Die Glaubwürdigkeit der Bibel wird schon lange in Frage gestellt. Was offenbaren archäologische Entdeckungen, die aus dem Staub des Nahen Ostens ausgegraben wurden?

Von Scott Ashley

In der westlichen Kultur findet eine entscheidende Schlacht statt – ein Kampf um die Glaubwürdigkeit der Bibel. Um diesen Konflikt auf den Punkt zu bringen: Vielen Menschen gefällt die Vorstellung nicht, dass ihnen jemand vorschreiben kann, wie sie leben sollen. Da sie die Vorstellung von einem Gott ablehnen, der bei ihrer Lebensgestaltung ein Wörtchen mitzureden hat, stellen sie die Bibel insgesamt in Frage.

Einige berühmte Evolutionisten haben das offen zugegeben. Der englische Schriftsteller Aldous Huxley, als Verfechter der Evolution bekannt, schrieb zum Beispiel: „Ich hatte meine Motive dafür, dass ich nicht wollte, dass die Welt einen Sinn hat; ich habe daher angenommen, dass sie keinen hat und war dann ohne Schwierigkeiten in der Lage, zufriedenstellende Gründe für diese Annahme zu finden. . . Diejenigen, die keinen Sinn in der Welt erkennen, haben dafür den einen oder anderen Grund, es dient ihren [Zwecken], dass die Welt bedeutungslos ist“ (Ends and Means, 1938, Seite 270).

„Für mich, wie zweifellos auch für die meisten meiner Zeitgenossen, war die Philosophie der Bedeutungslosigkeit im Kern ein Instrument der Befreiung. Die Befreiung, die wir ersehnten, war . . . eine Befreiung von einem bestimmten Moralsystem. Wir lehnten diese Moral ab, weil sie unsere sexuelle Freiheit eingrenzte“ (ebenda, Seite 273; Hervorhebung durch uns).

Julian Huxley, Bruder von Aldous Huxley und ebenfalls ein überzeugter Anhänger der Evolution, schrieb später: „Das Gefühl geistlicher Erleichterung aufgrund der Ablehnung der Idee von Gott als einem übermenschlichen Wesen ist enorm“ (Essays of a Humanist, 1964, Seite 219).

Es ist daher keine Überraschung, wenn diejenigen, die die Existenz des Schöpfergotts verneinen, auch die Bibel für unwahr halten und das inspirierte Wort des Schöpfers ablehnen.

Was offenbart die Archäologie?

Können wir der Bibel Glauben schenken? Was offenbaren die historischen Fakten, die aus dem Staub des Nahen Ostens ausgegraben wurden? Für diejenigen, die bereit sind, die Entdeckungen der Archäologie objektiv zu überprüfen, gibt es klare Beweise dafür, dass die Bibel zuverlässig und wahr ist.

Die Bücher der Bibel haben seit Jahrtausenden existiert – das jüngste seit ungefähr 1900 Jahren, das älteste seit ungefähr 3500 Jahren. Während in ihnen die Ereignisse der jeweiligen Zeit geschildert werden, werden auch viele spezifische Details erwähnt wie z. B. Menschen, Orte, Städte, Sitten und Ereignisse. Vor ca. 150 Jahren waren praktisch keine unabhängigen Beweise gefunden worden, die den historischen Inhalt der Bibel hätten stützen können.

Die Historiker kannten zwar die Reiche der Griechen und Römer und deren Herrscher, so wie sie auch in der Bibel erwähnt wurden, ansonsten war aber nur wenig Weiteres bekannt. Sogar noch im 18. Jahrhundert, als erste Zweifel an der Bibel aufkamen, war es leicht, sie abzutun, weil bis dahin wenig Beweise für deren historische Aussagen gefunden worden waren.

Mit der Entstehung der Wissenschaft der Archäologie hat sich das aber schnell geändert. Als Archäologen anfingen, alte Stätten zu erforschen und auszugraben, begann auch die Entdeckung von Beweisen, die die Exaktheit der Bibel bestätigten.

