Ist der heilige Geist die dritte Person einer Dreieinigkeit?

Ist der heilige Geist eine Person? © VKG
Viele der verschiedenen christlichen Religionen sehen Gott, den Vater, den Sohn Jesus Christus und den heiligen Geist jeweils als eine Person, also als drei Personen an.

Mit dieser Frage, die immer wieder aufs Neue gestellt wird, haben sich Theologen seit vielen Jahrhunderten beschäftigt. Was können wir in der Bibel dazu erfahren?

Von Kurt Schmitz

Seit dem ersten Pfingstfest anlässlich der Gründung der Kirche vor fast 2000 Jahren ist viel darüber geschrieben worden, was der heilige Geist ist. Auch in diesem Artikel greifen wir dieses Thema noch einmal auf. Es soll aber nicht dargelegt werden, was der heilige Geist ist. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, dass der heilige Geist nicht das ist, für das die meisten Christen ihn halten.

Viele der heutigen, verschiedenen christlichen Religionen sehen Gott, den Vater, den Sohn Jesus Christus und den heiligen Geist jeweils als eine Person, also als drei Personen an. Für die einen bilden diese drei Personen eine Einheit, Dreieinigkeit genannt, oder anders ausgedrückt, ein Gott aus drei Personen. Für andere – z. B. für die Mormonen – gilt die Überzeugung, dass es drei einzelne Personen sind, aber ohne die Vorstellung „ein Gott in drei Personen“.

Alle glauben jedoch, dass der heilige Geist eine Person ist, so wie Gott, der Vater, und Jesus Christus dies sind.

Stimmt diese Annahme aber? Ist der heilige Geist wirklich eine Person? Durch die Heilige Schrift lässt Gott es uns verstehen.

Die Bibel ist die Quelle

Die einzige Quelle, die uns darüber Auskunft geben kann, ist die Bibel. Es ist das Buch, in dem Gott alles niederschreiben ließ, was er für uns zu wissen als wichtig erachtet und das er uns nach und nach zu verstehen ermöglicht.

Das Verständnis gibt Gott uns allerdings nur, wenn wir seinen Anweisungen in diesem Buch Folge leisten. Dazu lesen wir in Johannes 9, Vers 31: „Wir wissen, dass Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er“ (alle Hervorhebungen durch uns).

Mit dieser Voraussetzung fragen wir uns noch einmal: Kann uns die Bibel eindeutig Auskunft darüber geben, ob der heilige Geist eine Person oder keine Person ist, obwohl es in der Schrift verschiedene Verse gibt, die für eine Person zu sprechen scheinen, während andere Verse wiederum nicht auf eine Person schließen lassen? Ja, durch die Bibel können wir es erfahren.

Weil der heilige Geist vielen Theologen nicht verständlich ist, hat sich z. B. in der katholischen Kirche die Lehre der Dreieinigkeit als Dogma festgesetzt. Es ist ein Dogma, das als ein Mysterium gilt, welches von Menschen nicht verstanden werden kann und auch von den Gläubigen nicht verstanden werden muss, wie gesagt wird. Man muss es eben als ein Mysterium ansehen, das sich dem menschlichen Verstand verschließt. Aber es braucht kein Mysterium zu sein, es braucht kein Geheimnis zu bleiben, wir können verstehen, wie es sich verhält.

Fragen wir uns zunächst aber: Was würde die Person „Heiliger Geist“ hier auszeichnen?

• Diese Person wäre ganz sicher genauso informiert wie Jesus Christus.

• Diese Person wäre ganz gewiss wichtiger, höherstehend und mächtiger als die Engel.

• Die Existenz dieser Person würde ganz sicher vom Vater und von Jesus nicht verleugnet werden.

Könnten wir uns vorstellen, dass Jesus seine Jünger getäuscht hat? Könnten wir uns vorstellen, dass Jesus lügt?

In Hebräer 4, Vers 15 erfahren wir, dass Jesus nicht gesündigt hat. Er hat nie gelogen. Sein Reden war stets aufrichtig und gab immer die Wahrheit wieder.

Die Bibel gibt uns Auskunft zum heiligen Geist. An einer einzigen Bibelstelle, die allerdings noch eine Parallelstelle hat, können wir die Antwort finden.

Eine Bibelstelle gibt Auskunft

Kommen wir nun mit den oben angesprochenen Voraussetzungen zu der Bibelstelle, die wir untersuchen wollen, um zu zeigen, was der heilige Geist nicht ist. Diese Bibelstelle ist Matthäus 24, Vers 36. Die Parallelstelle finden wir in Markus 13, Vers 32. Die Texte sind praktisch gleich. Deshalb bleiben wir bei Matthäus 24, Vers 36.

