Das Leiden: Sein Anfang und sein Ende

Das Leiden: Sein Anfang und sein Ende © Corbis Digital Stock
Dass ein liebevoller, allmächtiger Gott schreckliches Leiden zulässt, ist für manche Menschen eine Rechtfertigung, die Existenz Gottes zu leugnen. Doch das Leiden hört eines Tages ganz auf!

Unsere Welt ist vom Bösen und von Elend geplagt. Aber warum ist das so? Warum ist es so allumfassend? Was am wichtigsten ist: Plant Gott, etwas dagegen zu unternehmen?

Von Roger Foster

Die Bibel lehrt uns, dass der Schöpfer die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und uns die Verantwortung übertragen hat, seine irdische Schöpfung zu betreuen – über sie zu „herrschen“ (1. Mose 1,26-28). Ironischerweise müssen wir feststellen, dass es uns nicht einmal gelingt, selbst das menschliche Leben zum positiven Erlebnis für alle Menschen zu gestalten.

Menschliches Leiden ist ein herausragendes Beispiel. Dass ein liebevoller, allmächtiger Gott schreckliches menschliches Leiden kontinuierlich zulässt, ist etwas, das viele Menschen verwundert. Manche nutzen menschliches Leiden sogar als Rechtfertigung dafür, die Existenz Gottes zu leugnen.

Wir müssen natürlich anerkennen, dass Leiden möglich wurde, als Gott Wesen mit Entscheidungsfreiheit schuf – Wesen, die zwischen Richtig und Falsch frei wählen konnten. Er hätte vorprogrammierte Roboter schaffen können, die nie eine falsche Entscheidung hätten treffen können. Ohne freien Willen wären solche Geschöpfe aber auch unfähig gewesen, eine echte Beziehung zu ihm zu entwickeln. Das wünscht sich der Schöpfergott genauso, wie wir uns das auch voneinander wünschen.

Menschliches Leiden ist größtenteils die Folge falscher Entscheidungen, die Menschen mit dem ihnen zugestandenen freien Willen getroffen haben. Damit verletzen sie sich selbst und auch andere Menschen. Gott erlaubt das zu dieser Zeit, damit wir wichtige Lektionen durch eigene Erfahrungen lernen können. Nachfolgend einige biblische Beispiele dafür, wie Gott es Menschen erlaubt, aus den Folgen ihrer Entscheidungen zu lernen:

„Faulheit macht schläfrig, und ein Lässiger wird Hunger leiden“ (Sprüche 19,15). Auch: „Wer jähzornig ist, muss selbst seine Strafe dafür zahlen. Wenn du ihn einmal davor rettest, wirst du es immer wieder tun müssen“ (Vers 19; „Neues Leben“-Übersetzung).

Ein wichtiges biblisches Prinzip fasst zusammen, was diese Beispiele uns lehren: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten“ (Galater 6,7; alle Hervorhebungen durch uns).

Krieg ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Menschheit das ernten wird, was sie sät. Millionen wurden im Krieg verletzt oder getötet, manchmal sogar auf systematische Weise. Wir brauchen uns da nur ein modernes Beispiel anzusehen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stürzte Adolf Hitler mit seinem Streben nach Macht Europa in den Zweiten Weltkrieg. Eines der dunkelsten Kapitel dieses Krieges war die gezielte Vernichtung von Juden, was heute als Holocaust bezeichnet wird. Hitlers Völkermord ist ein klassisches Beispiel für die Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber seinen Mitmenschen. Dieses historische Beispiel gibt uns nur einen Einblick in das unglaubliche Leiden, das menschliche Entscheidungen und Handlungen im Lauf der Geschichte ausgelöst haben.

Wie kam es dazu, dass die Welt so voller Leiden wurde? Und was gedenkt Gott dagegen zu tun?

Der große Verführer

Der aktivste Faktor für menschliches Leiden ist eine der ersten Persönlichkeiten, die in der Bibel vorgestellt werden. Als schlaue Schlange verstellt, war er der große Urheber der Irreführung. Gott benennt ihn als das, was er wirklich ist: ein Widersacher (Satan) und ein verleumdender Ankläger (der Teufel), der die Welt auf unterschiedliche Weise beeinflusst hat.

