie war die strikte Trennung von Geist und Materie, was in Bezug auf Jesus Christus bedeutet hätte, dass er als Wesen aus Geist nicht in die „stoffliche“ Welt hätte wechseln können.

Da Jesus jedoch als Mensch gelebt hat, hatte der Gnostizismus mit seiner Trennung von Geist und Materie eine Verneinung der Präexistenz Jesu vor seiner Menschwerdung zur Folge. Im ersten Kapitel seines Evangeliums widerspricht Johannes der Sichtweise des Gnostizismus: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Johannes 1,14; alle Hervorhebungen durch uns).

Damit ist die Menschwerdung bzw. die Geburt Jesu Christi gemeint. Vor seiner Geburt war Jesus das Wort, und bei seiner Geburt „wechselte“ das Wort von Geist zu Fleisch, d. h. zu einer stofflichen Existenz.

Mit seiner Feststellung, dass „das Wort Fleisch ward“, bestätigte Johannes auch die Präexistenz Jesu vor seiner Menschwerdung. Das tat übrigens auch Johannes der Täufer im selben Kapitel: „Am nächsten Tag sieht Johannes [der Täufer], dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich“ (Johannes 1,29-30).

Da Johannes der Täufer ca. sechs Monate vor Jesu Geburt geboren wurde, kann er mit „er war eher als ich“ nur die Präexistenz Jesu meinen.

Gleich im ersten Kapitel seines Evangeliums betont Johannes die Präexistenz Jesu vor seiner Geburt in Menschengestalt und damit den „Wechsel des Zustands“ Jesu von Geist zu Fleisch, womit er der ketzerischen Sichtweise des Gnostizismus widersprach, die sich in der Gemeinde bemerkbar machte.

Wurde Jesus erschaffen?

Das war aber nicht der einzige Grund, der Johannes zur Niederschrift seines Evangeliums bewegte. Im Kontext der Auseinandersetzung mit dem Gnostizismus beantwortet Johannes eine Frage, die heute immer noch gestellt wird: War Jesus nur Gottes Sohn – wie manche behaupten – oder war er auch Gott? Und was war Jesus vor seiner menschlichen Geburt?

Obwohl Johannes in den ersten zwei Versen seines Evangeliums feststellt, dass das Wort – d. h. Jesus vor seiner Geburt – Gott war, gibt es Christen, die die Göttlichkeit Jesu verneinen. Ihrer Überzeugung nach war er nicht Gott, sondern „nur“ der Sohn Gottes. Wenn Jesus vor seiner Menschwerdung nicht Gott war, dann muss er ein erschaffenes Wesen gewesen sein, denn nur Gott existiert ewiglich.

Sollte Jesus ein erschaffenes Wesen gewesen sein, zu welchem Zweck hätte Gott, der Vater, ihn erschaffen? In erster Linie als Sühneopfer, um für die Sünden der Menschheit zu sterben! Man denkt dabei an den Titel der 1970er Rockoper „Jesus Christ Superstar“ des britischen Komponisten Andrew Lloyd Webber und des Texters Tim Rice, die mit ihrer bibelkonträren Darstellung Jesu bei bibeltreuen Christen auf Ablehnung stießen. Für Christen, die in Jesus ein erschaffenes Wesen sehen und seine Göttlichkeit ablehnen, hätte der Titel der Rockoper „Jesus Christ Supertier“ sein können. Für solche Christen wäre der Zweck seiner Erschaffung eigentlich der eines „gehobenen Opfertiers“.

Doch Johannes widerspricht auch der ketzerischen Sichtweise, wonach Jesus erschaffen wurde! „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott“ (Johannes 1,1-2).

Aus diesen beiden Versen geht unmissverständlich hervor, dass es zwei Wesen gab, die beide als Gott bezeichnet werden (Griechisch, theos). Eines dieser beiden Wesen wird „das Wort“ genannt, und über dieses Wesen heißt es dann in Vers 3 weiter:

„Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Da alle Dinge durch das Wort „gemacht“ – erschaffen – wurden, ist damit eine Erschaffung des Wortes selbst ausgeschlossen. Mit anderen Worten: Da das Wort nicht „gemacht“ wurde, existierte es ewig – ein indirekter Hinweis auf seine Göttlichkeit. Was ewig existiert hat, kann von seiner Beschaffenheit her nur Geist sein, und Gott ist Geist (Johannes 4,24)!