In dieser Bibelstelle geht es um das Wissen, wann Christus kommt, um das Reich Gottes auf Erden zu errichten. Wir wollen sie hier Zeile für Zeile analysieren, und zwar aus der Konkordanten-Wiedergabe.

Zunächst sagt Jesus in diesem Vers: „Um jenen Tag aber und Stunde weiß niemand.“ Das bedeutet als Erstes, dass niemand den Zeitpunkt kennt. Unterstellt man, dass der heilige Geist eine Person ist, so weiß

• der Vater es nicht,

• der Sohn es nicht,

• der heilige Geist es nicht

• und auch die Engel wissen es nicht.

Alle diese Personen wissen nicht, wann Christus kommt. Das beinhaltet die erste Aussage von Jesus. Die Menschen wollen wir hier ausklammern, denn die wissen es sowieso nicht.

Als Nächstes schränkt Jesus aber seine Aussage ein. Er sagt: „. . . weder die Boten im Himmel noch der Sohn“.

Das heißt nun, den Termin der Wiederkunft Christi kennen also die Engel nicht, aber auch der Sohn nicht. Hier muss man sich jetzt doch wundern. Die Engel erwähnt Jesus und sich selber. Die Person heiliger Geist lässt er aber unerwähnt. Ist sie nicht wichtig genug, erwähnt zu werden? Ist sie denn weniger wichtig als die Engel?

Das kann aber doch nicht sein, dass Jesus eine Gottperson, die gewiss den Engeln übergeordnet ist, nicht erwähnt, dafür aber die Engel. Oder könnte es sein, dass Jesus den heiligen Geist deshalb nicht erwähnt, weil dieser doch weiß, wann die Wiederkunft stattfindet? Nur dies wäre, wenn es diese Person gibt, logisch.

Hiernach könnte man jetzt folgern, der Vater weiß es und der heilige Geist weiß es. Denn Jesus hat ja nur die Engel und sich selbst von diesem Wissen ausgeschlossen.

Zum Schluss von Vers 36 sagt Jesus aber dann interessanterweise: „. . . außer dem Vater allein“. Damit ist klar, allein der Vater kennt den Termin, wann Christus wiederkommt.

Was aber ist mit der Person heiliger Geist?

Jesus hat nicht ausdrücklich gesagt, dass der heilige Geist es nicht weiß und doch sagt er zum Schluss, dass allein der Vater es weiß. Weiß die Person heiliger Geist den Termin doch nicht? Warum sagt Jesus es dann nicht? Hat Jesus sie vergessen? Hat Jesus sie absichtlich nicht genannt?

Warum geht Jesus nicht auf die Frage ein, ob der heilige Geist den Termin weiß? Wollte er also die Jünger und die späteren Generationen, die das Wort lesen, in die Irre führen, indem er die Existenz der Person heiliger Geist verschweigt?

Wir können aber ganz gewiss davon ausgehen, dass Jesus weder lügt, noch vergesslich ist, noch absichtlich etwas verschweigt, sondern sich stets wahrheitsgetreu verhalten hat.

Dies bedeutet, dass Jesus überhaupt gar keine Veranlassung hatte, den heiligen Geist in dieser Bibelstelle zu verschweigen oder zu nennen, weil es die Person heiliger Geist gar nicht gibt. Nur so sind die Aussagen von Jesus Christus in Matthäus 24, Vers 36 zu verstehen.

Der ganze Vers heißt nun noch einmal: „Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, weder die Engel im Himmel, noch der Sohn, außer dem Vater allein.“

Wenn es die Person heiliger Geist geben würde, wie sie sich Dreieinigkeitsgläubige vorstellen, hätte Jesus sie ganz sicher auch genannt.

Somit wird aus diesen Ausführungen deutlich, dass der heilige Geist gar keine dritte Person einer Dreieinigkeit sein kann.

Wer ist der heilige Geist?

Ist der heilige Geist eine Person und Gottvater und Jesus Christus wesensgleich, wie die Dreieinigkeitslehre besagt?

Ziehen wir dazu die Heilige Schrift heran, die einzige Grundlage, anhand derer sich darüber verlässliche Aussagen machen lassen.