Die Bibel bezeichnet ihn als „Fürst dieser Welt“, den „Mächtigen, der in der Luft herrscht“ und den „Gott dieser Welt“ (Johannes 12,31; Epheser 2,2; 2. Korinther 4,4). Woher stammt dieses perverse Wesen?

In seinem Gespräch mit dem Patriarchen Hiob erinnert Gott an die Zeit, „als ich die Erde gründete“ (Hiob 38,4). Zu dieser Zeit „jauchzten alle Gottessöhne [die Schar der Engel]“ (Vers 7). Daraus leiten wir ab, dass Gott die Engel vor der Erschaffung der Erde geschaffen hat.

Aber eines dieser Engelwesen rebellierte gegen seinen Schöpfer. Durch seine Verleumdungen ist es ihm gelungen, ein Drittel der Engel dazu zu überreden, ebenfalls Gegner Gottes zu werden (Offenbarung 12,4). Als Folge verloren sie ihren Platz im Himmel. „Es wurde hinausgeworfen [aus dem Himmel] der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen“ (Offenbarung 12,9).

Gottes Absicht damit, uns nur vorübergehendes Leben in unserem fleischlichen Körper zu geben, liegt darin, uns die Zeit und die Gelegenheit einzuräumen, die wir benötigen, um den gleichen Charakter wie Gott selbst zu entwickeln.

Diejenigen, denen es gelingt, göttlichen Charakter zu entwickeln, werden die Gabe des ewigen Lebens als Gottes vervollkommnete Familie von Söhnen und Töchtern erhalten (Epheser 3,14-19; 2. Korinther 6,17-18). Diejenigen, die Gottes Gabe des Heils annehmen, das durch das versöhnende Opfer und die geistliche Hilfe Jesu Christi ermöglicht wurde, werden größere Macht als selbst Satan und seine gefallenen Engel erhalten. Wie der Apostel Paulus geschrieben hat: „Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten werden? Wie viel mehr über Dinge des täglichen Lebens“ (1. Korinther 6,3).

In der gesamten Bibel lesen wir von Satans Feindschaft gegenüber diesem Heilsplan für die Menschen. Er wird von starkem Hass motiviert, weil er weiß, was der allmächtige Schöpfer für uns vorgesehen hat.

Das ist zumindest ein Grund, warum Satan und seine gefallenen Engel ständig versuchen, Menschen von Gottes Wahrheit abzubringen. Sie wollen nicht, dass Gottes Plan für die Menschheit erfolgreich ist, deswegen wirken sie ihm aktiv entgegen. Eines der mächtigsten Werkzeuge Satans ist die Verführung. Offenbarung 12, Vers 9 spricht von Satans Verführung der ganzen Welt. Diese Verführung hat dazu geführt, dass die Menschheit ihm statt Gott folgt. Leiden durch Sünde ist eine der Folgen.

Warum ist der menschliche Verstand geistlich verblendet?

Dieses Muster nahm mit Adam und Eva seinen Anfang, die sich dazu entschlossen, Satan statt Gott zu glauben und zu folgen. Gott gab ihnen die Wahlfreiheit, so wie er sie auch uns gibt. Zur gegenwärtigen Zeit hat Gott das Denken der meisten Menschen noch nicht für ein Verständnis dieser Wahlmöglichkeit geöffnet.

Ein beständiger Hang der menschlichen Natur wirkt sich kontinuierlich störend auf die Beziehung aus, die Völker und Nationen zu Gott haben. Er entstammt dem natürlichen Druck, den unsere selbstsüchtigen, fleischlichen Impulse und Begierden auf unsere Wahlentscheidungen ausüben.

Wie der Apostel Paulus den Christen in der antiken Stadt Ephesus gesagt hat: „Wir [haben] alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern“ (Epheser 2,3). Als Folge gehen wir das Leben in einer grundsätzlich selbstsüchtigen Weise an.

