Müssen Teile der Bibel „amputiert“ werden?

Wenn es stimmt, dass Jesus nicht Gott war bzw. ist, dann haben wir ein Problem mit der Heiligen Schrift, denn an manchen Stellen identifiziert die Bibel Jesus als Gott. © Aaron Burden/Unsplash
Wenn es stimmt, dass Jesus nicht Gott war bzw. ist, dann haben wir ein Problem mit der Heiligen Schrift, denn an manchen Stellen identifiziert die Bibel Jesus als Gott.

Alle Christen wissen, dass Jesus der Sohn Gottes war. War er aber auch Gott? Wenn er nicht Gott war, hat das einschneidende Konsequenzen für die Gültigkeit der Bibel.

Von Paul Kieffer

An dem Tag, als Jesu Jünger sein leeres Grab entdeckten, ging Jesus später mit den beiden Emmausjüngern auf ihrem Weg nach Emmaus. Sie erkannten Jesus aber nicht und erzählten ihm von den Ereignissen der letzten Tage in Jerusalem. Sie verstanden die Prophezeiungen nicht, die auf Jesu Leiden und Verherrlichung hinwiesen (Lukas 24,45-46). Jesus schalt sie deswegen und „fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ (Vers 47).

Mit „der ganzen Schrift“ war damals das Alte Testament gemeint, wie wir es heute nennen. Wenn es um Belegstellen für Jesus „aus der ganzen Schrift“ geht, kommt heute das Neue Testament auch noch hinzu.

Was sagt uns die Bibel über Jesus? Eine ganze Menge! In diesem Beitrag geht es jedoch nur um eine Frage, bei der manche Christen unterschiedlicher Meinung sind: Ist Jesus Gott? War er nur Gottes Sohn – wie manche behaupten – oder war er auch Gott?

Es gibt Christen, die die Göttlichkeit Jesu Christi verneinen. Ihrer Überzeugung nach war er nicht Gott, sondern „nur“ der Sohn Gottes. Damit verknüpft ist für manche auch die Verneinung einer Präexistenz Jesu vor seiner Geburt als Mensch, d. h. als Sohn von Josef und Maria.

Wenn es stimmt, dass Jesus nicht Gott war bzw. ist, dann haben wir ein Problem mit der Heiligen Schrift in der Form, in der sie uns heute vorliegt. Warum das? Weil die Bibel an manchen Stellen Jesus als Gott identifiziert, entweder direkt oder indirekt.

Wäre Jesus nicht Gott, dann müssten solche Stellen als Fälschung oder als nicht autorisiert gesehen werden. Das behaupten übrigens einige, die Jesus als Gott ablehnen, ihn jedoch als den Sohn Gottes akzeptieren.

Es geht aber um mehr als nur die betroffenen Verse. Wären Verse in einem Buch der Bibel entweder gefälscht oder nicht autorisiert, müsste das ganze Buch abgelehnt werden, da man nicht sicher sein könnte, ob es noch weitere fragwürdige Stellen in dem Buch gäbe.

Befassen wir uns nun mit einigen der einschlägigen Aussagen der Heiligen Schrift, wonach Jesus Gott ist.

Das Johannesevangelium

Der Apostel Johannes schrieb sein Evangelium erst Jahre nach der Abfassung der anderen drei Evangelien, die das Neue Testament einleiten: Matthäus, Markus und Lukas. Da es bereits drei ausführliche Erzählungen über das Wirken Jesu in Menschengestalt gab, stellt sich die Frage, warum Johannes ca. 20 bis 30 Jahre nach der Fertigstellung des zuletzt geschriebenen Evangeliums seinen Bericht über das Leben Jesu verfasste.

Die Antwort auf diese Frage zeigt sich bereits im ersten Kapitel des Johannesevangeliums: Johannes betonte die Göttlichkeit Jesu und auch seine Präexistenz. Dazu lesen wir in Johannes 1, Verse 1-2: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott“ (alle Hervorhebungen durch uns).

Aus diesen beiden Versen geht unmissverständlich hervor, dass es zwei Wesen gab, die beide als Gott bezeichnet werden (Griechisch, theos). Eines dieser beiden Wesen wird „das Wort“ genannt, und über dieses Wesen heißt es dann in Vers 3 weiter: „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Da alle Dinge durch das Wort „gemacht“ – erschaffen – wurden, ist damit eine Erschaffung des Wortes selbst ausgeschlossen. Mit anderen Worten: Da das Wort nicht „gemacht“ wurde, existierte es ewiglich – ein indirekter Hinweis auf seine Göttlichkeit.

Als Nächstes berichtet uns Johannes, dass das Wort Mensch wurde: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Johannes 1,14). Damit ist die Menschwerdung bzw. die Geburt Jesu Christi gemeint. Das Wort, das Gott war, kam als Mensch zur Erde.

Über diesen „eingeborenen Sohn vom Vater“ heißt es dann: „Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt“ (Johannes 1,18).

Zu Beginn seines Evangeliums betont Johannes die Göttlichkeit Jesu auf eine Weise, wie es die drei anderen Evangelisten nicht tun. Johannes vermittelt uns auch einen Einblick in das damalige jüdische Verständnis des Begriffs „Sohn Gottes“. Diejenigen heute, die Jesu Göttlichkeit ablehnen, sehen ihn „lediglich“ als den Sohn Gottes.

