Ein Krieg zweier Welten

Ein Krieg zweier Welten © Wikimedia
Osama bin Laden starb in diesem Haus nahe der pakistanischen Militärgarnisonsstadt Abbottabad. Doch der Terrorismus islamischer Extremisten gegen den Westen geht sicherlich weiter.

Osama Bin Laden ist tot, doch der Terrorismus islamischer Extremisten gegen den Westen geht sicherlich weiter. Was steckt hinter dem Krieg der islamischen Fanatiker gegen den Westen?

Von Howard Davis

Die Nachricht vom Tod Osama Bin Ladens erinnerte mich an ein Gespräch, das ich wenige Tage nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 mit meinem Vater hatte. „War das so schlimm wie Pearl Harbor?“, wollte ich von ihm wissen.

„Weitaus schlimmer“, sagte er. „Als ich den zweiten Turm einstürzen sah, sagte ich mir: ,Ich bin hier Zeuge vom Beginn des Dritten Weltkriegs.‘ “

Mein Vater neigt nicht zu Übertreibungen. Am Tag nach dem Angriff Japans auf den amerikanischen Marinestützpunkt in Pearl Harbor feuerte das U-Boot, auf dem er stationiert war, den ersten amerikanischen Torpedo des Zweiten Weltkriegs ab. Er war damals ein 18-jähriger Funker auf einem U-Boot, das in Guam stationiert war. Guam wurde an diesem Tag von der japanischen Luftwaffe bombardiert. Wie viele Veteranen auf beiden Seiten hat mein Vater nie aufgehört, von seinen Kriegserlebnissen zu erzählen.

Aber der Dritte Weltkrieg? Im Nachhinein scheint der Vergleich völlig unpassend zu sein. Bedenken wir: In der Krise, die im Frühjahr 1914 den Ersten Weltkrieg auslöste, führte das Attentat auf den österreichischen Erzherzog Franz Ferdinand schnell zum Konflikt zwischen kriegerischen Allianzen. Eine Generation später fiel Hitler im September 1939 in Polen ein und stürzte die Welt in einen Krieg von noch nie dagewesenen Ausmaßen.

In beiden Fällen hatten sich klar erkennbare Spannungen über Jahre aufgestaut. Nationen hatten große Armeen aufgebaut, viele waren in ein Netzwerk aus Allianzen eingebunden und ein Krieg schien offenbar unvermeidlich.

Die Anschläge vom 11. September 2001 waren anders. Die USA sind nach wie vor die einzige Supermacht der Welt mit erdrückender militärischer Übermacht gegenüber anderen Nationen. Deshalb trafen die Terrorangriffe auf New York und Washington die Amerikaner völlig überraschend. Vor dem Hintergrund der einstürzenden Türme des World Trade Center bedienten sich Politiker, Priester und sogar Gelehrte biblischer Ausdrücke, um den Schrecken dieser Ereignisse zu beschreiben.

Nachrichtenmoderatoren griffen auf Schilderungen aus biblischen Prophezeiungen zurück. Sich auf die letzte Schlacht zwischen Gott und den Armeen Satans am Ende des Buches der Offenbarung beziehend, meinte der CBS-Nachrichtensprecher Dan Rather, der Anblick der New Yorker Innenstadt ähnele „eher Harmagedon als Gotham City“, eine Anspielung auf die Heimatstadt des Comic-Helden Batman.

In der Tat wurde in Amerika direkt nach diesen Ereignissen mehr als jemals zuvor von Gott gesprochen. Irgendwie findet sich das Vokabular Gottes mittlerweile in den aktuellen Meldungen über Massenmorde, Terror, Selbstmordanschläge und den Kampf zwischen islamischen Extremisten und den USA, die Terroristen als den „großen Satan“ bezeichnen.

Die Prophezeiung über Harmagedon

In den Wochen nach dem 11. September 2001 schnellten die Verkaufszahlen für Bibeln in den USA deutlich in die Höhe. Verknüpft mit düsteren Vorhersagen über die Jahrtausendwende wurden manche Prophezeiungen der Bibel, vor allem im Hinblick auf ihre Beschreibungen der Endzeit, wieder interessant. Die Schilderungen von Massentragödien und einem weltweiten Endzeitkampf faszinierten die Menschen.

