Sollten Sie nochmals getauft werden?

Sollten Sie nochmals getauft werden? © Wikimedia
Die Eltern halten ihr erstes Kind dem Pastor entgegen. Der Pastor gießt vorsichtig etwas Wasser auf den Kopf des Kindes. Der Säugling ist getauft. Doch war diese Taufe bibelkonform?

War Ihre Taufe bibelkonform? Was ist eigentlich die Taufe? Ist sie lediglich ein von den Konfessionen gefordertes „Ritual“ als Voraussetzung für die Mitgliedschaft?

Von Paul Kieffer

An einem Sonntagmorgen ist ein ein junges Elternpaar zum Gottesdienst gekommen, in eine Kirche der Konfession, in die die beiden sozusagen „hineingeboren“ wurden. An diesem Sonntagmorgen sind sie nicht allein. Sie werden von ihren beiden Eltern und anderen Verwandten begleitet. Es ist ein besonderer Tag für die ganze Familie, und alle sind dementsprechend feierlich gestimmt.

Dann kommt der Augenblick, auf den alle gewartet haben. Mit elterlichem Stolz hält das Elternpaar sein erstes Kind dem Pastor entgegen. Der Pastor gießt vorsichtig, gemäß der Tradition seiner Konfession, etwas Wasser auf den Kopf des Kindes. Der Säugling ist getauft und alle freuen sich. Doch war diese Taufe bibelkonform?

An diesem Sonntagmorgen findet in einer anderen Kirche ebenfalls eine Taufzeremonie statt. Der Pastor, sein Assistent und mehrere Täuflinge steigen in ein Wasserbassin hinab. Die Täuflinge sind alle erwachsen; es ist kein Kind dabei. Der Pastor und sein Assistent tauchen die Taufkandidaten nach hinten über ins Wasser. Danach ein herzlicher Händedruck als Gratulation, und die Neugetauften sind jetzt Mitglieder der Kirche. War ihre Taufe aber bibelkonform?

Einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt spielt sich im Grünen ein weiterer Taufvollzug ab. Im fließenden Wasser eines Flusses wird ein Mann getauft. Er wird ebenfalls völlig untergetaucht, doch der Geistliche, der die Taufe durchführt, tauft nur unter freiem Himmel. Er legt besonderen Wert auf strömendes Wasser als Sinnbild für den heiligen Geist. Ist diese Taufe vor Gott wertvoller als die anderen?

Das sind Beispiele für die verschiedenen Taufformen, die in dem abgewandelten Christentum unserer Zeit praktiziert werden. Säuglinge werden „getauft“. Von erwachsenen Taufkandidaten wird manchmal Reue gefordert, andere wieder werden ohne das Hervorbringen von Früchten der Reue getauft, wenn sie sich zu Christus bekennen. Es gibt sogar Glaubensgemeinschaften, die überhaupt nicht taufen.

Verwirrung unter Christen

Offensichtlich gibt es beim Thema Taufe keine Einigkeit unter den Gläubigen unserer Zeit.

Wussten Sie, dass Jesus Christus diese Situation vorausgesagt hat? Vor fast 2000 Jahren wusste Jesus bereits, dass es zu dieser religiösen Verwirrung kommen wird. Als Jesu Jünger ihn nach dem Zeichen seiner Wiederkehr fragten, wies Jesus zuallererst auf Verführung hin! „Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen“ (Matthäus 24,4-5; alle Hervorhebungen durch uns).

Also sollten viele verführt werden, und zwar durch eine große Zahl von Menschen, die unter seinem Namen auftreten, d. h., die den Namen Jesu Christi benutzen und vorgeben, sie kämen in seinem Auftrag. Weiter sagte Jesus: „Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen“ (Matthäus 24,11).

Die Geschichte des Christentums in den letzten 2000 Jahren ist eine Chronologie von Spaltungen und dem Einfluss menschlicher Philosophien, die zu widersprüchlichen Lehren unter den diversen Glaubensgemeinschaften geführt haben. Dabei wird eine Tatsache deutlich: die Voraussagen Jesu Christi über Verführung sind in Erfüllung gegangen!

