
Unser himmlischer Vater und sein Sohn Jesus Christus strahlen mit unerschütterlicher Liebe auf uns herab. Fühlen Sie sich von ihnen getrennt? Wenden Sie sich ihnen wieder zu, denn sie sind stets für uns da!
Von Robin Webber
Ich ging neulich durch einen stillen, sonnendurchfluteten Park. Als ich eine weite, offene Fläche erreichte, fiel mein Blick auf eines meiner liebsten Gartenelemente und ich ging direkt darauf zu. Es waren keine blühenden Blumen oder ein imposanter Baum – es war eine Sonnenuhr. Für mich hat die Sonnenuhr seit jeher eine tiefe, persönliche Bedeutung.
Ich trat nicht näher, um zu prüfen, ob sie die richtige Zeit anzeigte durch einen Blick auf meine Armbanduhr. Nein, ich wollte allein den Gnomon betrachten – jenen unbeirrbaren, aufrechten Stab, der mit nichts anderem als seinem eigenen Schatten die Zeit aus dem Licht schneidet.
Was verbirgt sich hinter dieser spontanen Erkenntnis? Es ist eine Gewissheit, die mich in meinem Wunsch bestärkt, die großartige, lebensverändernde Einladung Jesu Christi anzunehmen: „Folgt mir nach!“ (Matthäus 4,19). Wir finden sie in Jakobus 1, Verse 17-18: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien“ (alle Hervorhebungen durch uns).
Haben Sie das bemerkt? „Keine Veränderung ... noch Wechsel des Lichts und der Finsternis“! Es sind herrliche und süße Worte, die eine Wirklichkeit ausdrücken, die über unsere menschliche Vorstellungskraft hinausgeht. Nur durch die Führung des Geistes Gottes können wir sie verstehen.
Ehrlich gesagt verankert mich dieser Vers genau so, wie er es soll! Er ist eine großartige visuelle Erinnerung an eine geistliche Realität, die nicht nur unseren himmlischen Vater betrifft, sondern auch seinen Sohn Jesus Christus. Denn Jesus selbst hat gesagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ (Johannes 14,9). Ja, man könnte wirklich sagen: „Wie der Vater, so der Sohn!“
Und das Schöne daran ist: Sie sind immer für uns da.
Gott thront ewig im hellsten Licht
Mein Ziel in diesen wenigen gemeinsamen Augenblicken mit Ihnen ist es, Ihnen einen Gedanken so tief ins Herz zu pflanzen, dass Sie mit mir zusammen anstreben, sich niemals von einem gnädigen, liebenden und unerschütterlichen Gott abzuwenden – von dem Gott, bei dem es „keine Veränderung ... noch Wechsel von Licht und Finsternis“ gibt (Jakobus 1,17).
Denken Sie immer daran: Eine Sonnenuhr braucht das physische Sonnenlicht, um zu funktionieren. Doch unser Gott befindet sich immer im hellsten Licht, auch wenn unsere Welt in tiefster Nacht zu versinken scheint. In unserer rastlosen, sich ständig ändernden Welt wollen wir uns für ein paar Minuten bewusst zurücknehmen und der Aufforderung Gottes an David folgen: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“ (Psalm 46,10).
Schauen wir uns ein paar Bibelstellen an, die uns zeigen, wie fest und unveränderlich sowohl unser himmlischer Vater als auch Jesus Christus, der das lebendige Wort Gottes ist (Johannes 1,1-3. 14), für unser geistliches Wohlergehen einstehen.
Maleachi 3, Vers 6 gibt Gottes persönliche Selbstoffenbarung wieder: „Ich, der Herr [hier steht der hebräische Name JHWH, der bedeutet: Er ist ewig existent], wandle mich nicht.“ Gott „ist“ einfach – immer. Sowohl der Vater als auch der, der zu Jesus Christus wurde, teilen diesen Namen – und die Ich-Form „Ich bin“ (2. Mose 3,14; Johannes 8,58) – „der da ist und der da war und der da kommt“ (Offenbarung 1,8).
Diese Identität spricht nicht nur von ihrer allmächtigen, sich selbst erhaltenden Kraft und ewigen Existenz, sondern auch von Gottes unwandelbarem Charakter und seiner Beziehungsfähigkeit. Der unsterbliche Herzschlag Gottes wird in 1. Johannes 4, Verse 8-9 zusammengefasst: „Gott ist die Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.“ So war Jesu Kommen in die Welt im Fleisch die personifizierte Liebe Gottes zu uns – ein für alle Mal.
Im Hebräerbrief sehen wir Gottes Verheißung: „Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen“, gefolgt von dieser Zusicherung: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Hebräer 13,5. 8).
Ein Licht, wenn es am dunkelsten ist
Dies ist genau jener Jesus, der verkündete: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12).
