Engel – Gottes Diener und geistliche Armee

Engel © Ralf Skirr/Unsplash
Engel erscheinen überall, zumindest nach der allgemeinen Vorstellung von Engeln – in Filmen, auf Karten, als Figuren. Manche Vorstellung über Engel ist richtig, aber es gibt auch viele falsche Ideen.

„Sterne sind die Fenster des Himmels, durch die Engel schauen“, heißt es in einem alten englischen Lied. Der Text spiegelt eine übliche Denkweise über Engel wider.

Von Peter Eddington

Einmal erhielt ein Freund folgende E-Mail: „Wenn du einen Cent findest, denk daran, dass ihn ein Engel auf den Boden fallen ließ, um dein Stirnrunzeln in ein Lächeln zu verwandeln.“ Die Botschaft endete wie folgt: „Ich hoffe, du bist so glücklich wie ich. Denn ich bin dankbar, Engel wie dich in meinem Leben zu haben.“

Manche Leute würden sich über solch einen Text freuen. Allerdings haben das oben erwähnte Lied und die E-Mail nichts mit der Wahrheit zu tun. Sie wollen ein gutes Gefühl vermitteln, verniedlichen aber die Macht und Herrlichkeit, die Engel besitzen.

Allgemein wird viel über die Engelwelt spekuliert. Leichtfertig glaubt man an das, was man schon immer gehört hat und was sich gut anhört.

Engel erscheinen überall, zumindest nach der allgemeinen Vorstellung von Engeln – in Filmen, auf Karten, als Figuren. Wenn man dieses Thema in Büchern und im Internet recherchiert, dann basiert das meiste auf Fabeln, Mythen und Vermutungen. Wir hören Geschichten über Schutzengel, rettende Engel im Krieg und wie manchen Menschen von Engeln geholfen wurde. Sie sind Teil verschiedener Kinofilme, wie z. B. Ist das Leben nicht schön? (Originaltitel: It’s a Wonderful Life) oder Stadt der Engel. Die Läden verkaufen Engel als Sammelstücke, Kinderbücher über Engel, Schlüsselanhänger und vieles mehr.

Manche Vorstellung über Engel ist richtig, aber es gibt auch viele falsche Ideen. Wie lautet die wahre Geschichte? Wohin können wir uns wenden, um mehr zu erfahren? Um die Wahrheit über Engel zu entdecken, müssen wir uns an den Schöpfergott wenden, der sie geschaffen hat – und der auch alles andere gemacht hat. Und was er sagt, kann man in seinem Wort finden – der Heiligen Schrift. Was sagt die Bibel tatsächlich über Engel?

Geistliche Diener, Gottes himmlische Armee

Zu den faszinierendsten biblischen Themen gehört das Thema über Gottes Diener in der geistlichen Welt – seine Boten und himmlische Armee.

Das Wort „Engel“ stammt vom griechischen Wort angelos ab. Es wurde im neutestamentlichen Urtext benutzt und bedeutet Diener oder Bote. Das alttestamentliche hebräische Wort malak bedeutet dasselbe. Diese Begriffe werden in der Schrift sowohl für menschliche als auch geistliche Diener benutzt. Der Kontext bestimmt, was gemeint ist.

In der Heiligen Schrift lesen wir über verschiedene Begegnungen mit diesen Wesen, die für uns normalerweise unsichtbar sind – einige dieser Begegnungen sind ziemlich erstaunlich!

Im Buch Hesekiel finden wir eine ausführliche Beschreibung der Cherubim und im Buch Jesaja andere interessante Beschreibungen der Seraphim.

Verschiedene biblische Geschichten berichten davon, wie Engel den physischen Bedürfnissen verschiedener Männer und Frauen dienen. In der Welt der Engel gibt es auch verschiedene Stufen der Administration.

Die Bibel berichtet von mehreren Besuchen der Engel und über ihr Eingreifen dabei für die Diener Gottes. Jesus Christus und die Apostel Petrus und Paulus erzählten von direkten und indirekten Begegnungen mit Engeln!

