
Die Natur um uns herum ist wie ein offenes Buch, in dem wir die Spuren eines großen Schöpfers entdecken können. Etwas so Unscheinbares wie eine Sonnenblume zeugt von Gottes Herrlichkeit, und das ohne Worte, doch hörbar für jeden, der hinschaut.
Von Mario Seiglie
Wenige Dinge haben mich im Leben so beeindruckt wie der Anblick eines Feldes voller wunderschöner, leuchtender Sonnenblumen, die sich der Sonne entgegenstrecken. Es wirkt, als würden sie einem stummen Befehl gehorchen und gemeinsam nach oben blicken.
Vielleicht haben Sie sich noch nie gefragt, wie sie das schaffen, aber es grenzt wirklich an ein Wunder. Tatsächlich stellt diese unscheinbare Pflanze eine enorme Herausforderung für Charles Darwins Evolutionstheorie dar.
Darwin sagte: „Wenn gezeigt werden könnte, dass irgendein komplexes Organ existiert, das nicht durch zahlreiche aufeinanderfolgende geringfügige Modifikationen gebildet werden konnte, würde meine Theorie absolut zusammenbrechen. Aber ich kann keinen solchen Fall finden“ (Die Entstehung der Arten, Wiley-VCH-Ausgabe, 2012, Seite 182).
Obwohl er angab, kein Beispiel finden zu können, lässt sich eines in den Merkmalen der Sonnenblume erkennen. Die Sonnenblume weist Eigenschaften auf, die sich nicht allmählich und schrittweise entwickelt haben können. Betrachten wir dazu drei Beispiele.
Fibonacci-Spiralen positionieren die Samen optimal
Betrachten wir zunächst den Aufbau von Sonnenblumenkernen. Sie entstehen aus den Fortpflanzungsorganen der Sonnenblume, den sogenannten Röhrenblüten.
Im Inneren des Blütenkopfes sind die Samen in einer wunderschönen Spirale angeordnet. Erstaunlicherweise bilden sie ein komplexes Muster, das auf einer mathematischen Formel mit Fibonacci-Zahlen basiert. Diese Zahlen wurden 1202 vom großen italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci formuliert.
In dieser Folge ist jede Zahl die Summe der beiden vorhergehenden. Die ersten Zahlen der Folge sind: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21 usw. In einem Sonnenblumenkopf bedeutet dies, dass jeder Samen im sogenannten „Goldenen Winkel“ positioniert ist, also dem Winkel, unter dem die größte Anzahl an Samen auf kleinstem Raum Platz findet.
Das Biomimicry Institute erklärt: „Die Anordnung der Samen in Spiralen, die den Fibonacci-Zahlen entsprechen, ermöglicht eine maximale Anzahl gleichmäßig verteilter Samen auf einem Blütenstand, ohne Gedränge in der Mitte und ohne kahle Stellen am Rand. Die Fibonacci-Folge eignet sich für die Sonnenblume besonders gut, da sie eine entscheidende Eigenschaft mit sich bringt: das Wachstum.
Auf einem Blütenstand der Sonnenblume wachsen die einzelnen Samen, während im Zentrum des Blütenstands kontinuierlich neue Samen gebildet werden, die die Samen am Rand nach außen drängen. Die Einhaltung der Fibonacci-Folge gewährleistet ein kontinuierliches Wachstum. Das heißt, während ein Blütenstand wächst, sind die Samen stets gleichmäßig und maximal dicht gepackt“ („Helianthus Sunflower“, Encyclopedia of Life, 2012).
Den darwinistischen Evolutionisten sollte folgende Frage gestellt werden: Wie kam die Sonnenblume zu der Erkenntnis, dass die Fibonacci-Formel die optimale Verpackung ihrer Samen gewährleistet? Welcher schrittweise Prozess führte dazu? Wie zu erwarten war, haben Evolutionisten bisher keinen Prozess vorgeschlagen, der dieses ausgeklügelte Design erklärt.
Hat sich die Sonnenblume zu einer Art geschicktem Mathematiker entwickelt, der ihre Samen auf die effizienteste Weise organisiert? Wie wäre dies durch die beiden Hauptmechanismen der Evolution – Mutation und natürliche Selektion – möglich gewesen?
Wäre es nicht sinnvoller anzunehmen, dass die Sonnenblume von einem großen Mathematiker entworfen wurde, der diese präzise mathematische Formel als Teil ihres Bauplans entwickelte? Ja, denn in Römer 1, Vers 20 heißt es: „Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben.“
Die erstaunlichen Bewegungen der Sonnenblume
In Psalm 19, Vers 2 heißt es: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“ Und die Sonnenblume steht im Einklang mit dem Himmel. Eine ihrer erstaunlichsten Fähigkeiten ist, dass sie fast ihr ganzes Leben lang der Sonne folgen kann. Dieses Phänomen nennt man Heliotropismus, also die Ausrichtung einer Pflanze nach dem Lauf der Sonne.