Ist es nicht merkwürdig, dass heutige Christen aufgrund dieser Verwirrung nicht ausrufen: „Diese Kirchen können bestimmt nicht alle recht haben!“ Doch diese Schlussfolgerung ist so klar und einfach, wie eins und eins zwei ergibt. Die bloße Tatsache, dass es so viele verschiedene – teils widersprüchliche – Meinungen gibt, beweist schon die Richtigkeit dieser Feststellung. Andererseits wäre die ungeprüfte Annahme trügerisch, dass die Lehren der größten Konfession die richtigen sind. Schließlich sagte Jesus Christus von Nazareth selbst, dass viele verführt werden – die Mehrheit!

Doch die Ermittlung der richtigen Lehre und Praktik für diejenigen, die Gottes Willen tun wollen, ist kein hoffnungsloses Unterfangen. Denken wir an die Worte des Apostels Paulus: „Prüft aber alles und das Gute behaltet“ (1. Thessalonicher 5,21). Lukas, der Paulus auf seiner zweiten Reise begleitete, hob in diesem Sinne das Beispiel der Juden in Beröa hervor. Sie „nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich’s so verhielte“ (Apostelgeschichte 17,11).

Nur die Bibel kann der Maßstab sein, den wir zur Überprüfung von Lehre und Praktik anlegen. „Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt“ (2. Timotheus 3,16-17).

Aus diesem Grunde betonen wir immer wieder: Glauben Sie nicht uns, sondern prüfen Sie alles selbst in Ihrer eigenen Bibel nach. Tun Sie das auch in Bezug auf die Frage, ob Sie nochmals getauft werden sollten! Nur so können Sie sich völlige Gewissheit verschaffen. Deshalb empfehlen wir, dass Sie alle zitierten Schriftstellen in diesem Beitrag selbst in der Bibel nachschlagen.

Das Beispiel Jesu

Jesus Christus von Nazareth wurde getauft. Doch Jesus war ohne Sünde. Deshalb hatte er es nicht nötig, als reumütiger Sünder getauft zu werden. Das Matthäusevangelium beschreibt die Taufe Jesu und die Reaktion von Johannes dem Täufer, der Jesus taufte.

„Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen“ (Matthäus 3,13-15).

Johannes der Täufer erkannte, dass Jesus selbst die Taufe nicht nötig hatte, sondern dass er, Johannes, eigentlich von Jesus hätte getauft werden müssen. Jesus sagte aber: „Lass es jetzt geschehen, denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“

Mit seiner Taufe gab Jesus ein Beispiel für alle, die in seinen Fußstapfen nachfolgen wollen: „Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen“ (1. Petrus 2,21). Wir sollen Jesu Beispiel in allen Dingen folgen, auch in Bezug auf die Taufe.

Reue als Voraussetzung für die biblische Taufe

Biblisch gesehen ist die Taufe nicht ein notwendiges Ritual für die Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft, sondern das äußere Zeichen eines vollständigen Wandels in der Lebensausrichtung bzw. im Denken. Dieser Wandel bedeutet Reue bzw. Umkehr, was in der Lutherbibel mit dem Ausdruck „Buße tun“ ausgedrückt wird.

Doch „Buße tun“ im biblischen Sinne ist ein Begriff, der heute leider nicht mehr klar verständlich ist. In der deutschen Sprache versteht man den Begriff Buße eher im Sinne von Sühne. Man spricht von Bußgeld, abbüßen einer Strafe, etwas büßen müssen.

Luther wollte eigentlich das Wort von der Bedeutung des „Büßens“ als Eigenleistung befreien, er übersetzte es auch mit „bekehren“ (Apostelgeschichte 3,19). Die Sach- und Worterklärungen im Anhang zur Lutherbibel 1984 erklären Buße unter anderem als „Umkehr, Sinnesänderung, Bekehrung“.

Das Lexikon zur Bibel (Rienecker) schreibt: „Luther hat . . . ein Wort eingesetzt, das eigentlich ,bessern‘ . . . bedeutet.“ Die Scofield-Bibel erklärt in der Fußnote zu Apostelgeschichte 17, Vers 30: „ ,Buße‘ oder ,Buße tun‘ ist die Übersetzung des griechischen Zeitwortes metanoeo, das bedeutet, einen anderen Sinn haben, den Sinn ändern.“

Das Duden-Bedeutungswörterbuch beschreibt Buße als „Reue mit dem Willen zur Besserung“. Buße tun heißt also mit anderen Worten: Reuevolle Umkehr, indem man seinen Sinn ändert, zu Gott umkehrt und sich vornimmt, ein anderes Leben zu führen, das im Einklang mit dem Willen Gottes ist.

