Sollen wir den „heiligen Namen“ verwenden?

Sollen wir den „heiligen Namen“ verwenden? © VKG
Laut Apostelgeschichte 4, Vers 12 gibt es nur einen Namen, in dem die Rettung möglich ist. Von welchem Namen, durch den wir errettet werden, ist hier die Rede? Sind Namen wirklich so wichtig?

Manche Christen behaupten, dass wir Gott nur mit „seinem heiligen Namen“ anrufen dürfen. Lässt sich diese Sichtweise anhand der Heiligen Schrift beweisen?

Von Ken Graham

In Apostelgeschichte 4, Vers 12 lesen wir die folgende Aussage des Apostels Petrus: „Und in keinem andern [Namen] ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ Von welchem Namen, durch den wir errettet werden, ist hier die Rede? Sind Namen wirklich so wichtig?

Ja, Namen sind wichtig. Die Bibel misst Namen eine große Bedeutung zu. Wenn jemand im Namen einer anderen Person auftritt, dann handelt er mit der Autorität dieses Namens. Botschafter handeln in anderen Ländern mit der Autorität ihrer Regierung. Gott hat den Namen vieler der Patriarchen des Alten Testaments geändert, um ihrem wahren Wesen Ausdruck zu verleihen. Er hat ihren Namen aber nicht in einen Namen einer anderen Sprache umgewandelt.

Abrams Name wurde im Hebräischen in Abraham umgeändert, was „ein Vater vieler Völker“ bedeutet. Jakobs Name, der „Fersenhalter“ bzw. „Überlister“ bedeutete, wurde in Israel umgewandelt, was „Gotteskämpfer“ bedeutet. Aber beide Namensänderungen erfolgten in der Muttersprache der Betroffenen und nicht in einer anderen Sprache.

Der Sohn kam im Namen des Vaters. Welcher Name ist das? Es sei denn, Sie tragen ebenfalls den Namen Ihres himmlischen Vaters, sind Sie nicht sein Sohn und Erbe. Ist es eine Sünde, den Namen Jesus Christus zu verwenden oder sein Volk die „Kirche Gottes“ zu nennen? Ist der wahre Name unseres himmlischen Vaters das hebräische Tetragramm (JHWH)? Müssen wir „JHWH“ statt „Gott“ verwenden, wenn wir uns an ihn wenden wollen oder seinen Namen öffentlich aussprechen?

Die Sprache des Neuen Testaments

Genauso wie die alttestamentlichen Bücher fast alle auf Hebräisch verfasst wurden, wurden die originalen neutestamentlichen Bücher in Griechisch geschrieben (mit der möglichen Ausnahme des Matthäusevangeliums und des Hebräerbriefes). Laut der Kirchengeschichte von Eusebius, Buch VI., Abschnitt 14 weist Klemens „den Hebräerbrief . . . Paulus zu, behauptet aber, er sei an die Hebräer in hebräischer Sprache geschrieben worden. Lukas habe den Brief sorgfältig übersetzt und dann an die Griechen weitergeleitet. Daher komme es, dass die Sprache dieses Briefes dieselbe Färbung zeige wie die der Apostelgeschichte“ (Eusebius, Ausgewählte Schriften, aus dem Griechischen übersetzt von Phil. Häuser, (Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Band 1, München 1932; alle Hervorhebungen durch uns).

Diesem geschichtlichen Bericht zufolge hat Paulus seinen Brief an die Hebräer in der hebräischen Sprache verfasst, um die religiös sensiblen Juden zu beeinflussen. Der Brief wurde aber von Lukas übersetzt und für die Griechen in der griechischen Sprache veröffentlicht. Wenn dem so ist, dann hat Gott mit seiner Inspiration dafür gesorgt, dass uns heute die griechische Übersetzung des Lukas erhalten geblieben ist, denn die hebräische Version ist verloren gegangen.

In Abschnitt 25 von Buch VI. zitiert Eusebius aus dem Kommentar des Origenes zum Matthäusevangelium: „Aufgrund der Überlieferung habe ich bezüglich der vier Evangelien, welche allein ohne Widerspruch in der Kirche Gottes, soweit sie sich unter dem Himmel ausbreitet, angenommen werden, erfahren: Zuerst wurde das Evangelium nach Matthäus, dem früheren Zöllner und späteren Apostel Jesu Christi, für die Gläubigen aus dem Judentum in hebräischer Sprache geschrieben“ (ebenda). Wir wissen nicht, ob es zuerst auf Hebräisch verfasst wurde, aber es ist möglich.

