In unserer Gesellschaft tobt – weitgehend unbemerkt – ein Krieg gegen die Familie. Er bedroht das Überleben der traditionellen Ehe und Familie in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß. Wo liegen die Schlachtfelder dieses Krieges und warum ist die Familie von zentraler Bedeutung für die Gesellschaft?

Von John LaBissoniere

Oft und zu Recht wird betont, dass die Familie der zentrale Baustein jeder menschlichen Zivilisation ist. Ihr lebensnotwendiges Fundament bildet die feste, unauflösliche Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, die ein Leben lang in Geist und Herz vollkommen miteinander verbunden sind (vgl. Römer 7,2). Solche Ehen verbinden nicht nur die Ehepartner, sondern auch Eltern mit ihren Kindern und schaffen so die solide Grundlage für die gesunde Entwicklung der nächsten Generation.

Ist dieses Fundament ehelicher Beziehungen in einer Gesellschaft stark und stabil, so verheißt dies reichen Segen und eine gesicherte Zukunft. Beginnt die Grundlage von Ehe und Familie jedoch zu bröckeln, hat dies verheerende Folgen für die gesamte Gesellschaft und bedroht schließlich ihre Existenz. Genau dieser bedrohliche Zustand zeichnet sich gegenwärtig in vielen Ländern der Welt ab.

Der Grund dafür ist ein totaler, systematischer Krieg gegen Ehe und Familie – angefacht von einem unsichtbaren geistlichen Wesen, das die Ehe zutiefst hasst und dessen Existenz selbst von manchen bekennenden Christen geleugnet wird.

Derzeit erleben wir den größten Angriff aller Zeiten auf die Institution der Ehe – einen Angriff, der die traditionelle Familie in ihren Grundfesten zu erschüttern droht. Millionen von Männern und Frauen geraten gerade jetzt – sei es aus bewusster Entscheidung oder aus Unwissenheit – in eine Falle, die ihnen nur Leid und tiefe Enttäuschung bringt.

Die Schlachtfelder dieses Krieges sind zahlreich. Es ist wichtig, sie zu kennen bzw. zu wissen, welche Folgen sie für die Gesellschaft haben und was Jesus von seinen Nachfolgern in dieser Stunde erwartet. Dieser Krieg wird an vielen Fronten geführt. An einigen davon breiten sich ihre negativen Auswirkungen besonders rasant aus.

Dazu gehören die weitverbreitete Kultur des unverbindlichen Sex, das bloße Zusammenleben ohne Trauschein, die hohe Scheidungsrate, die gleichgeschlechtliche Ehe als gesetzlich legitimiertes Familienmodell, die Transgender-Bewegung und die Bestrebungen, die biologische Geschlechtsidentität vollständig aufzulösen. Wir werden den Krieg gegen Ehe und Familie gründlich betrachten, damit Sie klar informiert sind und wissen, was Gottes Wort eindeutig dazu sagt.

Ehe und Familie sind von Gott gewollt

Die eheliche Gemeinschaft ist eine sowohl natürliche als auch göttliche Institution. Gott selbst hat sie gestiftet, als er sprach: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2,24). Gott schuf Ehe und Familie, damit die Menschen lernen, einander so zu lieben, wie er sie liebt (Epheser 5,25-33).

Als Gott die Sexualität schuf (1. Mose 1,27; 2,18. 24), war es seine Absicht, dass sie für Mann und Frau ein reiner, heiliger und wunderbarer Ausdruck ihrer Liebe sei. In der Ehe sollen sie sich körperlich, seelisch und geistlich innig miteinander verbinden. Zugleich ist die Sexualität das gottgegebene Mittel, durch das ein Paar Kinder empfangen und in eine warme, liebevolle und freudvolle familiäre Beziehung hineingeben kann (1. Mose 1,28; Maleachi 2,15).

Gott hat die menschliche Fortpflanzung durch den Geschlechtsverkehr in der Ehe nicht nur zur Bevölkerung der Erde bestimmt, sondern auch, weil er „viele Söhne [Kinder] zur Herrlichkeit führen“ möchte (Hebräer 2,10; Einheitsübersetzung). Indem er Menschen die Möglichkeit schenkt, Kinder zu zeugen und aufzuziehen, erweitert er seine eigene Familie, denn wir sollen dereinst ewiges göttliches Leben in seinem Reich empfangen (Römer 8,16).

