Wie gehen wir mit Problemen um?

Wie gehen wir mit Problemen um? © Hamed Mehrnik/Pixabay
Wenn Probleme auf uns hereinzustürzen scheinen, sollten wir daran denken, dass Gott uns Menschen einen hervorragenden Verstand gegeben hat.

Probleme können uns derart belasten, dass wir den Mut verlieren. Wie kann man dem vorbeugen? Haben Sie gelernt, die Probleme in Ihrem Leben zu kategorisieren?

Von Paul Kieffer

Wer lebt ganz ohne Probleme? Niemand, denn Probleme gehören zum Leben. Manchmal scheinen sie von mehreren Seiten auf uns hereinzustürzen, in unterschiedlicher Wirkung und Menge. Man steht dann vor einem sprichwörtlichen Berg von Problemen. Ist es auch Ihre Erfahrung, dass man dann leicht den Mut verlieren kann und nicht mehr ein noch aus weiß?

In solchen Situationen ist es hilfreich, unsere Probleme, die uns wie ein Berg vorkommen können, auf drei kleinere Berge zu verteilen. Dabei spielt die gewählte Reihenfolge keine Rolle. Diese Vorgehensweise spiegelt die hilfreiche Erfahrung mancher Christen wider, die wir in diesem Artikel mit Ihnen teilen möchten.

Die erste Kategorie sind die Probleme, die man selbst lösen kann.

Wenn Probleme auf uns hereinzustürzen scheinen, sollten wir daran denken, dass Gott uns Menschen einen hervorragenden Verstand gegeben hat. Wir können daher davon ausgehen, dass Gott von uns den Einsatz dieses Verstandes erwartet. Dabei dient uns sein Wort, die Bibel, als ständiger Leitfaden.

Wenn wir z. B. ein zwischenmenschliches Problem haben, zeigt uns Gott in Matthäus 18, Vers 15 einen möglichen Lösungsweg auf: „Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.“ Implizit in dieser Aussage ist unser Bemühen, das Gespräch zu suchen und damit die Sache zu klären.

Bei Finanzproblemen, bei Problemen am Arbeitsplatz usw. finden wir Gottes hilfreiche Unterweisung in Sprüche 12, Vers 15: „Wer auf Rat hört, der ist weise.“ Dazu gibt es die Ermahnung des Apostels Jakobus, Gott um Weisheit zu bitten: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden“ (Jakobus 1,5).

Bibelstellen wie diese lassen uns erkennen, dass wir das tun sollen, wozu wir fähig sind, um eine Lösung für unsere Probleme zu finden. Gott kann uns helfen, wenn wir ihn bitten, aber er wird das nicht für uns tun, was wir selbst tun können.

Die zweite Kategorie sind die Probleme, die sich mit der Zeit von selbst lösen.

Wenn wir in der Lage sind zu erkennen, dass ein Problem in unserem Leben zu dieser zweiten Kategorie gehört, fällt es uns leichter, geduldig im Glauben und im Vertrauen zu Gott auf die Zeit zu warten, zu der dieses Problem einfach nicht mehr relevant sein wird. Auch König David scheint solche Prüfungen erlebt zu haben: „Warum bin ich so mutlos? Muss ich denn verzweifeln? Auf Gott will ich hoffen! Ich weiß, ich werde ihn noch einmal preisen; ihn, meinen Gott, der mir hilft“ (Psalm 42,6; Gute Nachricht Bibel).

Als Beispiele für diese Kategorie könnten bevorstehende unangenehme Aufgaben in Familie oder Beruf gehören, ebenso die vollständige Genesung nach einer Krankheit, die Trennung von Freunden, vorübergehende finanzielle Schwierigkeiten, ein bevorstehender Umzug, eine lärmende Baustelle vor der Haustür usw.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass auch der längste Tag nie mehr als 24 Stunden hat. „Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug“ (Matthäus 6,34; „Neues Leben“-Übersetzung). Wenn wir erkennen, dass sich ein Problem mit der Zeit von selbst lösen wird, sollten wir uns nicht übermäßig Sorgen machen, die uns über Wochen oder Monate hinweg plagen. Wir können Gott um die notwendige Geduld, Kraft und Ausdauer bitten, um mit dem Problem fertig zu werden.

Die dritte Kategorie sind die Probleme, die wir mit unserer menschlichen Kraft einfach nicht lösen können.

Beispiele dafür sind der Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod oder eine Dauerkrankheit wie Diabetes oder multiple Sklerose, mit der manche Menschen jahrelang, oft bis zum Tod, leben müssen. Das Leben mit einem behinderten Kind gehört auch zu dieser Kategorie. Auch das Leben in dieser Welt mit all seinen Leiden können wir insgesamt nicht ändern.

Was wir aber ändern können, ist unsere innere Einstellung dazu. Jesus ist unser aller Vorbild. Dazu sagt er uns, dass wir als seine Nachfolger bereit sein müssen, unser Kreuz auf uns zu nehmen: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert“ (Matthäus 10,38).

Die Übergänge bei diesen drei Kategorien sind teilweise fließend. Dennoch kann es eine Erleichterung sein, unsere Probleme auf diese Weise zu kategorisieren. So können wir das Gefühl der Hilflosigkeit bekämpfen.

Freilich ist in all diesen Fällen für Christen wichtig, Trost in Gottes Wort zu suchen und im Gebet alles Schwere und Bedrückende vor Gott zu bringen. Durch das Studium der Psalmen und das Betrachten von Davids oder beispielsweise Paulus’ Leben erfahren wir, dass wir uns mit unserem Kummer in der besten Gesellschaft befinden und dass unsere Probleme nichts Außergewöhnliches für diejenigen sind, die Gottes Weg gehen wollen: „Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr“ (Psalm 34,20).

Unsere eigene Erfahrung lehrt uns, dass wir uns, wenn jemand zu uns kommt, der wegen seiner Probleme den Mut verloren hat und uns seinen Kummer anvertrauen will, Aussagen verkneifen sollen wie „Das ist doch nicht so schlimm“ oder „Mach’ dir darüber nicht so viele Gedanken“. Mit solchen Äußerungen können wir dem Leidenden noch weiteren Kummer hinzufügen. Halten wir uns an die einfache Ermahnung des Paulus: „Weint mit dem Weinenden“ (Römer 12,15).

Unsere Erfahrung im Leben lehrt uns auch, dass wir Gott zu unserem Partner machen, wenn wir ihn in unsere Sorgen und Probleme einbeziehen. Es kann keinen besseren Beistand geben! „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Philipper 4,6).

– INTERN März 2010 PDF-Datei dieser Ausgabe

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