War das die Denkweise der Landsleute Jesu vor 2000 Jahren? Meinten die Juden, zu denen Jesus sprach, dass man „nur“ der Sohn Gottes sein konnte, ohne gleichzeitig auch Gott zu sein? Nein, absolut nicht.

Nach einer Heilung am Sabbat „verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch. Darum trachteten die Juden noch viel mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich“ (Johannes 5,16-19).

Für die Juden bedeutete der Sohn Gottes zu sein, sich Gott gleich zu machen, d. h. sich als Gott zu bezeichnen. Als Jesus einige Zeit später erneut sagte, Gott sei sein Vater und er und der Vater seien eins, „hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus sprach zu ihnen: Viele gute Werke habe ich euch erzeigt vom Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm und sprachen: Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“ (Johannes 10,31-33).

Sich als Sohn Gottes zu bezeichnen und zu sagen, man wäre mit dem Vater eins, war für die Juden damals Gotteslästerung. Warum? Weil man nach ihrem Verständnis damit sagte, man sei Gott! Jesus hätte sich viel Ärger ersparen können, wenn er solche Gelegenheiten genutzt hätte – wie die beiden eben zitierten –, um seine Landsleute darauf hinzuweisen, dass er „nur“ Gottes Sohn war und sie das nicht so eng sehen sollten. Er tat es aber nicht, sondern beließ sie in ihrer Überzeugung.

Interessanterweise berufen sich viele von denen, die heute Jesu Göttlichkeit ablehnen, ihn aber als Sohn Gottes akzeptieren, auf messianisches Gedankengut. Dabei ignorieren sie die jüdische Sichtweise zur Zeit Jesu. Für die Juden waren der Sohn Gottes und Gott zu sein unzertrennlich!

In Johannes 8 finden wir weitere Aussagen, die Jesu Präexistenz und Göttlichkeit bestätigen. Jesus sagte zum Beispiel, dass er mit Abraham geredet und dass Abraham sich über die Begegnung mit ihm gefreut hatte:

„Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, wie ich sie von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan . . . Abraham, euer Vater, wurde froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich“ (Johannes 8,38-40. 56).

Wie reagierten die Juden auf Jesu Worte? „Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich“ (Johannes 8,57-58).

Das Gespräch Jesu mit seinen Landsleuten fand in der aramäischen Sprache statt, die damals im Heiligen Land weitverbreitet war. Aramäisch ist zwar nicht Hebräisch, aber wie die hebräische Sprache gehört Aramäisch zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen nahe verwandt.

Mit der Feststellung „ich bin“ in Aramäisch wies Jesus auf den Namen Gottes im Alten Testament hin: „Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: ,Ich bin, der ich bin.‘ Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ,Ich bin‘ hat mich zu euch gesandt“ (2. Mose 3,13-14; Elberfelder Bibel).

In einer Fußnote der Gute Nachricht Bibel zu Johannes 8, Vers 58 lesen wir: „Die Antwort von Jesus enthält eine Anspielung auf 2. Mose 3,14.“ Zu Jesu Verwendung von „ich bin“ heißt es weiter: „Jesus verwendet hier die Formel, mit der im Alten Testament Gott von sich selbst spricht und sich seinem Volk gegenüber als den Retter und Herrn der Welt bezeichnet.“

Sinngemäß sagte Jesus seinen Landsleuten, dass er der „ich bin“ des Alten Testaments war. Für die Juden war das Gotteslästerung, und ihre Reaktion war dementsprechend: „Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus“ (Johannes 8,59). Sie wollten Jesus steinigen!

(Es gibt mehrere „ich bin“-Aussagen im Johannesevangelium, die wir in einem zukünftigen Beitrag erläutern werden.)

Unser letztes Beispiel im Johannesevangelium ist der Apostel Thomas, der nicht dabei war, als Jesus nach seiner Auferstehung seinen Aposteln erschien. Thomas wollte nicht glauben, dass sie Jesus gesehen hatten, und meinte, er könnte nur dann daran glauben, wenn er die Wunden Jesu berühren könnte. Jesus gab ihm die Gelegenheit dazu:

„Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannes 20,26-29).

Das griechische Wort für „Gott“ in diesem Vers ist theos, das im Neuen Testament wiederholt für Gott, den Vater, verwendet wird. Jesus hat Thomas nicht dafür zurechtgewiesen, dass er ihn Gott genannt hatte, sondern ließ diese Anrede im Raum stehen – eine Gotteslästerung, wenn Jesus nicht Gott gewesen wäre!

Der Hebräerbrief

Wie sah der Autor des Hebräerbriefs Jesus Christus? Sah er ihn lediglich als „Sohn Gottes“? Nein, denn gleich im ersten Kapitel macht er klar, dass Jesus als Gottes Sohn auch göttlich war.

„Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen, aber von dem Sohn: Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen“ (Hebräer 1,7-9).

