Wie geben wir unseren Glauben an unsere Kinder weiter?

Wie geben wur unseren Glauben an unsere Kinder weiter? © StockSnap/Pixabay
Wir sollen jedem Kind helfen, eine Beziehung zu Gott unter der Voraussetzung der eigenen individuellen emotionalen und intellektuellen Verfassung zu finden.

Worauf sollen wir achten, wenn wir unseren Kindern Gott näherbringen wollen?

Von der Redaktion

In einer Gesellschaft, die Gott und die Bibel zunehmend ablehnt, haben christliche Eltern es oft schwer, ihren Kindern eine Beziehung zu Gott zu vermitteln und die Bibel näherzubringen. Der wahre Einfluss hinter dem Trend in der Gesellschaft ist Satan der Teufel, den die Bibel den Gott dieser Welt nennt (2. Korinther 4,4). Satan der Teufel möchte unsere Söhne und Töchter davon überzeugen, dass sein Weg besser ist.

Es ist nicht zu übersehen, dass Satan in seinen Bemühungen sehr erfolgreich gewesen ist. Um diesem Einfluss entgegenzuwirken, sollen Eltern ihren Kindern die andere Seite der Geschichte erzählen, sobald sie sie verstehen können. Dabei gilt es, den Kindern die Heilige Schrift zugänglich zu machen und ihnen zu erzählen, was Gott alles im Leben gläubiger Menschen bewirkt. Eltern können so ihren Kindern Gottes Liebe und seinen Plan für alle Menschen verständlich machen.

Jedes Kind ist einzigartig

Die Herausforderung für Eltern liegt darin, jedem Kind mit seinen individuellen Veranlagungen gerecht zu werden. Wir sollen jedem Kind helfen, eine Beziehung zu Gott unter der Voraussetzung der eigenen individuellen emotionalen und intellektuellen Verfassung zu finden – nicht einfach nur nach unseren eigenen Erfahrungen.

Jedes Kind soll seinen persönlichen Voraussetzungen und seinem eigenen Denken gemäß den Weg zu Gott finden und sich damit identifizieren. Unsere erzieherischen Maßnahmen als Eltern sollen daher individuell auf jedes Kind zugeschnitten sein. Eltern sollen Gott im Gebet um Hilfe bitten, damit sie erkennen können, wie man seine Existenz und die Wahrheit der Bibel jedem Kind näherbringen kann.

Es kann hilfreich sein, die individuellen Talente eines jeden Kindes mit einer biblischen Figur zu verbinden, die auch solche Talente besaß und welche Gott in besonderer Weise gebrauchen konnte.

König David z. B. war ein hervorragender Musiker. Salomo erforschte gerne die Natur. Dorcas nähte gern. Petrus und andere Jünger waren Fischer. Paulus las gern. Darüber hinaus wurden viele biblische Personen von Gott schon in jungen Jahren berufen.

Wenn man die Talente dieser biblischen Figuren mit den eigenen Interessen der Kinder verknüpft, hilft es ihnen zu verstehen, dass andere ihr Leben unter Gottes Führung erfolgreich gestaltet haben. Unsere Kinder sollen ihr eigenes Potenzial als Diener Gottes erkennen, den vielen Männer und Frauen ähnlich, von denen die Bibel berichtet.

Eltern können auch auf die Gefühle, Hoffungen, Träume und Wünsche ihrer Kinder eingehen. Diese können zur Diskussionsgrundlage darüber werden, wie Gott und seine Wahrheit ihr Leben beeinflussen können. Kinder sollen lernen, dass Gott ihr Freund und Helfer ist. Dabei ist die Entstehung einer persönlichen Verbindung wichtig, denn sonst wird der Glaube nie zu ihrem eigenen.

Beispielsweise können wir unseren Kindern helfen zu erkennen, dass Gebet in Wirklichkeit eine Unterhaltung mit Gott ist. Das zeigen wir ihnen, wenn sie sehen, wie man im Gebet alle Gedanken mit Gott teilen kann.

Ein weiteres Beispiel ist darauf hinzuweisen, wie das, was Kinder in der Schule erleben, mit ihrer Beziehung zu Gott zu tun haben kann. Gott ist für unsere Kinder da und steht ihnen zur Seite. So können biblische Prinzipien im Leben der Kinder zur Wirklichkeit werden.

Wie vermittelt man die Bibel?

Die Bibel ist ein großes Buch, das wir unseren Kindern am besten in kleinen, verständlichen Portionen näherbringen. Wenn wir uns ein Thema vornehmen, sollen wir darüber nachdenken, wie wir es ihnen auf verständliche Weise beibringen können. Manchmal kann ein bestimmtes Thema auch mehrere Tage lang besprochen werden.

Konzentrieren wir uns darauf, unseren Kindern wichtige biblische Themen beizubringen, die sie ihr ganzes Leben gebrauchen können. Beispiele solcher Themen sind das Leben Jesu Christi, das kommende Reich Gottes, die Zehn Gebote, das Leben biblischer Helden und die Beweise für Gottes Existenz bzw. die Schöpfung.