Den Christen in Rom hat Paulus gesagt: „Fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein [nicht auf fleischliche Begierden ausgerichtet zu sein] ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht. Die aber fleischlich sind [diejenigen, die ohne zusätzlichen geistlichen Beistand sind], können Gott nicht gefallen“ (Römer 8,6-8). Der verführerische Sog des fleischlichen Denkens ist einfach zu mächtig.

Der „Geist“, den Paulus hier erwähnt, ist Gottes heiliger Geist. Er beschreibt ihn als Geist „der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7).

Über diejenigen, die sich völlig Gottes Lehren hingeben, sagt Paulus: „Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“ (Philipper 2,13). Der heilige Geist ist die göttliche Kraft, die die Diener Gottes dazu befähigt, die selbstsüchtigen, schädigenden Neigungen des Fleisches zu erkennen und zu bändigen.

Was Paulus hier andeutet, ist offensichtlich. Ohne Gottes Hilfe – durch die Kraft seines Geistes – ist kein Mensch in der Lage, die Prinzipien der Liebe und des verantwortlichen Handelns, die die Bibel lehrt, richtig zu verstehen und effektiv anzuwenden. Ohne diese Hilfe werden alle weiterhin zu Elend und Leiden bei sich selbst und anderen beitragen.

Die natürliche Motivation aller Menschen ist eine Mischung aus Gut und Böse – wobei das Böse ständig das Gute verdirbt. Das musste Paulus in sich selbst erkennen und das ist es, was in uns allen geändert werden muss (siehe unten, „Wie Paulus sein Denken vor seiner Bekehrung beschreibt“).

Deshalb sagt uns Paulus: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der [immer] Gutes tut, auch nicht einer“ (Römer 3,10-12).

Der Prophet Jeremia hat das auf diese Weise deutlich zum Ausdruck gebracht: „Ich weiß, Herr, dass des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte. Züchtige mich, Herr, doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf dass du mich nicht ganz zunichte machst“ (Jeremia 10,23-24).

Zu erkennen, dass wir Gottes Anleitung und seine Zurechtweisung brauchen, wie das Jeremia getan hat, ist der erste entscheidende Schritt zum richtigen Verständnis der Bibel.

Paulus fährt damit fort, die Denkweise der Menschen seiner Zeit zu beschreiben. Seine Beschreibung trifft immer noch auf die gesamte Menschheit zu: „Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. Sie sind abgestumpft [besonders im Hinblick auf die biblische Moral] und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier“ (Epheser 4,18-19).

Die Verstockung des Herzens und deren Folgen

Der Kern dieser Motivation ist die Selbstsucht, die das Denken der Menschen entstellt und ihre Entscheidungen prägt. Millionen von Menschen haben sich dazu entschieden, Zigaretten zu rauchen, obwohl sie wissen, dass Rauchen schädlich ist. Was als Entscheidung begonnen hat, wird oft zu einer versklavenden Sucht.

Solche Süchte sind nur die Spitze des Eisbergs schädlicher menschlicher Entscheidungen, die zu Leiden führen – für das dann oft Gott die Schuld gegeben wird. In Wirklichkeit zeigen sie, warum die Verstockung des menschlichen Herzens ein solch schwerwiegendes Hindernis für eine sinnvolle Änderung in die richtige Richtung darstellt.

Interessanterweise bezieht sich das Wort Herz in der Bibel nur selten auf jenes Organ, das Blut durch unseren Körper pumpt. Viel öfter bezieht es sich auf eine Geistesverfassung, darauf, wie Menschen denken und fühlen – insbesondere auf die Beweggründe, die ihre Entscheidungen und Handlungen prägen.