Hieronymus schreibt in seinem Viris Illustribus („Über berühmte Männer“) in Kapitel 3, dass das Matthäusevangelium für die gesamte Kirche in die griechische Sprache übersetzt worden war. Damit wäre wieder belegt, dass Gott durch seine Inspiration dafür sorgte, dass die griechische Version für uns heute erhalten geblieben und Teil des biblischen Kanons ist.

Laut F. F. Bruces Buch The Books and the Parchments ist die aramäische Version der Bibel, die uns erhalten geblieben ist, anerkanntermaßen eine Übersetzung aus dem Griechischen, auch wenn manche fälschlicherweise etwas anderes behaupten.

Es ist leicht zu beweisen, dass das Aramäische nicht die Originalsprache ist. Nehmen wir zum Beispiel Markus 15, Vers 34. Bei Luther lautet dieser Vers: „Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Die zweite Hälfte von Vers 34 zeigt deutlich, dass Markus (dessen Werk wahrscheinlich das erste der niedergeschriebenen Evangelien war) die letzten Worte Jesu hier aus dessen eigenem Munde aufgezeichnet hat. Jesu eigene Worte werden in Aramäisch zitiert (die Sprache, in der er mit seinen Jüngern kommunizierte). Markus übersetzt sie dann aber ins Griechische.

Wenn Aramäisch die Originalsprache des Neuen Testaments gewesen wäre, dann wäre es nicht nötig gewesen, die aramäischen Worte zweimal in den Text einzufügen, denn das Aramäisch sprechende Volk hätte die aramäischen Worte Jesu dort gelesen und ohne Erläuterung gewusst, was sie bedeuten! Die Anmerkung „Das heißt übersetzt“ wäre unnötig gewesen. Das heutige aramäische Neue Testament wiederholt die griechischen Worte wortgetreu.

Das ist einer von vielen Belegen dafür, dass Aramäisch nicht die Originalsprache des Neuen Testaments gewesen sein konnte. Aramäische Worte werden im Neuen Testament zitiert und gewöhnlich für die griechischsprachigen Leser ins Griechische übersetzt.

In den meisten Fällen werden diese aramäischen Worte im aramäischen Neuen Testament dann aus dem Griechischen übersetzt, nicht aus dem ursprünglichen Aramäischen.

In Johannes 1, Vers 41 stellen wir fest, dass die griechischsprachigen Leser im Allgemeinen nicht mit der Bedeutung des hebräischen Wortes Meschiach vertraut waren, was „der Gesalbte“ bedeutet. Messias ist die griechische Schreibweise des hebräischen Wortes Meschiach. Da die meisten Griechen nicht mit dem Wort vertraut waren, übersetzte es Johannes in das griechische Wort Christos, was ebenfalls „der Gesalbte“ bedeutet.

Andere Namen für Gott als JHWH

Das Neue Testament enthält mehrere Namen für unseren Schöpfer. Ebenso enthält das Alte Testament viele Namen für Gott.

Einige Menschen und Gruppierungen haben darauf bestanden, dass der einzig wahre Name des Schöpfers das Tetragramm JHWH in hebräischer Sprache ist und dass wir nur diesen Namen verwenden dürfen, wenn wir den Schöpfer erwähnen. Dieses Argument hat mit dem deutschen Wort „Herr“ zu tun, das im Alten Testament für JHWH verwendet wird.

Die anderen Namen für Gott, die im Alten Testament und Neuen Testament vorkommen, sind aber nicht nur Titel, wie diese Gruppen manchmal behaupten. Gott war vor 2. Mose 3, Vers 15, als er sich Mose als JHWH offenbarte, auch unter einem anderen Namen bekannt. Und laut der Bibel war es ein Name, nicht ein Titel. In 2. Mose 6, Vers 3 sagt Gott zu Mose, dass er Abraham, Isaak und Jakob nicht unter dem Namen JHWH, sondern unter dem Namen El Schaddai, bekannt war.

Vertreter dieser „Heiliger-Name-Lehre“ bestehen aber, aus welchem Grund auch immer, nicht darauf, dass wir den ersten Namen verwenden, den Bundesnamen, mit dem er sich unserem Bundesvater Abraham zu erkennen gab. Schließlich kommen unsere Segnungen durch Abraham (wenn auch letztendlich durch Christus).