Seither sind Reiche, die vorher außerhalb der Bibel unbekannt waren, ans Tageslicht gefördert worden. Es wurden Inschriften und andere Artefakte gefunden, die in der Bibel erwähnte Menschen, von Königen und Hofbeamten bis hin zu einfachen Menschen, ebenfalls namentlich nennen.

Städte und Festungen, die in der Schrift erwähnt werden, sind aus dem Staub auferstanden. Viele in der Bibel berichtete Ereignisse und sogar kleinere Details, wie bestimmte Gebräuche, die nur nebenbei erwähnt werden, sind durch unabhängige Entdeckungen nachgewiesen worden. Sogar spezifische Gebäude und Anlagen, die in der Schrift vorkommen, sind identifiziert worden!

Ende 2006 hatte ich die Gelegenheit, eines der größten historischen Schatzhäuser der Welt zu besuchen, das Archäologische Museum in Istanbul. Vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs hat das Osmanische Reich von seiner Hauptstadt aus in der heutigen Türkei einen Großteil des Nahen Ostens regiert. Während dieser Zeit sind viele archäologische Gegenstände von unschätzbarem Wert selbst aus den entlegenen Gegenden des Reiches zu den osmanischen Herrschern in Istanbul gelangt. Am Ende waren mehr als eine Million Artefakte im Museum versammelt.

Mehrere dort ausgestellte Gegenstände bestätigen die Existenz der Menschen, Bräuche und Ereignisse, die in der Bibel erwähnt werden.

Haben die Hethiter wirklich existiert?

Jahrhundertlang konnten die einzigen bekannten Hinweise auf die Hethiter nur in der Bibel gefunden werden. Daher sind einige Bibelkritiker davon ausgegangen, dass diese einfach frei erfunden worden waren bzw. nur eines von vielen Märchen in der Bibel darstellten. Wie kann es schließlich sein, argumentierten sie, dass eine ganze Kultur und ein ganzes Volk existiert haben und keinerlei physische Beweise für ihre Existenz zurückgelassen haben?

Die Hethiter werden im Zusammenhang mit dem Patriarchen Abraham in 1. Mose 23 erwähnt, wo er von Efron dem Hethiter eine Höhle erwarb, um sie als Grabstätte für seine geliebte Frau Sara zu verwenden. (Abraham selbst wurde später auch dort begraben.)

Später heiratete Abrahams Enkel Esau zwei hethitische Frauen (1. Mose 26,34) und noch später gehörten die Hethiter zu den Völkern, die Kanaan verlassen sollten, damit die Israeliten das Gelobte Land ererben konnten (2. Mose 23,28; 33,2; 34,11). König Salomo heiratete u. a. hethitische Frauen (1. Könige 11,1), wahrscheinlich als Teil einer politischen Allianz mit hethitischen Herrschern. Auch zur Zeit des Propheten Elisa (ca. 840 v. Chr.) waren die Hethiter noch eine einflussreiche Macht (vgl. 2. Könige 7,6). Aber haben sie wirklich existiert?

Als die Gebiete des Nahen Ostens später erforscht wurden – vor allem der Bereich der heutigen Zentraltürkei, in dem das hethitische Reich sein Zentrum hatte –, fanden die Archäologen zahlreiche Beweise für die Existenz der Hethiter. Ihre Funde stimmten mit den Bibelstellen, die die Hethiter erwähnen, überein.

Das Reich der Hethiter hatte über Jahrhunderte neben den anderen Völkern, die in der Schrift erwähnt werden, existiert. Manchmal gedieh es, zu anderen Zeiten verzeichnete es einen Rückgang. Das hethitische Reich hatte aber immer neben den anderen Königreichen und Imperien wie Syrien, Ägypten und Assyrien Bestand. Nicht lange nach ihrer letzten Erwähnung in der Bibel erlebten die Hethiter ihren endgültigen Niedergang und hörten am Ende einfach auf, als Reich zu existieren.

