Was war Gottes Plan vor „dem Anfang der Zeit“?

Was war Gottes Plan vor „dem Anfang der Zeit“? © David Mark/Pixabay
Die Bibel offenbart, dass Gott nicht nur schon immer existiert hat, sondern auch, dass er „vor dem Anfang der Zeit“ große Pläne für die Menschen entworfen hat.

Wir können uns eine Zeit vor „dem Anfang der Zeit“ kaum vorstellen, von dem, was „damals“ geschehen sein mag, ganz zu schweigen. Die Bibel berichtet uns aber, dass Gott seinen Generalplan für die Menschheit vor dem Anfang der Zeit festgelegt hat!

Von Mario Seiglie

Zeit – sie ist ein wesentlicher Teil unseres Lebens, ganz gleich wie alt wir sind – ob alt oder jung. Jeder Tag ist wie ein Sandkorn, das unwiederbringlich aus der Sanduhr des Lebens fällt.

Bis zum letzten Jahrhundert haben Wissenschaftler geglaubt, dass die Zeit ewig und absolut sei. Und warum nicht? Schließlich wird alles in unserem Umfeld von der Zeit beherrscht. Von der machtvollen Sonne bis hin zu der kleinsten Zelle, alle haben einen Anfang und ein Ende.

In der Tat glaubte der berühmte Entdecker der Schwerkraft, Isaak Newton (1642-1727), dass die Zeit ewig wäre. Erst im 20. Jahrhundert deuteten Einsteins Relativitätstheorie und die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung, neben anderen Entdeckungen, darauf hin, dass die Zeit in Wahrheit einen Anfang hatte und in die Struktur des Raumes eingebunden war. Zudem beschreiben alle bekannten religiösen Texte die Zeit als ewig – außer der Bibel. Nur die Bibel behauptet kühn, dass es einen Moment gibt, zu der die Zeit, so wie wir sie kennen, nicht existiert hat. Erstaunlicherweise erwähnt sie diese Tatsache an mehreren Stellen!

Wie der Astrophysiker Hugh Ross schreibt: „Weil die Menschen in der Zeit gefangen sind, wo die Zeit linear ist und weder angehalten noch umgekehrt werden kann, übersteigt die Idee, dass irgendetwas ,vor‘ der Zeit existiert haben könnte, unsere Vorstellungskraft. Doch beide, das Alte als auch das Neue Testament, beziehen sich, einzigartig unter vormodernen Texten, auf Gottes Tätigkeit ,vor Anfang der Zeit‘ (siehe zum Beispiel Sprüche 8,22-23; Johannes 1,1-3; 1. Korinther 2,7; 2. Timotheus 1,9) . . . [Das Universum] muss aus einem ,Bereich‘ oder einer ,Einheit‘ jenseits von Raum und Zeit hervorgegangen sein“ (Why the Universe Is the Way It Is, 2008, Seite 128-130, alle Hervorhebungen durch uns).

Biblisch gesprochen wohnt Gott „in der Ewigkeit“ (Jesaja 57,15; „Neues Leben“-Übersetzung). Mit anderen Worten, das ist seine Wohnstätte, von wo aus er nach Belieben in das räumliche Universum eingreifen kann (Jesaja 46,10).

Die Bibel offenbart außerdem, dass Gott nicht nur schon immer existiert hat, sondern auch, dass er „vor dem Anfang der Zeit“ große Pläne entworfen hat. Es ist bemerkenswert, dass sie auf drei wesentliche Aspekte seines Planes für die Menschheit hinweist, die er vor der Erschaffung des Universums festgelegt hat. Wir wollen uns diese, die sich alle zu einem großen Teil überschneiden, genauer ansehen.

Gottes Angebot des ewigen Lebens als Mitglied seiner göttlichen Familie

Die Bibel spricht von der „Hoffnung auf das ewige Leben . . ., das Leben, das der wahrhaftige Gott schon vor dem Anfang der Zeit angekündigt hat“ (Titus 1,2; Neue evangelistische Übersetzung).

Das ist der Grund, warum Sie und ich existieren: um eine ewige Beziehung mit Gott, dem Vater, seinem Sohn Jesus Christus und all denjenigen, die sie letztendlich zur Herrlichkeit führen werden, zu erleben (Hebräer 2,10).

Mit Liebe als ihre vorherrschende Eigenschaft (1. Johannes 4,8) wollen Gott, der Vater, und Christus dieses göttliche Band mit uns für alle Ewigkeit teilen.

Wie 1. Johannes 3, Verse 1-2 sagt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! . . . Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

Ewiges Leben bedeutet, dass wir nicht länger von der Zeit beschränkt werden. Jeder von uns hat einen Anfang, aber wenn wir Gott treu sind, ist uns eine Auferstehung zu ewigem Leben in einem verherrlichten Geistleib versprochen. Welch höheres Ziel könnten wir haben, als das zu erreichen?

Gottes Gnade – die unverdiente Sündenvergebung durch Christus

Die Gnade Gottes, seine unverdiente Gunst uns gegenüber, ist auch etwas, das vor dem Anfang der Zeit vorgesehen war. Dazu gehören die Berufung von Menschen, ihre Hinführung zur Reue und Vergebung für all diejenigen, die Jesu Christi Opfer für ihre Sünden annehmen, sich von einer gottlosen Lebensweise abwenden und sich dem Gehorsam gegenüber Gottes heiligen Gesetzen widmen. Vorgesehen waren auch Hilfe für den beständigen Gehorsam gegenüber Gott, große Segnungen in diesem Leben und eine zukünftige Belohnung im Reich Gottes.