Damit betont Johannes, dass das nicht erschaffene Wort, das ein Geistwesen war, Fleisch wurde. Mit dieser Klarstellung widerspricht Johannes ebenfalls der gnostizistischen Sichtweise, wonach die Kluft zwischen Geist und Fleisch bzw. Materie unüberbrückbar ist. Die Fleischwerdung Gottes ist eigentlich der Dreh- und Angelpunkt des Johannesevangeliums.

Jesu „Ich bin“-Aussagen

In den ersten vierzehn Versen seines Evangeliums legt Johannes das Fundament für seine Auseinandersetzung mit den gnostizistischen Irrlehren, die in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. in der Gemeinde aufkamen. Im weiteren Verlauf seines Berichts über das Leben und Wirken Jesu setzt Johannes seine Widerlegung dieser Irrlehren fort, indem er mehrmals Zitate Jesu anführt, die alle eine Gemeinsamkeit aufweisen. Es sind die „Ich bin“-Aussagen Jesu.

Was ist das Besondere an diesen Aussagen? Dies wird klar, wenn man bedenkt, dass die ursprüngliche Sprache der Zitate, die Johannes für uns niedergeschrieben hat, nicht dieselbe ist wie die Sprache, die Johannes für das Abfassen seines Evangeliums benutzte. Jesus sprach Aramäisch mit seinen Jüngern bzw. Landsleuten.

Das Johannesevangelium steht uns aber in Griechisch zur Verfügung. Und wir lesen diese Zitate in unserer deutschen Übersetzung der Bibel, womit noch mehr Distanz zur ursprünglichen Bedeutung entstehen kann.

Aramäisch war zur Zeit Jesu im Heiligen Land weitverbreitet. Aramäisch ist zwar nicht Hebräisch, aber wie die hebräische Sprache gehört Aramäisch zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen nahe verwandt. Mit der wiederholten Aussage „Ich bin“ in Aramäisch wies Jesus auf den Namen Gottes im Alten Testament hin:

„Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: ,Ich bin, der ich bin.‘ Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ,Ich bin‘ hat mich zu euch gesandt“ (2. Mose 3,13-14; Elberfelder Bibel).

In einer Fußnote der Gute Nachricht Bibel zu Johannes 8, Vers 58 lesen wir: „Die Antwort von Jesus enthält eine Anspielung auf 2. Mose 3,14.“ Zu Jesu Verwendung von „Ich bin“ heißt es weiter: „Jesus verwendet hier die Formel, mit der im Alten Testament Gott von sich selbst spricht und sich seinem Volk gegenüber als den Retter und Herrn der Welt bezeichnet.“

Mit seinen „Ich bin“-Aussagen sagte Jesus seinen Landsleuten sinngemäß, dass er der „Ich bin“ des Alten Testaments war. Dass die Juden verstanden, was Jesus damit meinte, erkennen wir daran, dass sie ihn einmal steinigen wollten, als er von sich feststellte, er sei „Ich bin“!

Interessant sind in diesem Zusammenhang heutige Christen, die Jesu Göttlichkeit ablehnen, aber großen Wert auf die Verwendung eines hebräischen Namens für Jesus legen – obwohl die Bibel uns diesen hebräischen Namen nicht nennt. Würden jene Christen dieselbe Gewichtung den „Ich bin“-Aussagen Jesu in Aramäisch zukommen lassen, würden sie erkennen, wer Jesus wirklich war – der fleischgewordene Gott, der zur Zeit des Alten Testaments als „das Wort“ mit den Patriarchen und dem Volk Israel interagierte!

Die „Ich bin“-Aussagen des Johannesevangeliums lassen sich in zwei Gruppen einteilen. In der einen Gruppe finden wir die sieben prädikativen „Ich bin“-Aussagen, in denen Jesus eine göttliche Funktion für sich in Anspruch nimmt. In allen sieben kombiniert Jesus „Ich bin“ mit gewaltigen Metaphern, die seine rettende Funktion für die Welt ausdrücken. Bei den anderen Aussagen steht „Ich bin“ für sich allein. Wir befassen uns als Erstes mit den sieben prädikativen „Ich bin“-Aussagen.