Kampf mit geistlichen Feinden

Engel spielen eine wichtige Rolle in den neutestamentlichen Briefen bis hin zum Buch der Offenbarung. In der Heiligen Schrift gibt es Beispiele von gerechten Engeln, die böse Dämonen bekämpfen – böse Engel, die gegen Gott rebellierten und versuchten, seinen Plan zu durchkreuzen.

Als Christen verstehen wir, dass wir uns in einem geistlichen Kampf befinden und sich unser Kampf nicht gegen Fleisch und Blut richtet – wie uns der Apostel Paulus im Epheserbrief warnt (Epheser 6,10-18). Die Verführung ist nicht sofort zu erkennen. Man findet sie nicht im starken Kontrast von Gut und Böse. Häufig hat die „niedliche“ und „komische“ Seite einer Sache eine dunkle Seite, die leicht übersehen wird.

Wir müssen uns bewusst machen, dass Verführung viele Formen hat – denn unsere Feinde sind mächtig. Satan wird entweder als lustige Karikatur mit Forke oder als ein hässliches, angsterregendes Wesen dargestellt. Die meisten Bilder stammen aus der Kunst oder Hollywood. Doch die Bibel erklärt, dass Satan als ein Engel des Lichts erscheint, um die Menschen zu verführen (2. Korinther 11,14).

Glücklicherweise greift Gott für uns ein. Er schickt seine gerechten Engel, die uns beschützen und helfen sollen.

Obwohl wir sie nicht sehen, gibt es Engel

Nochmals: Engel sind Gottes Diener und seine geistliche Armee. Diese Armee ist äußerst zahlreich und groß. Es gibt keinen Zweifel daran, dass es Engel gibt! Sie existieren, um denen zu dienen, „die das Heil ererben sollen“ (Hebräer 1,13-14; Schlachter-Bibel). Da sie aber unsichtbar sind, neigen wir dazu, ihre Rolle bei der Ausführung des Planes Gottes zu vergessen.

Wir haben alle manche Geschichten über ein übernatürliches Eingreifen gehört – vielleicht gehört Ihr Erlebnis dazu! Die Funktion vieler Engel ist es, unseren Bedürfnissen zu dienen. Ihre Verantwortung und ihre Aufgaben können sich dabei umständehalber ändern.

Lassen Sie uns jetzt in unsere Bibeln schauen, um einige der interessanten und tiefgründigen Verse zu untersuchen, die uns Erkenntnis über diese Diener Gottes geben. Die Heilige Schrift hat uns viel über das faszinierende Thema der Engel zu sagen!

Der Ursprung der geistlichen Welt

Wie lange existieren Engel schon? Die Heilige Schrift offenbart, viel länger schon als der Mensch – aber nicht länger als Gott, der ewig ist. Anders als Gott, der schon immer existiert hat, sind Engel geschaffene Wesen. Sie wurden vom Schöpfergott geschaffen: „Und von den Engeln sagt er: Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen“ (Hebräer 1,7; Einheitsübersetzung; Zitat von Psalm 104,4).

Wie alles andere wurden sie vom göttlichen Wort, das Jesus Christus wurde, geschaffen: „Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen“ (Kolosser 1,16).

Wann erschienen diese Wesen zum ersten Mal?

Bevor die Welt existierte

Der Anfang der Engel liegt sehr lange zurück, noch bevor der Mensch geschaffen wurde – sogar noch bevor die Erde geschaffen wurde. 1. Mose 1, Vers 1 sagt uns: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Allerdings verrät die Bibel an dieser Stelle nicht die ganze Geschichte. Später in der Bibel erfahren wir, dass es aus irdischer Perspektive drei Himmel gibt: erstens, die Atmosphere der Vögel und Wolken; zweitens, das Universum der Sonne, Mond und Sterne; und drittens, der geistliche Himmel des Thrones Gottes, der auch der „dritte Himmel“ genannt wird (2. Korinther 12,2). Obwohl diese geistliche Welt von uns aus gesehen am entferntesten ist, wurde sie tatsächlich als Erstes geschaffen.