Doch wie schafft die Sonnenblume das? Erstaunlicherweise besitzt sie ein organisches Hydrauliksystem, das den Wasserdruck im sogenannten Pulvinus, dem Stängelhals, je nach Sonneneinfallswinkel verändert. Tagsüber verlängert der Stängel mithilfe seiner Motorzellen die der Sonne abgewandte Seite, während sich die Blätter und die noch unreifen Blüten zur Sonne neigen. Dadurch zeigt die Sonnenblume bei Sonnenuntergang nach Westen.
Nachts dehnt sich die andere Seite des Stängels aus und schiebt Blätter und Blüten nach Osten, sodass sie bei Tagesanbruch der Sonne zugewandt sind. Da die Blätter und die unreifen Blüten grün sind und aktiv Photosynthese betreiben, erhalten sie durch den Heliotropismus 10 bis 15 Prozent mehr Sonnenlicht als in einer festen Position. Sobald die Sonnenblume zu schwer wird und ihre Samen reif sind, nimmt sie eine feste, nach Osten ausgerichtete Position ein.
Wie konnte sich ein so komplexes hydraulisches System mit Motorzellen allmählich entwickeln? Wenn der Wasserdruck am Stängelhals nicht exakt stimmen würde oder der Rotationsmechanismus in den Motorzellen nicht korrekt eingestellt wäre, hätte die Pflanze keinen Nutzen davon.
Und doch mussten all diese Mechanismen bereits in der ersten Generation vollständig vorhanden sein, damit sie einwandfrei funktionierten. Ein Prozess allmählicher Veränderungen hätte das nicht ermöglicht. Die Sonnenblume kann nicht über einen längeren Zeitraum „allmählich“ entstanden sein. Damit wäre Darwins Theorie nach seinen eigenen Worten eindeutig widerlegt.
Mobile Lichtsensoren
Damit sich die Sonnenblume zuverlässig zur Sonne dreht, benötigt sie hochentwickelte Lichtsensoren. Diese erfassen nicht nur den Sonnenstand, sondern auch die Tages- und Jahreszeit.
Sie sind sogar so ausgefeilt, dass sie zwischen Sonnenstrahlen und Schatten unterscheiden können und der Pflanze die richtigen Signale für die korrekte Drehung senden.
Diese Lichtsensoren können auch die Tageslänge, die verfügbare Lichtmenge und die Richtung des Lichteinfalls bestimmen. Teil dieses komplexen Systems ist eine molekulare Uhr, die sich automatisch dem Sonnenstand anpasst und die Tages- sowie die Jahreszeit erfasst. Deshalb lassen sich Sonnenblumen beim Bewegen im Laufe des Tages oder der Nacht nicht verwirren.
Darüber hinaus kann die Sonnenblume die Lichtqualität wahrnehmen und ihre Produktivität entsprechend anpassen. So produziert sie beispielsweise bei schwachem Licht mehr Photosynthese-Pigmente, während sie bei sehr hellem Licht und einem hohen Anteil schädlicher UV-Strahlung mehr Schutzpigmente bildet, die wie ein Sonnenschutz wirken.
Glauben Sie, dass sich all diese Merkmale zufällig entwickelt haben könnten? Oder erkennen Sie an, dass sie von einem allweisen und allmächtigen Schöpfer hervorgebracht wurden?
Die Sonnenblume wurde zum Nutzen der Menschheit geschaffen
Die fröhliche Sonnenblume hat allen Grund zur Freude. Neben ihrem kunstvollen Blütenstand und ihrer Fähigkeit, der Sonne zu folgen, besitzt sie weitere wunderbare Eigenschaften, von denen wir Menschen profitieren.
Die Sonnenblume ist eine der wirtschaftlich wichtigsten Pflanzen für die Menschheit und kann Folgendes liefern bzw. leisten:
• Essbare Samen
• Papier
• Speiseöl
• Latex
• Tierfutter
• Umweltreinigung
Sonnenblumenkerne können giftige Stoffe wie Blei, Arsen und Uran aus dem Boden filtern. Nach der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1986 wurden Sonnenblumen eingesetzt, um Cäsium-137 und Strontium-90 aus einem nahegelegenen Teich zu entfernen. Eine ähnliche Kampagne wurde nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi im Jahr 2011 in Japan durchgeführt.
Jesus Christus lehrte uns, die Blumen des Feldes als ein Bild für Gottes Schmuck und Fürsorge zu betrachten. Dabei ist der springende Punkt, dass seine Fürsorge für uns Menschen weitaus größer ist (vgl. Matthäus 6,28-30; Lukas 12,26-28).
Lassen Sie uns also Gott danken und ihn preisen, der die erstaunlich komplexe und ertragreiche Sonnenblume mit großer Intelligenz und Liebe erschaffen hat – zu unserem Nutzen und um uns seine Majestät und seine vollkommene Fürsorge zu zeigen!