Das Brot des Lebens

Jesu erste „Ich bin“-Aussage finden wir im Zusammenhang mit der Speisung von „etwa fünftausend Männern“ (Johannes 6,10), für die Jesus fünf Gerstenbrote vermehrt hatte. Die Menge folgte Jesus am nächsten Tag, worauf er ihr sagte:

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben“ (Johannes 6,26-27).

Die Speise, die Jesus meinte, war er selbst: „Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (Johannes 6,35).

Jesus fuhr fort:

„Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt“ (Johannes 6,48-51).

Das ist eine phänomenale Aussage! Indem er sich selbst mit Brot gleichsetzt, sagt Jesus, dass er für das Leben unerlässlich ist. Aber das Leben, auf das Jesus sich bezieht, ist nicht das physische Leben, sondern das ewige Leben. Wir glauben an Jesus als das Brot des Lebens, wenn wir das ungesäuerte Brot des Passahs essen, das seinen gebrochenen Leib darstellt.

Wer nicht bedenkt, dass Jesus hier Aramäisch gesprochen hat, übersieht, dass Jesu Formulierung „Ich bin das Brot des Lebens“ eine Art Namensgebung ist, wie sie im Alten Testament in Verbindung mit Gott als „Ich bin“ mehrmals vorkommt, so z. B. in 2. Mose 15, Vers 26, wo Gott sagt: „Ich bin der Herr, dein Arzt“, also JHWH-Rapha im Hebräischen. Die Formulierung „Ich bin“ als Namensgebung gilt für alle sieben prädikativen „Ich bin“-Aussagen.

Das Licht der Welt

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12).

Dies stellte Jesus fest, nachdem er einer Sünderin, die beim Ehebruch ertappt worden war und die Pharisäer und Schriftgelehrten nach einer Konfrontation mit Jesus nicht verdammen konnten, gesagt hatte: „So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr“ (Vers 11).

Licht und Finsternis sind biblische Sinnbilder für Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit bzw. Sünde. Jesus forderte die Sünderin auf, die Finsternis – die Sünde – zu verlassen, um im Licht zu leben. Dabei gibt es keinen Zwischenraum: Man lebt entweder in der Finsternis oder im Licht. Johannes berichtet uns, dass viele, die Jesus begegneten, die Finsternis vorzogen:

„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen . . . Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden“ (Johannes 1,4-5; 3,19-20).

Kurz vor seiner Verhaftung und Kreuzigung sagte Jesus: „Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe“ (Johannes 12,46).

Dass Jesus „das Licht der Welt“ ist, bedeutet, dass die Welt kein anderes Licht hat als ihn. Das einzige Licht, dass es für die Welt geben kann, ist Jesus. Es ist Jesus oder die Finsternis. Es gibt keine dritte Alternative – kein anderes Licht. Deshalb lesen wir in Jesaja 60, Vers 19: „Der Herr [JHWH] wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein.“ Auch David sagt in Psalm 27, Vers 1: „Der Herr [JHWH] ist mein Licht und mein Heil.“

Mit „Ich bin“ identifiziert sich Jesus als dieses eine Licht!

Die Tür

Jesu nächste „Ich bin“-Aussage ähnelt dem „Licht der Welt“ insofern, als es dafür keine Alternative gibt: „Da sprach Jesus noch einmal: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen . . . Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und eine Weide finden“ (Johannes 10,7. 9; Zürcher Bibel).

Es gibt nur auf eine Weise Zugang bzw. Eingang für alle, die Teil der Herde Jesu sein und gerettet werden wollen: durch die Tür, Jesus Christus. Nur Jesus kann Juden wie Heiden die Tür zur Gemeinschaft der Gemeinde öffnen und ihnen das Eingehen in das Reich Gottes ermöglichen. Er öffnet nicht nur die Tür, sondern ist selbst diese Tür, weil er das Heil nicht nur zeigt, sondern auch bringt.

