Gefragt ist Einsatz:
Rettet die gefährdete Institution Familie!
Der Zustand von Ehen und Familien in der westlichen Welt
verschlechtert sich dramatisch. Manche sind bereits zu dem
Schluss gelangt, dass Ehe und Familie bald überholt sein
werden. Wie steht es mit Ihrer Ehe und Familie – welche
praktischen Schritte können Sie ergreifen, um sie zu
stärken?
Von Jerold Aust
Die amerikanische Scheidungsrate liegt bei etwa 50 Prozent.
Das Gleiche gilt für Deutschland und Österreich. In
der Schweiz liegt sie bei etwa 44 Prozent. Und auch in Europa
insgesamt bewegen sich die Scheidungsraten bei etwa 40
Prozent.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, werden
mittlerweile fast 40 Prozent aller Kinder in den USA unehelich
geboren. In Deutschland liegt der Anteil unehelicher
Geburten bei 29 Prozent (mit 21 Prozent im Westen und 60
Prozent im Osten), in Österreich bei 37 Prozent und in der
Schweiz bei relativ geringen 14 Prozent.
Zu dem moralischen Problem kommt dabei auch noch ein
finanzielles hinzu. In den USA kosten unverheiratete
Mütter den Steuerzahler laut eines Berichtes der
Associated Press vom 15. April 2008 unglaubliche 112
Milliarden Dollar im Jahr an Sozialhilfe und Ausgaben für
die Bereiche Gesundheitswesen, Bildung und Strafjustiz sowie
andere staatliche Programme des Bundes und der einzelnen
Bundesstaaten und Kommunen, bei Berücksichtigung der
Steuerausfälle.
Ehe und Familie – die grundlegenden Bausteine einer
zivilisierten, moralischen, funktionierenden Gesellschaft
– befinden sich eindeutig in einer Krise.
Die Zeiten haben sich geändert. Und mit ihnen auch
unsere Werte. Das alles erscheint den meisten wohlhabenden
Gesellschaften als durchaus normal. Aber Ehescheidungen und
zerrüttete Familien schädigen nicht nur das Paar,
sondern auch die Kinder, Verwandte und Freunde. Angesichts sich
verändernder Moralvorstellungen in der Gesellschaft
könnten die Scheidungsraten sogar noch steigen und die
Familien noch zerrütteter werden.
Was erwartet man heute von der Ehe?
Offensichtlich befinden sich die Ehe und Familie in
Schwierigkeiten. Aber warum? Wo und wie hat das alles
angefangen?
Es hilft zu verstehen, wie sich Liebeswerben und Ehe
entwickelt haben. Bis vor ungefähr einer Generation war
das Liebeswerben dazu bestimmt, zur Ehe zu führen, aus der
dann Kinder hervorgehen sollten, die mit ihrer Arbeitskraft zum
Erfolg der Familie beitragen würden. Die Zeiten waren hart
und es wurden viele Hände gebraucht, um Sicherheit und
Lebensunterhalt zu garantieren.
Im frühen 20. Jahrhundert wurde das Liebeswerben
formeller und konzentrierte sich mehr auf romantische Liebe als
darauf, das Bedürfnis nach Sicherheit und Gemeinschaft zu
erfüllen. Die Eltern kontrollierten immer noch das Umfeld
dieses Liebeswerbens und forderten von ihren Söhnen und
Töchtern, dass sie sich etwa im Empfangszimmer des Hauses
trafen, während die Eltern von einem Nebenzimmer aus
zuhörten.
Der Zweite Weltkrieg führte zu einem Männermangel
und einer Zunahme an Autos. Das miteinander Ausgehen und
einander den Hof machen fand nun in der Öffentlichkeit
unter geringster Aufsicht statt. Die dem miteinander Ausgehen
zugrunde liegenden Werte änderten sich noch stärker.
Heutzutage halten es junge Männer und Frauen für
normal, sich vor der Ehe auf sexuelle Aktivitäten
einzulassen. Eltern ignorieren das entweder oder nehmen es
apathisch hin.
