Was ist eigentlich das Millennium?

Bei aller Aufregung in den Wochen vor dem Jahreswechsel zum Jahr 2000 war nur wenigen Menschen die Herkunft und die Bedeutung des Wortes Millennium bekannt.

Von Paul Kieffer und Jesmina Allaoua

Das letztjährige „Wort des Jahres“ stand ganz im Zeichen des chronologischen Zeitgeistes. Als ihre Wahl für das Jahr 1999 kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das Wort Millennium, ein Wort, das wie kaum ein anderes die Medienwelt in den Monaten vor dem 1. Januar 2000 beherrschte.

Millennium setzt sich aus zwei lateinischen Wörtern zusammen: mille, was „tausend“ bedeutet, und annus, das mit „Jahr“ übersetzt wird. Somit steht der Begriff Millennium einfach für tausend Jahre. Unter großen Erwartungen wurde das Jahr 2000 zum Auftakt eines neuen Millenniums erklärt, obwohl der kalendarische Beginn des neuen Jahrtausends von der Zählweise abhängt und für viele erst am 1. Januar 2001 eintreten wird.

Für die einen war das Wort Millennium ein schicker Werbeaufhänger für neue Produkte, die zum Jahreswechsel auf den Markt kamen und deren Absatz mit diesem Schlagwort gesteigert werden sollte. Für andere war die Silvesternacht eine Zeit des Bangens, ausgelöst durch die Aufregung um den von einigen Experten befürchteten weltweiten Computercrash – das sogenannte „Y2K-Problem“, über das heute kaum noch jemand spricht. (In unserer letzten Ausgabe vor dem Jahreswechsel hatten wir unsere Prognose veröffentlicht, es werde keinen Crash geben.)

Das letzte Jahr war eine Blütezeit für selbsternannte Propheten, die mit ihren Veröffentlichungen Hochkonjunktur hatten. Aber am Morgen des 1. Januar 2000 wachte die Welt auf, und nichts hatte sich verändert. Die Computer liefen weiter, das Weltchaos war nicht eingetroffen und angeblich biblische Endzeitszenarien für den Nahen Osten wurden nicht eingeleitet.

Der Wechsel in ein neues Jahrtausend scheint eine eigenartige Faszination, wenn nicht gar magische Wirkung auf uns Menschen auszuüben. Die futuristischen Assoziationen der letztjährigen Millenniumspropheten lassen uns fragen, warum wir gerade mit einem neuen Jahrtausend die Erwartung einer Veränderung im Leben der Menschheit verbinden. Selbst die Politiker sprachen immer wieder von einem Sprung ins neue Millennium, welches unsere Hoffnungen auf eine neue, bessere Zukunft erfüllen sollte.

Auf der anderen Seite: Warum wurde gerade bei einem Jahrtausendwechsel Angst vor dem Weltuntergang geschürt? Vor eintausend Jahren scheint es nicht anders gewesen zu sein. Wenn man dem Mönch Tritheim des 15. Jahrhunderts Glauben schenken kann, traf Europa am Ende der ersten tausend Jahre nach Christus eine Art millennialer Wahnsinn:

„Im tausendsten Jahr nach der Geburt Christi erschütterten mächtige Erdbeben ganz Europa und zerstörten auf dem ganzen Kontinent solide und prächtige Bauten. In demselben Jahr erschien ein schrecklicher Komet am Himmel. Als [die Menschen] ihn sahen, erstarrten viele vor Furcht, die glaubten, daß dieser das Jüngste Gericht ankündige“ (Yuri Rubinski und Ian Wiseman, A History of the End of the World [„Eine Geschichte vom Ende der Welt“], Seite 66).

Die Beschäftigung mit himmlischen Zeichen mag seine Auswirkung auf den damaligen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gehabt haben. Es wird berichtet, daß Otto III. gesagt habe: „Das letzte Jahr der tausend Jahre [des Millenniums] ist da, und jetzt gehe ich hinaus in die Wüste, um mit Fasten, Beten und Buße den Tag des Herrn und das Kommen meines Erlösers zu erwarten“ (Hillel Schwartz, Century’s End [„Ende des Jahrhunderts“], Seite 13).

Der Kommentar des Kaisers Otto ist zum einen ein indirekter Hinweis auf die Herkunft des Begriffs Millennium in unserem Sprachgebrauch und weist zum anderen auf das bereits zu seinen Lebzeiten geänderte Verständnis dieses Begriffs hin, als es die ersten Christen gehabt hatten.