Die Fruchtbarkeitsgöttin Astarte

Eine schwere Sünde, die immer wieder im Alten Testament erwähnt wird, war der Götzendienst oder die Anbetung fremder Götter. Die Bibel verurteilt mehrmals die Anbetung des Baals und der Astarte, der männlichen und weiblichen Hauptgottheit der Kanaaniter und der umliegenden Völker.

Baal und Astarte waren der Hauptgott bzw. die Hauptgöttin der Fruchtbarkeit. Daher beinhaltete ihre Anbetung normalerweise rituelle sexuelle Handlungen mit einem Priester oder einer Priesterin, für die dann ein Opfer dargebracht wurde. Das führte im Grunde auf Sex gegen Geld hinaus, was ein Grund dafür ist, dass die Bibel die Anbetung dieser Götter und Göttinnen oft als Hurerei bezeichnet.

Der übliche Name der Göttin war in Babylonien und Mesopotamien Ischtar und existiert heute als Name des Feiertags Ostern. Ihr Name lautete bei den um Israel gelegenen Völkern Astarte. Die biblischen Autoren haben den Namen im Original aber anscheinend bewusst als Aschtoret wiedergegeben (siehe z. B. Richter 2, Vers 13 in der „Neues Leben“-Übersetzung der Bibel), um ihn wie das hebräische Wort für „Schande“ klingen zu lassen. Das entsprach auch der Art und Weise, wie sie angebetet wurde: Sex mit dem Priester oder der Priesterin war in der Tat entwürdigend und schändlich.

Kleine Figuren dieser und anderer Fruchtbarkeitsgöttinen werden oft in Israel und den umliegenden Ländern gefunden, was einen klaren Beleg für die Beliebtheit solcher Anbetungsformen darstellt. Die Anbetung dieser Göttin wird von der Zeit kurz nach dem Tod Josuas in Richter 2, Vers 13 (um 1210 v. Chr.) bis zur Zeit der Regierung des Königs Josia in 2. Könige 23, Vers 13 (um 640 v. Chr.) erwähnt.

Assyrien zerstört das Königreich Israel

Das Königreich Israel war mehr als 200 Jahre lang Gott untreu und praktizierte Götzendienst. Durch seine Propheten warnte Gott die Israeliten vor den Folgen ihrer Abtrünnigkeit: Da sie sich geweigert hatten, ihm in ihrem eigenen Land zu dienen, würden sie anderen Göttern in einem fremden Land dienen müssen. Trotz dieser Warnung stellten die Israeliten ihren Götzendienst nicht ein. Gott begann daher, sie durch das assyrische Reich zu strafen, eine neue Supermacht, die in dem Gebiet des heutigen Irak entstanden war.

Die Bibel nennt eine ganze Reihe assyrischer Könige, die gegen Israel Krieg führten. Archäologen haben Beweise für die Existenz dieser Könige gefunden. Ihre Hauptstädte, Archive, Paläste und in manchen Fällen auch ihre Portraits und Statuen wurden gefunden. Ein großer Teil dieses Materials befindet sich in den großen Museen in Europa. Aber auch im Istanbuler Archäologischen Museum lassen sich unter den Ausstellungsgegenständen Belege für die Existenz dieser Könige finden.

Tiglat-Pileser III.

Wir können die Namen der ersten beiden assyrischen Könige, die in der Bibel erwähnt werden, als Inschrift auf einer Steinstele finden, mit der den Leistungen eines hohen assyrischen Beamten namens Bel-harran-beli-usur gedacht wird. Er diente am königlichen Hof von Tiglat-Pileser III. (745-727 v. Chr.) und Salmanassar (727-722 v. Chr.). Die Inschrift beschreibt, wie er am Hof dieser beiden assyrischen Könige diente und eine Stadt gründete, die er nach sich selbst benannte.

