Von der Redaktion

Der Frühling mit seinem Wiedererwachen der Natur ist eine schöne Jahreszeit. Viele nutzen sie, um sich gegenseitig das eheliche Jawort zu geben, und der Monat Mai ist ein beliebter Hochzeitsmonat. Wer in diesen Tagen heiratet, geht bestimmt mit großen Erwartungen und Hoffnungen in die Ehe ein. Wir gratulieren allen, die bald heiraten werden.

Der Glückwunsch geht aber auch weit über das Paar selbst hinaus. Wie im Leitartikel dieser Ausgabe dargelegt, bilden starke Ehen und stabile Familien den zentralen Grundpfeiler jeder gesunden Gesellschaft. Sie schenken nicht nur den Beteiligten Segen, sondern sichern auch die Zukunft der nächsten Generationen. Beginnt diese Grundlage jedoch zu bröckeln, wirkt sich das unmittelbar negativ auf das gesamte Gemeinwohl aus.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Welttag der Ehe am 8. Februar 2026 mitteilte, haben im Jahr 2024 so wenige Menschen in Deutschland geheiratet wie seit 1950 nicht mehr. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Akzeptanz des unverheirateten Zusammenlebens. Insgesamt gab es 2024 rund 349.200 Eheschließungen und etwa 129.300 Scheidungen – das entspricht einer Scheidungsrate von 37 Prozent. Von diesen Scheidungen waren rund 110.000 minderjährige Kinder betroffen.

Interessant ist auch die Dauer der 2024 geschiedenen Ehen: Laut Destatis lag die durchschnittliche Ehedauer bei 14,7 Jahren. Fazit: Die Ehe in Deutschland – und in anderen westlichen Ländern – ist längst nicht mehr der „Bund fürs Leben“. Im Wandel der Zeit gibt es deshalb seit ein paar Jahrzehnten einen neuen Ausdruck für diejenigen Menschen, die keinen Anspruch auf ein Zusammenbleiben „bis der Tod uns scheidet“ erheben: Lebensabschnittspartner. Bücher wie Lebensabschnittspartner: Die Neue Form der Zweisamkeit gehen auf diese neue Form zeitlich begrenzter Partnerschaften ein.

In einem Land wie der Bundesrepublik Deutschland, in dem das Christentum nach wie vor die am stärksten vertretene Religion ist, wirkt diese Entwicklung besonders erstaunlich. Schließlich lehrt die Bibel, dass die Ehe eine von Gott gestiftete Einrichtung ist und dass Gott die Scheidung nicht gutheißt. Warum aber kommt es dann in einem Land, dessen größte Bevölkerungsgruppe sich zum christlichen Glauben bekennt, zu so vielen Ehescheidungen?

Es ist gewiss nicht immer einfach, sich täglich mit einem Ehepartner auseinanderzusetzen, der seinen eigenen Kopf bzw. seine eigenen Ideen und Gefühle hat. Bei vielen Beziehungen ist die Belastbarkeitsgrenze im Vergleich zu früheren Zeiten recht tief angesetzt. Die heutige „Ich-Generation“ ist wahrlich kein Ideal für eine erfolgreiche Partnerschaft, die bedingt, dass man Kompromisse eingeht und auch mal zurücksteckt.

Als Gegenmittel für die „Ich-Generation“ empfiehlt sich die Liebe, wie der Apostel Paulus sie beschreibt: „Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil“ (1. Korinther 13,4-5; Gute Nachricht Bibel).

Mit unseren Publikationen wollen wir einen Beitrag zur Stärkung der Ehe leisten. Wir wissen, dass in der Ehe – oder in zwischenmenschlichen Beziehungen schlechthin – nicht alles immer glatt läuft. Ein Spruch Salomos für Einzelne gilt auch in diesem Sinne für Partnerschaften: „Der Aufrichtige mag zwar vom Unglück verfolgt werden, aber er steht immer wieder auf“ (Sprüche 24,16; „Hoffnung für alle“-Bibel).