Verwirrung über das Millennium

Wie jedes einschlägige Wörterbuch oder Lexikon bestätigt, leitet sich das heutige Wort Millennium von dem gleichen lateinischen Wort ab, mit dem ursprünglich in der Sprache der Kirche eigentlich „die tausendjährige Herrschaft Christi“ gemeint war. Bei ihrem zumeist flüchtigen früheren Kontakt mit der Bibel im Religionsunterricht ist heute vielen Menschen die Vorstellung irgendwie bekannt, in der Bibel werde „das Ende der Welt“ und der Beginn einer neuen Welt, einer Zeit des weltweiten Friedens, auch als „Millennium“ bekannt, vorausgesagt. Im allgemeinen ist jedoch dem durchschnittlichen Kirchgänger heute die genaue Bedeutung des Millenniums nicht bekannt.

Vielleicht ist das gut so, denn so bleibt ihm die durch theologische Streitereien entstandene Verwirrung des Themas Millennium erspart. So schreibt z. B. The New Encyclopedia Britannica: „Es gibt [heute] viele verschiedene Interpretationen vom Millennium. Die Christen, die glauben, daß mit dem zweiten Kommen Christi eine tausendjährige Zeit der Gerechtigkeit in der Welt beginnen wird, werden ,Premillennialisten‘ genannt. Andere, bekannt als ,Postmillennialisten‘, glauben, daß das Christentum eines Tages in der ganzen Welt angenommen wird und daß dann eine tausendjährige Zeit christlicher Gerechtigkeit ihren Höhepunkt in der Rückkehr Christi, der Auferstehung der Gerechten und dem letzten Gericht finden wird“ (Band 8; 1986, Stichwort „millennium“).

Das bereits angeführte Zitat des Kaisers Otto III. drückt eindeutig eine „postmillennialistische“ Sichtweise aus: Die tausend Jahre – das Millennium – sollten mit der Rückkehr Jesu Christi zu Ende gehen. Kaiser Otto hatte insofern recht, daß das Millennium mit Jesus Christus zu tun hat; er irrte sich jedoch in der Annahme, das biblische Millennium gehe mit der Rückkehr Christi zu Ende.

Die heutige Verwirrung in theologischen Kreisen bezüglich des Millenniums war den ersten Christen unbekannt. Ohne Zweifel war allein die „premillennialistische“ Sichtweise des zweiten Kommens Christi und der Errichtung seiner Herrschaft in Herrlichkeit auf Erden als Auftakt zu einer tausendjährigen Ära irdischen Friedens ein fester Bestandteil des Glaubens der frühen Kirche. The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge stellt dazu fest: „Ganz gleich, welche Revidierungen die Lehre [vom Millennium] durch ihre späteren Verteidiger erfahren haben mag, sie beinhaltete nie das Konzept der irdischen Vervollkommnung der Kirche als geschichtliche Entwicklung; die millennialische Herrschaft ist kein idealer Zustand der Welt, der durch das jetzige Wirken geistlichen Saatguts vor oder unabhängig von dem zweiten Kommen Christi geschaffen wird. Statt dessen ist sie ein übernatürlicher Eingriff in diese Welt hinein, die nicht darauf vorbereitet ist und ihm Widerstand leisten wird“ (Grand Rapids, Michigan, 1953, Band VII, Seite 374).

Abkehr vom Millennium als Lehre

Die Abkehr von den neutestamentlichen Aussagen über ein durch Jesu Rückkehr eingeleitetes Millennium des Friedens war zum Teil eine Folge der Annäherung zwischen dem römischen Staat und der Kirche eines abgewandelten Christentums, die nach dem Ableben der ersten Christengeneration entstanden war. Die Einstellung der staatlichen Christenverfolgung ließ den Gedanken an die scheinbare Permanenz der Kirche als Institution aufkommen, die es zu verteidigen galt.

Der Kirchenlehrer Augustinus vertrat als erster die Auffassung, die Kirche als empirisches Gebilde sei das Reich Christi und das tausendjährige Reich habe bereits mit seinem ersten Erscheinen begonnen. Damit bestehe das Millennium auf Erden, es sei schon angebrochen. Mit dieser augustinischen Lehre wurde die Notwendigkeit einer Rückkehr Christi zur Erde, wie in der Bibel klar beschrieben, quasi aufgehoben. Der Glaube an das Millennium als ein in der Zukunft liegendes Zeitalter wurde beim Konzil zu Ephesus (431 n. Chr.), wenn auch zunächst nicht ganz beseitigt, so jedoch aus der offiziellen Kirchentheologie verbannt.