Gegenwärtig ist das menschliche „Herz“ – die allgemeine menschliche Geistesverfassung – so beeinflusst, dass Gottes Gesetzen mit Unglauben und Feindseligkeit begegnet wird. Warum? Das Verständnis fehlt, dass diese Gesetze die Liebe beschreiben, die alle Völker und Nationen füreinander haben sollten. Diese feindselige Einstellung wird bis zur Rückkehr Jesu Christi andauern. Gott erlaubt der Menschheit zurzeit, das zu ernten, was sie sät. Er erlaubt es einzelnen Menschen und Nationen, jede nur mögliche Lebensweise auszuprobieren, auch wenn diese seinen Prinzipien entgegengesetzt sein mag.

Gott hat auch eine Zeit festgelegt, zu der Jesus Christus auf diese Erde zurückkehren wird, um eine göttliche Weltregierung zu errichten. Sie wird seinen gerechten Prinzipien Geltung verschaffen und die Denkweise der Menschheit verändern. Dann werden umfassende, weitreichende Veränderungen in Gottes Beziehung zu allen Völkern erfolgen. Sie werden lernen, gemäß den gleichen Prinzipien zu denken, die Gottes eigenes Denken leiten – die Prinzipien, die in der Bibel gelehrt werden.

Zu jener Zeit werden viele Völker sagen: „Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem“ (Jesaja 2,3). Die Einstellungen und das Denken der gesamten Welt werden transformiert werden!

Die verschiedenen Abschnitte zur Wiederherstellung im Plan Gottes

Die Bibel offenbart, dass diese Veränderungen in zwei unterschiedlichen Zeitabschnitten erfolgen werden. Die erste Zeitspanne beginnt mit der Rückkehr Jesu Christi auf diese Erde als König aller Könige. Eine zweite Zeitspanne wird eintausend Jahre später beginnen – mit der Auferstehung von allen, die gestorben sind, ohne je eine Beziehung mit Gott eingegangen zu sein.

Bei Christi Wiederkehr wird es Millionen von erschöpften und verstörten Überlebenden aus der prophezeiten Zeit der Bedrängnis geben, „wie sie die Welt in ihrer ganzen Geschichte noch nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird“ (Matthäus 24,22; „Hoffnung für Alle“-Übersetzung). Die erste weitreichende Transformation menschlichen Verhaltens und Charakters wird mit diesen Menschen und ihren Kindern ihren Anfang nehmen und eintausend Jahre lang andauern.

Wer wird Jesus bei der Einführung der verheißenen Veränderungen unterstützen? Offenbarung 20, Vers 6 gibt uns die Antwort darauf: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“

Diejenigen, die in dieser ersten Auferstehung zu ewigem Leben auferweckt werden, werden Christus dabei helfen, alle lebenden Menschen, die bereit sind, ihr Denken und ihre Lebensweise zu ändern, zu belehren und zu transformieren. Im Rahmen der idealen Bedingungen zu jener Zeit werden die meisten Menschen anscheinend zur Reue finden, ihr Leben Gott unterstellen und seinen heiligen Geist erhalten.

Da nur die geistlich bekehrten Diener Gottes in der ersten Auferstehung von den Toten erweckt werden, was geschieht dann mit dem Rest der Toten? Hier ist die Antwort aus der Bibel: „Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden“ (Offenbarung 20,5). Sie sind die zweite Gruppe von Menschen, die umgeschult und die Gelegenheit erhalten werden, ihr Denken, ihre Herzen und ihr Verständnis zu verändern.

Zu jener Zeit werden bereits Milliarden von Menschen gelebt haben und gestorben sein – mit nur wenig Verständnis für ihr eigenes selbstsüchtiges Denken oder Gottes Plan, sie wieder aufzuerwecken. Sie werden dann vom Schöpfergott wieder zum Leben erweckt werden und die herrliche Gelegenheit erhalten, ihre Lebensart und Denkweise neu auszurichten.

Deshalb hat der Apostel Petrus folgende Worte niedergeschrieben: „Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren“ (2. Petrus, 3,9; Einheitsübersetzung).

Und Gottes Plan umfasst zwei wichtige Zeiträume, in denen dieser Wunsch Gottes in eine herrliche Realität verwandelt werden wird. Der erste beginnt mit Christi zweitem Kommen und ein weiterer liegt eintausend Jahre später.

