Schaust Du noch oder lebst Du schon?

Schaust Du noch oder lebst Du schon? © skeeze/Pixabay
Statt ein Abenteuerleben nur in der Fantasie zu erleben, sollte man nicht besser versuchen, selbst etwas auf die Beine zu stellen und aktiv zu werden?

Läßt Du Dich unterhalten, während Dein Leben an Dir vorbeirauscht?

Von Larry Greider

Im Jahr 1781 wurde John Quincy Adams (der Sohn von John Adams, dem zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, und später selbst der sechste Präsident) im Alter von 14 Jahren als Privatsekretär und Französisch-Übersetzer für den amerikanischen Botschafter an den königlichen Hof Rußlands geschickt. Ein Jahr später reiste er als 15jähriger nach Paris, um als Sekretär der Delegation zu arbeiten, die mit den Briten den Vertrag zur Beendigung des Unabhängigkeitskriegs der amerikanischen Kolonien aushandelte.

John Quincy sprach mehrere Sprachen und besaß ein großes Talent für Diplomatie. James Monroe machte ihn zum Außenminister. Danach wurde er zum Präsidenten der USA gewählt. Nach einer Amtszeit als Präsident wurde er neunmal ins Repräsentantenhaus gewählt.

Das erinnert mich an einen Witz über den ersten Präsidenten der USA, George Washington. Ein strenger Vater erklärte seinem Sohn, daß Washington im selben Alter des Sohnes schon als professioneller Landvermesser gearbeitet habe. Der Sohn erwiderte: „Das stimmt. Aber als er so alt war wie du, war er schon der Präsident der USA!“

Es ist leicht, zurückzuschauen, den verpaßten Chancen nachzutrauern und uns mit anderen zu vergleichen. Die Herausforderung in jungen Jahren besteht darin, die Gelegenheiten, die sich ergeben, zu maximieren, bevor sie wieder vorübergehen.

Die Welt ist ein Abenteuer

Zu Beginn der amerikanischen Geschichte gab es viele Gelegenheiten, wenn man den Wunsch, die Vision und die Mittel hatte, sie zu ergreifen. Städte wuchsen an Flußgabelungen und Bergpässen. Für Siedler im Westen war die Not die Mutter der Erfindung. Heute denken einige junge Leute vielleicht, daß es in ihrem Leben nichts Neues gibt, und sie lassen sich in einen Trott bzw. eine Routine fallen.

Jedem stehen dieselben 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Die meisten Menschen in der westlichen Welt haben heute die Mittel und Gelegenheiten, fast alles zu tun, was man sich vorstellen kann. Das Problem liegt darin, daß wir unsere Ziele nicht hoch genug stecken. Statt dessen lassen wir uns von der Unterhaltungsindustrie ablenken. Ich hörte einmal, wie ein frustrierter Vater sich darüber beklagte, wie schwer es sei, die Aufmerksamkeit seiner Kinder zu bekommen. Im Zeitalter der Musikvideos und aufregenden Computerspiele taucht man im Reich der Fantasie schnell ab!

Das Leben scheint eintönig und langweilig zu sein, vergleicht man es mit der Welt, die die Filmstudios mit tollen Bildern und Sounds produzieren. Doch wenn die Unterhaltung zu Ende geht, muß man sich die Frage stellen: Was habe ich jetzt erreicht? Was habe ich ausprobiert und geschafft? Welches Abenteuer habe ich selbst erlebt?

Das Leben ist, was man daraus macht!

Statt ein Abenteuerleben nur in der Fantasie zu erleben, sollte man nicht besser versuchen, selbst etwas auf die Beine zu stellen und aktiv zu werden? Jeder junge Mensch sollte sich seine eigenen Ziele setzen. Das Leben mit seinem normalen Alltagsstreß und Problemen kann langweilig erscheinen, es sei denn, man setzt sich seine eigenen Ziele. Sie können Träume, Reiseziele und Dinge, die man einmal machen möchte, enthalten. Aus Hobbys werden manchmal Karrieren, und Talente können auf fast allen Gebieten entwickelt werden.

Entscheide Dich dafür, selbst zu handeln! Entdecke Dein eigenes Abenteuer im Sport, in der Musik und in Bereichen, die Deine Entwicklung fördern.

In unserer Nachbarschaft wohnt ein Junge, der von Motoren fasziniert ist. Er benutzt den Motor eines Rasenmähers, um einen kleinen selbstgebastelten Anhänger zu motorisieren. Dieses laute, häßliche Gefährt zieht jetzt durch unsere Nachbarschaft. Es ist der ganze Stolz seines Erfinders.

