Was ist wahre Liebe?

Was ist wahre Liebe? © Oziel Gomez/Unsplash
Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Gast bei einer Talkshow, bei der es um das Thema Liebe und Ehe geht. Wie würden Sie die Frage „Was ist wahre Liebe?“ beantworten?

Viele junge Paare glauben, dass ihre Gefühle füreinander wahre Liebe sind. Aber sind sie das wirklich? Was ist denn eigentlich wahre Liebe?

Von Jerold Aust

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Gast bei einer Talkshow, bei der es um das Thema Liebe und Ehe geht. Wie würden Sie die Frage „Was ist wahre Liebe?“ beantworten?

Liebe und Ehe scheinen oft eine komplizierte Angelegenheit mit wechselvollem Ausgang zu sein. Ungefähr die Hälfte aller modernen Ehen endet mit einer Scheidung. Wohl deshalb lassen sich viele Paare erst gar nicht auf eine Ehe ein. Sie mögen meinen, verliebt zu sein, und leben zusammen – zumindest bis sie jemanden Besseres finden.

Eine Stellenbeschreibung für einen Ehemann oder eine Ehefrau, jeweils vom anderen Partner verfasst, listet vielleicht folgende Punkte auf: Der Ehemann sollte ein sensibler Liebhaber sein, ein Gartenspezialist, wahrhaft meisterhaft als Autoschlosser, Zimmermann, Elektriker, Klempner und allgemeiner Handwerker und den Körper eines Athleten und das Gesicht eines Filmstars haben. Von der Frau wird erwartet, dass sie eine Meisterköchin und eine Superfrau im Haushalt ist und bei Sportereignissen begeistert mitfeiert. Außerdem soll sie wie ein Supermodel aussehen und sich entsprechend kleiden.

Keine Heiratsurkunde enthält eine Gebrauchsanweisung. Wegen unserer Medienversessenheit sind die Erwartungen an die moderne Ehe jedoch hoch, während die Erfüllung solcher Erwartungen in Wahrheit meistens misslingt.

Wie in aller Welt soll ein potenzielles Ehepaar bei solchen Ausgangsbedingungen wissen, was wahre Liebe ist oder sie sogar noch finden?

Falsche Vorstellungen über Liebe

Falsche Vorstellungen über die Liebe können einer guten Beziehung schaden, da man sich an einem unerreichbaren Ideal orientiert. Überprüfen wir doch einmal unsere Einstellung zur Liebe mit einem kleinen „Richtig oder Falsch“-Quiz. Wie sieht es in einer glücklichen Ehe wirklich aus?

Glücklich verheiratete Paare:

R.-F.: streiten sich nie.

R.-F.: sind nicht voneinander abhängig.

R.-F.: fühlen sich nie einsam.

R.-F.: wollen Sex immer in gleichem Maße.

R.-F.: erleben immer die Erfüllung ihrer Bedürfnisse.

R.-F.: teilen sich alle Verantwortungen in gleichem Maße.

R.-F.: stimmen immer miteinander überein.

R.-F.: haben zu fast allen Dingen die gleiche Meinung.

R.-F.: erkennen immer die Bedürfnisse des anderen.

R.-F.: finden für all ihre Probleme immer eine Lösung.

Glauben Sie, dass Sie die Antworten hier immer richtig geraten haben? In Wahrheit trifft keine dieser Aussagen zu. Jede dieser Aussagen stellt einen Bereich dar, dessen Erfüllung manche Männer und Frauen als Voraussetzung für eine glückliche Ehe ansehen. Aber das ist von der Wahrheit weit entfernt. Studien der letzten Jahre zum Thema wahre Liebe und dauerhafte, befriedigende Beziehungen offenbaren, was in der Ehe funktioniert und was nicht.

Obwohl nicht klar ist, welches Ergebnis sich einstellen würde, wenn ein Ehepaar tatsächlich all diese Kriterien vollkommen erfüllen würde, deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass Unterschiede für eine Ehe wichtig sein können. Sie ermöglichen individuelle Einzigartigkeit und stellen Bereiche dar, in denen die Beziehung wachsen kann.

