Welche Beweise gibt es für die „natürliche Zuchtwahl“ Darwins? Liefern Fossilien unwiderlegbare Beweise für die Evolution? Kennen Sie den heutigen Stand der Naturwissenschaftler bei diesen Fragen?

Von Mario Seiglie

Die Evolutionstheorie wird weit und breit für gültig angesehen. Wie kam es dazu? Sind die angeblichen Beweise dafür stichhaltig? Was haben die Naturwissenschaftler bisher zur Untermauerung der Theorie entdeckt? Ist die Theorie unter den Naturwissenschaftlern überhaupt unumstritten?

Vor 142 Jahren, im Jahre 1859, erschien Die Entstehung der Arten, die Ausarbeitung Charles Darwins zur Evolution. Seit jener Zeit haben die Naturwissenschaften große Fortschritte gemacht und eine große Menge an Informationen gesammelt, die heute zur allgemeinen Verfügung steht. Es mag überraschen, daß in unserer Zeit, am Anfang des 21. Jahrhunderts, die Evolutionstheorie immer mehr unter Beschuß gerät. Hauptverantwortlich für diese neue Entwicklung sind Naturwissenschaftler.

Zank und Streit über die Evolutionstheorie

Francis Hitching, Mitglied des Royal Archaeological Institute, gibt uns einen Überblick über die neue Kontroverse: „Im April 1882 starb Charles Darwin friedlich an Herzversagen am Sitz seiner Familie in der Grafschaft Kent in England. Seine große Theorie, die Grundlage allen modernen Biologieunterrichts, war schon vor seinem Tod mit einem Eifer angenommen worden, der an Anbetung grenzte ... Doch knapp hundert Jahre später ... bahnte sich eine Wende an. In sonst nüchternen, korrekten Fachzeitschriften entzündete sich eine leidenschaftliche, gehässige Debatte über die Evolutionstheorie.

Es kam zur Polarisierung, zur Verhärtung der Standpunkte, zu gegenseitigen Beschimpfungen und Beleidigungen. Gleichzeitig feierte die Schöpfungslehre der Bibel, die in den Augen der Naturwissenschaftler nichts mehr als die Kost obskurer Sektierer war, ein dramatisches Comeback in amerikanischen Klassenzimmern. Der Darwinismus steht auf vielen Fronten unter Beschuß“ (The Neck of the Giraffe, 1982, Seite 7).

Wie kam es zu diesem Streit? Vereinfacht gesagt haben die Naturwissenschaftler viele Fakten gesammelt, die zur Darwinschen Theorie im Gegensatz stehen, und infolgedessen sehen sich viele Evolutionisten in eine Verteidigerrolle gedrängt. Vor allem sind die drei Pfeiler der Evolutionstheorie ins Wanken gekommen.

Evolution ist nicht gleich Darwinismus

Ehe wir tiefer in dieses Thema eindringen, sollten wir uns einen Unterschied klarmachen. Mit dem Wort Evolution ist nicht unbedingt die Theorie Darwins gemeint. Evolution im weiteren Sinne bedeutet einfach das sukzessive Erscheinen immer höherer Lebensformen, ohne Rücksicht auf ihren Entstehungsprozeß. Evolution im Sinne der Theorie Darwins bedeutet aber, daß jede Art sich aus einer anderen Art entwickelt, und zwar durch zufällige Mutationen verbunden mit natürlicher Zuchtwahl.

Als Art oder Spezies werden Lebewesen definiert, die sich untereinander fortpflanzen können. Daher ist es wichtig, zwischen Evolution im weiteren Sinne und dem Darwinismus zu unterscheiden, obwohl die meisten Naturwissenschaftler den Darwinismus meinen, wenn sie von der Evolution sprechen.

„Warum“, fragt der Physiker Alan Hayward, „werden die Ausdrücke Evolution und Darwinismus so oft synonym gebraucht? Einfach deshalb, weil es Darwin war, der die alte Idee der Evolution auf eine einleuchtende Grundlage stellte. Vor Darwins Zeiten galt die Evolutionsidee als Spinnerei. Aber nachdem er seine Gedanken zum Thema veröffentlicht hatte, galt die Vorstellung nicht nur als vernünftig, sondern sogar als selbstverständlich.

Seither hat es viele Versuche gegeben, eine andere Erklärung für die Evolution zu finden, doch keiner war erfolgreich. Die Theorie Darwins gilt wie zur Zeit ihrer ersten Vorstellung als einzige mögliche Erklärung für die Evolution. Es hat immer noch den Anschein, daß der Darwinismus und die Evolution gemeinsam stehen und fallen“ (Creation and Evolution, 1985, Seite 5).

Das ist ein Grund, warum viele Darwinisten sich so sehr auf ihren Standpunkt versteifen. Sie wissen nämlich, was es bedeutet, wenn sich ihre Theorie als Irrtum entpuppen sollte. Die einzige Alternative ist ja, daß das Leben auf der Erde von einem Schöpfergott erschaffen wurde. In seinem Buch The Dogma of Evolution räumt der Universitätsprofessor L. T. More offen ein: „Unser Vertrauen in die Evolutionstheorie ist Ausdruck unserer Abneigung gegen die Schöpfungslehre“ (zitiert nach Francis Hitching, The Neck of the Giraffe, Seite 109).

Drei Pfeiler der Evolutionstheorie

Der Darwinismus steht auf drei Pfeilern. Sollten sich diese als Irrtümer erweisen, bricht die Theorie zusammen.