Dieses Verständnis ist wichtig, denn sonst können wir die Aufforderung, mit der Jesus sein Predigen begann, nicht richtig verstehen, geschweige denn umsetzen. „Nachdem aber Johannes [der Täufer] gefangen gesetzt war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,14-15).

Jesus forderte die Menschen zur Reue auf, und ihm war es ernst damit. Er meinte tatsächliche Umkehr, nicht nur eine Gefühlsaufwallung aufgrund momentaner Gewissensbisse oder flüchtiger Schuldgefühle. Der Apostel Paulus sagt: „Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod“ (2. Korinther 7,10).

Es gibt eine „Traurigkeit der Welt“, die nichts anderes ist als menschliche Gefühlsaufwallung, jedoch ohne die Bereitschaft, sich grundlegend zu verändern – zu bereuen. Kennen Sie den Unterschied zwischen rein menschlichen Emotionen, die sich bis zu Tränen steigern können, und der „Traurigkeit nach Gottes Willen“, die zu echter Reue führt?

„Wenn ihr nicht Buße tut [bereut], werdet ihr alle . . . umkommen“ (Lukas 13,3. 5) – das sind Jesu Worte! In seinem Gleichnis von dem einen verlorenen Schaf und den „neunundneunzig anderen“ erklärte Jesus: „Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut [bereut], mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen“ (Lukas 15,7).

Die Arbeit, die Jesus auf Erden begann, setzte er durch seine Jünger fort. Interessant ist, dass der Apostel Petrus in seiner ersten öffentlichen Predigt die Menschen zur Umkehr aufforderte, genauso wie Jesus sein Predigen damit begonnen hatte. Zu Pfingsten des Jahres 31 n. Chr. sagte Petrus: „Tut Buße [bereut] und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 2,38). Gott wirkte auf kraftvolle Weise durch die Worte des Petrus: „Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen“ (Vers 41). Hier wird deutlich, dass sich die Menschen zu einer echten Umkehr bewegen ließen, die die Grundlage für ihre Taufe war.

Die Taufe wird uns also als äußeres Zeichen unserer Reue befohlen, als Zeichen der Bereitschaft, unser Leben vollkommen dem Willen Gottes unterzuordnen. Daran erkennen wir einen Aspekt der Problematik bei der eingangs beschriebenen Kindstaufe. Kein Säugling ist in der Lage, eine solche Entscheidung zu treffen. Daher finden wir kein einziges Beispiel einer Säuglingstaufe im Neuen Testament.

Außerdem stellt die heutige Praktik einer Art „Bestätigung“ der Säuglingstaufe, die man Jahre später als Jugendlicher in Form der Firmung bzw. Konfirmation abgibt, das Beispiel der Taufe im Neuen Testament auf den Kopf. Statt einer bewusst getroffenen Entscheidung für Gottes Weg und einer erst daraufhin vollzogenen Taufe geschieht heute zuerst die Taufe und erst nach Jahren eine bewusste Entscheidung für den Lebensweg Gottes.

Da das Neue Testament die Säuglingstaufe nicht lehrt, praktizieren wir sie nicht.

Die Symbolik der Taufe

Wie tief greifend die Umkehr ist, die der Taufe vorausgehen soll, erkennen wir an der Symbolik der Taufe. Der Apostel Paulus beschreibt die Taufe in bildlicher Sprache: „Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Römer 6,3-4).

Die Taufe symbolisiert also ein Begräbnis. Der „alte Mensch“ (Römer 6,6), der in Sünde lebte, wird bei der Taufe symbolisch begraben. Danach sind wir eine „neue Kreatur“ (2. Korinther 5,17). So sagte Paulus auch: „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben“ (Galater 2,19-20).

Gott fordert uns durch Paulus zu einer neuen Lebensweise auf: „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ (Römer 12,1-2).

Wenn ein Mensch zu echter Reue und Umkehr gelangt, dann gibt er buchstäblich sich selbst Gott hin. Er ist tot, was sein früheres sündiges Leben anbelangt, doch er lebt durch Gott und seinen Sohn Jesus Christus. „Haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus. So lasst nun die Sünde [d. h. die Übertretung des Gesetzes, vgl. dazu 1. Johannes 3,4] nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam“ (Römer 6,11-12).

Vergessen wir nicht: „Der Sünde Sold ist der Tod“ (Römer 6,23).