Um es auf den Punkt zu bringen: Vielfalt ist die Würze des Lebens, wie ein altes Sprichwort sagt.

Unrealistisches Bild in den Medien

Das Leben, so wie wir es alle kennen, ist nie perfekt. Wir bekommen nicht alles, was wir uns wünschen, wann immer – oder wie oft immer – wir es gerne hätten.

Diese Erkenntnis stellt einen wenig bekannten Schlüssel zum Verständnis wahrer Liebe dar. Im Allgemeinen ist die Phase der „ersten Liebe“ erst einmal nur ein Verliebtsein. Wenn die Beziehung auf dieser Stufe stehenbleibt, dann wird sie nicht von Dauer sein. Wenn sich zwei Menschen am Traualtar bis über beide Ohren verliebt gegenüberstehen, dann empfinden sie zu diesem Zeitpunkt meist noch keine reife, wahre Liebe füreinander, obwohl ihr Empfinden der erste Schritt auf dem Weg dorthin sein kann. In den meisten Fällen durchläuft die wahre Liebe vorhersagbare Stadien.

Denken wir nur an die Leitbilder für Liebe und Ehe, die uns Romane, Fernsehsendungen und Kinofilme vermitteln. Der Bestsellerroman (und später auch erfolgreiche Film) Die Brücken am Fluss ist als die Liebesgeschichte des Jahrhunderts gepriesen worden. Wie kann aber eine kurze Begegnung, nach der sich die Teilnehmer wieder voneinander trennen und danach nur noch einander nachschmachten, die Liebesgeschichte des Jahrhunderts sein? Der Autor und die Filmproduzenten haben da eindeutig nur mit menschlichen Leidenschaften gespielt.

Filme wie Titanic, Der englische Patient, Casablanca und Doktor Schiwago – alles gefeierte Liebesgeschichten – stellen Paare dar, die nie heirateten und anschließend als Ehemann und Ehefrau zusammenlebten. In diesen Filmen kommt keines der Paare über das sexuelle Stadium bzw. das Stadium des reinen Verliebtseins hinaus.

Was sagen solche Filme (und Bücher) über uns selbst aus? Sie sagen uns, dass wir viel mehr daran interessiert sind, uns zu verlieben, als dann auch verliebt zu bleiben oder zu verstehen, worum es bei der wahren Liebe wirklich geht!

Was sind einige unserer üblichen Fehlvorstellungen von der Liebe? Sie schließen das Folgende mit ein:

Ein tiefes Verlangen nach jemandem und der innigste Wunsch, mit dieser Person zusammen zu sein, ist wahre Liebe.

Wenn die Liebe erst einmal stirbt, ist sie damit unwiederbringlich verloren.

Es gibt für jeden Menschen nur eine einzige Person, mit der eine „Seelenverwandtschaft“ möglich ist.

Bei der Liebe geht es vorwiegend um die richtige emotionale Chemie.

Eine in schwieriges Fahrwasser geratene Beziehung ist ein Hinweis darauf, dass man den falschen Partner gewählt hat.

Wenn man erst einmal den idealen Partner findet, wird man danach automatisch für immer glücklich zusammenleben.

All das sind gefährlich fehlgeleitete Vorstellungen, die aber unaufhörlich in Spielfilmen, in der Popmusik, Büchern und Fernsehsendungen verbreitet werden. Da ist es kein Wunder, dass so viele Beziehungen auf Schwierigkeiten stoßen! Wo findet man bei all diesen falschen Vorstellungen die Erkenntnis, dass eine gute Ehe Opferbereitschaft und Dienstbereitschaft von beiden Partnern erfordert?

