Haben Sie heute gesündigt?

Haben Sie heute gesündigt? © Hendrik Goltzius/National Gallery of Art
Die allgemeine Unkenntnis der Sünde ist ein tragisches Zeichen unserer Zeit. Über die Sünde redet man heute nicht viel. Die meisten Menschen wissen nicht genau, was Sünde wirklich ist.

Obwohl „der Sünde Sold der Tod“ ist, können manche Christen den Begriff Sünde nicht definieren. Haben Sie heute gesündigt? Wissen Sie es überhaupt? Wenn ja, waren Sie sich der Tragweite Ihrer Handlungen bewußt?

Von der Redaktion

Für die meisten Menschen ist das Thema dieses Artikels nicht besonders interessant oder aufsehenerregend. Die Sünde ist nämlich derart zu einem gewöhnlichen Teil der Gesellschaft geworden, daß viele von uns gar nicht mehr merken, wenn sie begangen wird. Vielleicht haben wir heute morgen oder gestern gesündigt. Vielleicht werden wir morgen oder übermorgen nicht sündigen. Eines ist aber sicher: Wir sündigen.

Oft ist die Sünde unsere gedankenlose Reaktion auf einen bestimmten Umstand in unserem Leben. Dabei wurde Sünde zu unserer gewohnheitsmäßigen Reaktion. Es mag ein Fluchwort sein, das doch nicht unausgesprochen bleibt, oder ein Gedanke oder eine Handlung, ob absichtlich oder unabsichtlich. Wir müssen jedoch verstehen, daß Sünde mehr als nur eine einzelne Tat ist. Sünde ist ein Lebensweg und so einfach wie das Atmen.

Die allgemeine Unkenntnis der Sünde ist ein tragisches Zeichen unserer Zeit. Über die Sünde redet man heute nicht viel. Mütter heißen es gut, wie der eigene Sohn oder die eigene Tochter mit einem Partner einfach zusammenlebt, ohne verheiratet zu sein. Jugendliche prahlen darüber, wie sie sich das Auto eines Fremden „geliehen“ und damit einen Ausflug gemacht haben, als gehörte Diebstahl zum normalen Urlaubserlebnis. Am Wochenende sucht man eine heiße Disco auf, um Ecstasy zu nehmen und das gewöhnliche „Wochenendhigh“ zu erleben.

Unsere Unterhaltungsindustrie liefert uns heute Filme per Kabel oder Satellit, in denen die Darstellung von Gewalt und außerehelichem Sex normal ist. Unsere Zeitungen berichten täglich von Mord und Vergewaltigung. Unsere Politiker lügen uns an und haben eine halbherzige Ausrede parat, wenn sie dabei ertappt werden. Kirchliche Führer und Gremien überlegen den Wert alternativer Lebensweisen. Unverheiratete Frauen, die ein Kind zur Welt bringen, sind nichts ungewöhnliches – ja, sogar ein prominenter Homosexueller darf ein eigenes Kind adoptieren, und die Boulevardpresse freut sich darüber!

Die Sünde hat Konsequenzen

Es gibt einige wenige Menschen, die die heutigen Trends klar erkennen. Den meisten Menschen ist jedoch unbekannt, daß die Sünde ein Kapitalverbrechen ist, das den Tod als Strafe nach sich zieht. Nur wenige religiöse Führer erheben ihre Stimme, um die oben beschriebenen Handlungen als Sünde anzuprangern. Wenn sie es tun, ernten sie meistens derbe Kritik. Wer warnt die Menschen vor den tödlichen Folgen der Sünde? In den Augen Gottes ist die Übertretung seines Gesetzes eine sehr ernste Angelegenheit. Sünden, die nicht bereut werden, führen zum Tode.

Schockiert Sie diese Feststellung? Wenn ja, dann sollte das nicht der Fall sein. Die meisten Großeltern und Eltern hätten mir zugestimmt. Vor nicht all zu vielen Generationen war sich die überwiegende Mehrheit der Gesellschaft in ihrer Verurteilung solcher Verhaltensweisen einig. Sie meinte, die Sünde sei verkehrt.

Sünde führt zum Unglücklichsein. Sie tötet. Es ist erstaunlich zu sehen, in welchem Ausmaß unsere heutige Gesellschaft Sünde als normal akzeptiert. Gott akzeptiert Sünde jedoch überhaupt nicht. Er haßt sie – und wir sollten sie auch hassen!

Sünde ist Tod

Keiner von uns freut sich auf den Tod. Vielleicht sollten wir aus diesem Grund versuchen zu verstehen, wo uns eine falsche Handlungsweise hinführt. Es mag beängstigend sein, sich mit dem Tod als unausweichlicher Folge der Sünde auseinanderzusetzen, aber genau das ist der Fall. Dazu lesen wir in Hesekiel 18, Vers 4: „Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne; jeder, der sündigt, soll sterben“ (alle Hervorhebungen durch uns).