Weil nun alle Menschen Sünder sind, die „des Ruhmes ermangeln, den sie bei Gott haben sollten“ (Römer 3,23), und weil der Sold der Sünde, d. h. der Sold der Übertretung der Gesetze Gottes, der Tod ist, darum symbolisiert die Taufe den Tod. Sie ist jedoch wirklich nur ein Symbol des Todes, denn Christus starb an unserer Statt.

Wir brauchen nicht buchstäblich zu sterben, aber wir müssen im Akt der Taufe unseren „alten Menschen“ tief im Wasser begraben lassen. „Denn wenn wir mit ihm [Christus] verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen“ (Römer 6,5-6).

Obwohl Christus für unsere Sünden gestorben ist, erwartet er, dass wir seinem Beispiel folgen, indem wir symbolisch die Kreuzigung und Grablegung unseres alten Menschen dadurch nachvollziehen, dass wir in ein „Grab“ aus Wasser untertauchen. Aus diesem „Grab“ werden wir aber sofort wieder herausgehoben, also gewissermaßen auferstehen, um danach ein völlig verändertes Leben zu führen.

Die biblische Form der Taufe

Die Symbolik der Taufe gibt auch Aufschluss über die einzige Form der Taufe, die bibelkonform ist. Haben Sie je bei einer Beerdigung erlebt, dass der Leichnam über der Erde liegen bleibt und nur mit einer Handvoll Sand bestreut wird? Oder dass der Leichnam nur teilweise unter die Erde gelegt wird? Natürlich nicht, das wäre ja unsinnig! Doch genau das geschieht heute bei einer Taufe, wenn jemand nur mit Wasser besprengt oder Wasser über seinen Kopf gegossen wird.

Überall dort, wo wir in unseren deutschen Bibelübersetzungen das Wort „taufen“ lesen, findet sich im griechischen Urtext das Wort baptizo, dessen Bedeutung „untertauchen“ ist. Hätte Gott die dreifache Bedeutung der Taufe, nämlich waschen, begraben und auferstehen (Römer 6,4-5), nicht ausdrücklich betonen wollen, so hätte er im Hinblick auf diese wichtige Handlung ein anderes griechisches Wort inspiriert.

Die griechischen Wörter ekcheo, proscheo und katacheo z. B. stützen sich auf den gemeinsamen Wortstamm cheo, was ausgießen bzw. ausschütten bedeutet. Sie finden sich u. a. in Johannes 2,15, Apostelgeschichte 2,17-18, Offenbarung 16,1-14, Hebräer 11,28, Matthäus 26,7 und Markus 14,3, wo von Geldausschütten, von der Ausgießung des heiligen Geistes, der Zornschalen, von Salböl und „köstlichem Wasser“ sowie von dem Besprengen mit Opferblut die Rede ist.

Einige Kirchen nun vollziehen die „Taufe“, indem sie den Täufling mit Wasser übergießen, weil sie irrtümlich glauben, das sei in der Bibel mit dem griechischen Wort baptizo gemeint. Aber in Hebräer 9,13. 19. 21 bzw. 10,22 und 12,24 sowie 1. Petrus 1,2 wird das griechische Wort rantizo gebraucht. Es bedeutet benetzen, bespritzen, besprengen usw. Einige Kirchen benetzen (rantizo) den Täufling, und sie glauben, ihn damit zu taufen (baptizo). Diese beiden Worte jedoch sagen nicht dasselbe aus, sondern haben eine völlig verschiedene Bedeutung.

Überall dort, wo in der Bibel von der Taufe die Rede ist, finden wir das griechische Wort baptizo, das niemals mit „benetzen“ o. dgl. übersetzt wurde. Es bedeutet vielmehr „waschen“ bzw. „baden“ – und zwar durch eintauchen, untertauchen oder versenken. Sinnbildlich steht es bei der Taufe für Begräbnis. Unter ein paar Wassertropfen oder per Übergießen mit etwas Wasser wird niemand symbolisch begraben.

Lesen wir nochmals Matthäus 3, Vers 13. Jesus kam nicht zu Johannes ans Waschbecken, um sich taufen zu lassen, sondern an den Jordan! Warum ging er den weiten Weg bis hin zum Jordan, wenn er mit seiner Taufe das Besprengen eines Babys mit Wasser oder das Gießen eines Krugs Wasser auf den Kopf des Täuflings billigen wollte? „Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser“ (Matthäus 3,16). Warum stieg Jesus in das Wasser hinein, wenn er zeigen wollte, dass die richtige Taufmethode darin besteht, ein wenig Wasser überzugießen oder die Stirn zu benetzen?