Wie 2. Timotheus 1, Verse 8-9 sagt: „Er [Gott] hat uns gerettet und uns dazu berufen, ihm ganz als sein Eigentum zu gehören – nicht wegen unserer guten Taten, sondern aus seinem eigenen freien Entschluss. Ihm gehören wir aus reiner Gnade, wie er sie uns durch Jesus Christus geschenkt hat schon vor aller Zeit“ (Gute Nachricht Bibel).

Gott schuf die Menschen mit freiem Willen – er gab ihnen die Freiheit, zu entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Das bedeutet, dass sie sich entscheiden können zu sündigen, was aber Leiden mit sich bringt. Gott hat aber vorab einen Plan zum Umgang mit diesem Problem vorgesehen. Die Reuelosen werden letztendlich den Tod erhalten, während diejenigen, die bereuen, durch Gottes Gnade Hilfe und ewiges Leben erhalten werden.

Wir können aus uns selbst heraus nicht das ewige Leben verdienen. Nur durch Gottes Gnade können wir das ewige Leben erlangen. Wie die Bibel uns sagt: „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,23).

Gott bestimmte also vor dem Anfang der Zeit einen Weg für uns zur Erlangung der Sündenvergebung. Noch bevor wir überhaupt existierten, waren Gott, der Vater, und das Wort, das zu Jesus Christus wurde (Johannes 1,1-3; Johannes 1,14), in ihrer großen Liebe bereit, den höchsten Preis zu zahlen – dass Jesus, der geliebte Sohn des Vaters, in Leiden und Tod als Ersatz für unsere Sünden geopfert wurde.

Deshalb sagt die Schrift: „Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen“ (1. Petrus 1,18-20).

Das Geheimnis, das Gottes Kirche verkündet – Gottes Heilsplan

Gott hat das Universum und unsere Existenz sorgfältig bis ins kleinste Detail entworfen (Matthäus 10,30). Er hat viel über seinen herrlichen Plan durch die Propheten und Apostel offenbart. Wie der Apostel Paulus schrieb: „Wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit“ (1. Korinther 2,7).

Der Bible Knowledge Commentary merkt zu diesem Vers an: „Der Kern dieser Weisheit ist der Heilsplan, der für unsere Herrlichkeit vorgesehen ist und vor Anfang der Zeit bestimmt wurde“ (1983).

Dieser Heilsplan wird durch die wahren Feste der Bibel beschrieben. Er beginnt mit dem Passah, das Jesu Christi Opfer für unsere Sünden symbolisiert. Das zweite Fest – das Fest der Ungesäuerten Brote – versinnbildlicht Gottes Volk, das dieses Sündopfer annimmt und sich mit Entschlossenheit darum bemüht, Sünde aus dem eigenen Leben zu entfernen und die Gerechtigkeit Christi zu verinnerlichen. Der dritte Schritt wird durch Pfingsten dargestellt, indem Gottes Geist den Jüngern bei der Gründung der Kirche gesandt wurde. Dadurch können Gott, der Vater, und Jesus Christus eine Wohnstätte in uns schaffen (Johannes 14,23).

Der vierte Schritt ist der Posaunentag, der das zweite Kommen Jesu Christi auf Erden kennzeichnet. Er wird dieses Mal kommen, um als König aller Könige auf Erden zu regieren. Die fünfte Stufe ist der Versöhnungstag, der Satans Verbannung darstellt. Er wird nicht länger in der Lage sein, die Menschheit zu verführen. Die Welt wird in ihrer Gesamtheit zur Reue geführt werden. Der sechste Schritt ist das Laubhüttenfest, das die tausendjährige Herrschaft Jesu Christi über die gesamte Erde versinnbildlicht.

Und schließlich ist die siebte Etappe dieses Heilsplans das letzte Fest – der achte Tag, der manchmal auch als der Letzte Große Tag bezeichnet wird. Dieser kennzeichnet die Gelegenheit zum Heil für alle Menschen, die dann auferweckt werden – diejenigen, die in ihrem früheren Leben nicht berufen wurden, aber nicht unverbesserlich böse waren. Sie werden dann die Gelegenheit erhalten, berufen zu werden und Jesu Christi Opfertod als Sühne für ihre Sünden anzunehmen.

Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person und diese gigantische Menschenmenge kann zuletzt die „Decke“ der Verführung entfernt bekommen, die sie während ihres Lebens in diesem Zeitalter gegenüber den geistlichen Wahrheiten Gottes blind gemacht hat (Jesaja 25,7). Sie werden dann Gottes heiligen Geist erhalten und endlich Gottes wertvolle Gesetze verstehen und einhalten, die den Weg zum wahren Heil ebnen.

Wir sehen also, dass diese drei sich überschneidenden Aspekte von Gottes Plan bereits festgelegt waren, bevor das Universum entstand – bevor die kosmische Uhr aufgezogen wurde und zu ticken begann.

Gottes Gabe des ewigen Lebens, seine Gnade und die verborgene Weisheit seines Heilsplans für die Menschheit, für die wir uns entscheiden und woran wir uns erfreuen sollen, wurden vor der Schöpfung festgelegt. Wie werden wir uns entscheiden? Keine Entscheidung im Leben ist wichtiger als diese! Die Redaktion der Zeitschrift Gute Nachrichten sieht sich dazu verpflichtet, Ihnen beim Erreichen dieses Ziels zu helfen.

– Gute Nachrichten September-Oktober 2013 PDF-Datei dieser Ausgabe

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