Darüber hinaus soll die hingebungsvolle, treue Beziehung zwischen Mann und Frau das innige Verhältnis zwischen Jesus Christus und seiner Gemeinde widerspiegeln (Epheser 5,31-32). Wenn wir diese tiefe geistliche Bedeutung von Ehe und Familie erkennen, wird klar: Gott hat die sexuelle Vereinigung ausschließlich für Mann und Frau in einer beständigen, liebevollen und lebenslangen Ehe vorgesehen (1. Mose 2,24). Jede sexuelle Verbindung außerhalb dieses göttlichen Rahmens entwertet, entehrt und zerstört die heilige familiäre Beziehung (1. Korinther 6,15-20).

Die unruhige Welt, in der wir leben

Die Bibel bezeichnet vorehelichen Geschlechtsverkehr und Ehebruch klar als Sünde – als bewussten Verstoß gegen Gottes heilige Gebote (1. Johannes 3,4). Wer solche Sünden nicht bereut, wird keinen Eingang in das Reich Gottes finden (1. Korinther 6,18; Hebräer 13,4; Offenbarung 21,8). Bereits bei der Schöpfung hat Gott seine makellosen Absichten für Ehe und Sexualität festgelegt. Wer sich diesen göttlichen Ordnungen widersetzt oder sie bewusst in seinem Leben ignoriert, zieht schwere geistliche und oft auch physische Strafen auf sich.

Die verheerenden Folgen dieser Missachtung sind heute überall sichtbar. Die Abkehr von biblischen Moralgesetzen im Bereich von Sexualität und Ehe hat eine erschreckende Welle von zerstörten Ehen, zerrütteten Familien, tiefem persönlichem Unglück, körperlichen und seelischen Leiden sowie enormen finanziellen Belastungen ausgelöst.

Sex, der eigentlich ein heiliges und kostbares Geschenk Gottes sein sollte, ist in der heutigen Kultur weitgehend entwertet, billig, alltäglich und jeglicher Würde beraubt worden. Filme, Serien und soziale Medien propagieren unablässig die Vorstellung, dass freizügige Sexualität in jeglicher Form nicht nur normal und akzeptabel, sondern sogar erstrebenswert sei.

Die Zuschauer werden ständig mit der zerstörerischen Lüge konfrontiert, dass Sex zwischen einvernehmlichen Erwachsenen ohne jegliche Verpflichtung körperlich und emotional erfüllend sein könne. Leider glauben Millionen diesen gefährlichen Täuschungen – und zahlen dafür den hohen Preis eines gebrochenen Herzens, einer zerstörten Beziehung und einer inneren Leere.

Im Folgenden werden wir einige der wichtigsten gesellschaftlichen Entwicklungen betrachten, die Ehe und Familie systematisch untergraben. Aus der Perspektive der Heiligen Schrift und ergänzt durch aussagekräftige zeitgenössische Quellen werden wir ihre schädlichen Auswirkungen auf den Einzelnen und die gesamte Gesellschaft aufzeigen.

Die Kultur des zwanglosen Sex

Laut Wikipedia beschreibt die Hook-up-Kultur eine gesellschaftliche Haltung, die „zwanglose sexuelle Begegnungen einschließlich One-Night-Stands und ähnlicher Aktivitäten akzeptiert und fördert, ohne dass dabei notwendigerweise emotionale Bindungen oder langfristige Verpflichtungen entstehen“. Sie wird auch als „Sex ohne Beziehung“ oder „Sex ohne Verabredung“ bezeichnet. Oder wie DIE ZEIT es formulierte: „Hook-ups: Früher verwerflich, heute Ausdruck einer modernen Haltung“ (23. März 2022).

In einer wissenschaftlichen Ausarbeitung zu diesem Thema stellten Justin Garcia vom Kinsey Institute und seine Kollegen von der Binghamton University fest, dass „zwangloser Sex Teil eines populär kulturellen Wandels ist, der das Leben junger Erwachsener in der gesamten westlich geprägten Welt durchdrungen hat“ („Sexual Hookup Culture: A Review“, National Center for Biotechnology Information, 1. Juni 2012, Seite 171).