Heute wird sogar bestritten, daß das Millennium überhaupt biblischen Ursprungs ist. So berichtete 1972 das Meyers Enzyklopädisches Lexikon: „Die katholische Kirche hat jüngst den Chiliasmus bzw. die Lehre vom Millennium als biblisch nicht verbürgt und in der Tradition nicht einwandfrei überliefert verurteilt“ (Band 5, Stichwort „Chiliasmus“; Hervorhebung durch uns).

[Der Glaube an das Millennium wird auch Chiliasmus (vom Griechischen chilioi, „ein Tausend“) genannt.]

Die durch Augustinus eingeleitete Distanzierung von der millennialistischen Überzeugung der ersten Christen wurde von einer Mehrheit der heutigen Theologen übernommen: „In der Zwischenzeit lehnen die meisten zeitgenössischen Theologen, je nachdem welche Einstellung sie gegenüber der Schrift und insbesondere der Offenbarung einnehmen, die Lehre [vom Millennium] völlig ab“ (The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, Seite 376).

Das Millennium auf „eigene Faust“

Die in den Jahrhunderten nach dem Ende der neutestamentlichen Ära aufgekommene postmillennialistische Sichtweise hat den Gedanken zum Inhalt, der Mensch werde das tausendjährige Reich selbst schaffen. Entweder sei es die Kirche, wie von Augustinus behauptet, oder der Mensch bringe es fertig, daß die ganze Welt das Christentum annehmen und so ein neues Zeitalter geistlichen Segens herbeiführen wird.

Neuzeitliche Chiliasten ziehen nicht selten die öffentliche Aufmerksamkeit durch ihre eigenen Gewalttaten – teils gegen die eigenen Anhänger gerichtet – und ihre Verachtung von materiellem Reichtum und gesellschaftlicher Stände auf sich.

So herrschte 1999 gerade in Jerusalem eine erhöhte Alarmbereitschaft unter den Sicherheitsbehörden, um fanatische religiöse Gruppen daran zu hindern, ihr eigenes Harmageddon zu inszenieren. Immer wieder berichteten die Medien im vergangenen Jahr von Menschen, die unter dem sogenannten „Jerusalem“-Syndrom litten und daraufhin von den israelischen Behörden des Landes verwiesen wurden.

Der Gedanke, ein „neues Zeitalter“ hier auf Erden selbst einleiten zu können, stärkte in der Vergangenheit nicht nur die Hoffnung der Chiliasten, sondern beeinflußte ebenfalls diverse Größenwahnsinnige, Diktatoren und auch charismatische Demagogen, durch die der Staat selbst zum Vehikel einer neuen Weltordnung werden sollte. The Encyclopedia of Religion führt dazu aus: „Millennialistisches Gedankengut mag der Puls aggressiven Nationalismus sein, wie in der französischen Revolutionshymne ,La Marseillaise‘ (1792) ...

Es war das Fundament des Glaubens an einen russischen Auftrag, die Zivilisation wiederzuerlangen, wie von dem Autor Johann Heinrich Jung-Stilling, der Okkultistin Baronin Barbara Juliane von Krüdener und Zsar Alexander I. (vor seiner Heiligen Allianz im Jahre 1815) propagiert; ... ein deutscher Auftrag, das Dritte Reich der NSDAP; ein griechischer Auftrag durch die Zoeist-Brüderschaft der 50er Jahre ...

Die Bestrebungen [unserer Zeit] um eine ,neue Weltordnung‘ als letzte Hoffnung eines versagenden Planeten sind eine neuzeitliche Auflage bzw. Fortsetzung des gleichen bürgerlichen millennialistischen Ideals“ (New York, 1987, Band 9, Seite 525).