Egal um welches Jahrhundert es sich handelt, die meisten
Menschen haben nicht verstanden, was Verliebtheit oder Liebe
ist. Es ist nützlich, dabei unseren psychologischen und
physiologischen Hintergrund zu verstehen.
Ist es Verliebtheit oder Liebe?
Haben Sie in Ihrer Ehe jemals gesagt: „Ich liebe ihn
(oder sie) immer noch, aber ich bin nicht länger
verliebt“? Hat sich Ihr „Ja, ich will“ in ein
„Nein, ich will nicht“ verwandelt? Was bewirkt
solche Veränderungen? Warum schwinden diese
anfänglich so starken Gefühle, durch die man sich
früher zu einer anderen Person hingezogen fühlte, so
oft im Laufe der Zeit?
Die bekannte Familien- und Ehetherapeutin bzw.
Beziehungsberaterin Dr. Patricia Love hat eine inspirierende
und praktische Anleitung verfasst, aus der ein Paar lernen
kann, wie es seine Beziehung verbessern und die Gefühle
und die Anziehung, die sie einmal füreinander hatten,
wiedergewinnen kann. Ihr 2001 erschienenes Buch The Truth
About Love beschreibt die Funktion, die Physiologie und
Psychologie bei der Erzeugung von dauerhafter Liebe
ausüben. Sie merkt an, dass es einen großen
Unterschied zwischen Verliebtheit und Liebe gibt: „Das
Gehirn ist eine unglaubliche Schöpfung; es beginnt lange
vor der Geburt zu wirken und hört erst auf zu
funktionieren, wenn wir uns verlieben“, schreibt sie da
mit einem gewissen Augenzwinkern (Seite 28).
Dr. Love bespricht dann das Verliebtsein, das von einem
„Liebesmolekül“ oder Liebescocktail
ausgelöst wird: „Das Verliebtheitssyndrom ist
wahrhaftig ein Beispiel für Mutter Natur in
Höchstform. All die vorhersehbaren Verhaltensweisen, die
dieses Gefühl des sich Verliebens begleiten, werden von
einer natürlich kontrollierten, radikalen
Veränderung in der Gehirnchemie ausgelöst“,
merkt sie an.
„Wenn Sie auf einen guten Kandidaten für Liebe
treffen, dann wird Ihr limbisches System von einem
mächtigen chemischen Gebräu überflutet –
so mächtig, dass die Wissenschaftler mittlerweile glauben,
dass die Euphorie des Verliebtseins einen echten
veränderten Bewusstseinszustand darstellt. Die Symptome
bestehen aus einer erfreulich positiven Einstellung,
erhöhter Energie, vermindertem Schlafbedürfnis und
Appetitverlust. Klingt das vertraut? Es ist klar, dass das, was
wir Verliebtheit nennen, auch als eine Art Trunkenheit
bezeichnet werden könnte“ (Seite 28-29).
Sie beschreibt, wie dieser
„Liebescocktail“ einen
übermächtigen Einfluss auf die Amygdalien ausübt
– das Hemmungszentrum des Gehirns –, das uns
davor warnt, dass das, worauf wir uns gerade einlassen wollen,
nicht ratsam ist und wir dadurch verletzt werden könnten.
„Aber die Amygdalien können diesem hormonellen Orkan
kaum Widerstand leisten“, sagt sie (Seite 29). Die sich
daraus ergebende ausgewachsene Verliebtheit kennt keine Angst,
selbst bis zu dem Punkt, wo bedenkliche Eigenschaften bei einer
Person ignoriert werden, die auf Jahre hinaus zu Eheproblemen
führen könnten. Das ist dann keine Liebe, wie Dr.
Love ausführt, sondern Verliebtsein. Und es besteht ein
großer Unterschied zwischen beiden.
Obwohl es auch andere Aspekte gibt, die man bedenken sollte,
wenn es darum geht, ob eine Ehe zwischen zwei einander
wohlgesinnten Menschen ratsam ist, ist der
„Liebescocktail“ ein sehr schwerwiegender Trank,
auf den man sich am Anfang einlässt, einer, der ansonsten
offensichtliche Warnzeichen, die eine Ehe am Ende
zerstören können, überschattet.