Die vielleicht schrecklichste Prophezeiung in der Bibel bezieht sich auf das, was von vielen als die Schlacht von Harmagedon bezeichnet wird. Nach der Vorhersage der Bibel werden sich riesige Armeen versammeln – eine von ihnen 200 Millionen Mann stark (Offenbarung 9,16) –, um gegen den wiederkehrenden Jesus Christus in einer dramatischen Militärschlacht im Heiligen Land zu kämpfen.

Wir finden die Prophezeiung im Buch der Offenbarung: „Der sechste Engel goss seine Schale in den Eufrat, den großen Strom; da trocknete er aus . . . Dann sah ich, wie aus den Mäulern des Drachen, des Tieres und des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkamen, die aussahen wie Frösche. Es sind dämonische Geister, die Wunder tun. Sie suchen alle Könige der Erde auf, um sie zum Kampf zu sammeln für den großen Tag Gottes, des Herrschers der ganzen Welt . . . Die drei Geister versammelten die Könige an einem Ort, der auf Hebräisch Harmagedon heißt“ (Offenbarung 16,12-14. 16; Gute Nachricht Bibel).

„Harmagedon“ ist die griechische Form des hebräischen har Megiddo, was „Hügel von Megiddo“ bedeutet, eine antike Festung, die mit Blick über die große nördliche Ebene im modernen Staat Israel gelegen ist.

Diese Prophezeiung bezieht sich also auf zukünftige Ereignisse, die in den Ländern östlich des Euphrats ihren Anfang nehmen und im Staat Israel enden werden. Tatsächlich werden sich, wie andere Prophezeiungen zeigen, die Armeen bei Megiddo versammeln, die Frontlinien der letzten Schlacht werden aber vor Jerusalem aufeinander treffen. Diese Schlacht wird den Höhepunkt des Ringens der Menschheit mit den als „Dämonen“ bezeichneten bösen und geistlichen Mächten darstellen.

Harmagedon wird mit großer Zerstörung und Gottes letztendlichem Eingreifen, um durch Zwang die Gewalt im Rahmen eines sich entwickelnden globalen Krieges unter Einsatz erschreckender Massenvernichtungswaffen zu beenden, gleichgesetzt.

Gibt es irgendeine Verbindung zwischen dem Anschlag auf das World Trade Center in New York und Harmagedon? Ist etwas bei diesem Ereignis geschehen, was zu solch einer gigantischen Schlacht führen könnte?

Gotteskrieger

Mitte Oktober 2001 stand ich neben dem Gelände, auf dem die Zwillingstürme des World Trade Center nur sechs Wochen zuvor gestanden hatten. Als ich das erstaunliche Ausmaß der Zerstörung wahrnahm, schienen die Beschreibungen der Bibel von der endzeitlichen Zivilisation angemessen.

Wir leben in einer erstaunlichen Zeit, in der sich beide Seiten in diesem Konflikt auf Gott berufen. In weniger als einer Stunde brachten islamische Terroristen mehr als 4000 amerikanische, britische, israelische und deutsche Staatsbürger sowie viele Bürger anderer Nationen um. Sie standen unter dem Bann Osama Bin Ladens und waren durch seine Gehirnwäsche dazu gebracht worden zu glauben, dass ihr Einsatz der höchste Wille Allahs für sie sei.

Ebenso wie Ereignisse, die vor Tausenden von Jahren in den Prophezeiungen der Bibel niedergeschrieben wurden, kreisten die Schreckensereignisse von New York und Washington um Konflikte über Gott und den Nahen Osten.