Die Folgen falscher Entscheidungen

Es ist Gottes höchste Priorität, jede willige Person dahin zu bringen, die gleichen Charakterzüge und die Selbstdisziplin zu entwickeln, die er und sein Sohn Jesus Christus in ihrem eigenen Denken, in ihren Entscheidungen und ihren Handlungen zum Ausdruck bringen. Im Laufe der unterschiedlichen Phasen seines Plans werden diejenigen, die sich willig dazu verpflichten, ihm zu gehorchen, ewiges Leben als seine verherrlichten Kinder erhalten. Die Vergebung ihrer Sünden durch das Opfer Christi ist dabei ein wesentlicher Teil dieses Planes.

Ein überaus wichtiger Aspekt der Entwicklung von göttlichem Charakter besteht aber auch darin, dass wir lernen, Gott und seine Lebensweise mehr als alles andere zu lieben. Um dahin zu kommen, müssen wir vor allem durch persönliche Erfahrungen lernen, welchen Kummer und Leiden die Sünde – die Ablehnung von Gottes Lebensweise – mit sich bringt.

Wir müssen lernen, wie töricht es ist, unseren eigenen Lebensweg zu wählen. Gott möchte, dass wir verstehen, wie jede Veränderung, die wir in unserem Leben unternehmen, um seinen Gesetzen zu gehorchen, eine Verbesserung in unserem Leben bewirkt. Jede Handlung, die uns von seinen Gesetzen entfernt, hat schädliche Folgen und bewirkt oft sogar Leiden. Gott will, dass der Mensch diese Lektionen lernt, diesen falschen Weg verachtet und ihn nie wieder beschreiten wird.

Das Ende des Leidens

Von Anfang an war es Gottes langfristiges Ziel, sich Söhne und Töchter zu bereiten, denen er ewiges Leben als seinen verherrlichten Kindern geben konnte. Er hat den Menschen aber zuerst als sterblich erschaffen. Damit stellte er sicher, dass das ewige Leben nicht denjenigen gegeben wurde, die sich, selbst unter den besten Bedingungen, störrisch weigern würden, sein Gesetz anzunehmen, das göttliche Liebe beschreibt.

Paulus verstand Gottes herrlichen und gnadenvollen Plan. Er wusste, dass unser Leiden heute nur vorübergehend ist: „Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte“ (Römer 8,18; „Hoffnung für Alle“-Übersetzung).

Wenn Gottes Plan erst einmal vollendet ist, wird es kein Leiden mehr geben! Der Apostel Johannes beschreibt dieses Endergebnis folgendermaßen: „Und ich sah [in einer Vision von Gott] einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen . . . Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein . . . der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen“ (Offenbarung 20,1-5).

Möge Gott diesen Tag schnell herbeiführen! Dann wird die gesamte Menschheit Anteil an einer wunderbaren Zukunft haben, in der es kein Leiden mehr geben wird!

Wie Paulus sein Denken vor seiner Bekehrung beschreibt

Trifft die Beschreibung des Apostels Paulus über den menschlichen Widerstand gegen Gottes Prinzipien in Römer 8, Verse 6-8 auch auf Sie und mich zu? Absolut! Was Paulus über sich selbst gelernt hat, ist genau das, was auch wir über uns selbst lernen müssen.

Paulus hat von klein auf an die Inspiration der Heiligen Schrift geglaubt. Aber er war – wie alle Menschen – von Natur aus zu sehr von seinen eigenen Meinungen und seiner Selbstdisziplin eingenommen.

Er drückt das so aus: „Wenn andere meinen, sie könnten mit irdischen Vorzügen großtun – ich hätte viel mehr Grund dazu. Ich wurde beschnitten, als ich eine Woche alt war. Ich bin von Geburt ein Israelit aus dem Stamm Benjamin, ein Hebräer von reinster Abstammung. Was die Stellung zum Gesetz angeht, so gehörte ich zur strengen Richtung der Pharisäer. Mein Eifer ging so weit, dass ich die christliche Gemeinde verfolgte. Gemessen an dem, was das Gesetz vorschreibt, stand ich vor Gott ohne Tadel da“ (Philipper 3,4-6; Gute Nachricht Bibel).