Der Hauptpfeiler ist der Fossilbericht. Darwin und andere Verfechter seiner Theorie waren zuversichtlich, daß sie handfeste Beweise für die Umwandlung einer Art in eine andere in den fossilhaltigen Gesteinsschichten finden würden. Darwin war sich der Bedeutung des Fossilberichts für seine Theorie bewußt, und der Mangel an Beweisen, den es zu seinen Lebzeiten gab, machte ihm sehr zu schaffen. Zu diesem Mangel schrieb er: „[Es muß] die Zahl der einstigen Zwischenvariationen sehr groß gewesen sein. Warum wimmelt also nicht jede geologische Formation und jede Schicht von Zwischengliedern? Die Geologie zeigt uns keineswegs eine ununterbrochene Kette organischer Wesen, und das ist vielleicht der ernsthafteste Einwand, der gegen meine Theorie erhoben werden kann“ (Die Entstehung der Arten, übersetzt von Carl W. Neumann, Reclam, Seite 429-430).

Den Mangel an Beweisen schrieb Darwin der „Lückenhaftigkeit“ des damals bekannten Fossilberichts zu. Er vertraute aber darauf, daß es den Geologen und Paläontologen gelingen werde, die Übergangsfossilien zu finden, die seine Theorie bestätigen würden. Einer der vorrangigsten Exponenten der Evolutionslehre, Thomas Huxley, sah in dem Fossilbericht den einzigen unmittelbaren möglichen Beweis für die Theorie. Mit dem Fossilbericht, so Huxley, werde die Evolution stehen und fallen.

Der zweite Pfeiler der Evolutionstheorie ist die natürliche Zuchtwahl, auch natürliche Auslese genannt. Hier versprachen sich die Darwinisten Bestätigung durch die Biologen. „So wie Tier- und Pflanzenzüchter die Auswahl der Eltern für die nächste Generation von ihren Zuchtzielen abhängig machen“, schreibt der britische Philosoph Tom Bethell, „so wähle die Natur nach Darwins Meinung genau die Organismen für die Fortpflanzung aus, die am ehesten in der Lage seien, den Überlebenskampf zu bestehen. Somit sei der Evolutionsprozeß unausweichlich. Mit anderen Worten, es sei eine Verbesserungsmaschine in der Natur am Werk, die ,stündlich und täglich, unbemerkt und ungehört, an der Vervollkommnung eines jeden Lebewesens arbeitet‘. Auf diese Weise, so Darwin, wandle sich eine Lebensform in eine andere um. So könne aus dem Bären der Wal werden. So seien auch Pferde, Tiger und andere Arten entstanden, nämlich durch natürlich Zuchtwahl“ (Tom Bethell, „Darwin’s Mistake“, The Craft of Prose, 1977, Seite 309).

Der dritte Pfeiler der Evolutionstheorie, der nach Darwins Ableben hinzukam, ist der Begriff zufällige Mutationen. In der Abenddämmerung seines Lebens zweifelte Darwin immer mehr daran, daß die natürliche Zuchtwahl allein für den Evolutionsprozeß sorgen konnte. Zur Jahrhundertwende wurden aber die Gesetze der Vererbung entdeckt. Danach galten zufällige Mutationen in Verbindung mit der natürlichen Zuchtwahl als Triebfeder der Artenentstehung. Diese Erklärung der Evolution wird Neodarwinismus genannt.

Diese drei Pfeiler gelten immer noch bei den Verfechtern der Theorie als Hauptstützen des Darwinismus. Wie belastungsfähig sind sie nun? Sehen wir uns einige Fakten an.

Das Zeugnis der Fossilien

Was für Fossilien haben die Experten in den 140 Jahren gefunden, die seit der Veröffentlichung der Theorie Darwins vergangen sind? Auf keinen Fall sind sie auf Zwischenformen gestoßen, wie es Darwin vorausgesagt hat. Trotz intensiven, weltweiten Suchens durch Geologen und Paläontologen haben sich die „fehlenden Glieder“, die nach Meinung Darwins für die Untermauerung seiner These sorgen würden, nicht finden lassen: Sie fehlen nämlich immer noch.

Das amerikanische Nachrichten-Magazin Newsweek berichtet: „Im Jahre 1972 verfaßten [die Paläontologen Stephen Jay] Gould und Niles Eldredge einen gemeinsamen Fachartikel mit dem Ziel, das Gesicht ihrer Wissenschaft zu wahren, indem sie eine Erklärung dafür boten, warum es bisher nicht gelungen war, Fossilien von Zwischenformen – sprich ‚fehlenden Gliedern‘ – zu finden. Darwin und die meisten seiner unmittelbaren Anhänger hielten die Evolution für einen langsamen, allmählichen, stetigen Prozeß und waren der Ansicht, es könne – zumindest theoretisch – für jede Tierart ein lückenloser Stammbaum rekonstruiert werden, in dem die Unterschiede von einer Generation zur nächsten unmerklich klein seien ... Hundert Jahre emsigen Grabens haben aber das Fehlen von Übergangsformen nur noch peinlicher erscheinen lassen ... Eldredge und Gould wollten zur Einstellung der Suche und zu einer objektiven Auseinandersetzung mit dem tatsächlichen Fossilbericht aufrufen“ („Enigmas of Evolution“, Newsweek, 29. März 1982, Seite 39).