Am 12. September 2001 offenbarte US-Präsident Bush seine Ignoranz, als er zu einem „Kreuzzug“ gegen den Terrorismus aufrief. Die arabische Reaktion darauf war eine Mischung aus Schock und Bestürzung – selbst bei den Arabern, die Amerika freundlich gesonnen waren. George W. Bush benutzte nie wieder den Ausdruck Kreuzzug, und das aus einem wichtigen Grund. Der Begriff hätte seine Bemühungen zunichte machen können, ein Bündnis mit freundlich gesinnten muslimischen Regierungen für einen erfolgreichen Krieg gegen den Terrorismus zu schließen und aufrechtzuerhalten.

Für Muslime steht das Wort Kreuzzug in Verbindung mit dem Einfall „christlicher“ Armeen in muslimische Länder und der Tötung von Muslimen „im Namen Gottes“. Um den durch seine Wortwahl entstandenen diplomatischen Schaden zu begrenzen, sagte Bush später, dass die Terrortaktiken von Osama Bin Laden genauso wenig den wahren Geist des Islams verkörperten, wie die Kreuzzüge die Lehren Jesu verkörpert hätten.

Doch der islamische Terrorismus ist eine Gefahr für den Westen. Um diese Bedrohung zu verstehen, muss uns bewusst sein, dass wir Zeugen eines gewalttätigen Konflikts zwischen unterschiedlichen Kulturen, Gottesvorstellungen und vor allem Religionen sind.

Die Kreuzzüge sind nicht vergessen

Die Reaktion der Muslime auf die unglückliche Wortwahl von George W. Bush bestätigt, dass die Kreuzzüge die am meisten verabscheute Zeit in der mehr als 1300-jährigen Geschichte des Islams sind. Die arabische Kultur hat das massenhafte Abschlachten von Muslimen durch weiße Europäer nicht vergessen, noch haben intellektuelle islamische Fundamentalisten es vergeben.

Nach der von Papst Urban II. inszenierten Eroberung Jerusalems beim ersten Kreuzzug berichtete ein Ritter namens Raymond von Aguilers Folgendes über das Gemetzel in der Stadt: „Berge von Köpfen, Händen und Füßen lagen auf den Straßen“, schrieb er. Er freute sich zudem über die mehr als eintausend Menschen, die „christliche“ Soldaten allein auf dem Tempelberg ermordet hatten.

„Im Tempel und der Vorhalle Salomos ritten die Männer in Blut, das ihnen bis an die Knie und die Zügel reichte. In der Tat“, schrieb er, „war es ein gerechtes und herrliches Urteil Gottes, dass dieser Ort mit dem Blut von Ungläubigen gefüllt werden sollte, da er so lange unter ihren Gotteslästerungen zu leiden hatte.“

Heute haben mehr als eine Milliarde Muslime und ihre Kleriker, von Marokko an der nordatlantischen afrikanischen Küste bis zu den philippinischen Inseln im Pazifik, die acht Kreuzzüge, die zwei Jahrhunderte lang anhielten, nicht vergessen. Es mag der westlichen Welt als seltsam erscheinen, dass den Muslimen dieser Konflikt so gegenwärtig ist, als hätte er sich gestern ereignet. Die Invasionen durch italienische, französische, deutsche und normannische Soldaten auf Geheiß des mittelalterlichen Papsttums bilden einen aktuellen Bezugsrahmen für die Perspektive islamischer Extremisten gegenüber der amerikanischen Außenpolitik.

Wie der Autor James Reston in seinem Buch Warriors of God schreibt: „Was für eine Religion glorreich war, wurde für eine andere zu Schmach und Schande.“ Das Massaker in Jerusalem „schuf eine Erinnerung, die für Muslime unvergesslich bleiben sollte. Die Stadt Jerusalem stank noch sechs Monate später von diesem Gemetzel, doch die Erinnerung daran stank neunzig Jahre später – und auch immer noch nach neunhundert Jahren“ (2001, Seite 73).

Der unaufhörliche Krieg mit den Ungläubigen

Islamischen Jugendlichen, angefangen mit Schulkindern in den unteren Schulklassen bis hin zu Universitätsstudenten, wird die besondere muslimische Perspektive über die europäische Invasion und das Massaker an Muslimen vor 900 Jahren eingeschärft. Ihnen wird der heutige Konflikt als Teil einer kontinuierlichen theologischen Auseinandersetzung dargelegt, in der die „Ungläubigen“ muslimisches Land rauben wollen.