Paulus hielt sich an den Buchstaben von Gottes Gesetz mit außergewöhnlicher Hingabe. Er war sich aber nicht bewusst, wie weitgehend seine Selbsttäuschung ausgeufert war. Erst als ihm gezeigt wurde, dass er Menschen verfolgte, die in Wahrheit nach den Prinzipien lebten, die er zu verteidigen glaubte, begann er seine geistliche Verblendung zu verstehen.

„Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten [Paulus mangelte es nie an Ehrlichkeit, Eifer und Hingabe] und in seinen Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte [Menschen verfolgte, die ein göttliches Leben führten] und verhöhnte.

Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat. So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte. Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der Erste“ (1. Timotheus 1,12-15; Einheitsübersetzung).

Paulus glaubte mit aller Aufrichtigkeit, dass das Verfolgen von Menschen mit gegensätzlichen Glaubensüberzeugungen in Gottes Augen gerechtfertigt war und sein Wohlgefallen fand. So stellt sich Paulus als Beispiel von jemandem dar, dessen Verständnis von Gottes Willen und Absichten auf traurige Weise unvollkommen war.

Er kam zu der Erkenntnis, dass er, statt gerecht zu sein, Menschen verfolgte, die viel gerechter waren als er selbst. In seiner Unwissenheit darüber, was Gott wirklich wichtig ist, hatte er es getan. Es war nicht die Heilige Schrift – die Paulus ernsthaft zu befolgen suchte –, die sein Denken verdreht hatte. Stattdessen waren es seine Vorurteile, die ihn biblische Aussagen falsch interpretieren ließen.

Von Natur aus sind wir da nicht anders! Nur diejenigen, die ihren Willen Gott unterordnen und zulassen, dass er ihr Denken und Handeln verändert (wie er es auch mit Paulus getan hat) werden nicht mehr länger zum gesamthaften Leiden der ganzen Welt beitragen.

Was Hiob durch sein Leiden gelernt hat

Der Name Hiob bedeutet „der Angefochtene“. Die Geschichte Hiobs beginnt mit Gottes Lob für Hiob: „Der Herr sprach zum Satan: Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht auf Erden, fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und meidet das Böse“ (Hiob 1,8).

Satan erwiderte, dass selbstsüchtige Motive der wahre Grund für Hiobs Gerechtigkeit seien. „Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet? Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher beschützt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Besitz hat sich ausgebreitet im Lande. Aber strecke deine Hand aus und taste alles an, was er hat: was gilt’s, er wird dir ins Angesicht absagen!“ (Verse 9-11).

Um Satans Behauptung zu widerlegen, sagte Gott zu Satan: „Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht“ (Vers 12). Wir sehen dabei aber auch, dass Gott es regelmäßig zulässt, dass gerechte Menschen geprüft werden: „Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, des Herrn Thron ist im Himmel. Seine Augen sehen herab, seine Blicke prüfen die Menschenkinder. Der Herr prüft den Gerechten und den Gottlosen“ (Psalm 11,4-5). Hiob war da keine Ausnahme. Hiobs unverschuldetes Leiden ermöglichte auch, dass er eine der wichtigsten Lektionen lernte, die ein Mensch jemals lernen kann!

Lassen Sie uns nun einige der Höhepunkte von Hiobs Prüfung ansehen. Hiob hatte „sieben Söhne und drei Töchter“ und sein Besitz umfasste „siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Eselinnen und sehr viel Gesinde“ (Vers 3).

Satans Angriff auf Hiob führte zum Tod seiner zehn Kinder und zur Vernichtung all seines Eigentums und Wohlstands. „In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott“ (Vers 22). Als Nächstes schlug Satan „Hiob mit bösen Geschwüren von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel“ (Hiob 2,7). Da wurde Hiob von Selbstmitleid erfüllt: „Warum bin ich nicht gestorben bei meiner Geburt? Warum bin ich nicht umgekommen, als ich aus dem Mutterleib kam?“ (Hiob 3,11). Trotzdem weigerte er sich, zu sündigen oder Gott Schuld zuzuweisen.