Der Verfasser des Briefs zitiert hier Psalm 45, Verse 7-8 und bezieht das Zitat auf Gottes Sohn, Jesus Christus. Das hebräische Wort, das in den zitierten Versen aus Psalm 45 mit „Gott“ übersetzt wurde, ist elohim, ein Begriff im Plural.

Das Zitat zeigt, dass für den Autor des Hebräerbriefs Jesus in seiner Präexistenz als das Wort mit dem hebräischen Wort elohim gemeint sein kann, aber ebenso Gott, der Vater, wie Psalm 45, Verse 6-7 zeigt: „Gott [elohim = Jesus, laut Hebräer 1], dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter. Du liebst Gerechtigkeit und hassest gottloses Treiben; darum hat dich [Jesus] der Herr, dein Gott [elohim = Gott, der Vater, laut Hebräer 1], gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.“

In Hebräer 1 heißt es dann weiter in Bezug auf Jesus: „Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, du aber bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören“ (Hebräer 1,10-12).

Hier zitiert der Autor aus Psalm 102. Der Kontext des Zitats weist erneut auf Jesu Göttlichkeit in seiner Präexistenz hin: „Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für. Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk“ (Psalm 102,25-26). Diesmal ist es das hebräische Wort el, das mit „Gott“ übersetzt wurde und im Alten Testament als Bezeichnung für Gott wiederholt verwendet wird. Auf das Wort el kommen wir später zurück, wenn es um das Matthäusevangelium geht.

Mit dem Zitat aus Psalm 102 macht der Autor des Hebräerbriefs klar, dass Jesus bei der Schöpfung der Ausführende war, was der Autor auch zu Beginn des Briefs bereits festgestellt hatte:

„Nachdem Gott [d. h. Gott, der Vater] vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat“ (Hebräer 1,1-2).

Auf Jesus als Schöpfer kommen wir später zurück.

Die Psalmen

Die Psalmen sind bereits suspekt, weil der Autor des Hebräerbriefs zwei Stellen mit Bezug auf Gott zitiert und sie so auslegt, dass damit Jesus Christus gemeint ist.

Der Römerbrief

Mit einem Zitat aus dem Buch Joel bestätigt der Apostel Paulus die Göttlichkeit Jesu Christi:

„Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet . . . Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden“ (Römer 10,9-13).

Wer Jesus als Herrn anruft und an ihn glaubt, wird gerettet. Paulus zitiert hier Joel 3, Vers 5: „Und es soll geschehen: Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird Errettung sein, wie der Herr verheißen hat, und bei den Entronnenen, die der Herr berufen wird.“

„Herr“ (in Kapitälchen) ist der Gottesname JHWH. Das heißt im Klartext für den Apostel Paulus, dass wer den Namen Jesus anruft, ruft auch „des Herrn Namen“ an, durch den die Errettung möglich ist. Ist Jesus nicht göttlich, so ist die Verbindung, die Paulus zwischen Jesus und „des Herrn Namen“ herstellt, eine Gotteslästerung!

Indem Paulus das Buch Joel in diesem Sinn zitiert, müssen diejenigen, die Jesu Göttlichkeit verneinen, das Buch Joel ebenfalls zu den fragwürden Büchern der Bibel rechnen.

Das Buch Sacharja

In einer Weissagung über die Rückkehr Jesu Christi benutzt auch der Prophet Sacharja den Gottesnamen JHWH in Bezug auf Jesus Christus:

„Siehe, es kommt für den Herrn die Zeit, dass man in deiner Mitte unter sich verteilen wird, was man dir geraubt hat. Denn ich werde alle Heiden sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden. Und die Hälfte der Stadt wird gefangen weggeführt werden, aber das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden.

Und der Herr wird ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg . . . Da wird dann kommen der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm“ (Sacharja 14,1-5).

Wer wird auf dem Ölberg stehen zu einer Zeit, wenn sich die Heiden der Herrschaft Gottes widersetzen werden? Jesus Christus! Jesus fuhr vom Ölberg aus in den Himmel und wird bei seiner Wiederkunft wieder auf den Ölberg kommen:

„Und als er [Jesus] das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem . . .“ (Apostelgeschichte 1,9-12).

Es ist der wiederkehrende Jesus Christus, nicht Gott, der Vater, gegen den die Heiden kämpfen werden:

„Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit . . . Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen, und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren . . . Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer“ (Offenbarung 19,11. 15-16. 19).

Sacharja schrieb: „Da wird dann kommen der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm“ (Sacharja 14,5). Wer kommt aus dem Himmel mit den Heiligen? Jesus Christus! „Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen“ (Offenbarung 19,14). „Siehe, der Herr kommt mit seinen vielen tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle und zu strafen alle Menschen für alle Werke ihres gottlosen Wandels, mit denen sie gottlos gewesen sind, und für all das Freche, das die gottlosen Sünder gegen ihn geredet haben“ (Judas 14).

Wenn Gott, der Vater, seinen Wohnsitz auf die Erde verlegt (vgl. dazu Offenbarung 21,1-5), gibt es keine physischen Menschen mehr, sondern nur verwandelte oder auferstandene Kinder Gottes, die ewig leben werden. Es wird keinen Widerstand gegen Gott mehr geben. Deshalb kann sich Sacharjas Prophezeiung einzig und allein auf Jesus Christus beziehen, womit seine Göttlichkeit bestätigt wird.