Das Bild, das Jesus hier benutzt, beruht auf der damals üblichen Praxis, die Schafe nachts in einem Stall zu halten. Der Zugang zu diesem Stall wurde durch einen Türhüter bewacht. Jesus selbst nutzt die Tür nicht nur, um selbst einzutreten, sondern er ist selbst der einzige rechtmäßige Zugang. Jeder, der nicht durch ihn versucht, Zugang zu den Schafen zu erhalten, weist sich damit als Dieb und Räuber aus, der die Schafe ins Verderben und den Tod führt (Johannes 10,1).

Der gute Hirte

Verknüpft mit Jesu Funktion als Tür ist auch seine nächste „Ich bin“-Aussage: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“ (Johannes10,11). Indem Jesus die Tür zum Stall seiner Schafe ist, weist er sich auch als rechtmäßiger Hirte der Herde aus. Er ist beides – Türhüter bzw. Tür und Hirte.

David verkündet im ersten Vers seines berühmten 23. Psalms: „Der Herr [JHWH] ist mein Hirte.“ Und Davids Gott ist auch der Hirte Israels: „Du Hirte Israels, höre, der du Josef hütest wie Schafe! Erscheine, der du thronst über den Cherubim“ (Psalm 80,2).

Der Prophet Jesaja beschreibt den wiederkehrenden Jesus Christus als Hirten: „Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der Herr! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen“ (Jesaja 40,9-11).

Jesu Verwendung des Aramäischen für „Ich bin“ in Verbindung mit seiner Feststellung, dass er der gute Hirte ist, war bei seinem ersten Erscheinen auf Erden eine Teilerfüllung der Prophezeiung Jesajas. „Gott der Herr“ greift als rettender Hirte sozusagen im vollen Umfang ein, wenn Jesus bei seiner Wiederkunft als der „Ich bin“ -Hirte das Volk Israel vor dem Verderben bewahrt.

Für die heute Berufenen hat Jesus als der gute Hirte die Aufgabe, sie sicher in das Reich Gottes zu führen:

„Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn Ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tage“ (Johannes 6,37-39).

Die Auferstehung und das Leben

Ein Thema, das Jesus in seinen „Ich bin“-Aussagen hervorhebt, ist seine Funktion als Vermittler des ewigen Lebens. Zum vierten Mal geht es darum, als Jesus sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben“ (Johannes 11,25-26).

Der Kontext dieser Aussage ist Jesu Besuch in Betanien, wohin er wegen der Krankheit des Lazarus gerufen wurde. Doch als er nach Betanien kam, war Lazarus bereits seit vier Tagen tot. Lazarus’ Schwester Marta klagte deshalb Jesus gegenüber, dass er noch leben würde, wenn Jesus früher gekommen wäre.

Marta sagte Jesus, dass sie sehr wohl wisse, dass Lazarus bei der Auferstehung am Jüngsten Tag auferstehen werde. Als Antwort darauf identifizierte sich Jesus als die Auferstehung und das Leben. Mit seinem „Ich bin“-Wort zeigt Jesus, dass in seiner Person die Hoffnung auf die zukünftige Auferstehung der Toten erfüllt ist. Um dies zu untermauern, erweckte er Lazarus von den Toten.

Damit zeigte Jesus, dass der Tod schon jetzt keine bleibende Macht mehr über diejenigen hat, die an ihn glauben. „Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage“ (Johannes 6,40).

Nur Gott allein besitzt die Macht, die Toten aufzuerwecken. In 1. Samuel 2, Vers 6 heißt es dazu: „Der Herr [JHWH] tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf.“ Paulus sagt uns in 2. Korinther 1, Vers 9, dass es „Gott [ist], der die Toten auferweckt“. Diese Macht nahm Jesus für sich in Anspruch als „die Auferstehung und das Leben“.

Der Weg, die Wahrheit und das Leben

Als Nächstes verbindet Jesus seine Vorbildfunktion hinsichtlich seiner Lebensführung mit seiner Funktion als Mittler: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14,6).

Nur diejenigen, die Jesu Leben nachahmen, können Zugang zu Gott haben. Jesus deutet an, dass der Vater nur diejenigen als seine Kinder annehmen wird, die den Charakter und den Heilsprozess nachahmen, den Christus uns als Wegbereiter vorlebte.

Es gibt nur einen Weg, der zum Reich Gottes führt – der Weg, den Jesus selbst gegangen ist. Er nennt ihn den schmalen Weg: „Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!“ (Matthäus 7,13-14).