Auch wenn dies mittlerweile als alltäglich und zunehmend akzeptabel gilt: Welche schädlichen Auswirkungen hat die Hook-up-Kultur tatsächlich auf das Leben der Menschen, insbesondere auf Jugendliche im Gymnasial- und Hochschulalter? Dr. Susan Krauss Whitbourne, emeritierte Professorin für Psychologie und Gehirnwissenschaften an der University of Massachusetts in Amherst, warnt:

„Gelegenheitssex stellt eine erhebliche Gefahr für die körperliche und psychische Gesundheit dieser jungen Menschen dar. Neben den bekannten Risiken, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, ungewollt schwanger zu werden oder vergewaltigt oder anderweitig missbraucht zu werden, können Menschen, die Gelegenheitssex praktizieren, emotionale Folgen erleiden, die noch lange anhalten, nachdem die Einzelheiten einer Begegnung nur noch eine blasse Erinnerung sind.

Auf Hochschulgeländen, wo kurze sexuelle Begegnungen weitverbreitet sein können, können unerwartete Folgen die Karriere eines Studierenden gefährden. Am Arbeitsplatz können die Folgen ebenso verheerend sein, wenn nicht sogar noch schlimmer“ („How Casual Sex Can Affect Our Mental Health“, Psychology Today, 9. März 2013; alle Hervorhebungen durch uns).

Jim Daly, Präsident von Focus on the Family, schrieb dazu: „Wenn wir über die zunehmende Tendenz sprechen, dass junge Menschen sich auf die ‚Hook-up-Kultur‘ einlassen – also auf zwanglose sexuelle Begegnungen –, sprechen wir oft über den Schaden, den dies bei Mädchen anrichtet. Dafür gibt es offensichtlich gute Gründe: Junge Frauen verspüren häufig einen enormen Druck, sich bestimmten Verhaltensweisen anzupassen, und zahlen später einen hohen Preis dafür – in Form von sexuell übertragbaren Krankheiten, Schwangerschaften und seelischen Wunden.

Doch wie steht es um die jungen Männer? Die Hook-up-Kultur vermittelt ihnen ein herabwürdigendes und entmenschlichtes Bild von Sexualität (oft geprägt durch Pornografie), das ihre allgemeinen Lebenskompetenzen auf Jahre hinaus beeinträchtigt. Ein junger Mann, der sich auf wahllose sexuelle Handlungen einlässt, lernt nicht, was gut, gesund, respektvoll und gottgewollt ist.

Er wird auf mangelnde Leistungsfähigkeit konditioniert, da es ihm an der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung sowie am inneren Antrieb fehlen wird, auch in anderen Lebensbereichen nach Exzellenz zu streben. Auch seine Aussichten, später ein eigenes Zuhause aufzubauen und zu führen, werden dadurch negativ beeinflusst. Die Fähigkeit eines jungen Mannes, eine sichere und vertrauensvolle Beziehung – gleich welcher Art – einzugehen, verkümmert“ („The Hookup Culture Also Hurts Our Boys“, Daly Focus, 10. September 2013).

Heute zeitgemäß: Zusammenleben ohne Trauschein

Eine weitere gesellschaftliche Entwicklung, die die Institution der Ehe untergräbt, ist die zunehmende Verbreitung von nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Dabei führen Paare einen gemeinsamen Haushalt und eine sexuelle Beziehung, ohne miteinander verheiratet zu sein. Dieses Modell gilt heute in der Gesellschaft weitgehend als Normalität und wird kaum noch hinterfragt.

Bereits im Jahr 2001 veröffentlichte das „National Marriage Project“ an der Rutgers University in New Jersey eine umfassende Studie zum Thema Zusammenleben vor oder statt der Ehe. Der gut dokumentierte Bericht kommt zu dem Schluss:

„Trotz der weitverbreiteten Akzeptanz unter jungen Menschen scheint das bemerkenswerte Wachstum des unverheirateten Zusammenlebens in den letzten Jahren nicht im besten Interesse der Kinder oder der Gesellschaft zu liegen. Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es die Ehe und die intakte Zweielternfamilie geschwächt und damit unser soziales Wohlergehen beeinträchtigt hat – insbesondere das von Frauen und Kindern“ (David Popenoe und Barbara Dafoe Whitehead, „Should We Live Together? What Young Adults Need to Know About Cohabitation Before Marriage“, The National Marriage Project, 2002).