Das Matthäusevangelium

In seiner Beschreibung der Ankündigung der Geburt Jesu erwähnte der Evangelist Matthäus Jesu Göttlichkeit:

„Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist.

Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns“ (Matthäus 1,18-23).

Matthäus zitiert in Vers 23 den Namen Immanuel als Teil einer Prophezeiung im Buch Jesaja. Die letzte Silbe des Namens, el, ist ein hebräisches Wort für Gott. Interessant in diesem Zusammenhang ist Jesu Verwendung der aramäischen Form dieses Namens am Kreuz:

„Und von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,45-46).

Mit anderen Worten: Jesu Verwendung dieser Bezeichnung für seinen himmlischen Vater bestätigt indirekt seine eigene Göttlichkeit, da Matthäus ihn mit derselben Bezeichnung nennt.

Im Matthäusevangelium finden wir zwei Beispiele der jüdischen Sichtweise zur Zeit Jesu, nach der Göttlichkeit und Gottes Sohn zu sein unzertrennlich waren – wie bereits im Johannesevangelium dargelegt. Das erste Beispiel ist das Bekenntnis des Apostels Petrus:

„Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (Matthäus 16,13-16).

Petrus nannte Jesus „des lebendigen Gottes Sohn“, womit er ihn auch als göttlich sah, denn die Juden hielten Jesus vor, er „machte sich selbst Gott gleich“ (Johannes 5,19), indem er sagte, er sei der Sohn Gottes. Dass Petrus Jesus als den Sohn Gottes bzw. als göttlich erkannte, war nicht auf seine eigene Verstandeskraft zurückzuführen. Diese Erkenntnis wurde ihm offenbart: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (Matthäus 16,17).

Im Matthäusevangelium finden wir auch eine Bestätigung, dass die Behauptung, der Sohn Gottes zu sein, für die Juden zur Zeit Christi der Blasphemie gleichkam. Nach seiner Verhaftung wurde Jesus vor dem Hohen Rat von falschen Zeugen beschuldigt. Jesus verteidigte sich nicht, sondern schwieg. Was passierte als Nächstes?

„Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes. Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig“ (Matthäus 26,62-66).

Jesus bejahte die Frage des Hohepriesters, ob er der Sohn Gottes sei. Der Hohepriester und die anderen Mitglieder des Hohen Rates werteten diese Antwort als Gotteslästerung. Warum? Jesus „machte sich selbst Gott gleich“ (Johannes 5,19), so war die Sichtweise der Juden damals.

Jesus hätte sich viel Ärger ersparen können, wenn er dem Hohepriester geantwortet hätte, dass er „nur“ Gottes Sohn war und sie das nicht so eng sehen sollten. Er tat es aber nicht, sondern beließ sie in ihrer Überzeugung, weil sie richig war!

Das Buch Jesaja

Das Buch Jesaja enthält die Prophezeiung über die Geburt Jesu als „Immanuel“, d. h. als „Gott mit uns“.

„Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist’s euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht? Müsst ihr auch meinen Gott müde machen? Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel“ (Jesaja 7,13-14).

Bei Jesaja finden wir auch eine weitere Prophezeiung über die Geburt des Messias:

„Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Die große Herrschaft und der Frieden sind ohne Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit, von jetzt an bis in Ewigkeit“ (Jesaja 9,5-6; Einheitsübersetzung).

Jesaja nennt Christus den „starken Gott“ und beschreibt ihn damit als göttlich. Das hebräische Wort für „Gott“ in diesem Vers ist el, das im Alten Testament wiederholt für Gott verwendet wird und auch in dem Namen „Immanuel“ als letzte Silbe vorkommt.

Jesaja nennt Christus aber auch „Vater in Ewigkeit“ („Ewig-Vater“ in der Lutherbibel). Jesus war aber nicht Gott, der Vater, sondern er war gekommen, um den Vater zu offenbaren (Johannes 14,8-9; Matthäus 11,27). Dass Jesaja Jesus den „starken Gott“ und „Vater in Ewigkeit“ nennt, wäre daher ebenfalls Blasphemie, wenn Jesus kein göttliches Wesen wäre und präexistiert hätte.

In welcher Funktion war er aber ein „Vater“? Als der Ausführende bei der Schöpfung, wie es der Apostel Johannes und der Autor des Hebräerbriefs beschreiben! Im Gespräch mit Hiob nannte Gott die Engel als erschaffene Wesen seine Söhne:

„Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist! Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Richtschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne?“ (Hiob 38,4-7).

Daraus entnehmen wir, dass die Engel als Geistwesen vor der Erschaffung des stofflichen Universums erschaffen wurden, und zwar durch das Wort – Jesus Christus in seiner Präexistenz –, durch das alle Dinge – auch die Engel – gemacht worden sind (Johannes 1,3).

Als Nächstes haben wir bei Jesaja eine Prophezeiung über die Bereitung des Weges für den Herrn: „Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!“ (Jesaja 40,3).

