Sind Sie frustriert, weil Gott die Probleme in Ihrem Leben und der Welt um Sie herum noch nicht gelöst hat? Wir alle müssen konsequent danach streben, ihm zu gehorchen und ihm zu vertrauen.

Von Robin Webber

Es gibt eine bekannte Redewendung: „Gut Ding will Weile haben.“ Manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit und lassen sich nicht beschleunigen. Das gilt für manche großen Herausforderungen des Lebens, bei denen wir erst geduldig warten, bis unsere Geduld erschöpft ist und wir uns abwenden. Wir geben auf! Vielleicht wenden wir uns dabei sogar von Gott ab.

Hier lässt sich eine Parallele zu unserem geistlichen Weg mit Jesus Christus als unserem Wegweiser ziehen. Ein kleiner Junge fragte Gott: „Wie lange sind 1000 Jahre für dich?“ Gott antwortete: „Wie eine Sekunde.“ Der Junge fragte dann: „Und wie sind tausend Euro für dich?“ Gott antwortete geduldig: „Mein Sohn, wie ein Cent.“ Der Junge dachte, er hätte es verstanden, und stellte die entscheidende Frage: „Gott, kann ich einen deiner Cents haben?“ Gott antwortete: „Aber natürlich, mein Sohn. Aber du musst eine Sekunde warten.“

Diese anschauliche und zugleich tiefgründige Analogie hilft uns zu verstehen, was es bedeutet, ein Jünger Jesu Christi zu sein, wenn wir seiner Einladung „Folgt mir nach!“ folgen wollen (Matthäus 4,19; Johannes 21,22). Sie verdeutlicht, dass sich unsere Gedanken und Wege stark von denen unseres Schöpfers unterscheiden (Jesaja 55,8-9).

Er wirkt in einer völlig anderen Sphäre als wir, kennt aber selbst den Spatz, der zu Boden fällt: „Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater“ (Matthäus 10,29). Er konzentriert sich umso mehr auf diejenigen, die nach seinem Bild geformt sind: „Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge“ (Matthäus 10,30-31).

Ein wesentlicher Bestandteil unseres charakterlichen Werdegangs ist die Erkenntnis, dass „auf den Herrn warten“ keine Option, sondern ein zentraler Bestandteil der Reifung als Jünger Jesu Christi ist. Dieses geduldige Warten ist eine geistliche Übung, die im direkten Gegensatz zu einer Welt steht, die alles sofort haben will. Vielleicht zeigt gerade dies anderen am deutlichsten, wie sehr wir uns Gott anvertrauen: dass wir die Geduld aufbringen, auch in Zeiten durchzuhalten, die kein Ende zu nehmen scheinen.

„Ich komme zu euch“

Bevor wir fortfahren, wollen wir uns zwei unerschütterliche Versprechen Jesu vor Augen führen, die uns dabei helfen sollen, Geduld zu üben. Sie galten nicht nur seinen Jüngern in der Nacht des Verrats, sondern auch uns heute. In Johannes 14, Vers 18 heißt es: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“ Sofort? Nein, denn es braucht Zeit, Gehorsam und Geduld, um dies persönlich zu begreifen.

Jesu Freunde, die ihn in jener Nacht verließen, ahnten nicht im Geringsten, was in den folgenden Tagen und Wochen geschehen würde. Stellen Sie sich vor, was alles folgte: Sein schrecklicher Tod, dann seine Auferstehung, seine Begegnung mit ihnen, als er plötzlich in einem verschlossenen Raum erschien, und schließlich seine Himmelfahrt – ganz zu schweigen von der unfassbaren Realität, dass er als „Helfer“ durch den heiligen Geist buchstäblich in ihnen wohnen würde (siehe Johannes 14,26; 2. Korinther 13,5). Ich vermute, sie zählten die Sekunden, anstatt zu begreifen, welche Vollkommenheit Gott für sie bereithielt.

Dies zeigte sich insbesondere kurz vor Jesu Himmelfahrt. Die Jünger sehnten sich danach zu hören, dass die Wiederherstellung des Reiches Israel unmittelbar bevorstehe. Der auferstandene Christus antwortete ihnen: „Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat“ (Apostelgeschichte 1,7). Das hieß sinngemäß: „Vergesst euren eigenen Zeitplan! Stellt euch auf Gottes Zeitplan ein!“

Zunächst mussten sie in Jerusalem ausharren, bis sie mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet würden, wie Jesus ihnen sagte: „Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe“ (Lukas 24,49; siehe auch Apostelgeschichte 1,4). Man kann sich ihre Angst vorstellen, in dieser gefährlichen Welt ohne die leibliche Gegenwart Christi ausharren zu müssen.

Doch sie überwanden ihre Vorbehalte und taten, was Jesus ihnen gesagt hatte. Uns wird berichtet, dass sie in Jerusalem in einem Obergemach warteten und gemeinsam beteten: „Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern“ (Apostelgeschichte 1,13-14; Einheitsübersetzung).