Jesus hat uns den Weg zum Vater gezeigt und unsere Aufgabe ist, in seine Fußstapfen zu treten und ihn nachzuahmen: „Wer sagt, dass er in ihm [Christus] bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat“ (1. Johannes 2,6). Wer in das Reich Gottes eingehen will, muss den Charakter Jesu, der ein perfektes Abbild der Lebensführung seines himmlischen Vaters war, nachahmen. Jesus ist der Weg, durch den die Errettung uns zuteil wird. Wer es auf andere Weise erreichen will, ist zum Scheitern verurteilt.

Jesus ist nicht nur der Weg, sondern auch die Verkörperung der Wahrheit Gottes. Johannes nennt ihn „das Wort“ in der Zeit vor seiner Menschwerdung, und durch das Wort wurde die Heilige Schrift inspiriert und uns überliefert bzw. bewahrt.

Johannes sagt uns: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17,17). Jesus, das Wort Gottes, ist die Personifierung der Wahrheit Gottes, und durch ihn – durch das Wort Gottes – sind wir als seine Jünger ausgesondert.

Wenn wir im Leben den Weg gehen, den Jesus uns vorgelebt hat, gehen wir den Weg der Wahrheit, denn Jesus ist die Wahrheit Gottes. In einem Zeitalter, in dem die Heilige Schrift und die Lehre Jesu zunehmend unter Beschuss stehen, werden wir ermahnt, für den Glauben einzutreten, der uns durch das Wort Gottes überliefert wurde: „Ihr Lieben, nachdem ich ernstlich vorhatte, euch zu schreiben von unser aller Heil, hielt ich’s für nötig, euch in meinem Brief zu ermahnen, dass ihr für den Glauben kämpft, der ein für alle Mal den Heiligen überliefert ist“ (Judas 3).

Den Weg Jesu nachzuahmen, d. h. in der Wahrheit zu leben und zu bleiben, führt zum Leben. Wie Jesus bereits in den vorangegangenen „Ich bin“-Aussagen betont hat, gibt es das ewige Leben nur durch ihn.

Der wahre Weinstock

Mittels einer landwirtschaftlichen Metapher fasst Jesus in seiner letzten prädikativen „Ich bin“-Aussage alles bisher Gesagte zusammen: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner . . . Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Johannes 15,1. 5).

Als Jesu Jünger sollen wir viel Frucht bringen: „Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger“ (Vers 8). Das können wir aber nur dann tun, wenn wir mit Jesus verbunden bleiben, d. h. in ihm bleiben, wie er es gesagt hat (Vers 4). Wer nicht in Jesus bleibt, wird keine Frucht bringen und wird deshalb letztendlich das Ziel verfehlen. Nur durch Jesus bringen wir Frucht und gehen in das ewige Leben ein.

Als Jesus seinen Jüngern die Wichtigkeit des Verbleibs am Weinstock einschärfte, hatte Judas Iskariot die Gruppe verlassen, um Jesus zu verraten. Die Jünger meinten aber, er sollte noch letzte Besorgungen für das Fest erledigen oder den Armen etwas geben (vgl. dazu Johannes 13,28-30).

Erst später dürfte den Jüngern die Tragweite der Metapher des Weinstocks klar geworden sein, als sie erfuhren, dass Judas sich das Leben genommen hatte. Er war ja nicht am Weinstock geblieben.

Es sei an dieser Stelle nochmals betont, dass Jesu sieben prädikative „Ich bin“-Aussagen eine Art Namensgebung sind, wie sie im Alten Testament in Verbindung mit Gott als „Ich bin“ mehrmals vorkommt, so z. B. in 2. Mose 15, Vers 26, wo Gott sagt: „Ich bin der Herr, dein Arzt“, also JHWH-Rapha im Hebräischen.

Jesu absolute „Ich bin“-Worte

Es gibt auch mehrere absolute „Ich bin“-Worte Jesu im Johannesevangelium, die bei der Beantwortung der am Anfang dieses Beitrags gestellten Fragen hinsichtlich der Identität Jesu äußerst relevant sind. Was ist mit „absolut“ gemeint? Gemeint ist, dass Jesus einfach „Ich bin“ ohne Zusatz sagt: ego eimi im uns überlieferten autorisierten griechischen Text des Johannesevangeliums.