Das Millennium durch Technologie

Ein weiteres Konzept des Millenniums durch eigene Bemühungen erwuchs aus dem raschen technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt des 19. Jahrhunderts. Romantiker und Sozialisten übertrugen auf ihre Art, wenn auch unbewußt, die frühere religiöse Vorstellung eines besseren zukünftigen Zeitalters ins Säkulare. Für sie waren die Voraussagen der Bibel freilich nicht mehr ausschlaggebend. Mit den „Postmillennialisten“ hatten sie jedoch eines gemeinsam: Ihr Fortschrittsglaube überzeugte sie von der Fähigkeit der Menschheit, eine gerechtere Welt durch eigene technologische Errungenschaften herbeiführen zu können. Als Ausdruck dieser neuen Zuversicht in die Fähigkeiten des Menschen eröffnete Prinz Albert, Gemahl der britischen Königin Victoria, 1851 die erste Weltausstellung und pries sie als ideales Forum, die „Bande des Friedens und der Freundschaft unter allen Nationen der Erde“ zu festigen.

Der Glaube an den Fortschritt und die technische Beherrschbarkeit der Welt prägten die Weltausstellungen fortan. In regelmäßigen Abständen wurden auf den nachfolgenden Ausstellungsgeländen die neuesten technologischen Errungenschaften vorgestellt, immer geknüpft an die Perspektive einer besseren Zukunft für alle Menschen.

Die Weltausstellung 2000 in Hannover ist dabei keine Ausnahme. Sie wurde unter das Motto „Mensch-Natur-Technik: Eine neue Welt entsteht“ gestellt. Vor der Eröffnung der Ausstellung meinte EXPO-Generalkommissarin Birgit Breuel in einem Interview: „Im Jahr 2000 erleben unsere Besucher, wie eine neue Welt entsteht.“

In diesem Sinne vertraut Martin Roth, Chef des EXPO-Themenparks, den Fähigkeiten des Menschen, seine eigene Zukunft zu bestimmen und zu verbessern: „Der Themenpark soll zeigen, daß die Zukunft veränderbar ist. Daß wir die Möglichkeit haben, Einfluß zu nehmen.“

So stellen im „Pavillon der Hoffnung“, dem Wahrzeichen der EXPO Hannovers, junge Leute aus aller Welt Projekte vor, mit denen sie gegen Armut, Kinderarbeit, Hunger und Drogensucht kämpfen. Das Informationsblatt zum Themenbereich „Planet of Visions“ läßt uns wissen: „Sehen Sie in Planet of Visions Utopien und Visionen als Keimzellen für Innovation und Fortschritt.“ Auf dem EXPO-Gelände sieht man Beispiele für den Einsatz hoffnungsträchtiger Technologien wie die Trinkwassergewinnung in der Sahelzone oder ein mit Solarenergie betriebenes Rundfunknetz im Amazonasgebiet.

Technologie als Allheilmittel?

Ausgerechnet der Themenbereich „Planet of Visions“ auf der EXPO 2000 zeigt auch die Geschichte früherer Zukunftsentwürfe auf. Die Weltausstellung will sich dabei kritisch mit dem Technik-Optimismus vergangener Zeiten auseinandersetzen. Die Technik allein ist kein Allheilmittel; sie muß immer noch vom Menschen sozusagen „bedient“ und zum Wohl aller eingesetzt werden.

In seiner Eröffnungsrede hob Bundeskanzler Gerhard Schröder eine wichtige Bedingung für eine bessere Zukunft hervor: „Nur wenn wir zusammenarbeiten, wenn wir Austausch und Kooperation ganz bewußt praktizieren, wenn wir uns öffnen für das Wissen und die Erfahrungen anderer, uns öffnen für Menschen aus anderen Gesellschaften und Kulturen, dann steht uns buchstäblich ,die Welt offen‘.“

Der Zukunft des technologischen Fortschritts scheinen wirklich keine Grenzen gesetzt zu sein. Kanzler Schröder traf jedoch den Nagel auf den Kopf: Technologie allein reicht nicht aus, um eine bessere Zukunft für alle Menschen zu sichern. So erfährt man in Halle 6 des EXPO-Geländes, im Themenbereich Ernährung, daß kein Mensch heute hungern müßte, wären die jetzigen Rahmenbedingungen, sprich der Mensch selbst, anders. Beim Verlassen des Themenbereichs wird der Besucher ermahnt: „Ernährung ist ein Menschenrecht. Es ist möglich, alle Menschen auf der Welt zu ernähren. Dennoch sind über 800 Millionen Menschen aufgrund naturbedingter Einflüsse, Umweltschäden sowie als Folge kriegerischer Konflikte in vielen Regionen der Erde unterernährt. Der Überfluß auf dem Globus ist ungerecht verteilt. Der Kampf gegen Hunger und Armut kann gewonnen werden, wenn wir auf politischer, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene zusammenarbeiten“ (Hervorhebung durch uns).