Sie waren nicht mehr auf der Flucht, wie sie es Wochen zuvor im Garten Gethsemane gewesen waren. Jesus hatte zu ihnen gesagt: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1,8).

Ihr Zeugnis bestand nicht nur aus Worten, sondern aus gelebter Praxis: Sie warteten auf den Herrn, ohne sich nach ihren eigenen Vorstellungen von Zeit zu richten. Anstatt sich von Gott abzuwenden, blieben sie standhaft!

In der Apostelgeschichte werden sie als treu, erwartungsvoll, geduldig und gehorsam im Warten auf die Verheißungen des Herrn beschrieben. Gehorsam und Glaube an Gottes Führung waren der Weg, um unserem Herrn zu dienen und Menschen zu sammeln, die die Welt letztendlich verändern würden (Apostelgeschichte 17,6). Doch zuerst mussten sie sich Gottes Führung unterwerfen und ihr eigenes Leben grundlegend verändern, bevor sie für andere ein gutes Vorbild sein konnten. Kurz gesagt: Gott gibt seinen Geist denen, die ihm gehorchen (Apostelgeschichte 5,32).

Schlüssel zum Verständnis von Gottes Zeitplan

Daher möchte ich Ihnen drei Schlüssel anbieten, damit Sie aufhören, ängstlich darauf zu warten, dass die Dinge des Lebens in Bewegung kommen. Richten wir stattdessen unsere Aufmerksamkeit auf „den Meister der Sekunden der Ewigkeit“.

1. Warten bedeutet, einen liebenden Gott zu kennen, ihm zu vertrauen und sich ihm unterzuordnen. Er wird zur rechten Zeit und auf seine Weise antworten und niemals zu spät kommen. Dies schließt letztlich die Zeit des Wartens auf das zukünftige Kommen des Reiches Gottes in „Gottes Sekunden“ ein, während viele seiner treuen Nachfolger bis dahin im Grab ruhen.

Jesaja 30, Vers 18 offenbart: „Darum harrt der Herr darauf, dass er euch gnädig sei, und er macht sich auf, dass er sich euer erbarme; denn der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren!“

Jeremia 29, Verse 11-13 beschreiben Gottes aktive Gnade weiter: „Denn ich, ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke — Gedanken des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Ihr werdet mich anrufen, ihr werdet kommen und zu mir beten und ich werde euch erhören. Ihr werdet mich suchen und ihr werdet mich finden, wenn ihr nach mir fragt von ganzem Herzen“ (Einheitsübersetzung).

2. Warten bedeutet, sich aktiv auf die Suche nach Gott zu begeben. Jede Ursache hat eine Wirkung und Gott handelt nicht im luftleeren Raum – im Gegensatz zu Satan und dem eigenen Willen.

Bedenken Sie, dass das Warten auf Gott nicht passiv ist. Ihn zu suchen und auf ihn zu warten, geschieht mit ganzem Herzen. Beachten Sie Sprüche 8, Vers 17, in dem die göttliche Weisheit personifiziert wird: „Ich liebe, die mich lieben, und die mich suchen, finden mich.“

Wie können wir ernsthaft nach Gott und seinen Wegen suchen und auf ihn warten? Es bedeutet, Zeit in seinem Wort zu verbringen und mit einem tiefen, von Herzen kommenden Verlangen nach göttlicher Führung für unser Leben zu beten, statt vergeblich auf die Probleme des Lebens zu starren, die nie zur Ruhe kommen.

Es bedeutet, ihn im Gebet aufrichtig zu suchen, um eine andere Stimme als die eigene zu hören. Es erfordert, sich bewusst Zeit zu nehmen, um unsere Prioritäten, Werte, Motive und Einstellungen im Leben zu prüfen und zu bewerten. Sind Sie auf Gottes Wellenlänge? Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, darüber nachzudenken und Gott zu bitten, sein Feuer in Ihnen zu entfachen!

3. Warten bedeutet, sich Gott hinzugeben und sich mit geduldiger Erwartung seinem Zeitplan anzuvertrauen. Denken Sie dabei auch an die Jünger in Jerusalem.

Lasst uns mit der Betrachtung des Anfangs von Psalm 40 für heute abschließen. Dort finden wir eine Weisheit, die von einem Vorfahren dessen überliefert wurde, der uns auffordert: „Folgt mir nach!“

„Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen“ (Psalm 40,2-4).

David wurde durch sein Vertrauen auf Gott errettet. Wie in der Life Application Study Bible zu diesen Versen erklärt wird, befreite Gott ihn aus der Verzweiflung, gab ihm festen Halt, stärkte ihn für seinen weiteren Weg und inspirierte ihn zu einem neuen Lobgesang. Stellen Sie sich vor: Ein neuer Weg, um die Frustrationen des Augenblicks zu überwinden – nicht länger verbittert, sondern gestärkt –, indem wir uns dem Prozess des Wartens auf einen Gott öffnen, der auch auf uns wartet.

Ich schätze es sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um über die Bedeutung von „Gottes Sekunden“ nachzudenken.