Gott und das Wort – das göttliche Wesen, der später im Fleisch als Jesus Christus geboren wurde (Johannes 1,1-3. 14) – schufen andere Geistwesen, die diese Welt mit ihnen bewohnen sollten. Diese Wesen waren Engel, die schon vor der Erschaffung unserer Welt existierten. Dies lässt sich aus einer faszinierenden Passage im biblischen Buch Hiob ganz deutlich erkennen. Als Hiob unter einer schrecklichen Tragödie litt, obwohl er Gott ergeben folgte, begann er an Gottes Gerechtigkeit zu zweifeln. Gott antwortete ihm, indem er ihm gezielte Fragen stellte, um ihm dabei die Einsicht zu vermitteln, dass ihm die Weisheit mangelte, um Gott Fragen zu stellen. Die Art der Fragen, die Gott hingegen Hiob stellte, offenbart Details über seine Schöpfung der Erde:

„Und der Herr antwortete Hiob aus dem Sturm und sprach: Wer ist’s, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand? Gürte deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, lehre mich! Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist! Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Messschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Gottessöhne jubelten?“ (Hiob 38,1-7; alle Hervorhebungen durch uns).

Die „Gottessöhne“ sind eine Bezeichnung für Engel – sie werden „Söhne“ oder Kinder genannt, weil sie von Gott geschaffen worden sind. Die „Morgensterne“ scheinen sich auch auf Engel zu beziehen, denn sie werden später durch Sterne symbolisiert (siehe Offenbarung 1,20; 12,4).

Die „Neues Leben“-Übersetzung übersetzt Hiob 38, Vers 7 so: „. . . als die Morgensterne miteinander sangen und alle Engel vor Freude jubelten?“ In dieser Schriftstelle offenbart Gott etwas, was kein Mensch wissen konnte, denn kein Mensch war bei der Schöpfung anwesend. Gott beschreibt die Erde bei ihrer Schöpfung als einen wunderschönen Juwel, der im Universum kreiste. Die Schöpfungsereignisse waren so beeindruckend, dass alle Engel sangen und vor Freude jauchzten. Zu dieser Zeit befanden sich die Engelscharen in perfekter Harmonie und Einigkeit.

An dieser Stelle erkennen wir auch, dass Engel Gefühle besitzen. Sie freuten sich. An anderen Stellen in der Bibel loben sie Gott, den Vater, und Jesus Christus immer wieder (Psalm 148,2; Lukas 2,13-15; Offenbarung 5,11-12).

Sie freuen sich auch sehr, wenn jemand seine Sünden bereut (Lukas 15,10). Andere biblische Versen berichten darüber, wie Engel sich um das Volk Gottes kümmern (1. Könige 19,5-7; Psalm 34,8; 91,11; Daniel 3,28; Matthäus 2,13. 19-20; 4,11; Lukas 22,43; Apostelgeschichte 12,7-10). Engel sind aufmerksame, fühlende Wesen.

Sie wurden mit einem freien Willen bzw. Entscheidungsfreiheit geschaffen. So können sie auch falsche Gedanken und Gefühle haben. Einige haben diesen nachgegeben. Deshalb gibt es böse Geister oder Dämonen, die von Satan dem Teufel angeführt werden. Später werden wir mehr darüber erfahren. Glücklicherweise hat sich die Mehrheit der Engel dafür entschieden, Gott treu zu bleiben.

Lassen Sie uns tiefer in die Schrift hineintauchen und sehen, was sie über die große Zahl der himmlischen Engel, ihr Aussehen und ihre Aufgabe zu sagen hat.