Wenn wir Gott nur als JHWH ansprechen sollen, dann werden Abraham, Isaak und Jakob offenbar nicht errettet, denn der Name JHWH war ihnen nicht offenbart worden. Sie kannten Gott nicht nur als El Schaddai, sondern auch bei seinem Namen Elohim, wie sich in 2. Mose 3, Vers 15 zeigt, wenn wir uns diesen Vers sorgfältig im hebräischen Original ansehen.

Der Name Gottes in diesem Vers ist durchgehend Elohim (wenn auch das Wort „Herr“ in diesem Vers für das hebräische Wort JHWH steht).

Aramäisch

Es gibt Teile des Alten Testaments, wo Aramäisch und nicht Hebräisch die Originalsprache ist (Daniel 2,4 bis 7,38; Esra 4,8 bis 6,18 und 7,12-26). Wir können in diesen aramäischsprachigen Abschnitten nirgends die hebräischen Begriffe für die Gottheit finden. Stattdessen finden wir die aramäische Form Elah.

Auch im Neuen Testament gibt es viele Stellen wie Markus 9, Vers 38, wo Johannes Jesus von jemandem berichtete, der „böse Geister in deinem Namen“ austrieb. Wahrscheinlich war die gesprochene Sprache zu jener Zeit meistens das Aramäische. Und Jesus sagt, dass sie Wunder in seinem Namen wirkten.

Jemand, der den Namen JHWH zu jener Zeit ausgesprochen hätte, wäre verhaftet, vor Gericht gestellt und möglicherweise auf Anordnung der Sanhedrin gesteinigt worden (mit Billigung der Römer).

Wie ist es also möglich, dass Gott in diesem (zweifelsfrei aramäischen) Namen Wunder wirken würde, wenn er nur den Namen JHWH anerkennt?

Würde Christus zulassen, dass so etwas in einem anderen seiner Namen als JHWH geschieht, oder würde sein Vater so etwas unterstützen und fördern, wenn Gott nicht wollte, dass man ihn mit einem anderen Namen anruft und ehrt als dem Namen JHWH? Dieses Beispiel wiederholt sich unzählige Male im Neuen Testament.

Die hebräische Sprache selbst

Das Alte Testament wurde über Jahrhunderte hinweg bewahrt und bestand nur aus Konsonanten, auch wenn Halbkonsonanten eingesetzt wurden, um bestimmte lange Vokale anzudeuten. Die genaue Aussprache der Wörter einschließlich der Vokale wurde nur durch mündliche Überlieferung von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Vokale selbst wurden erst in der Zeit um das 6. oder 7. Jahrhundert n. Chr. niedergeschrieben. Zu jener Zeit haben damalige jüdische Gelehrte, auch als Masoreten bekannt, Symbole entworfen, mit denen die Vokale, die sie aufgrund der mündlichen Überlieferung benutzten, dargestellt werden konnten. Sie haben diese Symbole oder Punkte dem Text des Alten Testaments hinzugefügt, der bis zu jener Zeit nur Konsonanten enthalten hatte.

Leider war das Tetragramm JHWH, der Name des Schöpfers, von den Juden schon lange vor den Masoreten nicht mehr ausgesprochen worden, weil er als zu heilig galt. Wann immer die Juden den Text des Alten Testaments mündlich vortrugen, haben sie stattdessen das Wort Adonai (auf deutsch „Herr“) verwendet. (In der Lutherbibel steht immer das großgeschriebene Herr für JHWH). Manchmal haben die Juden auch Elohim statt JHWH gesagt. Diesen Brauch gab es lange vor der Zeit des Herodes.

Später haben die Masoreten, wo immer sie auf das Wort JHWH stießen, die Vokalpunkte für Adonai oder Elohim in das Wort JHWH eingefügt. Daher lassen sich keine ursprünglichen Vokalpunkte für JHWH im Text finden. Das war dann für den Vorsteher oder den Vorleser der Synagoge der Hinweis entweder Adonai oder Elohim anstelle von JHWH vorzulesen.