Dabei werten sie die damalige Einrichtung der römisch-katholischen Regierung durch die Kreuzfahrer, mit Hauptquartier in Jerusalem – das „lateinische Königreich Jerusalem“ – lediglich als einen Vorläufer des westlich orientierten imperialistischen Staates Israel.

Beides, so wird ihnen beigebracht, wurde auf eine illegale bzw. ungerechte Weise gegen den Willen Allahs etabliert. Demnach bekämpfen sie die gleichen Leute, wenn sie ihr heiliges Land zurückerobern wollen, das ihnen von den modernen Juden als amerikanischen und christlichen Stellvertretern geraubt wurde. Ihrer Überzeugung nach steht hinter den Juden der Große Satan, die USA, die sie als die größte böse Macht der Welt sehen, eine ernste Bedrohung für die Existenz des Islams.

Die radikalen palästinensischen Fundamentalisten haben ständig zum heiligen Krieg – Dschihad (oder „Kampf“) – aufgerufen, um westliche Ungläubige aus Jerusalem und dem Heiligen Land zu vertreiben. Aber vor dem 11. September 2001 blieb es von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, dass eine neue Form des Dschihad von radikalen fundamentalistischen Terroristen ins Leben gerufen wurde. Er richtet sich gegen alle Religionen, Glaubensvorstellungen und Lebensweisen, die als dem Islam entgegengesetzt empfunden werden.

Der Ajatollah Chomeini bewies muslimischen Fundamentalisten, dass radikaler Terrorismus mit öffentlichen Demonstrationen und der Manipulation der öffentlichen Meinung durch die Nachrichtenmedien verbunden werden kann, um islamische Regierungen zu stürzen, die mit den USA verbündet sind. Sein Sohn Ahmad Chomeini sagte Ende 1991, dass „solange der Islam existiert, werden US-amerikanische Feindseligkeiten existieren, und solange US-amerikanische Feindseligkeiten existieren, wird der Kampf existieren“. Der bewaffnete Kampf muss sich über den Nahen Osten hinaus erstrecken, sagte er, „weil der Kampf gegen Israel ein Krieg gegen die USA und Europa ohne ein schnelles Ende ist“ (Yossef Bodansky, Bin Laden: The Man Who Declared War on America, 2001, Seite 16).

Das gibt dem Dschihad eine weitaus größere Tragweite als nur den israelisch-palästinensischen Konflikt. In der Tat stellt dieser islamische fundamentalistische Terrorismus, der in den letzten 40 Jahren aufgekommen ist, eine ernsthafte Bedrohung für den freiheitlichen Lebensstil des Westens dar. Das zeigten die als Reaktion auf die Anschläge von September 2001 eingeführten Sicherheitsmaßnahmen.

Von Saladin zu Bin Laden

Die Lehre vom persönlichen Kampf gegen das Böse, dem Dschihad, ist von zentraler Bedeutung im Islam. Sie findet sich im Koran, der Mohammed von Allah offenbart worden sein soll. Der größere Dschihad für jeden Menschen ist „ein Dschihad des Herzens“, wie Reston schreibt, „gegen seine sündhaften Neigungen“. Es ist ein „Dschihad der Zunge“, fährt er fort, und ein „Dschihad der Hand“, der es dem Menschen verbietet, „abscheuliche Taten zu begehen“. Es ist die Pflicht des Gläubigen, sein ganzes Leben dem Ringen mit und dem Überwinden von Lüsternheit, Ungerechtigkeit und bösen Taten auf der persönlichen Ebene zu widmen.

Viele Muslime glauben, dass der nach außen gerichtete Dschihad eine genauso bindende Verpflichtung ist. Jeder individuelle Muslim muss gegen die Ungläubigen kämpfen, die den Glauben angreifen oder sich dem Willen Allahs widersetzen.