Eine große Schar an himmlischen Armeen

Die Schrift erzählt, dass Gott von unzähligen Engeln begleitet wurde, als er die Israeliten vom Berg Sinai zum Gelobten Land führte. Mose berichtet darüber in einem Lied für die Nation Israel: „Der Herr kam vom Berg Sinai, wie die Sonne erhob er sich über dem Gebirge Seïr [bei der Durchreise Israels durch Edom]. Über den Bergen von Paran [in der Nähe] zeigte er sich ihnen in seinem Glanz. Unzählige Engel begleiteten ihn, und Feuer fuhr aus seiner rechten Hand“ (5. Mose 33,2; „Hoffnung für alle“-Übersetzung).

König David berichtet über Streitwagen, die von Engeln geführt wurden und die Gott und Israel in die Wildnis begleiteten: „O Gott, als du auszogst vor deinem Volk her, als du durch die Wüste schrittest,da erbebte die Erde . . . Gottes Wagen sind zehntausendmal zehntausend, tausende und Abertausende; der Herr ist unter ihnen – [wie am] Sinai in Heiligkeit“, (Psalm 68,8-9. 18; Schlachter-Bibel) – bzw. „vom Sinai her zieht er in sein Heiligtum [oder Heiliges Land] ein“ („Hoffnung für alle“-Übersetzung). Allerdings ist dies nur ein Teil vom Ganzen.

Der Herr der Herrscharen

In der hebräischen Schrift kommt immer wieder ein Name für Gott vor: YHWH Sabaoth, der Herr Zebaoth oder der Herr der Heerscharen – der auch im Neuen Testament zu finden ist (Römer 9,29; Jakobus 5,4). „Heerscharen“ bezieht sich auf Armeen oder große Mengen. „Der Herr der Heerscharen“ wird parallel mit „der Gott des israelitischen Heeres“ benutzt (1. Samuel 17,45; „Hoffnung für alle“-Übersetzung). Die „Heerscharen“ können sich also auch auf das auserwählte Volk Gottes auf Erden beziehen.

Es gibt aber auch den Herrn „des himmlischen Heeres“. Manchmal bezieht sich dieser Ausdruck auf die himmlischen Körper, die Gott schuf – die Sonne, der Mond und die Sterne im Universum (1. Mose 2,1; 5. Mose 4,19). Der „Herr des himmlischen Heeres“ ist auch eine Beschreibung für die Heerscharen der Engel, die mit Gott sind, ihn anbeten und ihm dienen. Sie sind Teil seiner himmlischen Armee (2. Chronik 18,18; Nehemia 9,6).

Gott sagt, dass die himmlischen Heerscharen nicht gezählt werden können – ein Bezug zu den Sternen und den unzähligen Engeln, die durch Sterne symbolisiert werden (Jeremia 33,22).

Doch über wie viele Engel reden wir hier?

10 000 mal 10 000 – eine unzählig große Schar

Der Prophet Daniel konnte Folgendes in einer Vision beobachten: „Da sah ich: Throne wurden aufgestellt, und einer, der uralt war [Gott], setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt wie reine Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer. Da ergoss sich ein langer feuriger Strom und brach vor ihm hervor. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten und die Bücher wurden aufgetan“ (Daniel 7,9-10).

Die Propheten des Alten Testamentes konnten Unglaubliches über Gott und seine Engel in Visionen erfahren! Daniel berichtet hier über Millionen, die Gott dienten – sogar 100 Millionen. Und dies waren nur diejenigen, die sich an seinem Thron befanden!

Der Apostel Johannes beobachtete auch unzählige Engel, wie im letzten Buch der Bibel berichtet:

„Dann sah und hörte ich Tausende und Abertausende von Engeln, eine unübersehbare Zahl. Sie standen rund um den Thron und die vier mächtigen Gestalten und die Ältesten und riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das geopferte Lamm [Jesus Christus], Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Ruhm und Preis!“ (Offenbarung 5,11-12; Gute Nachricht Bibel).