Obwohl sie bei der wahren Liebe am Anfang stehen kann, ist die Verliebtheit längst nicht das Gleiche wie wahre, reife Liebe. Eine Beziehung, die vernachlässigt wurde, kann wieder erneuert werden – wie viele Paare bestätigen können. Wer einen geliebten Ehepartner durch den Tod verliert, kann durchaus wieder eine neue Person finden, mit der erneut eine wahrhaft liebevolle Beziehung möglich ist.

Die gegenseitige „Chemie“, die das Verliebtsein zwischen zwei Menschen anheizt, muss in der Ehe nicht immer dauerhaft erhalten bleiben. Es ist außerdem ein Märchen, dass es nur „eine einzige“ Person in der ganzen Welt gibt, die genau für Sie richtig ist und Sie einfach nur Glück haben müssen, um diese Person zu finden. Wenn eine Beziehung in Schwierigkeiten gerät, dann liegt das nur selten daran, dass man den falschen Partner gewählt hat. Das ist oft das Denken von Heranwachsenden, das junge Menschen vor allem aus den Medien übernommen haben und das von diesen wiederum gefördert wird.

Verliebtsein im Gegensatz zu wahrer Liebe

Sich „zufällig“ zu verlieben wird oft als Höhepunkt der menschlichen Existenz und des menschlichen Erlebens dargestellt. Autoren, Schauspieler, Drehbuchschreiber, Maler, Bildhauer und Dichter haben alle zu diesem Mythos beigetragen.

Ein zufälliges Verlieben stellt keine reife, bewusste Entscheidung dar. Wie die Vorsilbe „ver“ schon andeutet, handelt es sich eher um einen Unfall, einen eher unüberlegten, manchmal auch gar nicht ratsamen Vorgang. Es besteht ein ungeheurer Unterschied zwischen der vorübergehenden Anziehung und Begeisterung des Verliebtseins und der reifen, wahren Liebe, die sich im Laufe der Zeit zwischen zwei Partnern entwickeln sollte. Das Verliebtsein mag zwar ein erster Schritt sein, die Beziehung muss dann aber durch eine beständige, empfindsame, auf den anderen gerichtete Aufmerksamkeit zu dauerhafter, wahrer Liebe werden.

Ein sich zufälliges Verlieben kann eher als die sprichwörtliche „Affenliebe“ bezeichnet werden, die noch keine wahre Liebe ist. Leider nimmt die Neigung zu dieser Art von Verliebtheit mit dem Alter nicht immer ab.

So sehr der oder die Betroffenen es sich auch wünschen mögen, dass die eigene Verliebtheit wirklich wahre Liebe ist, sollen wir doch verstehen, dass dieses Gefühl des Verliebtseins keine einzigartige Erfahrung ist, das nur bei einem selbst oder in dieser „besonderen“ Situation zum Ausdruck kommt. Dieses Erlebnis ist Menschen auf der ganzen Welt und seit urdenklichen Zeiten widerfahren (siehe unten „Verliebtheit und der menschliche Körper“).

Was aber kommt nach dem Verliebtsein?

Die Verliebtheit kann sicherlich den Anfang einer echt liebevollen Beziehung darstellen. Die angenehmen Gefühle, die dadurch ausgelöst werden, stellen die Art und Weise dar, wie der Schöpfer einen Mann und eine Frau dazu stimuliert, Interesse aneinander zu entwickeln, was dann dazu führen kann, dass sie heiraten, Kinder haben und sichere und glückliche Familien aufbauen. In diesem frühen Stadium hat ihre Beziehung für ein solches Paar erste Priorität. Später lernen die beiden dann, die gegenseitigen Unterschiede zu akzeptieren und einander auch in diesem Bereich Wertschätzung zuteil werden zu lassen.

Wenn die Verliebtheit endet und die Flitterwochen vorbei sind, steht ein Paar oft am Scheideweg. Die Reise zur sich immer weiter vertiefenden Liebe kann nun entweder wirklich in Fahrt kommen oder mit der Zeit aufhören. Diejenigen Paare, die einander weiterhin umsorgende Aufmerksamkeit schenken, werden ihre eheliche Reise zu fortlaufendem Glück genießen und zu schätzen wissen. Diejenigen, die das nicht tun, werden feststellen, dass ihnen nur wenig Motivation verbleibt, ihre Beziehung aufrechtzuerhalten, wenn das Verliebtsein erst einmal abzuflauen beginnt.