Er ist derjenige, der Licht in die dunkle Welt des blind Geborenen brachte – jener geheilte Mann, der bekannte: „Eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend“ (Johannes 9,25). Leider führte dieses Bekenntnis dazu, dass er von seinen Nachbarn, seiner Familie und seinem religiösen Umfeld ausgestoßen wurde. Doch gerade in dieser dunkelsten Stunde sucht Jesus ihn auf und fragt: „Glaubst du an den Menschensohn?“ (Vers 35).
Und nun sieht dieser werdende Jünger nicht nur körperlich, sondern auch geistlich. Er erkennt, dass der Sohn Gottes – genau wie sein Vater – unveränderlich ist. Er steht ebenfalls immer im hellsten Licht. Dieser Moment der Einsicht dieses Mannes sollte auch unser Moment der Einsicht sein.
Sehen Sie den Unterschied? Es ist eine Sache, zu glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Es ist aber etwas ganz anderes, immer tiefer zu glauben und zu erkennen, dass er selbst in unseren dunkelsten Momenten unverrückbar im hellsten Licht steht.
Hat er uns nicht genau diese feste Position geschenkt, damit wir sie umarmen und tief in uns aufnehmen können? In seiner Verheißung an uns sagte er: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20).
Aber vielleicht machen wir uns gar nicht so sehr Sorgen um „das Ende der Welt“, sondern viel mehr um den unmittelbaren Augenblick, den wir gerade erleben. Es ist vielleicht ein Augenblick, in dem alle Lichter scheinbar erloschen sind und Sie sich verlassen fühlen, ja sogar gefangen „im finstern Tal“ (Psalm 23,4).
Vielleicht denken Sie gerade: „Gott hat sich doch von mir abgewandt und mich verlassen.“ Aber erlauben Sie mir bitte eine Frage: Wenn Sie eine zerbrochene Beziehung zu ihm spüren, kann dann er der Grund sein, bei dem doch „keine Veränderung ... noch Wechsel von Licht und Finsternis“ ist? Hat er sich von Ihnen abgewandt hat? Oder sind Sie es, der sich von ihm abgewandt hat?
Seien wir ehrlich: Wer hat sich bewegt? Und lass uns umkehren – zurück ins Licht.
Das Vertrauen Jesu zu seinem Vater im Angesicht des Todes
Erlauben Sie mir, Sie an die drei einfachen, aber lebensverändernden Worte unseres Herrn zu erinnern: „Folgt mir nach!“ Es waren Worte, die er nicht nur sprach, sondern gerade dann mit letzter Konsequenz lebte, als die alles verschlingende Finsternis und der Tod auf ihn zukamen.
In einem Augenblick der Finsternis in Betanien, als Freunde und Familie um Lazarus trauerten, sprach Jesus vor dem offenen Grab für alle hörbar, damals und bis in unsere Zeit: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst“ (Johannes 11,41-42; Einheitsübersetzung). Jesus wusste genau: Bei seinem Vater – unserem Vater – gibt es in der Not keinen Wechsel von Licht und Finsternis.
In einem verdunkelten Garten, in der letzten Nacht seines irdischen Lebens, finden wir Jesus betend zu seinem Vater – mit der Bitte, es möge doch einen anderen Ausgang geben als den, den unser Heiland um unsretwillen gleich erleben würde. Leidenschaftlich flehte er: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir“ (Lukas 22,42).
Doch als die Antwort von oben unverändert blieb, hatte unser geistlicher Vorkämpfer bereits seine feste, persönliche Haltung in den folgenden Worten ausgesprochen: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Weder beim Vater im Himmel noch bei seinem Sohn auf Erden gab es eine Spur von Wankelmut oder den Schatten einer Abweichung. Jesu letzter Atemzug spricht zu uns allen. Lukas 23, Vers 46 hält diesen Augenblick fest: „Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.“
Dieser Vers greift diesen Moment heraus und zeigt uns ein beeindruckendes Bild von der inneren Gewissheit und unumstößlichen Zuversicht unseres Heilands. Obwohl sein Blick durch das verkrustete Blut auf seinem Gesicht getrübt war – vom Dornenkranz, der brutal auf sein Haupt gedrückt worden war –, wusste er und schöpfte Trost daraus, dass sein Gott – unser Gott – auch um Mitternacht immer im hellsten Licht steht. Wir erkennen diese Gewissheit in seinem Rufen – einem Ruf, der bis in unsere Tage hineindringt, damit wir hören und Mut fassen.
Kehren Sie nicht mehr ab, sondern zurück
Wieder sollten wir uns fragen: Wer hat sich bewegt? Vielleicht haben Sie – ähnlich wie das alte Israel – sich abgewandt, sind davongegangen und denken nun, Ihre Beziehung zu unserem Schöpfer sei endgültig vorbei und erledigt! Doch genau wie beim alten Israel ist Gott niemals mit uns fertig – mit uns, die wir als Jünger Jesu Christi das erneuerte geistliche Israel bilden (Galater 6,15-16) –, wenn wir nur zu ihm umkehren. Und er wird uns genau dabei helfen.
Was Gott seinem Volk in Jeremia 29, Verse 11-14 verkündete, gilt genauso heute für Sie und mich: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.“