Der gleiche Tiglat-Pileser wird mit seinem Kurznamen Put auch in 2. Könige 15, Verse 19-20 erwähnt, wo geschrieben steht, dass er Tributzahlungen vom israelitischen König Menahem erhalten hatte (um 743 v. Chr.). Tributforderungen waren eine gängige Praxis zu jener Zeit. Im Grunde lief das auf eine Erpressung auf nationaler Ebene hinaus, denn die Assyrer wären plündernd in das Land eingefallen, hätten seine Städte zerstört und seine Bewohner versklavt, wenn die Israeliten ihnen nicht dieses Schutzgeld gezahlt hätten.

Wie in Vers 29 verzeichnet ist, rebellierte der israelitische König Pekach um das Jahr 734 v. Chr. gegen Tiglat-Pileser, der dann in Israel einmarschierte und Tausende seiner Bewohner als Gefangene in weit entfernte Gebiete verschleppte. Zur gleichen Zeit entfernte Ahas, der König Judas, das Gold und Silber des Tempels und leerte die nationale Schatzkammer, um sich die Hilfe des assyrischen Königs beim Kampf gegen Pekach und den König von Syrien zu sichern (vgl. 2. Könige 16,5-9). Sowohl Syrien als auch Israel wurden durch die assyrische Invasion verwüstet.

Salmanassar V.

Tiglat-Pileser starb 727 v. Chr. und sein Nachfolger wurde Salmanassar V. In 2. Könige 17, Vers 3 erfahren wir, dass Salmanassar gegen den israelitischen König Hoschea anrückte, der ihn mit Tributzahlungen beschwichtigte. Einige wenige Jahre später kehrte Salmanassar zurück und belagerte drei Jahre lang die israelitische Hauptstadt Samaria, bevor diese dann im Herbst 722 v. Chr. fiel. Danach führte er die verbliebenen Israeliten in andere assyrisch kontrollierte Gebiete ins Exil (Verse 5-6).

Das bedeutete das Ende des Königreichs Israel. Seine in die Verbannung verschleppte Bevölkerung sollte dadurch ihre Identität verlieren und als die „verlorenen zehn Stämme“ in die Geschichte eingehen.

Sargon II.

Der nächste in der Bibel erwähnte Monarch ist Sargon II. (722-705 v. Chr.). Er war der Nachfolger Salmanassars, dessen Feldhauptmann er bei der Eroberung von Samaria gewesen war. Sargon wird in Jesaja 20, Vers 1 erwähnt, wo berichtet wird, dass er einen seiner Generäle im Jahre 712 v. Chr. ausgesandt hatte, um die an der Mittelmeerküste westlich von Jerusalem gelegene Philisterstadt Aschdod zu erobern.

Sargon hat, obwohl er gegen benachbarte Königreiche Judas zu Felde zog, Juda selbst nicht angegriffen – anscheinend aus Treue zu dem Bündnis, das der jüdische König Ahas mit Tiglat-Pileser einige Jahre zuvor geschmiedet hatte.

Sanherib

Sargons Nachfolger auf dem Thron war Sanherib (705-682 v. Chr.). Sanherib wird in der Schrift vor allem wegen seiner Invasion in das Königreich Juda im Jahr 701 v. Chr. erwähnt. Die Bibel berichtet über diese Invasion in 2. Könige 18, Verse 13-19 bzw. 37, 2. Chronik 32, Verse 1-22 und Jesaja 36-37.

Der jüdische König Hiskia weigerte sich, den extrem schweren Tribut zu zahlen, den sein Vater Ahas gezahlt hatte, was zu einer Militäraktion Sanheribs gegen Juda führte. Sowohl die Bibel als auch Sanheribs Archive verzeichnen, dass die Assyrer praktisch das gesamte jüdische Reich – mit Ausnahme der Hauptstadt Jerusalem – erobert haben. Hiskia zahlte dem assyrischen König daraufhin Tribut, wurde aber am Ende nur durch ein großes Wunder gerettet – die Zerstörung der assyrischen Armee außerhalb der Mauern von Jerusalem (2. Könige 19,35).