Wenn nun der Fossilbericht die Theorie Darwins nicht stützt, was zeigt er uns denn überhaupt? In den primitivsten fossilhaltigen Gesteinsschichten, im sogenannten Kambrium, weist er eine Fülle vollkommen geformter Meerestiere auf, darunter Tintenfische, Seesterne, Seeigel und Trilobiten. In den unmittelbar darunterliegenden Schichten finden sich einige Spuren von Algen, aber sonst so gut wie keine Fossilien. Wo sind denn die primitiven Vorfahren der komplizierten Meerestiere, von denen das Kambrium so ausgiebig zeugt? Das ohrenbetäubende Schweigen des Fossilberichtes ist ein schwerer Schlag gegen die Darwinsche Theorie.

In den jüngeren fossilhaltigen Gesteinsschichten kommt immer wieder das gleiche Muster vor. Unmittelbar auf wirbellose Tiere folgen Fische, auf Fische Amphibien, auf Amphibien Reptilien, auf Reptilien Säugetiere. Samt und sonders sind diese Tiere, groß und klein, vollkommen ausgeformt, ohne daß zwischen ihnen Übergangsformen zu finden wären. Auffallend ist auch, daß viele Arten, besonders Insekten, sich von einer Schicht zur andern überhaupt nicht verändern.

Große Lücken

Zum Fossilbericht schreibt Hitching: „Bezeichnend ist eine Gemeinsamkeit, die man bei den Fossilienlücken feststellt: Gerade dort, wo man Zwischenformen erwartet, fehlen sie. Übergangsformen zwischen wichtigen Tiergruppen findet man einfach nicht. Auf einmal sind zum Beispiel die Fische da: unangekündigt, aber dennoch voll ausgereift. Wie sie es schaffen, ist schleierhaft, widerspricht aber ganz bestimmt den Vorstellungen Darwins. Wo ihre Vorfahren zu finden sein sollten, ist keine Spur von ihnen zu erkennen“ (The Neck of the Giraffe, Seite 19-20, Hervorhebung durch uns).

Die Verfechter der Evolutionstheorie haben krampfhaft versucht, unter den Millionen von Arten, von denen Fossilien bisher gefunden wurden, mindestens eine mit Übergangsformen ausfindig zu machen. Einmal schien es ihnen gelungen zu sein, als der Urvogel Archäopteryx auf die Bühne trat. Aber dieses Wesen, das für eine Mischung aus Reptil und Vogel gehalten wurde, hat sich inzwischen als hundertprozentiger Vogel erwiesen.

Die Auslegung der Fossilurkunden durch die heutigen Darwinisten entbehrt der Ehrlichkeit. Das sukzessive Auftauchen immer komplexerer Fossilien wird als Beweis für einen evolutionären Übergang von einer Art in eine andere zitiert. Daß die Lebensformen immer komplexer werden, stimmt schon, aber daß eine Art in eine andere allmählich übergeht, ist eine Behauptung, die den Tatsachen voll widerspricht. Im Fossilbericht findet man ausschließlich ausgereifte Lebensformen, wobei es schon eine Zunahme der Komplexität gibt, wenn man von den ältesten zu den jüngsten Gesteinsschichten schreitet. Es gibt aber keinerlei Indizien für eine allmähliche Entwicklung einer Art aus einer anderen.

Andere Vermutungen

Da der Fossilbericht nicht mit der herkömmlichen Evolutionstheorie in Einklang zu bringen ist, warten manche Wissenschaftler mit anderen Erklärungen auf. Gould und Eldredge haben beispielsweise die Vermutung geäußert, daß es lange Phasen gegeben hat, in denen sich nichts tat. Diese Phasen seien aber hin und wieder von plötzlichen Entwicklungsschüben unterbrochen worden.

Damit wollen sie das plötzliche Auftreten neuer Arten erklären. Nur leider konnten sie bisher keinen Mechanismus dafür nachweisen. „Die These von plötzlichen Entwicklungsschüben mag zwar viel Aufmerksamkeit erregt haben“, schreibt Newsweek, „aber sie riecht für viele Naturwissenschaftler nach Ketzerei. Denn sie geht ganz und gar an der Kernfrage vorbei. Diese Frage lautet: Wie und warum entsteht eine neue Art?“ („Enigmas of Evolution“, Newsweek, 29. März 1982, Seite 39).

Diejenigen, die das Fehlen von Übergangsfossilien einräumen, sind unfähig zu erklären, wie neue Lebensformen entstehen. „Der orthodoxe Darwinismus“, bemerkt Hayward, „liefert zwar eine glaubwürdige biologische Erklärung für das, was geschehen sein könnte, steht aber zu den Ergebnissen geologischer Forschung im Widerspruch. Die alternative Theorie läßt die geologischen Ergebnisse gelten, ist aber nicht in der Lage, eine derart plötzliche Entstehung von Arten zu erklären“ (Hayward, Seite 19).

Weil sie Gott nicht anerkennen wollen, übersehen diese Wissenschaftler, was der Fossilbericht anschaulich nahelegt: Immer komplexere Lebewesen sind ohne Vorfahren plötzlich und voll ausgereift entstanden. Hayward läßt den Fossilbericht Revue passieren und zieht Bilanz: „Die Gesteinsschichten lassen Darwin im Stich ... Die Evolutionisten schließen die nächstliegende Lösung aus, nämlich, daß der Schöpfer zu Beginn des kambrischen Zeitalters sehr aktiv wurde. Aber eine alternative Erklärung haben sie nicht zu bieten. Das auffallende Fehlen präkambrischer Fossilien ist ein bedeutender Schwachpunkt des Darwinismus“ (Seite 42-43).