Laut der Jewish Encyclopedia hat dann später die katholische Kirche unter dem Einfluss von Peter Galatin, dem Beichtvater von Papst Leo X., ohne ein vollständiges Verständnis der hebräischen Sprache und des hebräischen Textes die Konsonanten JHWH mit den Vokalpunkten für Adonai kombiniert und daraus das Wort Jehova gemacht. Anscheinend „folgte Fagius mit dieser Mischform [Peter Galatin] . . . Der Name ,Jehovah‘ scheint aber sogar schon vor Galatin allgemein gebräuchlich gewesen zu sein . . . Er findet sich in Raymond Marings ,Pugio Fidei‘, das 1270 n. Chr. verfasst wurde“ („Jehova“, Band VII, Seite 88).

Die meisten Hebräischgelehrten geben heute zu, dass die genaue Vokalisierung und Aussprache von JHWH nicht sicher geklärt ist. Sogar die Konsonanten sind nicht völlig gesichert, sowohl YHWH oder JHWH sind mögliche Formen. Wenn Ihnen jemand sagt, dass er weiß, wie man das Wort ausspricht, dann fragen Sie ihn einfach, wie er zu dieser doch eher willkürlichen Entscheidung gelangt ist. Die meisten glauben, das Jahwe der ursprünglichen Aussprache des Wortes wahrscheinlich sehr nahe kommt. Aber bis zur Rückkehr Christi werden wir nicht genau wissen, wie es ausgesprochen wurde.

Dieses Jahwe basiert auf einer Transliteration ins Griechische, die mehrere Jahrhunderte nach der Niederschrift des Neuen Testaments von frühen Kirchenvätern vorgenommen wurde. Andere Gelehrte sind da anderer Meinung und glauben der Name sollte als Jaho, Jahwo oder Jahu ausgesprochen werden. Es gibt aber keine Möglichkeit hier völlige Gewissheit zu erlangen, es sei denn, Gott würde es uns offenbaren. Auch das Neue Testament sagt uns nicht, wie dieser Name ausgesprochen wurde.

Die verloren gegangene Aussprache

Die Juden zur Zeit Jeremias kannten die Aussprache von JHWH. Aber die Träume ihrer falschen Lehrer verführten sie dazu zu glauben, dass JHWH nicht ausgesprochen werden sollte! Weil sie glaubten, dass das Wort zu heilig war, um ausgesprochen zu werden, hörten sie damit auf, es zu gebrauchen. Für uns ist nach vielen Jahrhunderten seine wahre Aussprache daher verloren gegangen. Wenn Jesus Christus wiederkehrt, wird er alles wiederherstellen, einschließlich dieses verlorenen Wissens.

Wenn es von entscheidender Bedeutung wäre, dass wir die genaue Aussprache des Wortes kennen, dann müssten wir herausfinden, wie der Schöpfer es genau ausgesprochen hat, als er sich Mose unter diesem Namen vorstellte. Sogar Esra, der später Moses Schriften redigierte und zusammenstellte, hatte nur die Überlieferung als Informationsquelle über die Aussprache des Wortes, das Mose niedergeschrieben hatte.

Sogar heute sprechen die Juden in unterschiedlichen Weltgegenden die hebräischen Vokale und sogar einige der Konsonanten unterschiedlich aus. Richter 12, Vers 6 deutet an, dass es damals unterschiedliche Dialekte in dem Gebiet zwischen dem Nil und dem Euphrat gab.

Wenn JHWH als Name für den Schöpfer verwendet werden muss und eine Voraussetzung für das Heil darstellt, dann werden Abraham, Isaak und Jakob nicht im Reich Gottes sein. In 2. Mose 6, Verse 2-3 lesen wir dazu: „Und Gott [Elohim] redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der Herr und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der allmächtige Gott [El Schaddai], aber mit meinem Namen Herr [JHWH] habe ich mich ihnen nicht offenbart.“

Der Schöpfer sagt hier klar und deutlich, dass sie ihn nicht unter diesem Namen kannten. Es scheint so, als wäre der Name JHWH vor Mose nicht bekannt gewesen.

Wenn der Name JHWH in der hebräischen Gesellschaft vor Mose bekannt gewesen wäre, dann sollte man erwarten können, individuelle Personennamen, die ähnlich wie JHWH lauten, auch vor der Zeit Moses anzutreffen, aber das ist nicht der Fall. Stattdessen lassen sich nur Personennamen, die El oder Schaddai verwenden, finden. Beispiele dafür sind Mahalalel (1. Mose 5,12) und Abimael (1. Mose 10,28). Andere Beispiele lassen sich in 1. Mose 28,19; 17,1 und 3. Mose 1,6 finden.