Lukas zitiert diesen Vers und bezieht ihn auf Johannes den Täufer als denjenigen, der dem Herrn den Weg bereitete: „Als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben!“ (Lukas 2,2-4).

Wem hat Johannes der Täufer den Weg bereitet? Jesus Christus!

Bei Jesaja heißt es dann weiter: „Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der Herr! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen“ (Jesaja 40,9-11).

Hier ist der gute Hirte Jesus Christus (Johannes 10,11. 14-16) bei seiner Wiederkunft gemeint. Er wird das Volk Israel sammeln, damit es im Heiligen Land sicher wohnen kann. Gott, der Vater, kommt hingegen erst dann auf die Erde, wenn es nichts mehr „zum Sammeln“ gibt, da der Plan Gottes für die Menschen dann abgeschlossen sein wird (Offenbarung 21,1-4).

Das Buch Maleachi

Beim Propheten Maleachi finden wir auch eine Weissagung, die auf Jesu Göttlichkeit hinweist:

„Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der Herr Zebaoth“ (Maleachi 3,1).

In diesem Vers wurden die Wörter „Bote“ und „Engel“ vom gleichen hebräischen Wort übersetzt: malak. Malak wird manchmal mit „Bote“ übersetzt, manchmal mit „Engel“. In Vers 1 sollte es im zweiten Fall eigentlich „Bote“ und nicht „Engel“ heißen, da „Engel“ ein gesondertes Geistwesen impliziert und damit die Bedeutung des Verses verschleiert. In Wirklichkeit sind „der Herr, den ihr sucht“ und „der Bote [fälschlicherweise mit ,Engel‘ übersetzt] des Bundes“ ein und dasselbe Wesen. „Herr“ in Vers 1 ist das Wort adonai, eine hebräische Bezeichnung für Gott.

Wieder ist es Lukas, der diesen Vers zitiert und ihn auf Johannes den Täufer bezieht: „Und du, Kindlein [d. h. Johannes der Täufer], wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest“ (Lukas 2,76). Demnach ist adonai in Maleachi 3, Vers 1 Jesus!

Jesus war auch der Bote des Neuen Bundes. Beim Passah vor seiner Verhaftung sagte Jesus seinen Aposteln: „Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“ (Matthäus 26,27-28).

Das Buch 1. Mose

Der Apostel Johannes und der Autor des Hebräerbriefs berichten uns – wie bereits erwähnt –, dass Jesus bei der Schöpfung der Ausführende war. Das wird uns auch im Kolosserbrief bestätigt: „Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen“ (Kolosser 1,16).

Indem der Autor des Hebräerbriefs Psalm 45, Verse 6-7 in Bezug auf Jesus zitiert, erfahren wir auch, dass Gott, der Vater, und Jesus beide mit dem hebräischen Wort elohim gemeint sein können. Den vielleicht bekanntesten Vers der ganzen Bibel finden wir in 1. Mose 1, Vers 1: „Am Anfang schuf Gott [elohim] Himmel und Erde.“ Im ganzen ersten Kapitel der Bibel, in dem es um die Schöpfung geht, ist es das hebräische Wort elohim, das mit „Gott“ übersetzt wird.

Elohim in diesem Kapitel spiegelt die perfekte Zusammenarbeit zwischen Gott, dem Vater, und Jesus als dem Wort wider, wie in Vers 26 ersichtlich: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“

Der Vater bestimmte und das Wort – Jesus – führte aus. Jesus muss als Ausführender in 1. Mose 1 mit dem Wort elohim mit gemeint sein, denn sonst würde sich die Bibel widersprechen, da Johannes, Paulus und der Autor des Hebräerbriefs uns übereinstimmend berichten, dass alle Dinge durch Jesus gemacht worden sind.

Darüber hinaus lesen wir in 1. Mose 18, dass Gott Abraham erschienen ist und die Geburt Isaaks ankündigte: „Und der Herr erschien ihm [Abraham] im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde . . . Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben“ (1. Mose 18,1-2. 14).

Nach dem Besuch bei Abraham führte Gott ein Gespräch mit Abraham, in dem es um die bevorstehende Vernichtung von Sodom und Gomorra ging: „Da brachen die Männer auf und wandten sich nach Sodom, und Abraham ging mit ihnen, um sie zu geleiten. Da sprach der Herr: Wie könnte ich Abraham verbergen, was ich tun will, da er doch ein großes und mächtiges Volk werden soll und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen? . . . Und der Herr ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort“ (1. Mose 18,16-17. 33).

Als Nächstes wird uns berichtet, dass „die zwei Engel nach Sodom kamen am Abend; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor“ (1. Mose 19,1). Drei Männer besuchten Abraham. Davon waren zwei Männer Engel, die in Menschengestalt erschienen. Folglich war der dritte Mann Gott. Wer redete nun mit Abraham? War es Gott, der Vater, oder das Wort?

Sowohl der Apostel Johannes als auch Jesus selbst teilen uns mit, dass niemand den Vater gesehen hatte: „Niemand hat Gott [d. h. den Vater] je gesehen; der Eingeborene [Jesus], der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt“ (Johannes 1,18). „Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen“ (Johannes 5,37).