Wir erkennen die Relevanz dieser Jesus-Worte jedoch nicht, und dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen haben die Übersetzer des griechischen Neuen Testaments zum vermeintlichen besseren Verständnis ein Wort hinzugefügt, dass die Bedeutung des Urtextes verschleiert. Zum anderen bedenkt man nicht, dass Jesus, auch wenn Johannes sein Evangelium ca. 60 Jahre nach Jesu Tod in Griechisch abfasste, nicht Griechisch, sondern Aramäisch sprach.

Unser erstes Beispiel handelt von der Verhaftung Jesu im Garten Gethsemane. „Als Jesus das geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, in den gingen Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, kannte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft dort mit seinen Jüngern. Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte von den Hohepriestern und Pharisäern, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen.

Da nun Jesus alles wusste, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin’s! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sagte: Ich bin’s!, wichen sie zurück und fielen zu Boden“ (Johannes 18,1-6).

In den Versen 5-6 wurde das Griechische ego eimi mit „ich bin’s “ bzw. „ich bin es“ in der Lutherbibel und anderen deutschen Übersetzungen des Johannesevangeliums übersetzt. Allerdings steht das Wort „es“, wie es in unserer deutschen Bibel erscheint, nicht im griechischen Urtext. Man hat es zum scheinbar besseren Verständnis hinzugefügt.

Dies wird durch die englische „King James“-Bibel und die Konkordante Übersetzung des Jahres 1939 von Adolf Ernst Knoch bestätigt. In beiden Übersetzungen stehen hinzugefügte Wörter in Kursivschrift. In der „King James“-Bibel liest man in Vers 5: „Jesus saith unto them, I am he“ (Hervorhebung des Originals). Und in der Konkordante Übersetzung lesen wir in Vers 5: „Wen sucht ihr? Sie antworteten Ihm: Jesus den Nazarener! Da sagte Jesus zu ihnen: Ich bin es!“ (Hervorhebung des Originals).

Zum Wort „es“ bzw. „he“ in der englischen Bibel in den Versen 5-6 heißt es in Strong’s Exhaustive Concordance: „Dieses Wort wurde von den Übersetzern zur besseren Verständlichkeit im Englischen hinzugefügt. Das Wort existiert nicht im griechischen Text. Das Wort wird entweder durch Kursivschrift, Anführungszeichen oder Klammern als Hinweis darauf, dass es im Originaltext fehlt, angezeigt.“

Doch in diesem Fall trägt das hinzugefügte Wort „es“ nicht zur besseren Verständlichkeit bei. Jesu offenkundiger Gebrauch des Begriffs „Ich bin“ hatte eine große Wirkung auf diejenigen, die gekommen waren, um ihn festzunehmen: „Als Jesus zu ihnen sagte: ,Ich bin es‘, wichen sie zurück und fielen zu Boden“ (Johannes 18,6; Gute Nachricht Bibel). Die Gute Nachricht Bibel verweist in Vers 5, wo Jesus „Ich bin“ sagt, auf Johannes 8, Vers 24 mit der Anmerkung: „Wörtlich ich bin; ebenso in Vers 28. Jesus verwendet hier die Formel, mit der im Alten Testament Gott von sich selbst spricht und sich seinem Volk gegenüber als den Retter und Herrn der Welt bezeichnet.“

Wie in diesem Beitrag bereits erwähnt, sprach Jesus Aramäisch mit seinen Landsleuten. Mit der wiederholten Aussage „Ich bin“ in Aramäisch wies Jesus auf den Namen Gottes im Alten Testament hin:

„Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: ,Ich bin, der ich bin.‘ Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ,Ich bin‘ hat mich zu euch gesandt“ (2. Mose 3,13-14; Elberfelder Bibel).

Im Originaltext in Johannes 18, Vers 5 sagt Jesus „Ich bin“, was als „Ich bin es“ übersetzt wurde. Dadurch wird aber verschleiert, dass Jesus hier feststellte, der „Ich bin“ der alttestamentlichen Schriften zu sein. Die Reaktion der Gruppe, die gekommen war, um ihn zu verhaften, bestätigt dies: „Als nun Jesus zu ihnen sagte: Ich bin’s!, wichen sie zurück und fielen zu Boden“ (Johannes 18,6).