Der Bericht verweist auf eine landesweite Umfrage aus jenem Jahr, wonach zwei Drittel der jungen Erwachsenen der Ansicht waren, das Zusammenleben vor der Ehe sei ein guter Weg, um eine spätere Scheidung zu vermeiden. Das „American College of Pediatricians“ hat sich in einem ausführlichen Bericht zu den Auswirkungen nichtehelichen Zusammenlebens mit dieser weitverbreiteten, aber falschen Vorstellung auseinandergesetzt:

„Entgegen der weitverbreiteten Annahme vieler Jugendlicher und junger Erwachsener, die das Zusammenleben als Ersatz für die Ehe oder als hilfreiches ‚Sprungbrett‘ zu einer stabileren Ehe betrachten, zeigen zahlreiche Studien das Gegenteil: Lebensgemeinschaften ohne Trauschein zerbrechen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als Ehen. Auch Ehen, denen ein Zusammenleben vorausging, sind instabiler als solche, bei denen die Partner vor der Heirat nicht zusammengelebt haben. In Lebensgemeinschaften treten zudem häufiger Untreue und partnerschaftliche Gewalt auf.

Darüber hinaus sind Kinder – unabhängig davon, ob sie vor, während oder nach dem Zusammenleben der Eltern geboren wurden – einem erhöhten Risiko für vielfältige negative Entwicklungen ausgesetzt. Dazu gehören Frühgeburten, Schulversagen, ein niedrigerer Bildungsabschluss, größere Armut in der Kindheit, geringeres Einkommen im Erwachsenenalter, höhere Raten von Inhaftierungen, Verhaltensauffälligkeiten, Alleinerziehung, medizinischer Vernachlässigung, chronischen gesundheitlichen Problemen (sowohl körperlich als auch psychisch), vermehrtem Drogen-, Alkohol- und Tabakkonsum sowie Kindesmisshandlung. Frauen in einer Lebensgemeinschaft entscheiden sich außerdem signifikant häufiger für einen Schwangerschaftsabbruch“ („Cohabitation: Effects of Cohabitation on the Men and Women Involved“, American College of Pediatricians, März 2015).

Abgesehen von diesen empirischen Befunden ist es aus christlicher Sicht entscheidend, zu erkennen, dass die Bibel sexuelle Beziehungen und Lebensformen außerhalb der Ehe als grundsätzlich falsch und moralisch unvereinbar mit Gottes Willen beschreibt. Sex außerhalb der Ehe widerspricht der von Gott vorgegebenen Lebensordnung (vgl. Matthäus 15,19-20; 1. Korinther 6,9-10; Galater 5,19-21).

Die Scheidungsepidemie in den Industrieländern

In vielen westlichen Industrienationen endet nach wie vor ein großer Teil der Ehen mit einer Scheidung. Laut verschiedenen Statistiken liegen die Scheidungsquoten bei Erst-Ehen ungefähr bei (alle Angaben in Prozent): Vereinigtes Königreich ca. 40-45, Vereinigte Staaten ca. 42-45, Kanada ca. 45-48, Frankreich ca. 45-55, Deutschland ca. 38-41 und Niederlande ca. 40-48 (je nach Studie und Erhebungsjahr).

Auch wenn die individuellen Folgen einer Scheidung unterschiedlich schwerwiegend ausfallen, gibt es deutliche Gemeinsamkeiten im damit verbundenen Leid. Nach einer Trennung verlieren die Partner häufig zentrale Aspekte ihrer bisherigen Identität und ihres sozialen Umfelds: den gemeinsamen Wohnort, die Schule der Kinder, gewohnte Freundeskreise, Nachbarn und Teile des Verwandtenkreises.

Besonders Frauen geraten nach einer Scheidung oft in finanzielle Schwierigkeiten. In der Regel wird ihnen das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen, sodass sie den Großteil der Haushalts- und Erziehungskosten alleine tragen müssen. Viele müssen in eine kleinere Wohnung umziehen, haben weniger finanziellen Spielraum und leben ohne nennenswerte Rücklagen von Monat zu Monat. Eine Studie in der American Sociological Review kommt zu dem Schluss, dass sich Frauen von den finanziellen Einbußen einer Scheidung oft erst dann vollständig erholen, wenn sie erneut heiraten (Pamela J. Smock, Wendy D. Manning und Sanjiv Gupta, „The Effect of Marriage and Divorce on Women’s Economic Well-Being“, American Sociological Review, Band 64, 1999, Seite 794-812).

Darüber hinaus kann die emotionale Belastung einer Scheidung die körperliche und psychische Gesundheit von Frauen stark beeinträchtigen. Das Risiko für Herzerkrankungen steigt deutlich an, und geschiedene Frauen berichten häufiger von langanhaltenden Problemen wie Angstzuständen, Depressionen, Wut und Einsamkeit. Manche Studien deuten zudem auf ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen hin.