Auch der Autor des Hebräerbriefes schreibt darüber, dass sich die Engel nicht zählen lassen: „Nun habt ihr Gott ja auf ganz andere Weise kennengelernt als die Israeliten damals am Sinai. Der Berg, zu dem sie kamen, war ein irdischer Berg. Er stand in Flammen und war in dunkle Wolken gehüllt. Es herrschte Finsternis, ein Sturm tobte, Posaunenschall ertönte, und eine Stimme sprach zu ihnen, vor der sie sich so fürchteten, dass sie inständig baten, kein weiteres Wort mehr hören zu müssen . . . Ihr hingegen seid zum Berg Zion gekommen, zur Stadt des lebendigen Gottes, zu dem Jerusalem, das im Himmel ist. Ihr seid zu der festlichen Versammlung einer unzählbar großen Schar von Engeln gekommen und zu der Gemeinde von Gottes Erstgeborenen, deren Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Ihr seid zu Gott selbst gekommen, dem Richter, vor dem sich alle verantworten müssen, und zu den Gerechten, die bereits vollendet sind und deren Geist bei Gott ist. Und ihr seid zu dem Vermittler des neuen Bundes gekommen, zu Jesus“ (Hebräer 12,18-24; Neue Genfer Übersetzung).

Eine unzählbar große Engelschar übersetzt die Neue Genfer Übersetzung in Vers 22! Die Gute Nachricht Bibel übersetzt: „Diese Stadt ist das himmlische Jerusalem mit seinen vielen tausend Engeln.“

Wenn wir all diese Schriftstellen miteinander vergleichen, dann können wir feststellen, dass die Zahl der Engel in die Hunderte Millionen gehen kann. Allerdings könnte die Zahl auch gut und gerne unser Vermögen zu zählen übersteigen – „eine unzählbar große Schar“.

Die Schriftstelle im Hebräerbrief zeigt uns, dass wir direkt vor den Gnadenthron kommen können, weil Jesus Christus durch sein Opfer zum „Vermittler des neuen Bundes“ geworden ist (vgl. Hebräer 4,16).

Durch ihn haben wir direkten Zugang zum himmlischen Jerusalem, zum Allerheiligsten, genau dort, wo die Engel sind! In Zeiten der Not sendet Gott einige dieser Engel zu uns – genau dorthin, wo wir sind! Wie wir noch sehen werden, sind seine Engel schon unter uns!

Zwölf Legionen stehen bereit

Erinnern Sie sich noch an die Worte, die Jesus seinen Jüngern sagte? „Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken?“ (Matthäus 26,53).

Dies war die Antwort auf Petrus’ Versuch, Jesus mit einem Schwert zu verteidigen. Vielleicht wollte Jesus hier sagen, dass er viel mehr als nur seine zwölf Jünger zu seiner Verteidigung herbeirufen könnte. Auch wenn hier nicht unbedingt buchstäblich zwölf Legionen gemeint sind, stand solch eine Macht ganz sicherlich hinter ihm.

Eine typische römische Legion hatte zu dieser Zeit 5120 Legionäre, mit den Hilfskräften vielleicht 6000 oder mehr Kämpfer. Einige Legionen waren aber kleiner, vielleicht um die 3000 Mann stark.

Der Bibelkommentar NIV Cultural Backgrounds Study Bible schreibt über diesen Vers, dass „die gesamte römische Provinz Syrien (die auch Judäa beinhaltete) normalerweise insgesamt nur drei Legionen besaß (Josephus Antiquities 17.286)“.

Wenn man von 5000 Mann per Legion ausgeht, dann wären bei zwölf Legionen 60 000 Engel zur Rettung Jesu gekommen. Und wir haben schon gesehen, dass Gott noch viel mehr Engel als diese hätte senden können.

Natürlich bat Jesus nicht im Gebet um solch ein Eingreifen, sondern fügte sich demütig seiner Funktion als Sühneopfer, das uns alle erretten soll. Aber inmitten seiner Qual kurz vor der Kreuzigung kam ihm ein Engel zur Hilfe, um ihn zu stärken (Lukas 22,41-44). Einige Engel unterstützten ihn auch, als er gegen Satans Versuchung am Anfang seines irdischen Wirkens kämpfte.