Im Gespräch mit seinen Landsleuten sagte Jesus, dass er mit Abraham interagiert hatte: „Abraham, euer Vater, wurde froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich“ (Johannes 8,56).

Wenn Abraham in 1. Mose 18 Gott, den Vater, gesehen hätte, würde sich die Bibel widersprechen. Daher kann das Wesen, das Abraham erschien und mit ihm sprach, nur das Wort gewesen sein – eine weitere Bestätigung für die Göttlichkeit Jesu.

Das Buch 2. Mose

Abraham war nicht der einzige Mensch, mit dem Gott redete. Gott sprach auch mit Mose:

„Und wenn Mose zur Stiftshütte kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Tür der Stiftshütte, und der Herr redete mit Mose. Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Tür der Stiftshütte stehen, und sie standen auf und neigten sich, ein jeder in seines Zeltes Tür. Der Herr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet“ (2. Mose 33,9-11).

Mose durfte auch die Herrlichkeit Gottes sehen:

„Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! . . . Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der Herr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen“ (2. Mose 33,18. 20-23).

Moses Angesicht glänzte, nachdem er mit Gott geredet hatte, was ihm nicht bewusst war:

„Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Da rief sie Mose und sie wandten sich wieder zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und er redete mit ihnen. Danach nahten sich ihm auch alle Israeliten. Und er gebot ihnen alles, was der Herr mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai.

Und als er dies alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und wenn er hineinging vor den Herrn, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war, sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden“ (2. Mose 34,29-35).

Derjenige, der mit Mose redete und ihn seine Herrlichkeit sehen ließ, kann nur das Wort gewesen sein.

Das Buch 4. Mose

Die besondere Beziehung, die Mose zu Gott hatte, kam auch in diesem Buch zum Ausdruck, als ihn Aaron und Mirjam, Bruder und Schwester des Mose, kritisierten:

„Da redeten Mirjam und Aaron gegen Mose um seiner Frau willen, der Kuschiterin, die er genommen hatte. Er hatte sich nämlich eine kuschitische Frau genommen. Und sie sprachen: Redet denn der Herr allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? Und der Herr hörte es“ (4. Mose 12,1-2).

Wie reagierte Gott auf diese Kritik?

„Hört meine Worte: Ist jemand unter euch ein Prophet des Herrn, dem will ich mich kundmachen in Gesichten oder will mit ihm reden in Träumen. Aber so steht es nicht mit meinem Knecht Mose; ihm ist mein ganzes Haus anvertraut. Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, nicht durch dunkle Worte oder Gleichnisse, und er sieht den Herrn in seiner Gestalt. Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, gegen meinen Knecht Mose zu reden?“ (4. Mose 12,6-8).

Gott redete direkt mit Mose, nicht durch Visionen oder Träume. Außerdem stellte Jesus ausdrücklich fest, dass niemand die Gestalt des Vaters gesehen hat: „Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen“ (Johannes 5,37). Folglich kann das Wesen, das mit Mose interagierte, nur das Wort gewesen sein, das in Menschengestalt als Jesus zur Erde kam („Immanuel“).

Das Buch Hiob

Der Apostel Johannes und der Autor des Hebräerbriefs berichten uns – wie bereits erwähnt –, dass Jesus bei der Schöpfung der Ausführende war. Als Hiob gegenüber Gott für seine Äußerungen im Gespräch mit seinen drei Freunden Rede und Antwort stehen musste, wies Gott – das Wesen, das mit Hiob sprach – auf seine schöpferische Tätigkeit hin:

„Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist! Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Richtschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne? Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es herausbrach wie aus dem Mutterschoß, als ich’s mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln, als ich ihm seine Grenze bestimmte mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Tore und sprach: ,Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen?‘

Wer hat dem Platzregen seine Bahn gebrochen und den Weg dem Blitz und Donner, dass es regnet aufs Land, wo niemand ist, in der Wüste, wo kein Mensch ist, damit Einöde und Wildnis gesättigt werden und das Gras wächst? Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taus gezeugt? Aus wessen Schoß geht das Eis hervor, und wer hat den Reif unter dem Himmel gezeugt, dass Wasser sich zusammenzieht wie Stein und der Wasserspiegel gefriert?“ (Hiob 38,4-11. 25-30).

Es war nicht Gott, der Vater, der all diese schöpferischen Werke tat, sondern das Wort, das in Menschengestalt als Jesus zur Erde kam („Immanuel“). Folglich war es Jesus in seiner Präexistenz, der mit Hiob sprach.

Die Apostelgeschichte

Die Apostelgeschichte ist interessant, weil Lukas beschrieben hat, wie die Jünger zu Jesus gebetet haben. Wir sollten aber nur zu Gott beten! Eine Glaubensgemeinschaft, die die Göttlichkeit Jesu ablehnt, schrieb zu diesem Thema Folgendes:

„Zu Jesus oder zu Gott – zu wem soll man denn nun beten? . . . Wie hat Jesus selbst es denn seinen Jüngern erklärt, als er sie beten lehrte? . . . Seine Worte machen ganz klar, zu wem wir beten sollten: zu seinem Vater und unserem Vater . . . Die Bibel nennt einige wenige Situationen, in denen gläubige Menschen mit Jesus, nachdem er wieder im Himmel war, gesprochen haben – manchmal taten sie das auch mit Engeln. Die Initiative zu dieser Kommunikation ging jedes Mal vom Himmel aus. Diese Menschen haben zu den Wesen im Himmel aber nicht gebetet. Gebetet haben treue Männer und Frauen ausschließlich zu Gott.“

Diese Behauptung stimmt zum Teil, denn die Initiative bei der Kommunikation zwischen Engeln und den Menschen erfolgte vom Himmel aus. Wir finden kein Beispiel in der Bibel, wonach ein Mensch das Gespräch mit einem Engel initiierte und ihn um etwas bat.