Wer weiß, vielleicht wird er eines Tages Ingenieur und baut die nächste Generation von schnellen Autos! Viele Interessen, die man in der Jugend ausprobiert, können später zu einer Berufskarriere führen.

Zuschauen oder selbst handeln?

Baust Du Dir ein Leben auf oder gehörst Du nur zur Schar der passiven Zuschauer, die Stunde um Stunde damit verbringen, sich von einer Fantasiewelt gefangennehmen zu lassen? Läßt Du Dich unterhalten, während Dein Leben entdeckungslos bleibt?

Wenn Du Dein eigenes Abenteuer erleben möchtest, dann trenne Dich von den Fallen des Fernsehens, der Video- und Computerspiele und des Internets und fang an, selbst etwas zu tun. Wenn Du Dich dafür entscheidest, selbst zu handeln, statt nur zuzuschauen, wirst Du Freude daran finden, selbst etwas geschafft zu haben.

Entwickle Deinen Körper und Verstand

Um aktiv am Abenteuer des Lebens teilnehmen zu können, sollte man sich auf einige wichtige Punkte konzentrieren. Der erste ist Deine Gesundheit. Es ist kein Geheimnis, daß viele junge Menschen heutzutage sich zu wenig bewegen. Es gibt immer mehr übergewichtige Jugendliche.

Bist Du in Form? Nimm Dir vor, wieder in Form zu kommen, indem Du Deine Ausdauer trainierst. Es dauert nicht sehr lang, einen oder zwei Kilometer zu laufen, Fahrrad zu fahren oder eine Sportart zu betreiben, der einen in Bewegung hält.

Ein weiterer Punkt, der entscheidend sein könnte, ist das Lesen. Fast ein Viertel der Weltbevölkerung kann nicht richtig lesen und schreiben. Aber Analphabetentum ist nicht nur ein Problem in den Drittweltländern, sondern auch hier in Deutschland: Nach Schätzungen des Bundesverbands für Alphabetisierung gibt es in Deutschland vier Millionen Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, also funktionale Analphabeten sind.

Die Pisa-Studie hat gezeigt, daß viele der deutschen Jugendlichen schwache Leseleistungen zeigen. 18,1 Prozent aller Mädchen und 26,2 Prozent aller Jungen können schlecht lesen. Mehr als jedes sechste Mädchen und mehr als jeder vierte Junge zählt damit in Deutschland zur Risikogruppe.

Mehr als die Hälfte (54,5%) aller Jungen in Deutschland geben zu, daß ihnen das Lesen keinen Spaß macht. Das gleiche gilt auch für knapp 30 Prozent der Mädchen. Sie werden also Situationen, in denen sie lesen müssen, vermeiden. Nach Verlassen der Schule dürfte ihre ohnehin geringe Lesekompetenz noch verfallen. Der PC und das Internet mögen für Spiele und andere Attraktionen genutzt werden – als Informationsquelle dienen sie nicht.

Das ist eine Schande! Lesen hilft, die kognitiven Funktionen des Gehirns zu entwickeln, die wiederum helfen, die eigene Vorstellungskraft auszubauen, das Denkvermögen zu verbessern und sich selbst besser ausdrücken zu können. Erfolgreiche Menschen lesen.

Sei aktiv! Manche Menschen erleben nicht viel, weil sie das Leben einfach geschehen lassen. Wenn Du Dein Leben selbst in die Hand nehmen möchtest, dann nimm Dir fest vor, Dich gut vorzubereiten. Arbeite an einer guten Schulausbildung, lerne die Bibel kennen und paß auf Deine Gesundheit auf.

Warum setzt Du Dich nicht hin und stellst eine Liste mit all den Orten zusammen, die Du gerne besuchen möchtest, oder von all den Dingen, die Du gerne erleben möchtest. Mit den Jahren hat sich meine Liste ständig verändert, weil immer neue Dinge hinzugekommen sind. Erstaunlicherweise sind aber auch schon viele Dinge abgehakt.

Wie steht es mit Dir? Wirst Du mit Bedauern auf Dein Leben zurückschauen, wenn Du einmal alt bist? Entscheide Dich heute, Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen, statt nur zuzuschauen.

– Gute Nachrichten Januar-Februar 2006 PDF-Datei dieser Ausgabe

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