Derer sind mehr, die bei uns sind

Die gleiche Hilfe steht allen in Gottes Volk zur Verfügung. Vielleicht sind manchmal sogar Heerscharen von Engeln beteiligt. Gott schickte solch eine Hilfe nicht nur für Jesus oder sein auserwähltes Volk Israel.

Schauen wir uns den Fall des Propheten Elisa und seines Dieners an, die von der gesamten syrischen Armee umzingelt waren.

Der völlig verängstigte Diener fragte Elisa, was sie jetzt tun sollten. Elisa antworte ihm, dass sie sich keine Sorgen machen müssten: „Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind!“

Elisa bat im Gebet, dass Gott dem jungen Mann die Augen öffnen würde, damit er die Realität sehen könnte. Gott erfüllte ihm diesen Wunsch. Und was sah der junge Mann? „Und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her“ (2. Könige 6,11-17). Weitere unglaubliche Ereignisse folgten diesem Bericht.

So groß wie diese himmlische Armee auch war, sie repräsentiert nur einen kleinen Teil der riesigen geistlichen Mächte, die Gott zur Verfügung stehen, um seinen Willen auszuführen und seinem Volk beizustehen!

Und vergessen Sie nicht, dass Gott, der Vater, und Jesus Christus, die als Oberbefehlshaber über diese Heerscharen regieren, für sich selbst omnipotent und allmächtig sind. Es gibt wirklich keinen Grund, sich zu fürchten!

Wir müssen für das dankbar sein, was die Engel für uns tun. Und trotzdem muss unser Fokus immer auf Gott liegen, der die Engel schickt. (Siehe auch „Sollen wir Engel verehren oder zu ihnen beten?“ auf Seite 4.) Wir sollten uns natürlich ansehen, was Gott über die Engel offenbart, so wie wir es jetzt gerade tun.

Der Zweck der heiligen Engel

Gottes Wort offenbart, dass Gott die Engel vor der Existenz der materiellen Erde geschaffen hat. Im Buch Hiob wird uns berichtet, dass Engel – in der Bibel auch „Sterne“ genannt – jubelten, als sie die Entstehung der Erde erlebten: „Wo warst du, als ich die Erde gründete? . . . als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne?“ (Hiob 38,4. 7). Die „Morgensterne“ sind in der Sprache der Bibel Engel, und als Geschöpfe Gottes sind sie auch Gottes Söhne. Als Gott „Himmel und Erde“ – das stoffliche Universum – schuf (1. Mose 1,1), existierten die Engel bereits.

Zu welchem Zweck hat Gott Engel erschaffen? Hier haben wir wiederum eine Frage, auf die nur die Bibel eine verlässliche und bestimmte Antwort geben kann. Sie sagt im Hinblick auf die Engel: „Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?“ (Hebräer 1,14).

Die Engel wurden also erschaffen, um Menschen bei der Erfüllung von Gottes Heilsplan zu helfen. Diese Hilfe der Engel schließt auch den Schutz von Gottes Volk in vielfacher Weise mit ein, wie wir in Psalm 34, Vers 8 erfahren: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“

Gott setzt die heiligen Engel also als Boten ein, um diejenigen, die ihn fürchten, zu schützen und für sie zu sorgen. Das ist der Teil des Geisterreiches, den wir nicht zu fürchten brauchen. Wir sollen in der Tat sehr dankbar dafür sein, dass Gott diese mächtigen Engel zu unserem Wohl erschaffen hat.

Wir sollen Gott auch ständig darum bitten, diese himmlischen Diener um seine Kinder zu scharen, um sie vor Schaden zu bewahren. Psalm 91, Vers 11 sagt uns, Gott „hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten [bewahren und beschützen] auf allen deinen Wegen.“

– INTERN September-Oktober 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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