Sanherib kehrte geschlagen und gedemütigt in seine Hauptstadt zurück, wo er dann später einem Attentat seiner eigenen Söhne zum Opfer fiel.

Hiskias Tunnelinschrift

Während es relativ häufig vorkommt, dass Inschriften oder andere Beweise für die Existenz bestimmter Menschen und Orte, die in der Bibel erwähnt werden, gefunden werden, trifft man viel seltener auf eine archäologische Bestätigung für bestimmte Ereignisse, die in der Bibel aufgezeichnet sind. In 2. Könige 20, Vers 20 wird berichtet, „wie er [Hiskia] den Teich und die Wasserleitung gebaut hat, durch die er Wasser in die Stadt geleitet hat“.

Heute kann der Besucher in Jerusalem durch den Tunnel gehen, mit dem Hiskias Ingenieure den ursprünglichen Fluss der Gihonquelle, der normalerweise außerhalb der Stadt verlief, durch einen Tunnel unterhalb der Stadt so umgeleitet hatten, dass das Wasser in einen Teich innerhalb der Stadtmauern floss. Der etwa 530 m lange Tunnel wurde ca. 701 v. Chr. erbaut und stellt eines der großen ingenieurtechnischen Wunder der antiken Welt dar.

Vom amerikanischen Archäologen Edward Robinson 1838 entdeckt, verriet der Tunnel 1880 ein Geheimnis über seine Konstruktionsmethode, als ein Araberjunge eine alte hebräische Inschrift an der Tunnelwand fand, die beschrieb, wie zwei Gruppen von Männern, die jeweils am entgegengesetzten Ende am Tunnel zu arbeiten begannen, sich dann aber in der Mitte trafen. Die Inschrift wurde später auf Anordnung der osmanischen Verwaltung von Jerusalem nach Istanbul transportiert.

Nebukadnezar II., König Babylons

Nach der Vernichtung von Sanheribs Armee sind die Assyrer nie wieder in Juda einmarschiert. Von jenem Zeitpunkt an befand sich Assyrien im Niedergang, während ein neues Reich aufkam, das zur neuen Supermacht im Nahen Osten werden sollte – Babylon. Der größte Herrscher des babylonischen Reiches war König Nebukadnezar, der von 605 bis 562 v. Chr. regierte. Nebukadnezar wird 88-mal in der Bibel erwähnt.

Nebukadnezar ist mehrmals gegen das Königreich Juda zu Feld gezogen. Im Jahr 605 v. Chr. vertrieb er die ägyptische Armee aus Syrien und zwang sie zur Rückkehr nach Ägypten. Das nächste Mal erfolgte, als sich Judas König Jojakim weigerte, Tribut an Babylon zu zahlen. Nebukadnezar nahm damals viele Wertgegenstände aus dem Jerusalemer Tempel mit zurück nach Babylon. Nach weiteren Rebellionen nahm Nebukadnezar 586 v. Chr. Jerusalem ein, wobei die Stadt einschließlich ihrer Stadtmauern und des Tempels völlig zerstört wurde. Fast alle noch im Land verbliebenen Juden wurden als Gefangene nach Babylon geführt.

Über die Herrschaft Nebukadnezars wurden viele babylonische Aufzeichnungen gefunden. Daniel 4, Vers 27 beschreibt, wie Nebukadnezar über seine Bauten in Babylon prahlte. Babylon war wahrhaft eine prunkvolle Stadt und viele Jahrhunderte lang eine der größten Städte der antiken Welt.