Es gibt eine Reihe von guten Büchern, die uns bei der Unterscheidung zwischen wahrer Liebe und Verliebtheit helfen können. Darin werden die einzelnen Stadien der Ehe beschrieben sowie die Unterschiede zwischen sexueller Anziehung, Verliebtheit, dem Gefühl der Verbundenheit und den Mechanismen, die der wahren Liebe den Weg ebnen. Solche Ratgeber definieren wahre Liebe aber nicht so umfassend, wie sie in der Bibel dargestellt wird.

Wahre Liebe kommt von Gott. Die Bibel beschreibt ihn als die Personifizierung der Liebe. „Gott ist die Liebe“, lesen wir in 1. Johannes 4, Vers 8 bzw. 16. Das griechische Wort für diese göttliche, gottgefällige Liebe ist agape. Dieser Begriff bedeutet eine nach außen gerichtete, selbstlose Liebe, im Gegensatz zu einem selbstsüchtigen Gefühl oder Verlangen, das sich in erster Linie an der eigenen Person orientiert. (Agape als Liebe sollte nicht mit den beiden anderen griechischen Begriffen verwechselt werden, die in der Bibel mit „Liebe“ übersetzt werden – eros, was sexuelle Liebe bedeutet und phileo, was Zuneigung oder ein Gefühl der Zärtlichkeit bedeutet.)

Als Christen sollen wir die göttliche Liebe allen Menschen erweisen, vor allem aber in unserer engsten menschlichen Beziehung zum Ausdruck bringen. Im Bund der Ehe sollen wir diese Art von selbstloser, nach außen gerichteter Liebe praktizieren.

Die Bedeutung von gottgefälliger Liebe lernen

Wie andere Religionen lehrt das Christentum die Notwendigkeit der Liebe. Im Allgemeinen gehen die Menschen jedoch davon aus, dass sie nur die zu lieben brauchen, die es verdienen, geliebt zu werden. Aber das ist nicht wahre, gottgefällige Liebe.

In Römer 5, Vers 8 wird gottgefällige Liebe in Aktion beschrieben: „Wie sehr Gott uns liebt, beweist er uns damit, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren“ (Gute Nachricht Bibel). Gott liebte die gesamte Menschheit – Sie und mich eingeschlossen – so sehr, dass er um unsertwillen das, was er am meisten liebte, seinen Sohn Jesus Christus, für uns hingegeben hat (Johannes 3,16). Er liebte uns nicht, weil wir so liebenswert waren oder diese Liebe verdienten, sondern weil er die Verkörperung wahrer Liebe ist. Die Größe gottgefälliger, wahrer Liebe ist also von Gott selbst beispielhaft dargestellt worden.

Jesus Christus zeigt, wie man wahre Liebe erweist. Er veranschaulichte Gottes Liebe für die Menschheit. Er erwies seine wahre Liebe durch seine Konzentration auf die Selbstaufopferung, das Streben nach dem Wohlergehen anderer sozusagen auf eigene Kosten. Das ist wahre Liebe!

Und diese Liebe basiert auf Verhaltensnormen, die ein größeres Interesse an dem Wohlergehen anderer als an der Erfüllung unserer eigenen nach innen gerichteten Wünsche und Begierden zeigen. Gott gibt uns sogar seinen Geist, um uns zu befähigen, wahre gottgefällige Liebe anderen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Durch seine Gebote und Gesetze definiert er die Verhaltensweise, die anderen Menschen Liebe erweist.

Der Apostel Paulus erklärt das folgendermaßen: „Denn was da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung“ (Römer 13,9-10).