Die drei Freunde Hiobs – Elifas, Bildad und Zofar – kamen, „um ihn zu beklagen und zu trösten“ (Hiob 2,11). Sie boten aber nur wenig Trost! Elifas sagte: „Bedenke doch: Wo ist ein Unschuldiger umgekommen? Oder wo wurden die Gerechten je vertilgt?“ (Hiob 4,7). Zofar wies ihn zurecht: „Weißt du nicht, dass es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind, dass das Frohlocken der Gottlosen nicht lange währt und die Freude des Ruchlosen nur einen Augenblick?“ (Hiob 20,4-5). Ähnliche Argumente machen den Großteil des Buches Hiob aus. Aber diese Argumente werden am Ende des Buches nicht nur von Hiob, sondern auch von Gott zurückgewiesen.

Während seines Leidens war Hiobs Einstellung beständig: „An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und lasse sie nicht; mein Gewissen beißt mich nicht wegen eines meiner Tage“ (Hiob 27,6). Sein Vertrauen in seine Urteilskraft schien unerschütterlich. Aber nur weil Hiob keine Sünde begangen hatte, hieß das nicht, dass seine Beziehung zu Gott vollkommen war oder dass seine fortgesetzte Treue bedeutete, dass sein Leben so immer weitergehen würde.

Es gab immer noch Dinge, die er zu lernen hatte. Er verlor den Sinn des Lebens aus den Augen und sah nicht, dass Gott möglicherweise einen berechtigten Grund dafür hatte, menschliches Leiden zu erlauben.

Auch wenn Hiob sich weigerte, Selbstmord zu begehen, bat er Gott, ihn einfach sterben zu lassen – er hatte eine Einstellung der Hoffnungslosigkeit. Gott antwortete ihm: „Willst du mein Urteil zunichte machen und mich schuldig sprechen, dass du Recht behältst? Hast du einen Arm wie Gott, und kannst du mit gleicher Stimme donnern wie er? Schmücke dich mit Pracht und Hoheit; zieh Majestät und Herrlichkeit an! Streu aus den Zorn deines Grimmes; schau an alle Hochmütigen und demütige sie! Ja, schau alle Hochmütigen an und beuge sie und zertritt die Gottlosen in Grund und Boden! Verscharre sie miteinander in der Erde, und versenke sie ins Verborgene, so will auch ich dich preisen, dass dir deine rechte Hand helfen kann“ (Hiob 40,8-14).

Hiob hatte sich beschwert, weil er keinen Grund darin sah, dass Gott das Leiden einer gerechten Person unter bösen Menschen zulassen sollte. Deshalb forderte Gott Hiob auf, eine Lösung anzubieten. Hiob hatte keine! In dieser Hinsicht unterschied er sich nicht von den Millionen heutiger Menschen, die sich darüber beschweren, dass Gott nicht fair sei, aber auch keine machbare Lösung zu bieten haben.

Hiobs Gespräche ließen ihn erkennen, dass Gott weiß, was er tut und in der Lage ist, das zu vollenden, was er begonnen hat! Er antwortete Gott: „Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Worten ohne Verstand? Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe. So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich! Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche“ (Hiob 42,2-6).

Gott hat uns nicht alle Details für seinen Plan zur Beseitigung des Leidens und dessen Ursachen offenbart. Wir wissen nicht immer, warum Gott bestimmte Dinge zulässt und andere Dinge verhindert, da seine Gedanken und seine Wege so viel höher sind als unsere (Jesaja 55,8-9).

Hiob musste lernen, Gott selbst in schwierigen Zeiten zu vertrauen. Gott erwartet von uns, dass wir zu der gleichen Schlussfolgerung kommen!

– Gute Nachrichten November-Dezember 2009 PDF-Datei dieser Ausgabe

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