Der Dschihad umfasst Krieg gegen jede Person, die den Versuch unternimmt, Muslime von der wahren Anbetung Allahs abzubringen, und gegen jede Nation, die muslimische Heimatländer zu rauben oder zu verunreinigen sucht – vor allem, wenn es um die Geburtsstätte des Islams in Saudi-Arabien oder um Jerusalem geht, da Mohammed nach muslimischem Glauben von dort aus in den Himmel aufgefahren ist. Der Dschihad richtet sich gegen diejenigen, die Allah offen lästern und Mohammed als seinen Propheten verleugnen.

Osama Bin Laden war der Hauptorganisator des Dschihads gegen Amerika. Seine Anhänger haben ihn mit Saladin, dem größten islamischen Befreier, verglichen, der den Dschihad gegen die Kreuzzüge geführt hat. Aber Saladin hat nie Selbstmord oder Massenmord von unschuldigen Frauen und Kindern – eine Sünde gegen den Koran – befürwortet.

Saladin gegen den Westen

Nach der Invasion des ersten Kreuzzugs wollten die muslimischen Sultane von Kairo bis Bagdad Rache. Sie riefen einen Dschihad gegen die Ungläubigen aus dem Westen aus, von dem Reston sagt, dass er „der Dschihad des Schwertes war, um Götzendiener und vor allem Trinitarier zu töten“.

Indem er die Kalifate von Damaskus und Kairo als eine Macht vereinte, trat der kurdische Führer Saladin mit genug Stärke auf, um das „lateinische Königreich Jerusalem“ mit seinem Verteidigungsring aus hervorragenden Festungen und Burgen – von den Normannen gebaut –, die über das Heilige Land verteilt waren, herauszufordern.

Im Jahr 1187 rief Saladin einen Dschihad aus. Muslimische Kämpfer von Mesopotamien bis Ägypten folgten dem Aufruf. Saladin hat das „lateinische Königreich“ systematisch aufgelöst, indem er dessen Festungen eliminierte. Im September 1187 war Saladin bereit, Jerusalem zurückzuerobern. Die Stadtmauern wurden innerhalb nur weniger Wochen überwunden.

Saladin war erstaunlich barmherzig, im krassen Gegensatz zu den Kreuzfahrern des Jahrhunderts zuvor. Seine Menschlichkeit wurde unter seinen Zeitgenossen und auch zu späteren Zeiten gerühmt. Er befahl lediglich die Hinrichtung der Templer, die den Tempelberg kontrolliert hatten, und ließ eine große Anzahl weiterer frei, entweder gegen Bezahlung oder einfach aus Nachsicht. Er hätte wahrscheinlich Tausende weitere vor der Sklaverei bewahrt, wenn es unter denen, die sich zum Christentum bekannten, keinen Verrat gegeben hätte.

Saladin war weder ein Massenmörder um politischer Ziele willen noch ein Terrorist im Stil des Osama Bin Ladens.

Die Radikalisierung des Islams

In den 1970er Jahren, als großer Wohlstand aufgrund des Ölbooms in die Region floss, wandte sich eine große Zahl der intellektuellen Jugendlichen in den Universitäten von Ägypten und dem Libanon und der elitären Familien Saudi-Arabiens radikalen Lehrern des islamischen Fundamentalismus zu. Es war eine Reaktion auf den ausufernden Einfluss von Alkohol, die sexuelle Unmoral und den materialistischen Konsum, die sie dazu bewegte, sich den früheren Lehren des Islams zuzuwenden. Sie begannen auf Universitätsprofessoren zu hören, die sagten, dass der Islam durch verderbliche Einflüsse aus dem Westen zerstört werden würde.

In feurigen Predigten haben islamische Lehrer die Idee propagiert, dass die Kultur der USA eine satanische Macht ist, die darauf ausgerichtet ist, das Leben ohne Gehorsam gegenüber Allahs Gesetz und dem Islam neu zu definieren. Die amerikanische Kultur wurde beschuldigt, die direkte Ursache für muslimische Verderbtheit von innen heraus zu sein und Muslime zu Abtrünnigen zu machen, die Allah und Mohammed dem Propheten nicht länger gehorsam waren.