Eines der bedeutendsten Wahrzeichen Babylons war das nach der bereits früher angesprochenen Göttin Ischtar benannte Ischtartor und die zu ihm führende Prozessionsstraße. Das Tor selbst wurde in Berlin rekonstruiert, wo es die deutschen Archäologen, die es ausgegraben hatten, wieder aufbauten und dabei die ursprünglichen mit leuchtenden Farben glasierten Ziegel verwendeten. Ein Teil der Prozessionsstraße, die zum Tor führte, kann heute jedoch im Istanbuler Museum betrachtet werden.

Bel/Marduk, Hauptgott der Babylonier

Marduk, der auch Bel genannte Hauptgott der Babylonier, wurde durch einen Drachen verkörpert. Der Prophet Jeremia hat bei seiner Vorhersage über den Fall Babylons genau diesen babylonischen Gott erwähnt: „Auch an Bel, dem Gott Babels, will ich das Urteil vollstrecken. Ich will ihm aus seinem Rachen entreißen, was er verschlungen hatte. Die Völker werden nicht mehr kommen um ihn anzubeten. Die Mauern von Babel sind gefallen“ (Jeremia 51,44; „Neues Leben“-Übersetzung).

Babylon ist in der Tat 539 v. Chr. gefallen, 47 Jahre nachdem Nebukadnezar Jerusalem zerstört hatte. Auf das babylonische Reich folgte dann das medo-persische Reich, danach das griechisch-mazedonische Reich von Alexander dem Großen. Als Nächstes kam das Römische Reich – genau so, wie Daniel es vorhergesagt hatte.

„Dem unbekannten Gott“

Aus neutestamentlichen Zeiten finden wir vor allem zwei Gegenstände, die mit dem Leben des Apostels Paulus im Zusammenhang stehen. Apostelgeschichte 17, Verse 22-23 berichtet, dass Paulus bei seinem Besuch in Athen einen Altar gesehen hat, der „dem unbekannten Gott“ gewidmet war. Um sicherzustellen, dass sie wirklich alle Möglichkeiten abgedeckt hatten, hatten die Athener diesen Altar für den Fall errichtet, dass sie eine Gottheit übersehen hätten.

Mehrere solcher Inschriften und Schreine sind in anderen Städten des antiken Römischen Reiches gefunden worden. Drei davon sind im Istanbuler Archäologischen Museum ausgestellt. Alle sind „dem namenlosen Gott“ gewidmet – einem Gott, dessen Namen man nicht kannte. Athen war also nicht die einzige Stadt mit einem solchen Altar.

Eine Warntafel aus dem Tempel

In Apostelgeschichte 21, Verse 27-32 wird uns berichtet, wie Paulus sich mit mehreren Begleitern im Tempelbereich in Jerusalem befand, als ein Tumult ausbrach, der Paulus fast das Leben kostete. Paulus wäre höchstwahrscheinlich getötet worden, wenn ein römischer Militärkommandeur nicht eingegriffen und ihn gerettet hätte.

Worum ging es bei diesem Tumult? Wie wir hier lesen können, wollten sie Paulus töten, weil sie glaubten, er hätte den Tempel dadurch verunreinigt, dass er Heiden in den Teil des Tempelkomplexes brachte, zu dem nur Israeliten der Zutritt gestattet war: „Dazu hat er auch Griechen in den Tempel geführt und diese heilige Stätte entweiht. Denn sie hatten Trophimus, den Epheser, mit ihm in der Stadt gesehen; den, meinten sie, hätte Paulus in den Tempel geführt“ (Apostelgeschichte 21,28-29). Dieses Verbot hatten die Juden eingeführt. Damit gingen sie weit über das hinaus, was in den Vorschriften der Bibel verzeichnet war.