Vor der Zeit Moses lassen sich keine Namen mit Jaho, Jahwo oder Jahu oder irgendeine andere Ableitung von JHWH finden.

Wenn wir die Bibel sorgfältig studieren, dann stellen wir fest, dass der Schöpfer viele Namen und Titel hat und dass er eine Übersetzung dieser Namen und Titel in andere Sprachen in keiner Weise einschränkt oder verbietet.

Nirgendwo in der Bibel wird uns geboten, nur die hebräische Form seines Namens zu verwenden. Tatsächlich werden uns viele klare Beispiele vorgegeben, wo diese Namen und Titel in andere Sprachen übersetzt wurden.

Es gibt Abschnitte des Alten Testaments, wo Aramäisch und nicht Hebräisch die Originalsprache ist (Daniel 2,4 bis 7,28; Esra 4,8 bis 6,18; 7,12-26). Wir können an keiner Stelle dieser Abschnitte in aramäischer Sprache die hebräischen Begriffe für die Gottheit finden. Stattdessen finden wir die aramäische Form Elah.

Die Namen Gottes in der Sprache der jeweiligen Zeit

Wenn wir uns das Neue Testament ansehen, dann bietet sich uns ein ähnliches Bild. Wir können dort keine entsprechenden hebräischen Namen finden. Stattdessen werden die griechischen Begriffe theos [Gott] und kurios [Herr] verwendet. Wenn Abschnitte aus dem Alten Testament im Neuen Testament zitiert werden, dann wird kurios dort verwendet, wo im Alten Testament JHWH steht. Ein Beispiel dafür finden wir etwa in Matthäus 3, Vers 3, wo aus Jesaja 40, Vers 3 zitiert wird.

Leider gibt es einige, die behaupten, dass das Neue Testament verfälscht (und daher unzuverlässig) sei und dass der alttestamentliche hebräische Name Gottes (JHWH) aus den etwa 5000 Handschriften des griechischen Neuen Testaments entfernt worden wäre (von den über 8000 Handschriften in der lateinischen Sprache ganz zu schweigen).

Das wäre eine solch gewaltige Aufgabe gewesen, dass sie alles menschenmögliche übersteigt. Die Redakteure hätten all diese Handschriften, die über die zivilisierte Welt verstreut waren, einsammeln und sorgfältig jegliche Spuren des hebräischen Tetragramms löschen müssen, um es dann durch das griechische kurios, was „Herr“ bedeutet, oder theos, was „Gott“ bedeutet, zu ersetzen. Kurios kommt im Neuen Testament 665-mal und theos 1345-mal vor.

Jesus sagte: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Matthäus 24,35). Wenn der Name JHWH verwendet worden wäre, dann wäre er auch in den Texten des Neuen Testaments erhalten geblieben. Sie können zuversichtlich sein, dass Gottes Wort nicht auf diese Art und Weise manipuliert worden ist.

Wenn das bei einem oder zwei Texten vorgekommen wäre, dann gäbe es ja reichlich andere Handschriften, die die korrekte Wiedergabe des Namens enthielten. Satan möchte die Menschen zur Sichtweise verführen, dass das Neue Testament auf diese Weise verfälscht worden ist, damit er am Ende ihren Glauben an alles, was Gott im Neuen Testament offenbart hat, zerstören kann.

Obwohl der Apostel Paulus Hebräisch sprach, hat er das hebräische Tetragramm JHWH in keinem seiner vierzehn Briefe verwendet. Der Apostel Petrus benutzt in Apostelgeschichte 4, Vers 10 die griechische Form Jesous Christos für Jesus Christus.

Das Heil kann nur durch den Namen Jesus Christus erlangt werden! Das hebräische Wort Jahoschua bzw. Jahschua kommt hier überhaupt nicht vor. Die Inspiration durch den heiligen Geist führte dazu, dass diese Begriffe in Griechisch und nicht in Hebräisch niedergeschrieben wurden.

Gottes Wort sagt an keiner Stelle, dass die Menschen etwas Verbotenes tun, wenn sie die Bibel (einschließlich seines Namens) in ihrer eigenen Sprache lesen. Es ist auch nicht verboten, den Schöpfer beim Predigen oder Beten in der eigenen Sprache anzusprechen. Das Heil hängt nicht von einem geheimen oder geheimnisvollen Wort oder einer entsprechenden Aussprache ab.