Zum Fossilbericht, insofern er sich auf Pflanzen bezieht, räumt der evolutionsgläubige Botaniker E. J. Corner (Cambridge) ein: „Wenn man die Pflanzenfossilien mit unvoreingenommenem Blick betrachtet, scheinen sie eher für eine Schöpfung zu sprechen“ (Evolution, Royal Botanical Society, 1961, Seite 97).

Weit davon entfernt, den Darwinismus zu stützen, untergräbt der Fossilbericht die Evolutionstheorie auf Schritt und Tritt.

Und die natürliche Zuchtwahl?

Wie ist es aber mit der natürlichen Zuchtwahl? Sie wird wenigstens ein Beweis der Theorie Darwins sein, oder? Wie ist es nun bisher dieser zweiten Hauptsäule der Evolution ergangen?

Still und heimlich haben sich viele Wissenschaftler von der These der natürlichen Zuchtwahl abgewandt. Charles Darwin meinte, das Prinzip des Überlebens des Tüchtigsten erkläre, wie sich eine Art aus einer anderen entwickelt. Doch heute gilt das Prinzip eher als Selbstverständlichkeit, die nichts erklärt. Dazu der Genetiker Conrad Waddington (Universität Edinburgh): „Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die natürliche Zuchtwahl als Tautologie, als Feststellung einer zwingenden, wenn auch früher übersehenen Notwendigkeit. Denn sie sagt lediglich aus, daß die tüchtigsten Mitglieder einer Bevölkerung die meisten Nachkommen hinterlassen“ (Bethell, Seite 310).

Wir könnten zum Beispiel fragen: Wer sind die Tüchtigsten? Und die Antwort wäre: Diejenigen, die überleben. Andersherum ließe sich aber ebenfalls fragen: Wer überlebt? Antwort: Die Tüchtigsten. Mit anderen Worten: Die Tüchtigsten werden gerade als diejenigen definiert, die überleben. Insofern wird über die Wirklichkeit nichts ausgesagt, wenn man feststellt, daß die Tüchtigsten überleben.

Als Beispiel für das Wirken natürlicher Zuchtwahl nennt Darwin einen Wolf, der die Fähigkeit geerbt hat, schneller als seine Artgenossen zu laufen. Bei einem knappen Nahrungsangebot habe er die besten Überlebenschancen, da er das Futter vor seinen Wettbewerbern erreichen könne.

Aber die Änderungen, die dem Wolf das schnellere Laufen ermöglichen, können zu einem Nachteil werden, wenn nicht gleichzeitig auch andere Änderungen hinzukommen. So könnte der Wolf an Herzversagen sterben, wenn er schnell läuft, es sei denn, er hat auch ein stärkeres Herz geerbt. Mit anderen Worten: Einzelne Änderungen verbessern nur selten die Überlebensschancen, wenn sie nicht von anderen Änderungen begleitet werden.

Die natürliche Zuchtwahl bringt keine neuen Spezies hervor

Die Wissenschaftler haben inzwischen festgestellt, daß die natürliche Zuchtwahl nur die Größe von Bevölkerungen, nicht aber ihre Entstehung erklärt. Sie erklärt das Überleben von Arten, die schon vorhanden sind. Dazu Conrad Waddington: „Die natürliche Zuchtwahl bedeutet, daß manche Exemplare einer Art mehr Nachkommen hinterlassen als andere. Sie fragen dann: Welche Exemplare hinterlassen die meisten Nachkommen? Antwort: Diejenigen, welche die meisten Nachkommen hinterlassen. Mehr bedeutet natürliche Zuchtwahl nicht. Die Kerngedanken der Evolutionstheorie – das heißt, die Erklärungen für die Entstehung von Pferden, Tigern und anderen Lebewesen – liegen außerhalb der mathematischen Theorie [des Neodarwinismus]“ („Mathematical Challenges to the Neo-Darwinian Interpretation of Evolution“, herausgegeben von Paul S. Moorhead und Martin M. Kaplan, Wistar Institute Symposium Monograph, Nr. 5, 1967, Seite 14).

Taugt die natürliche Zuchtwahl als Säule der Evolutionstheorie? Tom Bethell trifft den Kern der Sache: „Sie taugt überhaupt nichts. Wie T. H. Morgan [im Jahre 1933 wegen seiner Versuche mit der Fruchtfliege Drosophila mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet] deutlich machte: ,Die Auslese hat also nichts Neues hervorgebracht, sondern lediglich bereits Vorhandenes vermehrt. Evolution bedeutet aber das Hervorbringen neuer Lebensformen, nicht das Vermehren bereits vorhandener‘ “ (Tom Bethell, „Darwin’s Mistake“, The Craft of Prose, Seite 311) .

Bethells Fazit: „Die Theorie Darwins steht, glaube ich, vor dem endgültigen Zusammenbruch. In seinem berühmten Werk Die Entstehung der Arten beging Darwin einen schwerwiegenden Fehler, an dem seine Theorie scheitern muß. Nur ist dieser Fehler erst in letzter Zeit erkannt worden. Mich überrascht überhaupt nicht, daß in manchen der neueren Evolutionstheorien ,die natürliche Zuchtwahl gar keine Rolle spielt‘. Darwins Theorie wird, so meine ich, zur Ruhe gelegt ..., doch mit möglichst wenig Aufhebens, vielleicht aus Rücksicht auf den ehrwürdigen alten Herrn“ (Seite 314).

