Glaube und Treue: Fundament für
Beziehungen und Verantwortung

Glaube und Treue: Fundament für Beziehungen und Verantwortung © Philkon/Wikimedia
Der bekannte Geysir „Old Faithful“ [„Der alte Treue“] im amerikanischen Nationalpark Yellowstone verdient seinen Namen, weil er alle 60 bis 90 Minuten eine Wasserfontäne in die Luft schießt.

Können Sie Gott ganz vertrauen? Kann Gott sich auf Sie verlassen? Wäre es nicht schön, wenn Jesus Christus bei seiner Rückkehr sagen würde: „Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht!“?

Von Don Hooser

Der bekannte Geysir „Old Faithful“ (zu Deutsch „Alter Treuer“) im amerikanischen Nationalpark Yellowstone verdient seinen Namen, weil er seit seiner Entdeckung 1870 zuverlässig alle 60 bis 90 Minuten eine Wasserfontäne in die Luft schießt.

Der lateinische Spruch Semper fidelis bedeutet „immer treu“. Gott ist immer treu! Wir können ihn beim Wort nehmen. Tun wir das auch? Inwiefern kann man sich auf Sie und mich verlassen?

„Viele reden von ihrer Treue; aber finde mal einen Menschen, auf den Verlass ist!“ (Sprüche 20,6; Gute Nachricht Bibel). Es wird immer schwieriger, jemanden zu finden, auf dessen Liebe bzw. Loyalität man sich verlassen kann. Viele Menschen sind wankelmütig und untreu.

Paulus’ Aussage über das erbärmliche Verhalten „in den letzten Tagen“ (2. Timotheus 3,1) ist eine traurige Prophezeiung: Die Menschen „werden viel von sich halten“ und „Lästerer“, „lieblos“, „verleumderisch“ und „Verräter“ sein (Verse 2-4). Die Konsequenzen für die Gesellschaft sind fatal!

Glaube und Treue: Sie sind ein Grundstein für Beziehungen und Verantwortung. Fehlen sie, sind Ehen und Familien die Opfer. Immer weniger Menschen sind bereit, sich lebenslang zu binden. Und viele, die ihr Jawort (sogar „vor Gott“) geben, brechen dieses Versprechen später auf die eine oder andere Weise. Wenn jemand seinen Partner betrügt, urteilt Gott: „Du [hast] treulos gehandelt . . ., wo sie doch deine Gefährtin ist und die Frau deines Bundes“ (Maleachi 2,14-16; Elberfelder Bibel). Gott hasst diese Form der Untreue.

Gute Beziehungen werden auf dem Fundament von Glauben und Treue errichtet – auf gegenseitigem Vertrauen, das sich auf Zuverlässigkeit gründet. Eine gute Ehe wird zum großen Teil durch eine treue Frau und einen treuen Ehemann definiert. Ein guter Freund ist ein wahrer und treuer Freund: „Ein Freund steht allezeit zu dir, auch in Notzeiten hilft er dir wie ein Bruder“ (Sprüche 17,17; Gute Nachricht Bibel). Ein guter Angestellter ist ein zuverlässiger und fleißiger Arbeitnehmer, dem man vertrauen kann.

Obwohl alle Menschen ab und zu unzuverlässig sind, können wir uns immer auf Gott verlassen. Seine Zuverlässigkeit hilft uns, uneingeschränkten Glauben und vollständiges Vertrauen in ihn zu haben. Es ist wichtig, dass wir auf die Treue des himmlischen Vaters und Jesu mit tiefem und beständigem Glauben antworten, damit wir ihnen unser Bestes geben – unsere größte Loyalität, Treue, Ergebenheit und unseren bereitwilligen Gehorsam!

Entstanden durch den heiligen Geist

Gottes Messlatte des Glaubens und der Treue ist viel höher, als dass wir sie durch unsere eigene Kraft erreichen könnten. Um so treu wie der Schöpfergott werden zu können, müssen wir seine Hilfe mit ganzem Herzen suchen! Bitten Sie deshalb im Gebet um Glauben und Treue. Lesen Sie die Bibel, um mehr über göttliche Treue zu lernen (Römer 10,17) und um inspiriert zu werden, dem Beispiel Gottes zu folgen, so wie andere Christen es in früheren Zeiten getan haben. Suchen Sie die Gemeinschaft der „Kirche Gottes“, wo andere auch heute noch treu versuchen, Gott zu folgen (Apostelgeschichte 2,42; 20,28).

Um wirklich im Glauben zu leben, brauchen wir den heiligen Geist in uns (2. Timotheus 1,13-14).