Was zählt, ist das Verständnis von Gottes Namen, nicht eine bestimmte einzigartige Aussprache. JHWH bedeutet der „aus sich selbst heraus Existierende“ oder der „auf ewig Lebende“. Manche übersetzen JHWH auch als „der Ewige“. Wir können im ganzen Neuen Testament Zeugnisse für die Macht von Gottes Namen finden.

Petrus heilte einen Gelähmten, indem er ihm im Namen Jesu Christi von Nazareth gebot: „Steh auf und geh umher!“ (Apostelgeschichte 3,6). Der Name Jesus Christus enthält Autorität und Macht. Ob dieser Name in Griechisch, Deutsch oder irgendeiner anderen Sprache ausgedrückt wird, spielt dabei keine Rolle. In Christi Namen wurden Menschen geheilt und Dämonen ausgetrieben.

Jesus selbst sprach Aramäisch (und wahrscheinlich auch Griechisch; er war ein Zimmermann und die Geschäftssprache damals war Griechisch). Die Apostel wurden dazu inspiriert, seine Worte und Taten auf Griechisch niederzuschreiben. Christen werden in seinen Namen hineingetauft und setzen heute das Predigen des Evangeliums fort.

Sie haben den heiligen Geist und verwirklichen seinen Willen. All das, was unser himmlischer Vater in seiner Kirche bewirkt hat, wäre nicht möglich gewesen, wenn sein Volk und seine Führer darin versagen würden, Gottes Namen richtig auf Hebräisch auszusprechen – wenn so etwas erforderlich wäre –, und um Respekt zu zeigen, das Heil zu erlangen und Gott gefällig zu sein.

Jesus sagte, dass er gekommen war, um seinen Jüngern den Vater zu offenbaren (Johannes 1,18; 17,6. 26). Wir finden aber in allem, was die Apostel über Jesus im Neuen Testament schrieben, keine Spur eines Hinweises auf das hebräische Wort JHWH.

Jesus offenbarte seinen Jüngern die Lebensweise, deren Verwirklichung dem Vater wohlgefällig ist: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter“ (Matthäus 7,21-23).

Ist das deutsche Wort Gott ein heidnischer Name?

Unter den Vertretern der „Heiliger-Name-Lehre“ gibt es einige Gruppen, die in der Verwendung des deutschen Wortes Gott eine Sünde sehen. Das Argument ist, dass das Wort Gott, weil unsere Vorfahren es in Bezug auf Götzen verwendet hatten, heute nicht in Bezug auf unseren Schöpfer und himmlischen Vater verwendet werden darf.

Das Wort Elohim, das Götter bzw. das Gottreich bzw. die Gottfamilie bedeutet, wird im Alten Testament 240-mal in Bezug auf Götzen und heidnische Götter verwendet. An zwei Stellen wird es als „Göttin“ übersetzt. Das hebräische Wort El wird einmal als „Götze“ und fünfzehn Mal als „Gott“ in Bezug auf einen heidnischen Gott übersetzt.

Das hebräische Wort Eloah wird fünfmal in Bezug auf heidnische Götter verwandt. Esra und Nehemia wurden dazu inspiriert, das aramäische Wort Elah sechzehn Mal in Bezug auf heidnische Götter der aramäischsprachigen Bevölkerung zu verwenden.

Wenn man sich diese Tatsachen vor Augen führt und die gleiche Logik anwendet, die die Anhänger der „Heiliger-Name-Lehre“ verwenden, die behaupten, dass das Wort Gott einfach schon aufgrund der Tatsache heidnisch und sündhaft ist, dass es von unseren Vorfahren in Bezug auf heidnische Götter verwendet wurde, dann wäre es ebenso sündhaft, einen der obigen hebräischen oder aramäischen Namen für unseren Schöpfer zu verwenden.

Gott hat es aber seinen Propheten im Alten Testament gestattet, die genau gleichen Begriffe für ihn selbst und heidnische Götzen zu verwenden! Paulus schrieb, dass die Menschen es „für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen“ (Römer 1,28) und „die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht [haben] mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere“ (Römer 1,23). Die biblische Geschichte zeigt, dass dem so war.