Um das Ganze zusammenzufassen: Verliebtheit ist ein
vorübergehendes Phänomen, das von Emotionen gespeist
wird. Echte Liebe, die Respekt und ein wirkliches Gefallen an
der anderen Person mit einschließt, ist von Dauer, weil
sie von einem echten Interesse an dem Wohlergehen und dem
Glück des anderen Menschen angetrieben wird.
Viele Menschen, die das nicht verstehen, lassen sich
entweder unvorbereitet auf eine Ehe ein oder entscheiden, wenn
diese Gefühle allmählich schwinden, dass ihr
Ehepartner doch nicht „der Richtige“ gewesen ist
und beschließen, ihre Ehe zu beenden.
Der Zusammenbruch der Familie
Wie es um die Ehe steht, so steht es auch um die Familie.
Und wie es um die Familie steht, steht es auch um die
Gesellschaft und Zivilisation. Die heutigen Medien üben
oft einen schrecklichen Einfluss auf die Ehe und die Familie
aus. Sie füttern uns kontinuierlich mit einer Diät
aus Hedonismus und Unmoral. Zu oft lehren uns die Medien, dass
Böses gut sei und Gutes schlecht (Jesaja 5,20-21).
Manche Situationskomödien im Fernsehen machen sich
über die Ehe und die Familie lustig. Sie fördern
unter anderem sexuelle Freizügigkeit, alleinerziehende
Familien, das Zusammenleben von jungen Männern und Frauen
vor der Ehe und gleichgeschlechtliche Beziehungen. Als Beispiel
sei die Serie Sex and the City genannt, wo vier
Freundinnen in New York ständig über ihr Sexleben
tratschen.
Verzerrte Sichtweisen dieser Art verformen das Denken vieler
Menschen, wenn es um die Ehe und die Familie geht. Viele Ehe-
und Familienprobleme entstehen durch Egoismus,
Missverständnisse und die fehlende Bereitschaft, dem
anderen zu vergeben. Ehe- und Familienprobleme entstehen, weil
Menschen zu oft ihren eigenen Weg durchsetzen wollen –
und das möglichst sofort. Es gibt aber noch Hoffnung. Eine
glückliche Familie aufzubauen erfordert aber
hingebungsvollen Einsatz, wie Daniel und Susanne noch entdecken
sollten.
Eine belastete Ehe auf dem Prüfstein
Daniel und Susanne waren bereits seit fünfzehn Jahren
verheiratet, als sie plötzlich feststellen mussten, dass
ihre Ehe und ihre Familie nicht länger glücklich und
sicher waren. Ihnen war nicht bewusst gewesen, wie viel Einsatz
es erfordert hätte, ihren ursprünglich eingegangenen
Verpflichtungen einander gegenüber gerecht zu werden. Nach
vier Ehejahren waren sie mit der Geburt eines Jungen und eines
Mädchens gesegnet worden. Aber ihre Idealvorstellungen von
der Ehe und der Familie waren im Laufe der Zeit verloren
gegangen.
Für Daniel wurde sein Beruf zur ersten Priorität
in seinem Leben. Susanne wurde in der Zwischenzeit zeitlich und
kräftemäßig völlig von den Kindern
eingenommen. Am Ende erkannten Daniel und Susanne, dass sie die
Art und Weise, wie sie die Dinge handhabten, ändern
mussten, wenn sie ihre Ehe und Familie verbessern wollten.
Als Erstes vereinbarten sie gemeinsam, sich nicht
länger zu streiten. Daniel überprüfte seine
Prioritäten und beschloss, seinen Job zwar zu mögen,
aber seine Frau zu lieben. Susanne beschloss, ihren Mann zu
lieben und ebenso ihre Kinder. Indem sie die entsprechenden
Prioritäten in ihrer Ehe und Familie neu gestalteten,
schufen sie ein Umfeld, das für alle gewinnbringend
war.