Die Behauptung ist jedoch absolut falsch, wenn es um Jesus Christus geht. Die Jünger haben zu Jesus gebetet und dabei ging die Initiative von ihnen aus!

Gleich im ersten Kapitel der Apostelgeschichte sehen wir, dass die Jünger zu Jesus gebetet haben. Es ging um die Frage, wer als Ersatz für Judas Iskariot als Apostel eingesetzt werden sollte:

„Es steht geschrieben im Psalmbuch: Seine Behausung soll verwüstet werden, und niemand wohne darin, und: Sein Amt empfange ein andrer. So muss nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist – von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde –, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.

Und sie stellten zwei auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias, und beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast von diesen beiden, damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört. Und sie warfen das Los über sie und das Los fiel auf Matthias; und er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln“ (Apostelgeschichte 1,20-26).

Sie beteten zu Jesus, dem Herrn, und baten ihn, den Ersatz für Judas zu bestimmen, da Jesus derjenige war, der die Apostel ausgewählt hatte! Das griechische Wort in Vers 24 für „beteten“ im Urtext ist proseuchomai, das überall im Neuen Testament benutzt wird, wenn es um das Beten geht. Beispiele hierfür sind:

„Und wenn ihr betet [proseuchomai], sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten [proseuchomai], damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest [proseuchomai], so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete [proseuchomai] zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

Und wenn ihr betet [proseuchomai], sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten [proseuchomai]: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6,5-9).

Es steht hier außer Frage, dass die Jünger zu Jesus beteten und ihn baten, die Entscheidung über den Ersatz für Judas zu treffen.

Ein anderes Beispiel für das Beten zu Jesus ist Stephanus. Stephanus musste sich vor dem Hohen Rat verteidigen. Zum Schluss seiner Rede warf er den Mitgliedern des Hohen Rates Halsstarrigkeit vor. Seine Worte zeigten Wirkung:

„Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. Er aber, voll heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.

Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß Saulus, und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Er fiel auf die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er das gesagt hatte, verschied er“ (Apostelgeschichte 7,54-60).

Auch hier steht es außer Frage, dass Stephanus zu Jesus betete und dass die Initiative hierfür von Stephanus ausging. Stephanus’ letzte Worte bestätigen die Göttlichkeit Jesu auf zweierlei Weise. Zum einen bat Stephanus Jesus, denen, die ihn steinigten, die Sünde nicht anzurechnen. Sünde ist Sünde, und „der Sünde Sold ist der Tod“ (Römer 6,23), es sei denn, Gott vergibt die Sünde. Mit anderen Worten: Eine Sünde nicht anzurechnen läuft auf die Sündenvergebung hinaus.

Als Jesus einmal einen Gelähmten heilte, teilte er dem Kranken mit, dass ihm seine Sünden vergeben waren. Wie reagierten die Pharisäer und die Schriftgelehrten darauf?

„Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und sprachen: Wer ist der, dass er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben als allein Gott?“ (Lukas 5,20-21).

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten hatten recht: Nur Gott kann Sünden vergeben! Und sie verkannten, wer Jesus war: „Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!“ (Vers 24). Die Heilung des Gelähmten diente als Bestätigung der Autorität, die Jesus als Immanuel hatte. Stephanus wusste, wer Jesus war und welche Autorität er hatte. Deshalb bat er ihn, die Sünde nicht anzurechnen.

Außerdem bat Stephanus Jesus, seinen Geist aufzunehmen. Hierzu sei angemerkt, dass es sich bei diesem Geist um den „Geist des Menschen“ handelt, der als nichtphysische Komponente, in Verbindung mit dem physischen Gehirn des Menschen, den menschlichen Verstand ermöglicht (vgl. dazu 1. Korinther 2,11).

Dieser „Geist des Menschen“ ist keine „unsterbliche Seele“ und hat kein eigenes Bewusstsein, sondern dient als quasi Speichermedium für Gott, mit dem er unsere Persönlichkeit, unseren Charakter usw. speichert, um uns diese Attribute bei einer späteren Auferstehung von den Toten wieder „einzupflanzen“. Außerdem dient dieser „Geist des Menschen“ als quasi Schnittstellte für Gott, der selbst Geist ist (Johannes 4,24), damit er auf uns einwirken kann, um uns z. B. Reue zu schenken (Römer 2,4).

Zu wem fährt dieser Geist, wenn wir sterben? König Salomo sagt es uns: „Denn der Staub [d. h. der menschliche Körper] muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat“ (Prediger 12,7).