Nachdem Sie ein Thema ausgewählt haben, überlegen Sie, warum das Thema für Ihre Kinder wichtig ist. Das kann eine Motivationshilfe sein, um das Thema besser zu präsentieren. Es wäre auch gut, mögliche Schwachstellen bei der Behandlung des Themas zu überlegen, um diesen entgegenzuwirken. Einige biblische Themen sind einfacher zu unterrichten, andere bereiten mehr Mühe.

Gehen Sie planmäßig vor, indem Sie das Thema sozusagen in kleine Teile zerlegen und sich einen Zeitraum vornehmen, in dem Sie das Thema behandeln wollen. Benutzen Sie auch andere Hilfsmittel wie z. B. ein Bibellexikon. Die meisten Kinder lieben Computerspiele. Auch so kann man ihr Interesse an der Bibel wecken.

Jedes Ihrer Kinder im lesefähigen Alter sollte seine eigene Bibel haben, in der es Schriftstellen unterstreichen oder etwas hineinschreiben kann.

Das Bibelstudium zur Gewohnheit machen

Versuchen Sie, regelmäßig eine Zeit zum Bibelstudium mit Ihren Kindern zu finden. Bei der Vermittlung der Bibel gilt es, Bibelstudium zur Gewohnheit werden zu lassen – eine Gewohnheit, die die Kinder dann hoffentlich bis ins Erwachsenenalter beibehalten werden. Anfangs sollte das Bibelstudium nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern, wobei man aufmerksam darauf achten soll, ob die Kinder ihre Konzentration verlieren.

Fangen Sie langsam an, bis Sie sich an einige Lehrtechniken und -ideen gewöhnt haben. Versuchen Sie nicht zu viel Material in einem Studium zu bewältigen und ziehen Sie ein Thema nicht zu lange hinaus. Die Behandlung eines Themas soll nicht ewig andauern, sondern planmäßig voranschreiten.

Wenn möglich, ist es gut, am Tisch zu sitzen. Der äußere Rahmen soll so eindeutig mit Bibelstudium verknüpft sein. Die Familie setzt sich an den Tisch und ist aufmerksam und respektvoll dem Wort Gottes gegenüber. Versuchen Sie Ablenkungen auf ein Minimum zu halten. Schalten Sie daher Radio und Fernsehen aus. Wenn das Telefon immer wieder während des Studiums klingelt, können Sie es auf stumm schalten bzw. einen Anrufbeantworter benutzen.

Die Zeit beim Bibelstudium sollte eine angenehme Zeit sein. Indem wir sie zu einer besonderen Zeit machen, zeigen wir, dass wir Gottes Wort und das Privileg, es studieren zu dürfen, schätzen. Manchmal hilft es, ein besonderes Getränk während des Bibelstudiums anzubieten wie z. B. einen Fruchtsaft oder einen heißen Kakao. Auch ein Windlicht auf dem Tisch kann eine besondere Atmosphäre schaffen. Jedes Bibelstudium sollte mit einem kurzen gemeinsamen Gebet beginnen, indem wir Gott um seine Hilfe beim Verständnis seines Wortes bitten.

Die Bibel markieren

Das Bibelstudium wird für unsere Kinder interessanter, wenn wir unsere Bibel nach einer bestimmten Methode markieren. Das Markieren hilft bei der Konzentration auf bestimmte Schriftstellen und Themen und kann uns an bestimmte Abschnitte in der Heiligen Schrift erinnern. Das Markieren kann eine kreative und interaktive Dimension des Bibelstudiums sein.

Jeder kann das eigene Markierungsmuster entwickeln. Benutzen Sie verschiedenfarbige Buntstifte. Das Markieren mit Buntstiften ist manchmal etwas leichter, wenn man dabei festes Papier zwischen die Seiten der Bibel legt.

Kinder können das Markieren zunächst auf losen Blättern üben. Wenn man weiß, wie man beim Markieren vorgehen will, kann es hilfreich sein, ein Musterblatt bzw. einen „Markierungsschlüssel“ anzulegen.

Eine einfache Art, einen Vers bzw. einen bestimmten Abschnitt zu markieren, ist, einen bunten „Rahmen“ mit einem Lineal um den Vers bzw. die Textpassage zu ziehen. Für verschiedene Themen wie z. B. Gebet, Gottes Gesetz usw. kann man verschiedenfarbige Rahmen verwenden.

Andere Themen können z. B. auch mit einem Symbol am Textrand markiert werden. Für das Reich Gottes könnte man eine Krone zeichnen oder auch die Buchstaben RG. Für Schriftstellen, die das Thema „Klatsch und Tratsch“ behandeln, könnte man ein Paar Lippen zeichnen. Mit ein bisschen Fantasie gibt es sicherlich unendlich viele Möglichkeiten, die verschiedenen Themen in der Bibel zu markieren.

Jedes Kind sollte auch sein eigenes Notizbuch für das Bibelstudium haben, das nach Erinnerungsversen, persönliche Notizen, biblische Lehren usw. unterteilt werden kann.