Als Zweites beschlossen sie, das gemeinsame Leben zu
genießen – das Leben als eine Familieneinheit,
nicht das Leben als Einzelpersonen. Sie begannen damit, sich
auf das Positive und Gute zu konzentrieren und das Negative
beiseite zu lassen.
Obwohl es immer noch nicht perfekt war, verbesserte sich das
Leben der gesamten Familie recht schnell. Es wurde ihnen auch
bewusst, dass die menschlichen Umstände nie dazu
vorgesehen waren, völlig ohne Probleme zu sein. Sie sind
jetzt besser in der Lage, entsprechend damit umzugehen.
Daniel und Susanne haben ihrer Ehe neues Leben eingehaucht.
Sie haben die romantische Beziehung, die sie vor dem
Hochzeitsaltar hatten, wieder kultiviert und den gegenseitigen
Respekt füreinander, den sie während der letzten
fünfzehn Jahre gewonnen hatten, erneuert.
Wie kann die Familie aufblühen?
Daniel und Susanne sind sicherlich keine Einzelfälle.
Es gibt aber praktische Hinweise, die Ehe und Familie
stärken können.
1. Seien Sie selbstloser und weniger
selbstsüchtig. Alle Ehen und Familien erleben
Egoismus. Das liegt daran, dass wir alle bis zu einem gewissen
Grad egoistisch sind. Man könnte sagen, wir sind der
Selbsterhaltung und des Selbstschutzes wegen von Natur aus
darauf „programmiert“, egoistisch zu sein.
Probleme entstehen dann, wenn wir etwas begehren, was uns
nicht zusteht, und wir uns diesem Begehren hingeben. Das
führt zu einer Übertreibung unseres normalen
Egoismus, der im Grunde unserem Schutz dienen kann. Mit Gottes
Hilfe können wir unsere egoistischen Begierden aber unter
Kontrolle bringen (Römer 8,5-14).
Tägliches Gebet und Bibelstudium können unser
Denken mit gottgefälligen Beispielen und Vorstellungen
erfüllen. Was immer wir in unseren Sinn und unsere Herzen
einfließen lassen, ist das, was unser Denken prägt.
Das kann bestimmen, wie wir miteinander umgehen (Sprüche
23,7). Durch seinen Geist in uns kann Gott uns helfen,
übermäßigen Egoismus zu überwinden.
2. Ehe und Familie erfordern
Opferbereitschaft. Laut Bibel ist das allerbeste
Leben, das man leben kann, von Opfern und dienstbereitem
Einsatz erfüllt (Johannes 15,13). In einer Welt des
Überflusses, wo viele der menschlichen
Grundbedürfnisse bis zu einem gewissen Grad erfüllt
werden, mag das verrückt und veraltet erscheinen. Warum
Opfer bringen, wenn es nicht nötig ist?
Damit kommen wir dann gleich wieder auf den ersten Punkt und
das Thema der menschlichen Natur zurück. Wir sind dazu
konzipiert, friedliche, glückliche Beziehungen miteinander
haben zu wollen und uns an ihnen zu erfreuen. Aber dauerhafter
Friede und Glück können nicht ohne persönlichen
Einsatz erreicht werden (Jakobus 3,18). Die mächtigste und
weiseste Handlungsweise ist die des aufopfernden Dienens. Durch
Jesu Christi Opfer kann die Menschheit errettet werden und
ewiges Leben erlangen (Johannes 3,16-17).