Leider wird die kritische Auseinandersetzung mit der natürlichen Zuchtwahl derart leise geführt, daß sie nur wenig Aufmerksamkeit erregt. Dadurch wird der unverzeihlichen Täuschung nach 142 Jahren immer noch erlaubt, die Menschen in ihren Bann zu ziehen.

Zufällige Mutationen

Wenn schon die natürliche Zuchtwahl nichts taugt, wie ist es denn mit der dritten Säule der Evolutionstheorie: den zufälligen Mutationen?

Ausgerechnet Darwin war einer der ersten, die in den ohnehin selten vorkommenden Mutationen eher nachteilige Änderungen sah. Er baute sie denn auch nicht in seine Theorie ein. „Er hielt sie für unbedeutend“, schreibt Maurice Caullery in seinem Buch Genetics and Heredity, „da sie fast immer einen Nachteil im Überlebenskampf darstellten und deswegen durch natürliche Zuchtwahl in der freien Natur schnell wieder beseitigt würden“ (1964, Seite 10, Hervorhebung durch uns).

Zu Lebzeiten Darwins wurden die Gesetze der Genetik nicht klar erkannt. Entdeckt wurden sie erst gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts – zuerst durch Gregor Mendel, dann durch Hugo de Vries. Führende Evolutionisten griffen diese Gesetze auf und spannten sie für ihre Theorie ein. Sir Julian Huxley, einer ihrer prominentesten Wortführer in diesem Jahrhundert, äußerte sich zur Unberechenbarkeit von Mutationen wie folgt: „Mutationen ... sind der Rohstoff der Evolution. Sie sind völlig ungesteuert und weisen in alle möglichen Richtungen“ (Evolution in Action, 1953, Seite 38).

„Nach der Jahrhundertwende sprach [also] wieder einiges für die Theorie Darwins“, weiß Hitching zu berichten. „Man stellte fest, daß es hin und wieder bei Genkopierungen zu zufälligen Fehlern kommt. (Inzwischen wissen wir, daß dies ungefähr einmal bei zehn Millionen Zellteilungsvorgängen passiert.) Diese Fehler nennt man Mutationen. Sie sind fast immer schädlich. Denn sie führen zu einer schwachen Pflanze oder einem kranken oder mißgebildeten Tier. Sie können sich innerhalb der Art nicht halten, da sie durch natürliche Zuchtwahl ausgemerzt werden ...

Die Anhänger Darwins haben sich aber eingeredet, daß die äußerst seltenen Ausnahmen, das heißt die vorteilhaften Mutationen, als treibende Kraft der Evolution anzusehen sind. Diese vorteilhaften Mutationen, verbunden mit der durch geschlechtliche Vermehrung bewirkten Genmischung, reichten aus, um die Entstehung der kolossalen Vielfalt der Lebensformen auf der Erde aus einer einzigen Gensammlung zu erklären“ (Hitching, Seite 49, Hervorhebungen durch uns).

Mutationen: mehr Schaden als Nutzen

Was haben uns hundert Jahre biologischer Forschertätigkeit gelehrt? Daß Mutationen keine vorteilhaften Veränderungen, sondern pathologische Fehler im genetischen Code sind. Wie C. P. Martin von der McGill-Universität in Montreal, Kanada schreibt: „Mutationen sind pathologische Vorgänge, die kaum etwas mit Evolution zu tun haben“ („A Non-Geneticist Looks at Evolution“, American Scientist, Januar 1953, Seite 100).

Martins Untersuchungen haben ergeben, daß Mutationen fast immer schädlich und niemals kreativ sind. Mutationen sind nur dann von Vorteil, wenn sie vorangegangene schädliche Mutationen wieder rückgängig machen. Eine Analogie wäre, daß man einem Mann, dessen Schulter verrenkt ist, einen Schlag versetzt und dabei sein Gelenk unabsichtlich wieder eingerenkt wird.

Wir können froh sein, daß Mutationen äußerst selten vorkommen. Ein Fehler bei zehn Millionen Kopiervorgängen im genetischen Code ist keine schlechte Leistung. Wer das beim Tippen erreichen könnte, wäre konkurrenzlos Weltmeister, aber bestimmt kein Mensch. So genau werden aber Gene kopiert.

Eine Häufung genetischer Kopierfehler würde einer Spezies keineswegs einen Aufstieg ermöglichen, wie von den Neodarwinisten unterstellt. Vielmehr würde dies ihre Lebenstüchtigkeit schmälern und zu ihrem Aussterben führen. Interessanterweise haben Genetiker einen automatischen Stabilitätsmechanismus entdeckt:

„Der genetische Code in jedem Lebewesen hat eingebaute Grenzen“, schreibt Hitching. „Er scheint darauf angelegt zu sein, wesentliche Abweichungen von der Norm einer Art zu verhindern ... Alle Züchtungsversuche haben erwiesen, daß man bestimmte Grenzen nicht überschreiten kann. Gene sind sehr konservativ und lassen allenfalls geringfügige Änderungen zu. Auf sich gestellt sterben künstliche Züchtungen meistens aus, weil sie unfruchtbar oder schwach sind, oder sie kehren schnell zur Norm zurück“ (Hitching, Seite 54-55).