Gott offenbart sich selbst in der Bibel

Gott offenbart sich selbst in der Bibel. Welches Thema wir auch immer studieren wollen, es wird uns etwas über Gott und seinen Plan offenbaren. Es ist, als würde Gott selbst uns die Geschichte erzählen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Themen zu behandeln, die sich auf Gott selbst und die biblische Geschichte beziehen. Einige möchten vielleicht in 1. Mose anfangen und Kapitel für Kapitel weiterlesen (vielleicht mit Ausnahme der Kapitel über die Ahnentafeln – doch auch hier gibt es interessante Dinge zu lernen und vielleicht haben einige auch Spaß daran, verschiedene Namen auszusprechen). Wenn eine Familie früh genug damit anfängt, kann sie es schaffen, die gesamte Bibel als Familie zu lesen.

Eltern sollen sich aber dessen bewusst sein, dass einige Bibelpassagen, auch wenn sie ein Teil der Bibel sind, für junge Kinder nicht zur detaillierten Auslegung geeignet sind, besonders wenn sie sehr empfindlich sind.

Eine weitere Alternative wäre, ein bestimmtes Buch in der Bibel zu lesen. Das Buch der Sprüche eignet sich beispielsweise sehr gut für ein Bibelstudium mit Kindern. Die Familienmitglieder können sich beim Vorlesen der Bibelverse abwechseln. Machen Sie so oft wie nötig eine Pause, um verschiedene Inhalte zu besprechen und verschiedene Verse mit Buntstiften zu markieren. Man kann sich auch als Familie alte Predigtnotizen ansehen oder sich eine Predigt auf CD anhören. Dabei kann die Predigt so oft wie nötig angehalten werden, um bestimmte Dinge zu besprechen und verschiedene Verse zu markieren. Auf diese Weise kann man Kindern verschiedene biblische Themen beibringen.

Verschiedene Bibelabschnitte können auch als Hausaufgabe zum Lesen aufgegeben werden, damit man sie später beim Familienbibelstudium besprechen kann. Ein Bibelstudium muss nicht immer nach demselben Schema ablaufen. Es kann auch hilfreich sein, verschiedene Schriftstellen abzuschreiben. So könnte eine Familie z. B. als gemeinsame Aufgabe ein kurzes Buch in der Bibel abschreiben (vgl. 5. Mose 17,18-20).

Zusätzliche Hilfsmittel können auch sehr nützlich sein. Man könnte z. B. Landkarten oder Bilder aussuchen, um die Gegend zu veranschaulichen, in der verschiedene biblische Ereignisse stattgefunden haben. Machen Sie Kopien von diesen Karten und Bildern, damit jedes Familienmitglied seine Kopie in das eigene Notizbuch heften kann. Gleichfalls können auch Zeittafeln helfen, verschiedene historische Ereignisse zu verdeutlichen.

Es kann auch Spaß machen, verschiedene Schriftstellen und ihre Bedeutung auswendig zu lernen. Dabei können kleine Belohnungen, die dem Alter des Kindes entsprechen, wie z. B. kleine Klebebilder oder ein kleines Geschenk, verteilt werden. Diese können auch verteilt werden, wenn ein bestimmtes Thema oder Projekt abgeschlossen ist. Kinder haben gerne das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Das eigene Gespräch mit Gott

Ihre Kinder können Gott auch durch Ihren persönlichen geistlichen Weg mit Gott kennenlernen – von Ihrer eigenen persönlichen Geschichte. Manche Eltern mögen sich nicht sehr wohl dabei fühlen, so den eigenen Kindern gegenüber „Zeugnis“ abzulegen. Vielleicht ist es die Angst, zu religiös zu erscheinen, oder man möchte solche privaten Dinge lieber für sich behalten.

Andererseits sollen Gottes Gnade, Liebe und Treue – und selbst ein gewisses Maß der Zurechtweisung in unserem Leben, wenn angebracht – mit unseren Kindern geteilt werden. Wenn wir diese Dinge für uns behalten, enthalten wir unseren Kindern das Wissen um das gute Werk vor, das Gottes Eingreifen in unserem Leben ermöglichen kann.

Eltern können ihren Kindern zum Beispiel erzählen, wie es bei ihrer eigenen Taufe war und was dazu geführt hat, wie Gott ihre Gebete erhört hat und warum sie an Gott glauben. Kinder sollen verstehen, wie Gott mit ihren eigenen Eltern arbeitet. So erfahren Kinder auch, dass es Gott wirklich gibt und dass seine Versprechen nicht gebrochen werden können.

Unsere eigenen Erfahrungen mit unseren Kindern zu teilen, hilft ihnen zu erkennen, dass Gottes Weg wirklich funktioniert. So kommen wir Gottes Aufforderung in 5. Mose 6, Vers 7 nach: Du „sollst sie [die Worte Gottes] deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.“

– INTERN Juni 2007 PDF-Datei dieser Ausgabe

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