In seinem Buch Die 100 Geheimnisse glücklicher
Beziehungen gibt der Psychologe David Niven praktische und
realistische Ratschläge im Hinblick auf das, was
Wissenschaftler über Beziehungen gelernt haben und wie wir
diese Erkenntnisse nutzen können. Zur Frage des
persönlichen Opfers sagt er Folgendes: „Eine gesunde
und dauerhafte Beziehung betrachten wir als beachtliche
Leistung . . . Das ist ganz sicher nicht immer
leicht, und vielfach zeigt sich der Nutzeffekt nicht sofort;
aber wenn wir von unseren Vorlieben auch einmal abzusehen
bereit sind und die Gemeinsamkeit in den Vordergrund stellen,
wenn wir dem anderen zuhören und ihn wichtig genug nehmen,
tun wir einen kleinen, alltäglichen und doch heldenhaften
Schritt zu einer wirklich erfüllten Beziehung“ (Econ
Ullstein List Verlag, München, 2005, Seite 18)
Wenn Sie sich an einer guten Ehe und Familie erfreuen
wollen, dann müssen Sie anderen dienen, was dann
auch allen ein gutes Beispiel abgibt.
3. Hören Sie damit auf, das zu tun, was Ihre Ehe und
Familie gefährdet. Wenn Sie Ihre Ehe und Familie
verbessern wollen, sollten Sie ihr eigenes schädliches
Verhalten einstellen. Schlechtes Verhalten aufrechtzuerhalten
führt nur zu mehr Schmerzen, Leiden, Abneigung und
Verärgerung.
Die Schwächen, denen wir uns hingeben, sind
symptomatisch für unsere menschliche Natur (Römer
7,15-23). Jede schlechte Angewohnheit, die wir unbewusst und
ungewollt durch ständige Wiederholung entwickeln,
meißelt langsam eine Rinne in unser Denkmuster, der wir
dann nur schwer entkommen können. Die Bibel sagt uns
jedoch, dass wir das Böse durch das Gute überwinden
können (Römer 12,21). Es geht hier darum, schlechte
Angewohnheiten durch gute zu ersetzen. Das bedeutet dann aber,
dass wir überwinden müssen – durch Gottes Geist
und seine schriftlich überlieferte Wahrheit.
4. Seien Sie Liebhaber in der Ehe. Vielleicht haben
Sie die sprichwörtliche Geschichte von dem Mann
gehört, dem es genügte, seiner Frau am Tag ihrer
Trauung zu sagen, dass er sie liebte. Er meinte, sie sollte
kein oft wiederholtes Liebesbekenntnis von ihm erwarten.
Zweifellos wird solch eine Einstellung im Laufe der Zeit kaum
erfolgreich sein. Wir sind keine Roboter. Das Bedürfnis
der Frau, von ihrem Ehemann zu hören, dass er sie liebt
und wertschätzt, hört niemals auf.
Dem Ehemann ergeht es ähnlich. Auch er braucht eine
kontinuierliche Versicherung, dass er gebraucht und respektiert
wird, auch wenn er vorgibt, niemanden in dieser Hinsicht zu
brauchen. Solange er noch atmet, braucht er diese
Aufmerksamkeit. Solange sie noch atmet, braucht auch sie
diese Aufmerksamkeit.
Rufen Sie sie an und ermutigen Sie sie. Erweisen Sie ihr
Ehre durch ein romantisches Essen mit Kerzenlicht. Das Gleiche
gilt für Ehefrauen: Versäumen Sie es nicht, Ihren
Ehemann zu ermutigen. Für Männer ist es wichtig zu
wissen, dass sie anerkannt werden.
5. Widmen Sie sich bewusst der Schaffung einer
glücklichen Familie. Die meisten Eltern investieren
nur das in ihre Familien, was sie sich anschließend
daraus erhoffen. Wenn Sie Ihren Kindern Respekt und Liebe
erweisen, dann können Sie wahrscheinlich mit einer
entsprechenden Gegenleistung rechnen. Wenn Sie herumschreien
und Ihre Kinder bedrohen, dann werden Ihre Kinder auch
herumschreien und andere bedrohen und letztendlich auch Sie
selbst.
Ihre Kinder sind Geschöpfe Gottes, und als Eltern sind
Sie Verwalter für Gott (siehe Lukas 16,1-12). Es ist in
dieser Hinsicht Ihre Aufgabe, für seine zukünftigen
Söhne und Töchter zu sorgen und sie zu lieben
(2. Korinther 6,18). Es war Gott, der die Ehebeziehung und
die Familie, die daraus erwächst, als einzigartige
Beziehung geschaffen hat.