Viele Wissenschaftler räumen inzwischen ein, daß Mutationen keinen Mechanismus für den allmählichen Übergang einer Art in eine andere liefern, der von Darwins Theorie gefordert wird. Über den bekannten Zoologen Pierre-Paul Grassé schreibt Hayward:

„Im Jahre 1973 veröffentlichte er ein bedeutendes Werk über die Evolutionstheorie ... Hauptziel des Buches war, nachzuweisen, daß der Darwinismus nicht stimmen kann, weil er zu so vielen Versuchsergebnissen im Widerspruch steht. In der Einleitung des Buches schreibt er: ,Heute ist es unsere Pflicht, den Evolutionsmythos zu vernichten ... Manche Leute klammern sich an einem überholten Weltbild fest und verschließen die Augen vor der Wirklichkeit, um die Falschheit und Unzulänglichkeit ihrer Glaubenssätze nicht einsehen zu müssen‘ ...

Nehmen wir Mutationen zuerst. Grassé hat sie ausgiebig untersucht, sowohl im Labor als auch in der Natur. An allen möglichen Lebewesen – Bakterien, Pflanzen und Tieren – hat er festgestellt, daß Mutationen keineswegs zu immer größeren Abweichungen vom Ausgangspunkt führen. Vielmehr seien die Veränderungen mit dem Flug eines Schmetterlings in einem Treibhaus zu vergleichen. Der Falter lege Kilometer zurück, ohne sich um mehr als ein paar Meter von seinem Ausgangspunkt zu bewegen. Es gebe unsichtbare, aber dennoch fest bestimmte Grenzen, die Mutationen niemals überschreiten könnten ... Grassé ist fest davon überzeugt, daß es sich bei Mutationen allenfalls um geringfügige Abänderungen von Genen handelt. Die Entstehung neuer Arten durch Evolution setze aber voraus, daß ganz neue Gene auftreten“ (Hayward, Seite 25, Hervorhebung durch uns).

Mutationen liefern also keinen Mechanismus für den Übergang einer Art in eine andere. Die eingebaute Einschränkung von Mutationen zeigt vielmehr, daß das genetische System mit hoher Intelligenz geplant wurde, denn sie sorgt dafür, daß keine zufälligen Mutationen die vorteilhaften Gene vernichten. Unsere Erkenntnisse über Mutationen sprechen sogar gegen die Evolutionstheorie, denn sie zeigen uns, daß zufällige Mutationen eher der Bösewicht als der Held der Geschichte sind.

Damit kommen wir zu einem letzten Punkt in bezug auf Mutationen: Die Evolutionstheorie ist nicht imstande, das Auftauchen einfacher Lebensformen und komplizierter Organe zu erklären.

Das Wunder der Zelle

Biologische Zellen sind wunderbare, äußerst komplexe Bausteine des Lebens, die winzigen chemischen Fabriken ähneln. Je näher wir sie uns ansehen, desto komplizierter erscheinen sie.

Die Zellwand, zum Beispiel, ist ein Wunder an sich. Wäre sie zu durchlässig, würden schädliche Lösungen eindringen und die Zelle zum Bersten bringen. Wäre sie aber zu undurchlässig, könnte die Zelle keine Nährstoffe aufnehmen und keine Abfallstoffe abgeben. Sie würde schnell sterben.

Der Biochemiker Michael Behe (Universität Lehigh, Pennsylvania/USA) weist auf einen grundlegenden Schwachpunkt der Evolutionstheorie hin: „Die Theorie Darwins stößt auf die größten Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die Entwicklung der Zelle zu erklären. Viele Zellsysteme würden nämlich überhaupt nicht funktionieren, wenn einzelne Teile fehlten. Man denke zur Veranschaulichung an eine Mausefalle. Eine Mausefalle besteht aus mehreren Teilen (Boden, Hammer, Feder usw.). Wenn man sie in Darwinscher Manier in der Hoffnung zusammenstellte, ihre Leistungsfähigkeit Stück für Stück zu steigern, würde man feststellen, daß es so nicht geht. Mit dem Boden allein kann man gar keine Mäuse fangen, und selbst der Einbau einer Feder bringt keine Verbesserung. Erst wenn alle Teile vorhanden sind, kann man damit Mäuse fangen“ („Darwin Under the Microscope“, The New York Times, 29. Oktober 1996, Seite 25).

Nach Behe ist die Leistungsfähigkeit einer Zelle, der zehn Prozent der Teile fehlen, nicht bloß um zehn Prozent, sondern um hundert Prozent vermindert. Das heißt, sie funktioniert überhaupt nicht. Sein Fazit: „Die Zelle, der Baustein des Lebens, ist äußerst komplex. Der Laie denkt sich wohl, die Wissenschaftler hätten schon eine Erklärung für ihre Entstehung. Aber das ist nicht der Fall“ (ebenda).

Der Zoologe Sir James Gray (Universität Cambridge) schreibt: „Bakterien sind weitaus komplexer als jedes unbelebte System, das dem Menschen bekannt ist. Es gibt in der ganzen Welt kein Labor, das es mit der biochemischen Tätigkeit des kleinsten lebenden Organismus aufnehmen könnte“ (Marshall und Sandra Hall, The Truth: God or Evolution?, 1974, Seite 89).

Wie kompliziert sind nun aber diese kleinsten Lebewesen? Selbst die einfachsten Zellen könnten ohne eine ungeheure Menge an genetischen Informationen nicht funktionieren. Das Bakterium R. coli, zum Beispiel, ist eines der kleinsten einzelligen Wesen, die in der Natur vorkommen. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler enthält es aber an die 2000 Gene, wobei zu jedem Gen etwa 1000 Enzyme gehören. Jedes Enzym besteht aus ungefähr einer Milliarde Nukleotiden, von denen jedes eine Informationseinheit – einen chemischen Buchstaben, sozusagen – darstellt, analog einem Byte in der EDV. Die Enzyme bestimmen, wie der Organismus funktioniert und sich fortpflanzt. Die Menge der DNA-Informationseinheiten in dieser winzigen Zelle entspricht ungefähr „100 Millionen Schriftseiten im Format der Encyclopaedia Britannica“ (John Whitcomb, The Early Earth, 1972, Seite 79).