Um Gottes Definition von Liebe und seine Bedingungen für Liebe zu akzeptieren, ist Demut vor dem Schöpfergott erforderlich: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (1. Johannes 5,3).

Gottes Gebote und wahre Liebe

Die Autoren von Büchern über Liebe verstehen nur selten das Prinzip, dass wahre Liebe das Halten von Gottes Geboten bedeutet. Lesen Sie dazu die einsichtsvolle Analyse von 1. Johannes 5, Vers 3 des Bibelkommentators John Stott: „Liebe Gott gegenüber bringt eine zweite, unausweichliche Konsequenz mit sich, nämlich Gehorsam. Wenn wir Gott wirklich lieben, dann lieben wir nicht nur seine Kinder, sondern führen auch seine Gebote aus . . .

Liebe für Gott ist weniger ein emotionales Erlebnis als eine moralische Verpflichtung. In der Tat, agape, ob wir sie Gott oder Menschen gegenüber zum Ausdruck bringen, ist immer praktisch und aktiv. Liebe unseren Brüdern und Schwestern gegenüber drückt sich immer ,mit der Tat und mit der Wahrheit‘ aus (1. Johannes 3,17-18); Liebe Gott gegenüber, indem wir seine Gebote ausführen. Jesus sagte das Gleiche im Hinblick auf die Bedeutung von Liebe ihm selbst gegenüber (Johannes 14,15. 21)“ (The Tyndale New Testament Commentaries, 2000, Band 19, Seite 175-176, Hervorhebung wie im Original).

Leider lehren nur wenige Bibeldozenten die nahtlose Verbindung zwischen Gottes Geboten und wahrer Liebe, weil ihnen beigebracht wurde und sie dazu beeinflusst wurden zu glauben, dass Gottes Gebote in unserer modernen Welt zum Großteil als beliebig und überholt anzusehen sind.

Die ansteigenden Scheidungsraten und die zunehmende Zahl von Paaren, die keine Ehe eingehen, sondern einfach nur zusammenleben, sind dafür symptomatisch. Aber ohne wahre Liebe in einer Ehe (die auf dem Halten von Gottes Geboten basiert) hat das Familienglück höchstens oberflächliche und schwache Wurzeln.

Auch Sie können sich an wahrer Liebe erfreuen

Wie das Leben selbst durchläuft auch wahre Liebe normale, voraussehbare Stadien. Die Anziehung zwischen Mann und Frau (die Möglichkeit dazu ist uns von Gott eingegeben) kann der Anfang eines starken emotionalen Bandes sein. Nach diesem Stadium kommt die Freude, die aus Opferbereitschaft, dem Dienst und dem gemeinsamen Leben und der daraus entstehenden geistlichen Verbindung erwächst. Am Ende führt wahre Liebe zur Entwicklung einer lebenslangen Freundschaft mit unserem Ehepartner.

Realistischerweise haben auch diejenigen, die wahre Liebe erleben, gelegentliche Meinungsverschiedenheiten, sind zu unterschiedlichen Zeiten an einem romantischen Zusammensein interessiert, bekommen nicht immer ihre Bedürfnisse erfüllt, fühlen sich manchmal einsam, stimmen vielleicht in wichtigen Fragen nicht immer überein, schätzen die Bedürfnisse des Partners manchmal falsch ein und tragen nicht immer zur Lösung ihrer Probleme bei. Das gehört zum gemeinsamen Leben zweier unvollkommener Menschen. Das ist die Realität, das ist die Ehe. Und die erfolgreiche Lösung dieser auf Unterschieden basierenden Probleme ist ein Teil von dem, was wahre, dauerhafte Liebe ausmacht.

Wahre Liebe wächst, indem man sich in einer selbstlosen und manchmal selbstaufopfernden Weise umeinander sorgt, wo jeder Partner sich selbst bereitwillig in die Beziehung einbringt. Wie wird es uns auf unserem Sterbebett ergehen? Werden wir uns dann wünschen, mehr Zeit beim Geldverdienen oder mit unserem Partner und unserer Familie verbracht zu haben?