Die Bibel teilt uns mit, dass wir unsere Kinder
gemäß Gottes Weg des Friedens und Glücks
aufziehen sollten (5. Mose 6,6-7; Epheser 6,4).
Glückliche Kinder entstehen aus glücklichen Ehen.
Eltern mit glücklichen Familien widmen sich diesem
Ziel.
6. Nehmen Sie sich Zeit für
Familiengespräche. Wann hat sich ihre Familie
zuletzt am Küchentisch oder im Wohnzimmer zusammengesetzt
und wichtige Themen, mit denen sich die einzelnen
Familienmitglieder jeden Tag auseinandersetzen müssen,
diskutiert? Wenn Sie sich eine stabilere Familie wünschen,
dann sollten Sie jede Woche bestimmte Zeiten festlegen, zu
denen sich die ganze Familie an offenen Diskussionen beteiligen
kann.
Familiengespräche können Ihre gegenwärtige
Situation nur verbessern, wenn Sie sich dazu
entschließen, Frieden und Glück in Ihre Familie zu
bringen. Handeln Sie jetzt. Reservieren Sie besondere Zeiten
für offene und Rückhalt bietende
Familiengespräche.
7. Schalten Sie den Fernseher aus! Haben Sie sich
jemals gefragt, was aus dem häuslichen Frieden geworden
ist? War es zu Hause schon immer so laut und verwirrend? Oder
haben Sie sich einfach daran gewöhnt?
Gemäß dem Medienpädagogischen
Forschungsverbund Südwest in Baden-Baden verbringen Kinder
in Deutschland im Durchschnitt 91 Minuten pro Tag vor dem
Fernseher. Hinzu kommt die Zeit vor dem PC-Bildschirm bzw. mit
Videospielen. In den ersten zwei Jahren im Leben eines Kindes
– der Zeit, die für die Entwicklung ihres Gehirns
besonders wichtig ist – kann Fernsehen ihr Lernen und
ihre Interaktion mit ihrem Umfeld behindern und sie von der
Entwicklung notwendiger Fähigkeiten abhalten.
Manche Fernsehsendungen können auch eine gute Wirkung
haben – wenn sich das Ganze in Maßen hält.
Vorschülern kann damit zum Beispiel durch gezielte
Bildungsprogramme das Erlernen des Alphabets erleichtert
werden. Ältere Kinder können durch Natursendungen
über die Tierwelt und ihre Umwelt informiert werden.
Eltern können sich über aktuelle Ereignisse auf dem
Laufenden halten und viel durch Wissenschafts- und
Geschichtssendungen lernen.
Die allermeisten der heutigen Teenager kennen kein Leben
ohne Fernseher. Sie können sich nicht vorstellen, wie das
Leben ohne Fernseher ablaufen würde. Fernsehsendungen
waren ihre Lehrer – gemeinsam mit Videospielen, von denen
einige, ebenso wie das Fernsehen, Gewalt und Sex oder den
Gebrauch von illegalen Drogen und Obszönität
freizügig dargestellt haben.
Solche Einflüsse können zu einer rebellischen
Einstellung in Ihrem Kind führen. (Ein Vater
erzählte, wie er seinen Neffen während einer
schwierigen Zeit im Leben des Teenagers aufnahm. Der Neffe
wollte ihm jedoch keinen Gehorsam leisten. Der Vater nahm ihm
das wichtigste, was er finden konnte: Die Tür zu seinem
Zimmer. Danach kehrte Frieden ein.)
Schalten Sie den Fernseher aus und machen Sie einen
gemeinsamen Spaziergang mit Ihren Kindern. Hören Sie dem
Gesang der Vögel zu und sprechen Sie über Gott und
seine Schöpfung. Machen Sie mal Pause, was Ihre
Denkanstrengungen anbelangt. Erfüllen Sie Ihren Sinn
einfach einmal mit etwas, was moralisch positiv und gesund
ist.