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Enzyme, die im einfachsten Lebewesen gebraucht werden, ungesteuert zusammengekommen sind? Der Mathematiker und Astronom Sir Fred Hoyle hat diese Wahrscheinlichkeit mit 1 zu 1040.000 angegeben. (1040.000 bedeutet eine 1, gefolgt von 40.000 Nullen. Würden wir diese Zahl so schreiben, brauchten wir dafür sieben Seiten dieser Zeitschrift.) Wenn die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses weniger ist als 1 zu 1050, wird das Ereignis von Mathematikern für unmöglich gehalten (Hayward, Seite 35-37).

Sir Arthur Eddington, ebenfalls Mathematiker, schätzt die Zahl der Atome im Universum auf höchstens 1080 (Hitching, Seite 70)!

Es ist offensichtlich, daß die Evolutionisten wirklich nicht wissen, wie die ersten Zellen gebildet wurden. Und das ist nur eine von vielen Schwierigkeiten, die sich ihnen stellen, wenn sie zu erklären versuchen, wie die Welt ohne intelligente Lenkung zustande gekommen sein soll.

Die Blutgerinnung

Ein allen bekannter, für Menschen und Tiere überlebensnotwendiger Prozeß ist die Blutgerinnung. Ohne sie würden wir bei der ersten Schnittwunde verbluten. Die Blutgerinnung funktioniert aber nur, wenn eine Kettenreaktion aus vielen komplizierten chemischen Stoffen im Blut stattfindet.

Die komplexen Substanzen, die an der Blutgerinnung beteiligt sind, müssen alle zur richtigen Zeit, in den richtigen Mengenverhältnissen, zusammenkommen. Das ganze Zusammenspiel muß perfekt ablaufen, wenn eine Wunde gestopft werden soll. Wenn nur ein Glied dieser Kette fehlt, versagt der ganze Vorgang, und die Folge ist der Tod.

Manchmal gerinnt das Blut, wo es nicht angebracht ist. Wenn dadurch die Sauerstoffzufuhr zu einzelnen Gehirnzellen unterbrochen wird, hat man es mit einem Schlaganfall zu tun, der eine Lähmung oder gar den Tod nach sich ziehen kann. Ja, wenn die Blutgerinnung nicht vollkommen funktioniert, kann das tödliche Folgen haben.

Wenn der Blutgerinnungsmechanismus durch einen Evolutionsprozeß entstanden sein soll, müssen viele aufeinander abgestimmte Mutationen genau zur gleichen Zeit stattgefunden haben. Bisher konnten die Verfechter der Evolutionstheorie keine plausible Erklärung für die Entstehung des Blutgerinnungsmechanismus liefern. Auch die dritte Säule der Evolutionslehre erweist sich als nicht tragfähig.

Die Suche nach Alternativen

„Daß die Theorie Darwins nicht mehr so hoch im Kurs steht wie noch vor einigen Jahren, ist offenkundig“, schreibt Hayward. „Eine kleine, aber bedeutende Minderheit von Biologen hat sich ganz und gar davon abgewandt und sucht nach einem Ersatz. Bisher sind sie aber nicht fündig geworden ... Andererseits sind die Argumente für die Existenz des Schöpfers stärker als jemals zuvor. In jedem Zweig der Naturwissenschaften häufen sich die Beweise dafür, daß das Universum und alles, was darin ist, geplant wurde und kein Zufallsprodukt sein kann.

Die Beweise sind derart überwältigend, daß sogar nichtgläubige prominente Wissenschaftler den Mut aufbringen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen ... Auf die Frage, ob wir es mit einer Schöpfung zu tun haben, lautet die vernünftigste Antwort: Ja“ (Hayward, Seite 65, Hervorhebungen durch uns).

Wie vielleicht zu erwarten wäre, werden solche Einsichten mehr oder weniger totgeschwiegen. Deswegen sind den meisten Menschen die vielen Schwächen des Darwinismus und die gegen die Abstammungslehre sprechenden wissenschaftlichen Entdeckungen und Schlußfolgerungen noch unbekannt.

„Gesellschaftsdarwinismus“

Die Annahme des Darwinismus hat sich tiefgreifend auf das Erziehungswesen und das Gesellschaftsgefüge allgemein ausgewirkt. Darwins Theorie veranlaßte nämlich ein Verhalten bei Millionen von Menschen, das vorauszusehen war: Die Bibel wurde zu den Akten gelegt und die Existenz Gottes in Frage gestellt.

Es ist daher bezeichnend, daß Karl Marx, der Begründer des Kommunismus, Darwin fragte, ob er ihm Das Kapital, die Bibel des Kommunismus, widmen dürfe oder ob Darwin die Einführung selbst schreiben möchte. Marx glaubte nämlich, daß Darwin dem Kommunismus die wissenschaftliche Basis geliefert habe. Darwin winkte aber diskret ab.