Wir finden einen Beleg für diese Haltung der Juden auf einer Tafel, die aus dem Bereich des Tempels stammt und zur Zeit Jesu und der Apostel in regelmäßigen Abständen entlang einer eineinhalb Meter hohen Trennmauer angebracht worden war. Auf der Steintafel liest man eine Warnung. Zwei dieser Tafeln sind gefunden worden, auf denen eine Warnung vor dem Betreten des Tempels steht. Eine Tafel, die nur teilweise erhalten ist, kann man heute im „Israel Museum“ in Jerusalem sehen. Die andere Tafel ist vollständig erhalten. Sie war während der osmanischen Herrschaft in Jerusalem entdeckt und nach Istanbul gebracht worden.

Diese Tafeln waren ursprünglich weiß und die Buchstaben der Inschrift mit roter Farbe angestrichen, um diese deutlicher ins Auge fallen zu lassen. Die Tafeln warnen: „Kein Heide darf diese Abtrennung auf dem Platz des Tempelbereichs übertreten. Wer hier eintritt, hat sich seinen daraus resultierenden Tod selbst zuzuschreiben.“

Den Heiden war es gestattet, den äußeren Vorhof des Tempels zu betreten, aber die dahinter liegenden Bereiche waren allein den Juden vorbehalten. Wenn ein Nichtjude dort weiter in den Tempel eindrang, wurde das als eine Verunreinigung des Tempels angesehen, eine Handlung, auf der die Todesstrafe stand. Im Falle von Paulus hatten seine religiösen Gegner gedacht, er hätte einen Heiden hinter diese Trennmauer geführt und damit den Tempel verunreinigt. Sie waren im Begriff, ihn zu töten, als die römische Militärmacht eingriff und ihn rettete.

Als Paulus später in Rom unter Hausarrest stand und auf sein Berufungsverfahren wartete, dachte er wahrscheinlich an dieses Ereignis, als er der Gemeinde in Ephesus schrieb, dass Jesus Christus „den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war“, der Juden und Heiden trennte, und durch seinen Opfertod „die beiden . . . in einem Leib“, der Kirche, versöhnt hat (Epheser 2,14-16).

Die meisten Bibelkommentatoren sind sich darin einig, dass dieser Zaun, „der dazwischen war“, sich auf die Abtrennung im Tempelkomplex zwischen Juden und Nichtjuden bezieht. Gemeint war die gleiche Trennmauer, an der diese Warntafeln angebracht waren.

Noch viele weitere Beweise ausgestellt

In der westlichen Gesellschaft wird ein Kampf gegen die Glaubwürdigkeit der Bibel geführt. In diesem Artikel haben wir einige der Beweise aus nur einem Museum in der Türkei für die Richtigkeit des historischen Inhalts der Bibel behandelt. Andere Museen, die ähnliche Funde ausstellen, bestätigen wiederum andere Teile der Bibel. Unter diesen Museen sind das Britische Museum in London, der Louvre in Paris, das Pergamonmuseum in Berlin, das Orientalische Institut der Universität von Chicago und das Israel Museum in Jerusalem, um nur einige zu nennen.

Seltsamerweise behaupten diejenigen oft, die gegen die Bibel argumentieren, dass die Menschen, die in der Bibel einen zuverlässigen Bericht über vergangene Ereignisse und Persönlichkeiten sehen, ihre Überzeugung mit Glauben begründen, der auf Ignoranz und Aberglauben beruht. Bei einer objektiven Beurteilung des Sachverhalts verhält es sich aber in Wirklichkeit genau umgekehrt. Diejenigen, die der Bibel jegliche Glaubwürdigkeit absprechen, argumentieren aus schierer Ignoranz heraus.

Oft haben sie sich die Beweislage einfach nie ernsthaft angesehen und scheinen in vielen Fällen sich gar nicht bewusst zu sein, dass solche Beweise wie die, die wir in diesem Artikel beschrieben haben, überhaupt existieren. Sie brauchen jedoch nicht unwissend zu sein. Die Zuverlässigkeit der Bibel wird auch Jahr um Jahr weiter belegt, wenn Archäologen und Gelehrte mit ihrer Arbeit im Nahen Osten die Geschichte aus biblischer Sicht aufdecken.