Das gleiche Urteil über die Sünde kann man im Neuen Testament nachlesen: „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,23). Wir verdienen einen Sold durch unsere „Arbeit“ der Sünde. Es ist ernüchternd zu wissen, daß wir diesen Lohn verdient haben, ohne es überhaupt zu wissen.

Uns mag der Lohn für unsere Arbeit unbekannt sein, aber eine gedankenlose Reaktion oder eine bewußt ausgeführte Handlung spiegelt eine Gesinnung des Herzens und eine gewohnheitsmäßige Lebensweise wider. Wenn diese Lebensweise sündhaft ist, wird das Resultat der ewige Tod sein.

Heute hört man oft die Frage: „Wenn niemand dadurch verletzt wird, was ist so verkehrt dabei?“ Oder: „Was geht das Sie an? Wenn es mir Spaß macht oder ich mich dabei wohl fühle, was ist daran falsch?“

Die Definition der Sünde

„Ein jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung“ (1. Johannes 3,4; Schlachter-Bibel). Um wessen Gesetz geht es da?

Das parlamentarische Gesetz Großbritanniens ist eines der ältesten Gesetze unserer Zeit. Kann man mit der Hilfe dieses von Menschen erlassene Gesetz richtiges von falschem Verhalten unterscheiden? Eigentlich haben die meisten westlichen Demokratien ihre Gesetze stark verwässert oder deren konsequente Anwendung „modernen“ Maßstäben angepaßt, wodurch bestimmte abartige Verhaltensweisen als „normal“ gelten und daher strafmildernd wirken können.

Wer etabliert das Gesetz, dessen Übertretung den Tod zur Folge hat? Wer hat das Recht, uns Vorschriften bezüglich unserer Lebensweise zu machen?

Gott ist der Richter aller Menschen, welcher ihre Untaten bestrafen und ihre Gerechtigkeit belohnen wird. Gott ist der Schöpfer des Menschen und hat daher das Recht zu bestimmen, wie seine Geschöpfe leben sollen.

Nach der Elberfelder Bibel heißt es in 1. Johannes 3, Vers 4, Sünde sei „Gesetzlosigkeit“.

Im Neuen Testament wurde Jesus Christus gefragt, welches „das höchste Gebot im Gesetz“ sei (Matthäus 22,26). In seiner Antwort faßte Jesus die wesentlichsten Aspekte des Gesetzes zusammen: „Jesus aber antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (Verse 37-40).

Was diesen, von unserem Erlöser gelehrten Prinzipien widerspricht, ist Sünde. Jede gegen unseren Schöpfer oder unseren Nächsten gerichtete Denkweise oder Handlung ist Sünde, ob wir sie bewußt oder unbewußt begehen. Wir könnten z. B. Diebstahl mit folgender Sichtweise zu rechtfertigen suchen: „Ich brauchte das, was er hatte, und er hatte ohnehin mehr, als er selbst brauchte. Daher war es in Ordnung, daß ich es ihm wegnahm.“ Unsere menschliche Gesinnung ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, und sie vermag auch nicht dem Gesetz Gottes untertan zu sein (Römer 8,7). Die menschliche Natur verfolgt den Weg der Sünde. Ohne zusätzliche Hilfe sind wir nicht in der Lage, Gott zu gehorchen und die Sünde abzustellen.

Wir haben alle gesündigt: „Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten“ (Römer 3,23). Der Apostel Petrus beschrieb unseren früheren Wandel in Unkenntnis der Wege Gottes: „Denn es ist genug, daß ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierden, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und greulichem Götzendienst“ (1. Petrus 4,3).

Vielleicht sind Sie nie betrunken gewesen oder haben nie lüsterne Gedanken gehabt. Dafür haben Sie andere Sünden begangen – und zwar viele! Wir alle haben gesündigt, indem wir etwas an die Stelle von Gott gesetzt haben. Damit haben wir die Todesstrafe verdient. Trotzdem ist unsere Lage nicht aussichtslos.

Es gibt einen Ausweg

Es gibt gute Nachrichten für uns: Wir können Hilfe bekommen! Gott sandte seinen einzigen Sohn, Jesus Christus, um für uns zu sterben und so die Todesstrafe, die wir durch unsere Sünden verdient haben, auszulöschen. Jesus sendet uns den heiligen Geist, der uns zunächst den Sinn zum Verständnis der Dinge Gottes öffnet und uns dann die Kraft verleiht, im Einklang mit den Gesetzen Gottes zu leben.

Die Sünden der Menschheit können vergeben werden. Das ist die beste Nachricht, die unsere mit Sünde erfüllte Welt hören kann. Die Todesstrafe wurde bereits an unserer Statt durch Jesus Christus gezahlt: „In ihm [Jesus] haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade“ (Epheser 1,7). Vielleicht wissen Sie nicht, was Sie alles an Sünden begangen haben, aber eines können Sie mit Sicherheit wissen: Durch Jesu Opfer kann Gott Ihnen alle diese Sünden vergeben.