Der im September 2013 im Journal of Men’s Health veröffentlichte Artikel „The Influence of Divorce on Men’s Health“ zeigt, dass geschiedene Männer anfälliger für schwere Depressionen sowie für Alkohol- und Drogenmissbrauch sind. Das Suizidrisiko eines geschiedenen Mannes ist nach manchen Studien deutlich höher als das eines verheirateten Mannes. Darüber hinaus sind geschiedene Männer einem erhöhten Risiko für ernste körperliche Erkrankungen ausgesetzt, darunter Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Nicht nur die ehemaligen Ehepartner, sondern vor allem auch die Kinder leiden erheblich unter den Folgen einer Scheidung. In der Encyclopedia on Early Childhood Development fasst Dr. Brian D’Onofrio die Erkenntnisse zahlreicher Studien zusammen:

„Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Trennung bzw. Scheidung der Eltern mit einer Reihe negativer Auswirkungen auf jüngere Kinder und Jugendliche in verschiedenen Bereichen einhergeht. Eine Trennung bzw. Scheidung der Eltern steht im Zusammenhang mit schulischen Schwierigkeiten, darunter schlechtere Noten und vorzeitiger Schulabbruch, sowie mit verstärktem störendem Verhalten. Kinder und Jugendliche, die die Scheidung ihrer Eltern erleben, weisen zudem häufiger depressive Verstimmungen, ein geringeres Selbstwertgefühl und emotionale Belastungen auf“ (Brian D’Onofrio, „Consequences of Separation/Divorce for Children“, 2011).

Dieselbe Quelle führt weiter aus: „Die Scheidung der Eltern ist auch mit negativen Folgen und früheren Lebensübergängen verbunden, wenn die Nachkommen ins junge Erwachsenenalter und später ins höhere Lebensalter eintreten. Kinder aus Scheidungsfamilien sind häufiger von Armut, Bildungsversagen, früher und riskanter sexueller Aktivität, unehelicher Geburt, früher Heirat, nichtehelichem Zusammenleben, Ehekonflikten und eigener Scheidung betroffen.“

Das „Marriage and Religion Research Institute“ kommt in seinem umfassenden Bericht zu einem ähnlichen Ergebnis:

„Eine Scheidung schwächt die Familie und die Beziehung zwischen Kindern und Eltern dauerhaft. Sie fördert destruktive Konfliktbewältigungsstrategien, vermindert die soziale Kompetenz und führt bei Kindern häufiger zu einem frühen Verlust der Jungfräulichkeit sowie zu einem geschwächten Männlichkeits- oder Weiblichkeitsgefühl im jungen Erwachsenenalter. Weitere Folgen sind Schwierigkeiten beim Dating, eine höhere Neigung zu Lebensgemeinschaften, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer späteren Scheidung, höhere Erwartungen an eine eigene Scheidung und ein geringerer Kinderwunsch.“

Paul Amato, Professor für Soziologie an der Pennsylvania State University, fasst die Auswirkungen wie folgt zusammen: „Scheidung führt zu Störungen in der Eltern-Kind-Beziehung, anhaltenden Unstimmigkeiten zwischen ehemaligen Ehepartnern, dem Verlust emotionaler Unterstützung, wirtschaftlicher Not und einer Zunahme anderer negativer Lebensereignisse“ (Patrick Fagan und Aaron Churchill, „The Effects of Divorce on Children“, 11. Januar 2012).

Aus christlicher Perspektive ist es daher nicht verwunderlich, dass Gott in der Bibel Scheidung deutlich ablehnt. Sie fügt Einzelpersonen, Familien, Gemeinschaften und der gesamten Gesellschaft großen Schaden zu (Maleachi 2,15-16; siehe auch Matthäus 19,3-9).

Die Ehe im Wandel der Zeit

Jesus Christus, der Ausführende der Schöpfung, definierte die Ehe auf unmissverständliche Weise: „Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ‚ein‘ Fleisch sein? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ‚ein‘ Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Matthäus 19,4-6).

Heute bedeutet die Ehe längst nicht mehr nur eine Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Nach dem modernen Verständnis von Moral und Recht können gleichgeschlechtliche Beziehungen bekanntlich auch eine Ehe sein. Es werden nun aber Stimmen laut, denen das, was der Schöpfer für die Menschen vorgesehen hat, auf andere Weise nicht genügt. Sie plädieren für polyamore Beziehungen, d. h. die Vielehe.