Erstens: Der heilige Geist ist die Kraft Gottes. „Es soll nicht durch Heer oder Kraft [durch menschliche Kraft], sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth“ (Sacharja 4,6). „Ich aber bin voll Kraft, voll Geist des Herrn, voll Recht und Stärke“, erklärte der Prophet Micha (Micha 3,8).

Zweitens: Er ist der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht [gemeint im Sinne von Ehrfurcht, nicht Angst] des Herrn (Jesaja 11,2).

Drittens: Er wird als Gabe zuteil. Durch die Taufe soll man „die Gabe des heiligen Geistes“ empfangen (Apostelgeschichte 2,38). Er wird ausgegossen: „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch“ (Apostelgeschichte 2,17); „. . . dass auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward“ (Apostelgeschichte 10,45; Hervorhebung durch uns).

Viertens: Um wirksam zu sein, muss der heilige Geist erweckt werden. „Um solcher Ursache willen erinnere ich dich, dass du erweckest die Gabe Gottes“, mahnte Paulus den jungen Evangelisten Timotheus (2. Timotheus 1,6).

Fünftens: Der Geist Gottes kann „gedämpft“ werden (1. Thessalonicher 5,19).

Sechstens: Er ist die zeugende Kraft Gottes. Der Geist bzw. der heilige Geist, wie er im Neuen Testament genannt wird, war die Kraft, durch die Jesus Christus gezeugt wurde. „Die Geburt Jesu geschah aber also. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, erfand sich’s, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist“ (Matthäus 1,18).

Als Joseph daraufhin Maria verlassen wollte, „da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen, denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist“ (Matthäus 1,20).

Jesus wurde in Marias Schoß durch die Kraft des heiligen Geistes gezeugt. Bei seiner Geburt trug er – buchstäblich – Gottes Geist in sich. Als Sohn Gottes starb Jesus für uns, damit auch wir die Möglichkeit bekommen, das ewige Leben zu erlangen.

Diese wichtige biblische Wahrheit lehrt auch Paulus in Römer 8, Vers 16. „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Dies meinte Paulus nicht irgendwie schwärmerisch, sondern ganz konkret, wie er im nächsten Vers dann zeigt. „Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi.“

Siebtens: Er ist das Unterpfand Gottes, dass er seine Verheißung uns gegenüber einlösen wird (Epheser 1,14).

Achtens: Durch ihn wird die Liebe Gottes in unser Herz ausgegossen (Römer 5,5).

Neuntens: Er muss erneuert werden (Titus 3,5-6).

All diese Stellen enthalten nicht den mindesten Hinweis darauf, dass der Geist als „Person“ zu verstehen ist.

Tut denn eine Person all diese Dinge? Kann eine Person „ausgegossen“, „gedämpft“ oder „erneuert“ werden? Lebt eine Person in anderen Personen?

Als weiteres Indiz dafür, dass der heilige Geist keine Person sein kann, sei Matthäus 1, Vers 20 angeführt. Christus, so heißt es dort, wurde vom heiligen Geist gezeugt. Dennoch nennt Christus nicht den heiligen Geist seinen Vater, sondern Gott (Johannes 14,16). Wäre der heilige Geist eine Person, so müsste er ja als Christi Vater gelten – schlagender Beweis, dass es sich beim heiligen Geist nicht um eine Person handelt, sondern um die Kraft, derer sich Gottvater bedient.

Überlegen wir weiter. Wäre der heilige Geist eine Person, dann hätte Jesus Christus seine Gebete an die falsche Adresse gerichtet. In allen vier Evangelien betet Christus nämlich zu Gott – deutlich unterschieden vom heiligen Geist – als seinem Vater.

Darüber hinaus würden viele Dreieinigkeitsgläubige den Apostel Paulus, ginge man nach der Schrift, heute wahrscheinlich für einen Ketzer halten, denn in seinen Grüßen an die Gemeinden unterließ er es, auch den heiligen Geist zu erwähnen. In der Einleitung zum Römerbrief stellt er sich dar als einen Apostel Gottvaters und Jesus Christi – von einer dritten Person ist nicht die Rede.

Auch in den Grußworten seiner übrigen Briefe bleibt der heilige Geist unerwähnt. Sein Standard-Gruß lautet: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus“ (1. Korinther 1,3). Mit geringfügigen Abweichungen wiederholt sich dieser Gruß in fast allen anderen Briefen des Paulus.

Alle diese Grußformeln haben eins gemeinsam – kein Wort über den heiligen Geist (eine schwere Unterlassungssünde – ja Lästerung, nimmt man die Dreieinigkeitslehre als richtig an).

– INTERN Juli-August 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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