In diesem Zusammenhang ist auch die Beschreibung in Johannes 3, Verse 22-23 interessant: „Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort eine Weile mit ihnen und taufte. [Anmerkung der Redaktion: In Johannes 4, Verse 1-2 lesen wir, dass Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger taten es in seinem Namen.] Johannes aber taufte auch noch in Änon, nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen.“

Die Bibelstellen sowie die Bedeutung des Wortes baptizo zeigen uns, dass der reumütige Taufkandidat mit viel Wasser getauft werden muss. Eine Handvoll Wasser oder der Inhalt einer Schale reicht nicht aus. Johannes war zum Taufen extra an einen Ort gegangen, wo es viel Wasser gab. Die Taufe besteht also in einem vollkommenen Eintauchen ins Wasser; sie ist ein Zeichen dafür, dass unser altes Ich begraben wird.

Mit dem Untertauchen im Wasser ist zwar die Symbolik des Begräbnisses vollzogen, die Taufhandlung selbst ist jedoch noch nicht vollständig. Ein Resultat der Taufe ist, dass der Täufling den heiligen Geist empfängt (Apostelgeschichte 2,38). In Apostelgeschichte 8 lesen wir, dass Philippus das Evangelium vom Reich Gottes in Samarien predigte und dort die Menschen taufte, die der Botschaft „von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten“ (Vers 12). Er vollzog die Taufe aber nicht mit dem Händeauflegen, das in der Bibel immer eine besondere Aussonderung darstellt. Lukas beschreibt, was als Nächstes geschah:

„Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den heiligen Geist“ (Apostelgeschichte 8,14-16).

Selbst Simon der Zauberer, der in Samarien großen Einfluss auf die Menschen gehabt hatte, erkannte, dass der heilige Geist durch das Händeauflegen gegeben wurde: „Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den heiligen Geist empfange“ (Verse 18-19).

In diesem besonderen Fall lagen wohl einige Tage zwischen der Taufe und dem Händeauflegen. Sonst erfolgte das Händeauflegen unmittelbar im Anschluss an das Untertauchen, womit die Taufhandlung abgeschlossen war (Apostelgeschichte 19,5-6).

Heute gibt es Kirchen, die Taufwillige taufen – ja, auch durch Untertauchen! –, ohne anschließend das Händeauflegen durchzuführen. Wie das Beispiel von Philippus in Apostelgeschichte 8 zeigt, gehört beides – Taufe und Händeauflegen – zusammen. Wer nur untergetaucht worden ist, hat zwar die biblische Form des Untertauchens erfahren, hat aber den heiligen Geist nicht empfangen, weil er nur durch das Händeauflegen gegeben wird!

In der Bibel gibt es nur diese Art der Taufe. Jedes andere, von Menschen erdachte Verfahren steht im krassen Gegensatz zum inspirierten Wort Gottes und hat deshalb keinerlei Gültigkeit vor Gott. In seinem Brief an die Epheser schrieb der Apostel Paulus: „Ein Leib [eine Kirche Gottes] und ein Geist [der heilige Geist Gottes], wie ihr auch berufen seid zu einerlei Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube [eine wahre Lehre], eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen“ (Epheser 4,4-6).

Hier wird von einer Taufe gesprochen. Nach dem von Gott eingegebenen Wort gibt es also nur eine gültige, von Gott selbst angeordnete Taufe, die das vollständige Untertauchen im Wasser und das anschließende Händeauflegen umfasst. Zwei oder drei verschiedene Methoden der Taufe, die alle „gleichermaßen gültig“ sind, lässt Gott demnach nicht zu.

Der Schöpfer hat dem Menschen nicht erlaubt, irgendwelche religiösen Bräuche zu erfinden, ihnen den Stempel „christlich“ aufzudrücken und dann das Ganze als „Christentum“ zu bezeichnen! Gott lässt uns nicht selbst entscheiden, auf welche Weise wir ihm dienen bzw. wie wir ihn anbeten wollen. Er gibt uns aber die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob wir ihm so dienen wollen, wie er, unser Schöpfer, das bestimmt hat.

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Wie steht es aber mit Ihnen? Sind Sie getauft? Geschah es in der von Gott angeordneten Weise, durch Untertauchen? Oder sind Sie als Säugling getauft worden?