Dazu gehört der deutsche Autor Friedemann Karig, der die monogame Partnerschaft als „das eigentlich kranke Modell“ bezeichnete (Die Welt, 20. Februar 2017). Karig sieht polyamore Beziehungen als die Lösung zu narzisstischen Reaktionen wie Eifersucht.

Demnach könnten Menschen unterschiedlichen oder aber des gleichen Geschlechts auch eine polyamore Beziehung als Ehe eingehen. In Gesellschaften, in denen sich die Definition der Ehe nicht mehr auf die traditionelle gottgewollte Ehe zwischen Mann und Frau beschränkt, stellen Befürworter der Gruppenehe die Frage: Aus welchem Grund will der Gesetzgeber mehreren Personen unterschiedlichen oder des gleichen Geschlechts eine eingetragene Partnerschaft [= „Ehe“] verwehren bzw. verbieten?

„Die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe [in Deutschland und vielen anderen Ländern] schafft einen Präzedenzfall, wonach es keine gültige rechtliche Prämisse dafür gibt, mehreren Personen, die heiraten wollen, die Ehe zu verbieten. Wir mögen lediglich darin unterschiedlicher Meinung sein, ob das eine ,gute‘ Sache ist oder nicht“, meinte Anita Wagner Illig, die sich in Amerika für die Anerkennung der Vielehe einsetzt.

Und einen ersten Schritt in Richtung Akzeptanz der Vielehe in Deutschland tat Lena Müller, Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) im Sommer 2025, als sie vier Männern den kirchlichen Ehesegen erteilte. „Wir konnten die Hochzeit nicht ins Kirchenbuch eintragen, weil dazu vorher eine standesamtliche Trauung stattgefunden haben muss, und die wäre in dieser Konstellation ja nicht möglich. Aber ich bin auf jeden Fall davon überzeugt, dass sie vor Gott wirklich geheiratet haben. Was sollte Gott dagegen haben, dass es nun eben vier sind und nicht zwei?“, meinte Müller gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (2. November 2025).

Wir meinen, dass es bei der allgemeinen Ablehnung von göttlichen Maßstäben der Moral nur eine Frage der Zeit ist, bis polyamore Ehen rechtlich eingegangen werden können. Schließlich hätte niemand 1949 bei der Verkündung des Grundgesetzes gedacht, dass mit „Schutz der Ehe“ und „Recht auf Leben“ auch eine gleichgeschlechtliche Ehe und die Abtreibung gemeint waren.

Gewiss haben Gesetzgeber und Richter in demokratischen Staaten – mit Zustimmung der Bevölkerung – das Recht, Gesetze zu erlassen oder aufrechtzuerhalten, die sie für richtig halten. Dazu gehört auch die Befugnis, die Ehe gesetzlich zu definieren. Doch nur weil etwas rechtlich möglich oder mehrheitlich gewollt ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es in den Augen Gottes in Ordnung ist.

Standhaft bleiben in einer Welt auf Irrwegen

Der allmächtige Schöpfer hat die Menschheit mit dem wunderbaren Segen der Ehe und der Familie beschenkt. Ist das Fundament der ehelichen Beziehung zwischen Mann und Frau stark und sicher, hat dies große Vorteile für die Gesellschaft insgesamt. Wenn die Grundlagen von Familie und Ehe jedoch ins Wanken geraten, leidet die gesamte Gesellschaft unter den schädlichen Auswirkungen und ihr Fortbestand gerät in Gefahr. Leider erleben wir heute genau diese Situation in einem regelrechten Krieg gegen Ehe und Familie.

Da gefährliche, gesetzlose Kräfte am Werk sind, müssen wir wachsam bleiben und uns vor einer zunehmend unmoralischen und verkommenen Gesellschaft schützen. Vertrauen wir daher nicht auf die Worte und Ideen von Menschen, sondern auf das, was die höchste Autorität des Universums in der Heiligen Schrift offenbart hat (2. Samuel 22,31; Philipper 4,7; 1. Thessalonicher 2,13).

Glücklicherweise wird Gott, der Vater, bald seinen Sohn Jesus Christus senden, um die Welt von ihrem selbstzerstörerischen Weg zu befreien und die Herzen und Gedanken aller Menschen zu heilen (Jesaja 9,6-7). Indem wir heute an der Wahrheit von Gottes Wort festhalten, bereiten wir uns auf eine herrliche neue Welt vor, in der göttliche Gerechtigkeit für immer herrschen wird!