Wie erhalten wir Gottes Geist? Bei der Gründung der neutestamentlichen Kirche zu Pfingsten im Jahr 31 n. Chr. hielt der Apostel Petrus eine bewegende Predigt. Zum Schluss seiner Predigt wies er seine ergriffenen Zuhörer an: „Tut Buße [bereut] und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 2,38; alle Hervorhebungen durch uns).

Der heilige Geist übermittelt dann die Natur Gottes, die sich in uns allmählich wie eine reifende Frucht am Baum entwickelt.

Die „Frucht“, die durch Gottes Geist entsteht, besteht aus vielen wunderbaren Tugenden. Der Apostel Paulus zählte die wichtigsten auf: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“ (Galater 5,22-23).

Einige Bibelübersetzungen geben bei dem Wort „Treue“ eine Fußnote an, die besagt, dass hier auch das Wort „Glaube“ eingesetzt werden kann. Dies stimmt mit der Art und Weise überein, wie das griechische Wort pistis an dieser Stelle normalerweise im Neuen Testament übersetzt wird, einschließlich zahlreicher Schriftstellen im Galaterbrief. Trotzdem benutzen die meisten Bibelübersetzungen in diesen Versen das Wort „Treue“.

Ein Grund dafür ist, dass Glaube, unser Glaube an Gott und Vertrauen in ihn, normalerweise als etwas gesehen wird, das aus uns selbst heraus kommt, anstatt ein Produkt des heiligen Geistes in uns zu sein. Es ist wahr, dass der Glaube an Gott durch Reue kommt – vor dem Empfang des heiligen Geistes. Allerdings wird der Glaube an anderen Stellen als eine Gabe des Geistes bezeichnet (1. Korinther 12,9).

Der Galaterbrief selbst sagt aus, dass wir den „Glauben Christi“ haben und danach leben müssen (Galater 2,16. 20). Offenbarung 14, Vers 12 erklärt, dass die wahren Nachfolger Gottes „die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren“ (Offenbarung 14,12; Elberfelder Bibel).

Wie bringen wir dies alles in Einklang? Die Antwort beinhaltet die verschiedenen Stufen des Glaubens. Unser anfänglicher Glaube an Gott entsteht vor dem Empfang seines heiligen Geistes. Doch selbst dieser anfängliche Glaube ist eine Antwort auf das, was der Schöpfergott uns im Leben zeigt, und auf die Hilfe, die er uns gibt, damit wir glauben können. Nach dem Empfang des heiligen Geistes wohnen Gott, der Vater, und Jesus Christus in dem Gläubigen und verändern dessen Charakter von innen heraus. Auch der Glaube des Gläubigen wächst durch das Wirken des heiligen Geistes.

Durch diesen viel tieferen Glauben wird eine Person dahin geführt, Gott völlig zu vertrauen in Bezug auf den Segen, der darauf ruht, seinem Gesetz zu vertrauen. Dies führt zu einem Gehorsam vom Herzen heraus und einer ständigen reuevollen Rückkehr zum Schöpfer, wenn man gesündigt hat. Dies ist lebendiger Glaube. Er kommt durch den heiligen Geist. (Fordern Sie unsere kostenlose Broschüre Lebendiger Glaube zum besseren Verständnis an.)

Nachdem wir dies geklärt haben, ist es vielleicht nicht so wichtig, ob das Wort „Glaube“ oder „Treue“ in Galater 5, Verse 22 bis 23 eingesetzt wird. Denn wenn wir lebendigen Glauben haben, werden wir mit Treue antworten. Lebendiger Glaube ist ein Produkt des heiligen Geistes genauso wie Treue.

Gottes Geist ist die einzige Kraft, die uns dabei hilft, die bösen „Werke des Fleisches“ – unsere egoistische menschliche Natur – zu überwinden (Galater 5,19-21). Das Ergebnis dieser Selbstsucht sind hässliche Beispiele der Untreue, einschließlich des Ehebruchs (Untreue gegenüber dem Ehepartner), der Unzucht (Untreue gegenüber dem zukünftigen Partner), Götzendienst und Zauberei (Untreue und Betrug gegenüber Gott) und Mord (völliger Verrat an anderen). Möge Gott uns helfen, anders zu sein!

Treu in allen Dingen, groß und klein

Das Handbuch für die Menschheit, die Bibel, gibt uns viele Lehren über Treue. Diese zeigen, wie der Schöpfer unseren Charakter beurteilt.

„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht“ (Lukas 16,10). Gott übersieht nie Verantwortungslosigkeit. Wir müssen selbst bei den kleinsten Pflichten unsere Zuverlässigkeit beweisen.

„Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist?“ (Vers 12). Wir sollten mit fremden Eigentum genauso vorsichtig – oder sogar noch vorsichtiger – umgehen wie mit unserem eigenen.

Im nächsten Abschnitt geht es um Sklaven bzw. verdingte Knechte. Die hier behandelten Prinzipien gelten auch heute für Arbeitnehmer:

„Ihr Sklaven und Sklavinnen, gehorcht in allem euren irdischen Herren und Herrinnen! Tut es nicht nur äußerlich, um euch bei ihnen einzuschmeicheln. Dient ihnen aufrichtig, als Menschen, die Christus als Herrn ernst nehmen. Alles, was ihr tut, tut von Herzen, als etwas, das ihr für den Herrn tut und nicht für Menschen. Seid euch bewusst, dass ihr dafür vom Herrn das ewige Leben als Lohn bekommt. Dient mit eurem Tun Christus, dem Herrn! Denn wer Unrecht tut, wird dafür die volle Strafe erhalten. Gott ist ein unparteiischer Richter“ (Kolosser 3,22-25; Gute Nachricht Bibel).

„Herren“ (Arbeitgeber, Vorgesetzte usw.) müssen ihr Verhalten gegenüber ihren Untergebenen auch gegenüber Gott verantworten (Kolosser 4,1; Epheser 6,9).

Treue beinhaltet Beharrlichkeit

Beharrlichkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg bei allem, einschließlich eines Rennens. Als Paulus seinen zweiten Brief an Timotheus schrieb, befand er sich im Gefängnis und wartete auf seine sichere Hinrichtung. Trotzdem hatte er einen inneren Frieden, weil er wusste, dass er Gott treu gewesen war.

Paulus schrieb: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten“ (2. Timotheus 4,7). Mögen wir alle dieselbe Zuversicht am Ende unseres Rennens besitzen! Der größte Lohn für Beharrlichkeit ist ewiges Leben!

Jesus sagte: „Haltet in Treue durch, auch wenn es euch das Leben kostet. Dann werde ich euch als Siegespreis ewiges Leben schenken“ (Offenbarung 2,10). Wir dürfen nie aufgeben oder vom Ziel abweichen!

Im Matthäusevangelium, Kapitel 24 gab Christus seinen Jüngern erschreckende Prophezeiungen über das „Ende der Welt“ (Vers 3). In den Versen 9 bis 12 spricht er von Trübsal und Verfolgung. Doch in Vers 13 sagt er: „Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.“

Die Gläubigen, die, motiviert durch Glauben, Gott bis zum Ende ihres Lebens oder bis zu Jesu Rückkehr (was immer zuerst kommt) gehorcht haben und treu sein Werk getan haben, werden reich belohnt werden (Matthäus 24,44-46; vgl. auch Offenbarung 22,12).

Treue zu Gott und Christus

Was ist Gottes Wille und was ist sein Werk? Es beinhaltet den Hungrigen zu essen zu geben, den Durstigen zu trinken, Kleidung denen, die sie brauchen, und sich um diejenigen zu kümmern, die krank oder im Gefängnis sind (Matthäus 25,31-46).

In Matthäus 25, Verse 14-30 erzählte Jesus das Gleichnis von den Talenten (ein „Talent“ war ein Geldmaß). Diese Geschichte verdeutlicht verschiedene wichtige Lektionen.

Der Schöpfer gibt jedem von uns unterschiedliche Fähigkeiten und Gelegenheiten. Er erwartet, dass wir sie in seinem Dienst voll ausschöpfen. Je nachdem wie sehr wir in unserem Leben geistlich gewachsen sind und wie viel wir gedient haben, werden wir großzügig belohnt werden. Ein „unnützer Knecht“, der seine Zeit verschwendet hat, anstatt Gott zu gehorchen, wird „böse und faul“ genannt und bestraft werden. Gott akzeptiert keine Ausreden – noch nicht einmal die Angst vorm Versagen.

Die Hauptlehre dieses Gleichnisses ist aber, dass Christus eines Tages wiederkehren wird, um seine treuen Nachfolger zu belohnen – diejenigen, die Gott glauben und danach leben. Jedem treuen Knecht wird der Herr sagen: „Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! . . . Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!“ (Matthäus 25,21. 23).

Mögen wir alle nach dem Glauben leben, den der heilige Geist in uns entwickelt, und damit die gewünschte Treue zeigen. Und am Ende hören wir hoffentlich alle Christi wunderbares Lob, dass er seinen treuen Nachfolgern bei seiner Rückkehr aussprechen wird.

– Gute Nachrichten Juli-August 2009 PDF-Datei dieser Ausgabe

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