Wenn Sie Ihr Familienleben verbessern wollen, dann setzen
Sie diese Hinweise in die Tat um. Denken Sie daran, dass Gott
selbst die Ehe geschaffen hat. Sein Wort, die Bibel, zeigt uns
den Weg zu ehelichen und familiären Segnungen. Aber es
liegt an uns, die Schritte zu tun, die zur Festigung der
Familie führen. Fangen Sie also heute noch damit an, Ihren
Teil dazu beizutragen, die gefährdete Institution Familie
zu stärken.
Bevor Sie den Fernseher einschalten
Das 21. Jahrhundert wird von technischen Spielereien
dominiert – Handys, tragbare Musik- und
Videoabspielgeräte, Laptop-Computer und vieles mehr. Aber
die Technologie ist ein zweischneidiges Schwert. Sie kann das
Leben des Menschen wesentlich erleichtern, sie kann aber auch
Werte, die gute geistige und körperliche Gesundheit
fördern, unterminieren.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Fernsehen. Es kann
sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein. Es kann uns von
Nutzen sein, etwa indem es Menschen lehren kann, ihr Leben zu
verbessern. Es ist ein Fluch, wenn es, unterschwellig oder
offen, die niedrigsten menschlichen Verhaltensweisen
fördert. Die Produzenten negativer Sendungen bieten solche
unzüchtige Unterhaltung an, um schnell reich zu werden;
sie werten das Gold höher als die goldene Regel.
Der berühmte amerikanische Fernsehpsychologe Dr. Phil
McGraw rät: „Begrenzen Sie die Fernsehzeit für
Kinder im Vorschulalter auf neunzig Minuten und für
ältere Kinder auf zwei Stunden, weil Kinder, die sehr
viele Fernsehsendungen schauen, in ihrer geistigen Entwicklung
leiden. Lassen Sie aber Raum für Fernsehinhalte, die
positiv und erzieherisch wertvoll sind“ (Family
First, 2004, Seite 123).
Michael Medved, ein langjähriger Filmkritiker und Autor
mehrerer Bücher über Medien und Kultur, beklagt, dass
es kein Ende bei der Abwärtsspirale, in der sich die
populäre Unterhaltung bewegt, zu geben scheint. Er merkt
an: „Hollywood ignoriert die Bedenken der
überwältigenden Mehrheit der amerikanischen
Bevölkerung, die sich über die destruktiven
Botschaften, die heutzutage so oft Filme, Fernsehsendungen und
populäre Musik bestimmen, Sorgen machen“
(Hollywood vs. America, 1992, Seite 4).
Sogar schon vor sechzehn Jahren hat eine Umfrage der
Associated Press ergeben, dass 82 Prozent der Meinung waren,
dass Filme zu viel Gewalt enthielten. 80 Prozent sahen zu viel
Obszönität und 72 Prozent beschwerten sich über
zu viel Nacktheit. Mit mehr als drei zu eins fanden die
Befragten, dass die „allgemeine Qualität“ der
Filme „abgenommen“ habe, statt sich zu
„verbessern“.
Der in den USA berühmte Autor und Talkshow-Moderator
Steve Allen schrieb ein außergewöhnliches Buch
über den Niedergang gemeinsamer Werte. Der Buchumschlag
zeigt einen Jungen beim Fernsehen. Texte auf dem Umschlag
deuten die Botschaften an, die das Fernsehen lehrt: „Es
ist in Ordnung für Teenager, Sex zu haben“,
„Eltern sind dumm“, „Gewalt schadet
nicht“, „Obszönität ist cool“ und
„Moral spielt keine Rolle“ (Vulgarians at the
Gate: Trash TV and Raunch Radio).
Als Eltern sind wir dafür verantwortlich, was in die
Köpfe und Herzen unserer Kinder gelangt. Es wird Zeit,
dass wir die Kontrolle über die erzieherische Nahrung
unserer Familie übernehmen, bevor die Unterhaltungsmedien
unsere Kinder geistig und moralisch durch ein unmoralisches und
amoralisches Sammelsurium verhungern lassen.
– GN November-Dezember 2008

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