Auf der einen Seite ist es beängstigend, wie süchtig die Sünde uns machen kann. Andererseits ist die Erkenntnis über die Möglichkeit der Sündenvergebung wunderbar. Und da gibt es noch eine weitere gute Nachricht: „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,23).

Dazu lesen wir folgendes im Hebräerbrief: „Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht werden. Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden“ (Hebräer 10,12-14).

„Heiligen“ bedeutet zu einem besonderen Zweck auszusondern. Wenn wir mit Gottes Hilfe unsere Sünden bereuen, sondert Gott uns als seine Kinder von der restlichen Gesellschaft ab. Im Gegensatz zu den Menschen, die Gott noch nicht berufen hat und die deshalb immer noch unter der Todesstrafe stehen, wurde unsere eigene Todesstrafe durch Gottes große Gnade mit dem Opfertod Jesu aufgehoben.

Diese wunderbare Perspektive gilt nicht allein uns, den heute Berufenen. Durch echte Reue kann jeder Mensch die Sündenvergebung erlangen. Gott löscht unsere Sünden aus und ruft sie sich nie mehr in Erinnerung.

Wer ein menschliches Gesetz übertreten hat, wird von einem Gericht für schuldig befunden und entsprechend bestraft. Auch nachdem man die Strafe im Gefängnis abgesessen hat, bleibt das gegen uns verhängte Urteil als Eintrag in unserem polizeilichen Führungszeugnis.

Bei Gott sieht die Sache jedoch anders aus. Wenn wir bereuen und Jesu Sühneopfer durch die Taufe annehmen, vergibt uns Gott unsere Sünden. Diese werden sozusagen getilgt oder ausgelöscht, und Gott vergißt sie. Es gibt dann keine früheren Einträge mehr in unserem „geistlichen“ Führungszeugnis.

Die Zukunft kann positiv sein

Wenn Gott uns beruft und wir unsere bisherige sündhafte Lebensweise bereuen, ist Gott nur zu gerne bereit, uns diese vergangenen Sünden zu vergeben. Was passiert jedoch, wenn wir nach der Taufe sündigen? Der Apostel Johannes gibt uns die Antwort auf diese Frage: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns“ (1. Johannes 1,7-10). Auch nach der Taufe ist Gott bereit, neue Sünden zu vergeben. Freilich ist die Voraussetzung dafür, daß wir diese Sünden vor Gott offen bekennen und zutiefst bereuen.

In diesem Sinne ermahnt uns der Apostel Paulus: „Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten“ (Galater 6,7-8). Was wir säen, ist sehr wichtig. Wenn wir z. B. Ehebruch, Lügen, Diebstahl und Untreue säen, werden wir den ewigen Tod ernten. Wenn wir hingegen Liebe zum Nächsten, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit säen, werden wir die Gabe des ewigen Lebens ernten.

Ganz gleich, wie wir in der Vergangenheit gelebt haben, ist Gott willens, unsere Sünden zu vergeben. Diese Bereitschaft gilt nicht nur uns, sondern allen Menschen, die Gott berufen wird, wie der Apostel Petrus in seiner Pfingstpredigt betont hat: „Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 2,38).

Wir können leben!

Die Gabe des heiligen Geistes, die Petrus erwähnte, bedeutet den Anfang unseres Lebens als Gottes geistliche Kinder. Gott wird zu unserem geistlichen Vater und Jesus Christus zu unserem älteren Bruder. Zusammen unternehmen sie jede Anstrengung, um unsere Aufnahme in die ewige Familie Gottes zu ermöglichen.

Alle Menschen sind zur Reue aufgerufen. Da gibt es keine Ausnahmen, denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Wer seine Sünden bereut und Jesu Sühneopfer durch die Taufe annimmt, erhält den heiligen Geist. Diese wunderbare Gabe Gottes hilft uns, die Sünde in unserem Leben zu überwinden und nach dem Willen Gottes zu handeln. Am Ende dieses Weges gibt es die Auferstehung von den Toten, wenn Gott uns eine weitere Gabe schenkt: ewiges Leben. Auf diese Veränderung in unserem Leben freuen wir uns alle!

Vielleicht können Sie sich nicht genau an die letzte Sünde erinnern, die Sie begingen. Es ist aber klar, daß Sie gesündigt haben. Auf die einzelne Sünde kommt es bei Gott nicht an, denn Gott führt keine „Sündenstatistik“: „Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst – Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte“ (Psalm 130,3-4).

Gott geht es um unsere innere Einstellung. Ihm geht es nicht darum, wie viele Sünden wir begangen haben, sondern darum, daß wir die Sünde verabscheuen und bereuen. Allen, die die Sünde bereuen, will Gott die Sündenvergebung in diesem Leben und ewiges Leben in der Welt von morgen schenken.

– INTERN April 2000 PDF-Datei dieser Ausgabe

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