Wenige Stunden zuvor hatte sich Jesus zum Abschluss der Fußwaschung als „Ich bin“ bezeichnet:

„Das sage ich nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muss die Schrift erfüllt werden: Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ich’s euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer jemanden aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat“ (Johannes 13,18-20).

Das Wort „es“ in Vers 19 wurde hinzugefügt. Jesus sagte „dass ich bin“ und nicht „dass ich es bin“. Im Zusammenhang geht es um den bevorstehenden Verrat durch Judas Iskariot und alles, was damit zusammenhing: Jesu Verurteilung, Hinrichtung und Auferstehung von den Toten. Jesus sagte den Verrat gegenüber seinen Jüngern voraus, damit sie, wenn alles eingetroffen war, in ihrem Glauben bestärkt würden, dass Jesus wirklich der „Ich bin“ war bzw. ist.

In Johannes 8 finden wir weitere „Ich bin“-Aussagen Jesu. Im Gespräch mit seinen Landsleuten sagte Jesus, dass er mit Abraham geredet und dass Abraham sich über die Begegnung mit ihm gefreut hatte:

„Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, wie ich sie von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan . . . Abraham, euer Vater, wurde froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich“ (Johannes 8,38-40. 56).

Wie reagierten die Juden auf Jesu Worte? „Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich“ (Johannes 8,57-58). In einer Fußnote der Gute Nachricht Bibel zu Johannes 8, Vers 58 lesen wir: „Die Antwort von Jesus enthält eine Anspielung auf 2. Mose 3,14.“

Zu Jesu Verwendung von „Ich bin“ heißt es weiter: „Jesus verwendet hier die Formel, mit der im Alten Testament Gott von sich selbst spricht und sich seinem Volk gegenüber als den Retter und Herrn der Welt bezeichnet.“

Sinngemäß sagte Jesus seinen Landsleuten, dass er der „Ich bin“ des Alten Testaments war. Für die Juden war das Gotteslästerung, und ihre Reaktion war dementsprechend: „Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus“ (Johannes 8,59). Sie wollten Jesus steinigen!

Im selben Kapitel wies Jesus auf seinen bevorstehenden Opfertod im Zusammenhang mit seiner Identität hin: „Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich“ (Johannes 8,28).

Auch hier ist das Wort „es“ hinzufügt, es steht nicht im Urtext. Wie in Johannes 13 geht es hier um Jesu Tod und Auferstehung. Wer das voll erfasst, wird erkennen, dass Jesus der „Ich bin“ war bzw. ist.

Zum Schluss dieses Beitrags behandeln wir die wohl wichtigste „Ich bin“-Aussage Jesu, die der Apostel Johannes für uns festgehalten hat. Auch diese Aussage steht in Verbindung mit Jesu Tod als Sühne für unsere Sünden: „Darum habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden“ (Johannes 8,24).

In diesem Vers ist es wieder der Fall, dass das Wort „es“ hinzugefügt wurde. Jesus sagte „Ich bin“ und nicht „Ich bin es“.

Begreifen Sie die Tragweite dieser Aussage? Wer nicht erkennt bzw. erkennen will, dass Jesus der fleischgewordene „Ich bin“ war, der mit den Patriarchen, Propheten und dem Volk Israel interagierte, wird „in seinen Sünden sterben“ – er hat keinen Erlöser!

Der Apostel Johannes wusste, wie wichtig die wahre Identität Jesu war. Deshalb schrieb er sein Evangelium, um die sich gegen Ende des ersten christlichen Jahrhunderts einsetzende agnostizistische Ketzerei zu widerlegen. Johannes wusste, dass Jesus nicht nur ein Mensch war, er war auch Immanuel – „Gott mit uns“ (Matthäus 1,23). Dieser Immanuel sagte Mose: „So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ,Ich bin‘ hat mich zu euch gesandt.“

Möge Gott auch Ihnen helfen, Jesus als „Ich bin“ zu erkennen, damit Sie einen Erlöser haben!

– Gute Nachrichten Mai-Juni 2020 PDF-Datei dieser Ausgabe

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