Hatten Sie vorher wirklich bereut? Wussten Sie überhaupt, was Reue wirklich ist? Wussten Sie damals, was Sie bereuen sollten? Wussten Sie, was nach biblischer Definition Sünde ist? Waren Sie Ihrer Lebensweise – die Art und Weise, wie Sie Ihre privaten Angelegenheiten, Ihren Beruf, Ihre Familie behandelten – wirklich überdrüssig? Verabscheuten Sie Ihre Gewohnheiten und Ihre Lebensführung so sehr, dass Sie es einfach nicht ertragen konnten, so weiterzuleben?

War bei Ihnen aber außer einer tiefen Gemütsbewegung auch das Verstehen der Tatsache da, dass Sie sich von nun an Gott und seinem Gesetz in bewusstem Gehorsam unterwerfen mussten? Hatten Sie, als Sie zu Jesus kamen, wirklich alle Rebellion gegen den Willen Gottes bedingungslos aufgegeben? Hatten Sie vor Ihrer Taufe beispielsweise bereut, dass Sie der allgemein akzeptierten Lebensweise dieser Welt gefolgt waren?

Verstanden Sie voll und ganz, dass Ihr alter Mensch begraben werden und ein „neues Ich“ aus dem Wasser emporsteigen sollte? Hatten Sie Lukas 14, Verse 25-33 gelesen und „die Kosten überschlagen“, wie Jesus es von uns erwartet, bevor Sie getauft wurden?

Vielleicht geht es Ihnen wie vielen, die uns schreiben oder anrufen. Sie „erkennen“ neue Wahrheiten in unseren Publikationen Gute Nachrichten und Intern. Sie hören sich vielleicht einige Predigten auf unserer Webseite an, und so manches, was wir sagen, findet Ihre Zustimmung. Vielleicht sind Sie vor vielen Jahren getauft worden – wahrscheinlich als Säugling in der traditionellen Konfession Ihrer Familie. Sie erkennen zwar jetzt, dass sich mit Ihrer „Taufe“ keine wesentliche Wandlung in Ihrem Leben vollzogen hat, aber es genügt Ihnen, dass Sie nun noch ein paar Fünkchen „neue Wahrheit“ hinzugewonnen haben.

Doch das reicht nicht aus! Denken Sie daran und vergessen Sie nie, dass Glaube ohne Gehorsam nicht genügt, um in das Reich Gottes zu gelangen! Selbst die Dämonen „glauben und zittern“ (Jakobus 2,19), doch ihr Glauben wird ihnen nichts nutzen, denn sie sind nicht bereit, den Willen Gottes zu tun.

Satan, der Teufel, ist in einem Sinne der größte „Fundamentalist“ aller Zeiten. Er weiß, dass Jesus der Christus ist. Er glaubt an die jungfräuliche Geburt, an Jesu Versuchung, an die Kreuzigung und Auferstehung Christi und daran, dass Christus aufstieg zum Thron Gottes, des Vaters, und dass er bald wiederkehren wird. Er glaubt an all die zur Erlösung erforderlichen Punkte. Er weiß, dass sie wahr sind, aber er will Gott nicht gehorchen! Glaube und Gehorsam sind notwendig, um in das Reich Gottes zu kommen.

Sind Sie jetzt willens, ganz ehrlich mit sich selbst zu sein? Beantworten Sie einfach einige kurze Fragen:

• Haben Sie in Ihrem Leben eine andere Taufe erlebt als die Säuglingstaufe?

• Sind Sie bei Ihrer Taufe vollständig untergetaucht worden?

• Haben Sie vor Ihrer Taufe die Notwendigkeit der Reue erkannt und dabei auch verstanden, was die Reue für Ihre zukünftige Lebensführung bzw. -ausrichtung bedeutet?

• Gab es ein Händeauflegen, bei dem der Prediger seine Hände auf Ihren Kopf legte und Gott darum bat, Ihnen den heiligen Geist zu schenken, gleich im Anschluss an Ihre Taufe durch vollständiges Untertauchen?

Wenn Sie bei diesen Fragen auch nur eine Frage mit „Nein“ beantworten, war Ihre Taufe nicht bibelkonform und daher in Gottes Augen nicht gültig. Wie lautet nun Ihre Antwort auf die Frage, die der Titel dieses Beitrags ist: Sollten Sie nochmals getauft werden?

– INTERN Mai-Juni 2012 PDF-Datei dieser Ausgabe

Gute Nachrichten
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