Eheleute, sagen Sie Ihrem geliebten Partner täglich, dass Sie ihn lieben. Und kommunizieren Sie Ihre Liebe füreinander auch auf andere Weise. Kultivieren Sie Ihre Beziehung zu Ihrem Ehepartner. Und seien Sie Ihrem Schöpfer dankbar, dass er Ihnen einen solch liebevollen Partner geschenkt hat, mit dem Sie Ihr Leben teilen können.

Vergessen wir niemals, dass der Schöpfergott der Urheber wahrer, selbstloser Liebe ist. Wenn Sie wahre Liebe erleben und geben wollen, dann wenden Sie sich an Gott. Er kann Ihnen helfen, größeres Interesse an den Bedürfnissen Ihres Ehemannes oder Ihrer Ehefrau zu entwickeln, anstatt dass Sie sich nur auf Ihre eigenen Gefühle und Wünsche konzentrieren. Er kann Ihnen dabei helfen, die kleinen Dinge in der Ehe zu praktizieren, die wahre Liebe erzeugen.

Wahre Liebe wird denjenigen beschert, die bereit sind, ihre persönlichen Wünsche und Begierden hintanzustellen, wenn es um die Hingabe an ihren geliebten, lebenslangen Ehepartner geht. Erwarten Sie jedoch nicht, dass die wahre Liebe über Nacht ihre volle Blüte erlebt. Wahre Liebe wächst, indem Eheleute lernen, die Bedürfnisse und Wünsche des anderen besser erfüllen zu können.

Mögen Ihrer Ehe die dauerhaften Vorteile wahrer Liebe beschieden sein!

Verliebtheit und der menschliche Körper

Ein Verliebtsein ist eine zwanghafte Konzentration auf eine bestimmte Person. Wie lässt sich dieses Phänomen aus wissenschaftlicher Sicht erklären? Die neurobiologischen Effekte des Verliebtseins wurden wissenschaftlich untersucht und identifiziert. Dr. Pat Love schreibt dazu:

„Das Verliebtheitssyndrom ist ein Musterbeispiel für die besten Fähigkeiten von Mutter Natur. All die vorhersehbaren Verhaltensweisen, die mit einem Erlebnis des Sichverliebens einhergehen, werden durch eine natürlich orchestrierte, drastische Veränderung in der Chemie des Gehirns ausgelöst. Wenn Sie auf einen besonders aussichtsreichen Kandidaten für Liebe treffen, wird Ihr limbisches System mit einem starken chemischen Cocktail überflutet – dieser ist so potent, dass die Wissenschaftler mittlerweile glauben, dass die Euphorie des Verliebtseins einen echten veränderten Bewusstseinszustand darstellt. Dieser wird durch die Wirkung von Phenyethylamin (PEA), einem natürlich vorkommenden amphetaminähnlichen Neurotransmitter, ausgelöst. Wenn wir mit einer Person, die wir höchst attraktiv finden, in Kontakt kommen, wird unser Gehirn mit einem Liebescocktail, der aus PEA und mehreren anderen stimulierenden Neurotransmittern besteht, überflutet, darunter auch Dopamin und Norepinephrin.

PEA, auch als ,Liebesmolekül‘ bekannt, wirkt gemeinsam mit Dopamin und Norepinephrin und löst unglaubliche Nebenwirkungen aus. Die Symptome sind eine wunderbare positive Einstellung, vermehrte Energie, vermindertes Schlafbedürfnis und Appetitverlust. Eine erhöhte Konzentration von Dopamin im Gehirn geht mit Euphorie einher. Norepinephrin, das chemisch vom Dopamin abgeleitet ist, geht in der Regel mit Heiterkeit, maßloser Energie und anderen Stimulierungsreaktionen einher“ (The Truth About Love: The Highs, the Lows, and How You Can Make It Last Forever, 2001, Seite 28-29).

– Gute Nachrichten Juli-August 2007 PDF-Datei dieser Ausgabe

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