Wir sollten auch bedenken, dass die Babylonier zwar einen Gott namens Baal-Gad hatten, dass das aber nicht bedeutet, dass unser Wort Gott von dort her seinen Ursprung nimmt. Der Wortstamm von Gott liegt im germanischen Sprachraum (alt- und mittelhochdeutsch got; gotisch guth; angelsächsisch goode). Dabei scheint es auch Verbindungen zu dem hebräischen Wort guwd zu geben (das laut Strong’s als „goode“ ausgesprochen wurde).

Als Israel von den Assyrern in die Gefangenschaft geführt wurde, verwendeten sowohl die Israeliten als auch die Assyrer dieses Wort in ihrer jeweiligen Sprache. Baal-Gad bzw. Gad hat nicht den gleichen Ursprung wie guwd oder goode bzw. got. Obwohl auf den ersten Blick ein Zusammenhang zu bestehen scheint, haben beide Begriffe doch keine gemeinsamen linguistischen Wurzeln.

Andere Namen

Der vielleicht stärkste Beweis gegen die „Heiliger-Name-Theorie“ im Neuen Testament ist die Tatsache, dass zu Pfingsten in Apostelgeschichte 2 jeder die Predigt in seiner eigenen Sprache verstand. Als Petrus predigte und den Namen Gottes verwendete, hörte jeder diesen in seiner eigenen Sprache.

Der Apostel Paulus wurde dazu inspiriert, das hebräische JHWH in das griechische Wort theos zu übersetzen. Die anderen Wörter für den Schöpfer im Neuen Testament sind logos, was „das Wort“ bedeutet; kurios, was „Herr“ bedeutet; christos, was Christus bzw. „der Gesalbte“ bedeutet; und jesous, was „Jesus rettet“ bzw. „Gott rettet“ bedeutet.

Aber an keiner Stelle einer Handschrift des Neuen Testaments lassen sich die hebräischen Wörter für Gott finden. Manche behaupten, dass sich das griechische Wort Jesous, was Jesus bedeutet, von dem heidnischen griechischen Gott Zeus ableiten lässt. Das ist aber nicht zutreffend. Das griechische Wort Zeus und das römische Wort Jove stammen stattdessen möglicherweise letztendlich von dem hebräischen JHWH ab. Die Griechen und die anderen Heiden legten aber keinen Wert darauf, an einer Erkenntnis Gottes festzuhalten.

Sie nahmen einfach die Namen Gottes und benutzten sie für ihre Götzen. Wir wissen natürlich bereits, dass die alten hebräischsprachigen Völker das Gleiche taten, indem sie ihre Götzen El, Ba’al oder Ba’el nannten. Einige wurden einfach „der Elohim“ genannt. Sogar der Name Jesus oder Jesous stammt möglicherweise von JHWH ab!

Es ist interessant, dass die Griechen sich sehr darum sorgten, wie ihr Hauptgott Zeus angesprochen werden sollte. Sie glaubten, dass alle 53 Namen für Zeus von Bittstellern im Gebet an ihn ausgesprochen werden mussten. Sonst würde er ihre Gebete nicht erhören.

Der richtige Name der Gottheit scheint etwas gewesen zu sein, was im Heidentum große Bedeutung hatte.

Jesus betete, dass der Vater diejenigen, die er Jesus gegeben hatte, im Namen des Vaters erhalten würde. Der Familienname des Vaters war und ist Gott auf Deutsch. Im Griechischen ist es theos. Zwölf Mal wird der Name der Kirche im Neuen Testament als Kirche Gottes (theos) bezeichnet. Jesus nannte sich selbst an vielen Stellen des Neuen Testaments der Sohn Gottes (theos). Oft sagte er, dass er im Namen des Vaters gekommen war.

Bevor wir die Theorien einiger akzeptieren, die behaupten, dass es unrecht wäre, etwas anderes als das hebräische Wort JHWH zu verwenden oder dass das Heil nur durch den richtigen Gebrauch eines einzigen Namens erlangt werden kann, müssen wir uns die überwältigende Fülle von gegenteiligen Belegen vor Augen führen, die wir im Neuen Testament vorfinden.

Das Heil hängt nicht von einem geheimen oder geheimnisvollen Wort oder einer entsprechenden Aussprache des Namens JHWH ab. Wichtig für Christen ist hingegen die Bedeutung dieses Namens, ganz gleich in welcher Sprache wir Gott anrufen.

– INTERN April 2008 PDF-Datei dieser Ausgabe

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