Mit der Bitte um die Aufnahme seines Geistes bat Stephanus Jesus, etwas zu tun, das die Aufgabe Gottes ist.

Das Buch Offenbarung

Aufgrund von Aussagen im letzten Buch der Bibel muss es auch als suspekt eingestuft werden, was die Göttlichkeit Jesu Christi anbelangt. Die ersten Verse von Kapitel 21 beschreiben den neuen Himmel, die neue Erde und die Verlegung von Gottes Wohnsitz auf die neue Erde. Dann wird Gott, der Vater, zitiert:

„Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein“ (Offenbarung 21,5-7).

Im nächsten Kapitel spricht Jesus und sagt dasselbe über sich: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offenbarung 21,12-13). Es ist Christus, der bei seiner Wiederkunft den Knechten Gottes, den Propheten und den Heiligen ihren Lohn geben wird (vgl. dazu Offenbarung 11,18).

Die griechischen Wörter für „Anfang“ und „Ende“ in Offenbarung 21, Vers 6 und Offenbarung 22, Vers 13 sind dieselben: arche bzw. telos.

Außerdem nennt sich Jesus „den Ersten und den Letzten“ in Offenbarung 22, Vers 13. So bezeichnet er sich auch in zwei anderen Versen der Offenbarung: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte“ (Offenbarung 1,17) und „Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden“ (Offenbarung 2,8).

Der Gott Israels nennt sich auf die gleiche Weise! „Höre mir zu, Jakob, und du, Israel, den ich berufen habe: Ich bin’s, ich bin der Erste und auch der Letzte“ (Jesaja 48,12).

Wie kann es sein, dass Jesus dieselben Bezeichnungen für sich selbst benutzt, die eindeutig auf Gott hinweisen, ohne dass er sich dabei der Gotteslästerung schuldig macht? Weil Jesus zusammen mit Gott, dem Vater, in dem hebräischen Begriff elohim enthalten ist, wie wir im Hebräerbrief und in den Psalmen schon gesehen haben. Deshalb lesen wir in Jesaja 44, Vers 6 Folgendes: „So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr Zebaoth: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott [elohim]“.

Konsequenzen

In diesem Beitrag haben wir gesehen, dass diese Bücher der Bibel Hinweise auf die Göttlichkeit Jesu enthalten:

1. Mose

2. Mose

4. Mose

Hiob

Psalmen

Jesaja

Joel

Sacharja

Maleachi

Matthäus

Johannes

Apostelgeschichte

Römer

Hebräer

Offenbarung

Welche möglichen Konsequenzen ergeben sich daraus?

Eine Möglichkeit wäre, alle Stellen, die auf Jesu Göttlichkeit hinweisen, durch langatmige und kaum nachvollziehbare Auslegungen „hinwegzuerklären“, damit diese Stellen nicht das aussagen, was sie eigentlich aussagen! In der Vereinten Kirche Gottes hingegen gelten beim Auslegen der Bibel immer zwei Grundsätze: 1) Die Bibel widerspricht sich nicht, und 2) wenn immer möglich, ist das einfache, schlichte Verständnis des Textes vorzuziehen. Die in diesem Beitrag zitierten Stellen lassen sich alle leicht verstehen. Eine zusätzliche, dem einfachen Sinn des Textes widersprechende Auslegung ist daher abzuweisen.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Verse der Bibel als Fälschung oder als nicht autorisiert abzulehnen, in denen Jesu Göttlichkeit bestätigt wird. Wie eingangs erwähnt: Wären Verse in einem Buch der Bibel entweder gefälscht oder nicht autorisiert, müsste dann konsequenterweise das ganze Buch abgelehnt werden, da man nicht sicher sein könnte, ob es noch weitere gefälschte Stellen in dem Buch gäbe.

Von 1. Mose 1 bis Offenbarung 22 hat die Bibel 66 Bücher, 1189 Kapitel und 31.171 Verse. Indem man die in diesem Beitrag behandelten Bücher „amputieren“ würde, hätte die Bibel dann nur 52 Bücher, 657 Kapitel und 17.816 Verse – eine wesentliche, aber konsequente Verkleinerung für alle, die Jesu Göttlichkeit ablehnen.

Die dritte Möglichkeit ist die beste: das zu akzeptieren, was die Bibel über Jesu Göttlichkeit aussagt, anstatt sich mit eigenen Ideen und Interpretationen darüber hinwegzusetzen.

„Darum hat ihn [Jesus] auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters“ (Philipper 2,9-11). In Jesu Namen sollen sich alle Knie beugen – auch Ihre!

Übrigens: Das sagte Gott auch über sich selbst: „Ich habe bei mir selbst geschworen, und Gerechtigkeit ist ausgegangen aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: Mir sollen sich alle Knie beugen“ (Jesaja 45,23).

– INTERN März-April 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

Gute Nachrichten
Postfach 301509
D-53195 Bonn

Telefon: (0228) 9 45 46 36
Fax: (0228) 9 45 46 37
E-Mail: info@gutenachrichten.org

Archiv-Intern ]  Artikel drucken ] Artikel kommentieren ]


© 1997-2021     Alle Rechte vorbehalten