Später hat Adolf Hitler den darwinistischen Begriff „Überleben des Tüchtigsten“ auf das Menschengeschlecht angewandt. Die Nazis rechtfertigten sich mit dem Hinweis, sie leisteten der Menschheit einen nützlichen Dienst. Hunderttausende mußten Zwangsarbeit verrichten. Wer wegen Körperschwäche, Krankheit oder Lebensalter arbeitsunfähig war, mußte mit einem grausamen Tod rechnen. Die Prophezeiungen der Bibel sagen einen weltweiten Menschenhandel für die Zeit vor der Wiederkehr Jesu Christi voraus. Es heißt, das babylonische System werde den Handel auch mit den „Leiber[n] und Seelen von Menschen“ treiben (Offenbarung 18).

Kann man das dem Menschen zutrauen? Man muß nur an den Zweiten Weltkrieg und an die damaligen Zwangsarbeiter in Europa und Asien denken.

Wir dürfen nicht vergessen, daß das alles erst vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert geschah, und zwar in Ländern, die als besonders fortschrittlich und aufgeklärt galten. Wer will sich als Prophet aufspielen und behaupten, eine Wiederholung könnte ausgeschlossen werden? Das wäre eine kühne Voraussage, vor allem deshalb, da so wenige Menschen noch an bindende moralische Normen glauben und die meisten nach dem Prinzip handeln, daß das Leben dem Stärksten gehört. Die „ethnischen Säuberungen“ vor weniger als zehn Jahren in Bosnien-Herzegowina sind da ein entsetzliches Beispiel.

Das, was der Apostel Paulus über die Philosophen seiner Zeit sagte, könnte man auch auf die Darwinisten von heute beziehen: „Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart ... Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so daß sie keine Entschuldigung haben“ (Römer 1,19-20). Bei den immer noch fehlenden Beweisen für die Evolutionstheorie scheinen die Worte des biblischen Königs David den Nagel auf den Kopf zu treffen: „Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott.“

Das Wunder unseres Auges

Charles Darwin sah in dem menschlichen Auge einen der stärksten Einwände gegen seine Theorie. Wie sollte es entstanden sein? Denn das Auge und die Evolutionstheorie sind einfach nicht miteinander in Übereinstimmung zu bringen. „Die Annahme, daß das Auge mit all seinen unnachahmlichen Einrichtungen ... durch die natürliche Zuchtwahl entstanden sei, erscheint, wie ich offen bekenne, im höchsten Grade als absurd“ (Die Entstehung der Arten, Reclam, Seite 245).

Jacob Bronowski schreibt über das menschliche Sehvermögen: „Vergleicht man den Menschen selbst mit dem scharfsichtigsten Menschenaffen, dem Schimpansen, ist das Auflösungsvermögen unseres Auges ungleich höher ... Die Fähigkeit des Primatenauges, Einzelheiten des Gesichtsfeldes zu unterscheiden, läßt sich auf einfache Weise messen und ist mit der Sehschärfe des menschlichen Auges nicht zu vergleichen“ (The Origins of Knowledge and Imagination, 1978, Seite 12-13).

Das menschliche Auge enthält 130 Millionen Stäbchen und Zapfen, die Licht in chemische Impulse verwandeln. Eine Milliarde solcher chemischen Impulse erreichen jede Sekunde das Gehirn. Dem Darwinisten stellt sich die entscheidende Frage, wie sich so viele äußerst komplexe, vollkommen aufeinander abgestimmte Komponenten unabhängig voneinander entwickelt haben könnten, wo doch das Fehlfunktionieren auch nur einer Komponente das Ganze zu Fall bringen würde.

„Es ist offenkundig“, stellt der Wissenschaftler Francis Hitching fest, „daß selbst die kleinste Panne – getrübte Hornhaut, fehlende Erweiterung der Pupille, Undurchsichtigkeit der Linse, falsche Einstellung – die Entstehung eines erkennbaren Bildes verhindern muß. Das Auge funktioniert entweder als Ganzes oder gar nicht. Wie soll es sich also durch allmähliche, stetige, verschwindend geringe Darwinsche Veränderungen entwickelt haben? Kann man im Ernst daran glauben, daß Tausende und Abertausende winzige, zufällige, voneinander unabhängige Veränderungen mit dem Ergebnis stattfanden, daß sich Linse und Netzhaut, die nur gemeinsam funktionieren, synchron entwickelten? Wie sollte ein blindes Auge zum Überleben beitragen? Kein Wunder, daß es Darwin keine Ruhe ließ. ,Bis heute läßt mich das Auge zittern‘, schrieb er im Februar 1860 an seinen Freund, den Botaniker Asa Gray“ (The Neck of the Giraffe, 1982, Seite 86, Hervorhebung durch uns).

Ähnliches ließe sich über das Gehirn, die Nase, den Gaumen und Dutzende anderer hochentwickelter menschlicher und tierischer Organe sagen. Nachdem er sich mit der Unwahrscheinlichkeit einer evolutionären Entwicklung solcher Organe befaßt hatte, schrieb der britische Physiker H. S. Lipson: „Wir müssen einen Schritt weiter gehen und zugeben, daß die einzige Alternative eine Schöpfung ist. Ich weiß, daß dieser Gedanke den Physikern zuwider ist, wie er auch mir zuwider ist. Doch wir dürfen eine unliebsame Theorie nicht ablehnen, für die alle Indizien sprechen“ (Physics Bulletin, 1980, Band 30, Seite 140).

Sehr viel Glauben gehört dazu, hinter solchen Organen die Evolution zu sehen. Aber gerade das ist die vorherrschende Lehre heute.