Als Beispiel für die menschlichen Schwierigkeiten bei der Bekämpfung des Hungers genügt ein Hinweis auf den Stand des Landes Eritrea in Halle 12. Der Besucher wird über ein lobenswertes Projekt informiert, verwüstete Landstriche wieder urbar zu machen. Man erfährt, daß im Laufe der Jahrhunderte 90 Prozent der gesamten landwirtschaftlich nutzbaren Fläche Eritreas durch Kriegseinwirkung unbrauchbar geworden ist. Man denke daran, daß, gerade dieser Zerstörungsprozeß durch die Kampfhandlungen zwischen Eritrea und Äthiopien immer noch im vollen Gange war, als die EXPO am 1. Juni eröffnet wurde!

Eine Veränderung des Geistes

Die Eindrücke von der EXPO zeigen das Gegensätzliche an unserer Entwicklung als Menschen auf. Die zum Teil atemberaubenden technologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte sind unbestritten; sie haben die Lebensqualität für viele Menschen in einem Umfang verbessert, der für vergangene Generationen kaum vorstellbar gewesen wäre.

Der Mensch selbst ist jedoch nach wie vor der gleiche geblieben. Dem Erfolg bei der Suche nach neuen technologischen Errungenschaften können wir bei unserer Suche nach dem Frieden nichts Gleichwertiges aufbieten. Dieses Paradox sprach der hochdekorierte US-General Douglas MacArthur 1951 in einer Rede vor dem US-Kongreß an:

„Von Anbeginn seiner Geschichte hat der Mensch den Frieden gesucht. Durch die Jahrhunderte wurden verschiedene Methoden erdacht, ein internationales Verfahren zu schaffen, das die Streitigkeiten zwischen den Nationen verhindern oder beilegen sollte... Militärbündnisse, das Gleichgewicht der Kräfte, der Völkerbund – alle haben versagt. Übrig blieb nur der Weg über die Feuerprobe des Krieges. Doch die absolute Vernichtungskraft eines heutigen Krieges schließt diese Alternative aus. Insofern haben wir unsere letzte Chance gehabt. Unser Harmagedon steht vor der Tür, es sei denn, wir entwickeln ein größeres und gerechteres System. Das Problem ist im Grunde theologischer Art und bedingt eine geistliche Erneuerung und Besserung des menschlichen Charakters im Sinne einer Gleichschaltung mit unserem fast beispiellosen Fortschritt in den Bereichen Naturwissenschaft, Kunst, Literatur und in allen materiellen und kulturellen Entwicklungen der vergangenen 2000 Jahre. Es muß durch den Geist geschehen, wenn wir das Fleisch retten wollen“ (Hervorhebungen durch uns).

Für die ersten Christen war die Hoffnung auf ein kommendes Zeitalter des Friedens, eingeleitet durch die Rückkehr ihres Herrn Jesus Christus, ein wesentlicher Bestandteil ihres Glaubens. Sie glaubten den Aussagen der Propheten, nach denen die von General MacArthur angesprochene Veränderung des menschlichen Geistes doch noch eintreten wird.

Die Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer untermauerte die Sichtweise, die 1906 von dem Naturforscher Albert Schweitzer veröffentlicht wurde, daß diese eschatologische Hoffnung zu den Eckwerten des ursprünglichen Christentums gehöre und deshalb unbedingt Bestandteil wahren christlichen Glaubens sein müsse.

Heute wissen die meisten Christen jedoch sehr wenig von dieser Hoffnung. Das ist um so verwunderlicher, weil die Voraussage einer kommenden neuen Weltordnung Mittelpunkt der Botschaft Jesu Christi und seiner Apostel war – das Evangelium.

Wenn Sie mehr über diese Hoffnung der ersten Christen erfahren möchten – eine Botschaft über ein millennialisches Zeitalter, das durch Jesu Rückkehr eingeleitet wird –, dann bestellen Sie unsere kostenlose Broschüre Das Reich Gottes – eine gute Nachricht. Lesen Sie in unserer Broschüre selbst nach, was das Millennium eigentlich ist. Leseprobe ...