„Im islamischen Gesetz ist Abtrünnigkeit ein Kapitalverbrechen“, schreibt Yossef Bodansky. Er betont, wie alle radikalen Muslime darin übereinstimmen, „dass der Einfluss der USA und der westlichen Zivilisation zuerst aus ihrer Mitte entfernt werden muss“, bevor muslimische Länder Allah wieder gefallen können (ebenda, Seite 17).

In ihrer Theologie betrachten radikale Muslime die USA als ihre größte Herausforderung beim Kampf des Guten gegen das Böse. Amerika und die Kultur des Westens verkörpern für sie den abgöttischen Glauben des Materialismus und der Dekadenz, der jeden Muslim seines ewigen Lebens im Paradies berauben wird.

Harmagedon vor der Tür?

Am 11. September 2001 begann ein Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens, des weltweiten Friedens und der Beziehung zwischen den islamischen Ländern und dem Westen, der die Zukunft aller heute Lebenden tiefgehend beeinflussen wird.

Dieser Krieg dreht sich um die grundlegendsten Vorstellungen über Werte, das Gute und das Böse. Es geht auch darum, ob es westlichen Nationen gelingt, den Terrorismus (der sich zurzeit vor allem gegen Amerikaner und Israelis überall auf der Welt richtet) auszumerzen. Es geht auch um die Zukunft der Weltwirtschaft – kurz gesagt, um all die Elemente, die für den Erfolg und die Sicherheit der Menschheit von Bedeutung sind.

Jesus selbst sagte, dass seine Jünger ihr Leben nicht der Verderbtheit, der Lust und der Liebe des Geldes widmen sollten. Der Islam sagt das Gleiche. Aber Christus verbot Hass und Mord, ein Gebot, das weder vom traditionellen Christentum noch vom Islam befolgt wird.

Ob es um die westlichen Nationen mit ihrer Geschichte der Kreuzzüge oder um die Muslime mit ihrer Geschichte des Dschihads geht, der einzige Ausweg besteht in den Lehren Jesu Christi: „Liebt eure Feinde . . . tut wohl denen, die euch hassen“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 5,44; 22,39; Schlachter-Bibel).

Wenn das nicht geschieht – und die Prophezeiungen deuten an, dass dies nicht vor Christi Rückkehr geschehen wird –, dann steht Harmagedon bevor. Gott wird es weder den Sündern des Christentums noch denen des Islams erlauben, seinen Plan zu vereiteln, das spektakuläre Reich Gottes zu errichten, das am Ende über die Erde herrschen wird.

Wir leben in gefährlichen, wenn nicht gar beängstigenden Zeiten. Jesus Christus war ein Realist. Aus diesem Grund gab er seinem geliebten Freund Johannes im Buch der Offenbarung die Vision von der zukünftigen Schlacht, die gemeinhin als Harmagedon bekannt ist. Sie wird kommen, weil die Nationen nicht die wahren Lehren Gottes, wie wir sie nur in der Bibel finden können, annehmen werden.

Die Welt scheint in der Tat an der Schwelle zu Ereignissen zu stehen, die zu einer Entwicklung im Weltgeschehen führen könnten, die die Bibel als „die Zeit des Endes“ bezeichnet. Dann werden praktisch alle Nationen der Welt in ein Konfliktszenario verwickelt werden, dessen geographischer Mittelpunkt das Heilige Land und Jerusalem sein werden.

Für manche Menschen erscheint heute diese Zukunft undenkbar, doch in dem Mahlstrom des Konflikts wird die Bedeutung der biblischen Prophezeiungen immer klarer und wichtiger als jemals zuvor. Zum besseren Verständnis dieser Zukunft empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Broschüre Biblische Prophezeiung: Ein Blick in Ihre Zukunft?. Sie können diese Broschüre bei uns bestellen oder im Internet als PDF-Datei herunterladen.

– Gute Nachrichten Juli-August 2011 PDF-Datei dieser Ausgabe

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