Was hat es mit der biblischen Hölle auf sich? Wie sieht sie wirklich aus? Eigentlich kann nur derjenige, der die Hölle besucht hat, diesen Ort beschreiben. Das bin ich.

Von Scott Ashley

Seitdem ich vor vielen Jahren den wahren Standort der biblischen Hölle kennengelernt hatte, wollte ich sie besuchen. Bei einer kürzlichen Studienreise in Israel bekam ich endlich meine Gelegenheit dazu.

Auf meiner Reiseroute im Heiligen Land waren Orte, die mit dem Wirken Jesu Christi und der ersten Christen assoziiert sind. Die Stadt Jerusalem war der letzte Aufenthalt auf der Reise. Ich hatte mir vorgenommen, viele der dortigen archäologischen Stätten zu besichtigen, die auf die Zeit Jesu und der Evangelien vor 2000 Jahren datieren.

Mein Tagesausflug begann am frühen Morgen an der Südseite des Tempelbergs, auf der gigantischen Plattform, die Herodes der Große für den Tempel hatte bauen lassen. Ich ging die Stufen des breiten Treppenaufgangs hinauf, über den Tausende von Juden zur Zeit Jesu in das Tempelareal gelangt waren.

Nicht weit entfernt waren die Überreste der zahlreichen Becken, in denen 3000 Gläubige zu Pfingsten getauft wurden (sieben Wochen nach Jesu Auferstehung), wie im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben. Zu sehen waren auch die Hinweise auf die Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. durch römische Legionäre: die massiven Kalksteinquader der Plattform, die die Soldaten auf die um ca. 20-25 Meter tiefer gelegenen Straßen gestoßen hatten.

Da meine Zeit begrenzt war, verließ ich den Tempelberg und ging durch das Kidrontal zum südlichen Ende der Stadt Jerusalem. Dort wollte ich mit eigenen Augen einen Ort sehen, den Jesus mehrmals in den Evangelien erwähnt hat. Auf einem jahrhundertealten staubigen Pfad voller Schlaglöcher kam ich meinem Ziel immer näher: der Hölle.

Antike Vorstellungen von der Hölle

Seit Jahrtausenden befassen sich die Menschen mit der Vorstellung einer Unterwelt. Zur Zeit des Alten Testaments glaubten die Kanaaniter, dass Höhlen und Wasserquellen der Eingang zu den unterirdischen Wohnstätten der Götter und Göttinnen waren. Dort hielten sie sich in den kalten Wintermonaten auf, bevor sie im Frühling wieder an die Erdoberfläche zurückkehrten.

Auf der anderen Seite des Mittelmeers haben sich die alten Griechen und später die Römer aufwendige Mythen über die Unterwelt ausgedacht. In der Odyssee des griechischen Dichters Homer besucht der Held Odysseus das Domizil verstorbener Geister, einen düsteren Ort. Dort begegnet er den körperlosen Geistern seiner verstorbenen Mutter und der Helden Agamemnon, Achilles und Ajax.

Achilles, der in Homers Erzählung über diese Unterwelt der Toten herrscht, erkennt Odysseus und klagt, dass er lieber auf Erden als der ärmste Sklave geblieben wäre, als über die Geister in der düsteren Unterwelt zu herrschen. Homer nannte diesen Ort das Haus Hades. Spätere Dichter schmückten diese Ideen mit ihren eigenen Vorstellungen aus und trugen zu einer umfangreichen Mythologie über unsichtbare Welten bei, in denen die Geister der Verstorbenen wohnen.

Platons Beschreibung eines Orts der ewigen Pein

Die Ideen des griechischen Philosophen Platon hatten einen großen Einfluss auf das spätere Konzept der Hölle. Am hervorstechendsten dabei waren die unsterbliche Seele und das Leben nach dem Tod entweder in der Hölle als Ort der ewigen Qual oder im Himmel als Ort der ewigen Belohnung.

In seinem Werk Der Staat (ca. 400 v. Chr.) beschreibt Platon jemanden, der das Schicksal der Menschen nach dem Tod sieht:

„Es gab zwei große Klüfte in der Erde [und] zwei andere Klüfte oben im Himmel. In dem Zwischenraum saßen Richter, die die Gerechten, nachdem sie über sie geurteilt hatten, zum Einschlagen des himmlischen Pfades auf der rechten Seite aufforderten ... Und in ähnlicher Weise wurden die Ungerechten aufgefordert, hinabzusteigen [in die Hölle] mittels des unteren Pfades auf der linken Seite.

Platon fährt fort und erklärt, dass diejenigen, die zur Bestrafung in die Unterwelt geschickt werden, für jedes Unrecht in diesem Leben zehnfach leiden müssen, während diejenigen, die mit dem himmlischen Nachleben belohnt werden, im gleichen Maße die Gaben Güte, Gerechtigkeit und Heiligkeit erhalten“ (zitiert in The Masterpieces and the History of Literature, Julian Hawthorne, Herausgeber, 1906, Band 5, Seite 76-77).

Wussten Sie, dass die Quelle dieser Ideen über Himmel, Hölle und die unsterbliche Seele nicht die Bibel, sondern die Werke antiker heidnischer griechischer Philosophen war? Jahrhunderte später haben die frühen katholischen Kirchenväter wie Justin der Märtyrer, Tertullian und Augustinus, die von der griechischen Philosophie beeinflusst waren, diese und andere heidnische Ideen in die katholische Theologie einfließen lassen.

Eine fantasievolle Reise in die Hölle

Die wahrscheinlich bekannteste Beschreibung der Hölle verdanken wir der Fantasie des mittelalterlichen italienischen Autors Dante Alighieri (ca. 1265-1321 n. Chr.). In seinem dreiteiligen Werk Göttliche Komödie reist Dante durch die Hölle, das Fegefeuer und den Himmel, zunächst geführt vom lange verstorbenen römischen Poeten Vergil. Der Teil über die Hölle heißt Inferno – das italienische Wort für Hölle.

Im Inferno beginnt der Abstieg Dantes und Vergils in die Hölle außerhalb von Jerusalem. Der Schlusssatz über dem Eingang lautet: „Wer hier eintritt, verabschiedet sich von jeglicher Hoffnung.“ Die zwei Männer steigen dann durch verschiedene Ebenen oder Kreise hinab, in denen die Sünder auf eine Weise bestraft werden, die ihren Sünden entspricht.

Beispielsweise müssen Schlemmer im übel riechenden Schleim bei einem nie aufhörenden Eisregen leben. Ketzer werden ewig in brennenden Gräbern gequält. Die Gewalttätigen befinden sich in einem feurigen Fluss kochenden Blutes, in dem sie, aufgrund der Gewalt, die sie in ihrem Leben anrichteten, kontinuierlich mit Pfeilen beschossen werden.

Andere Sünder werden von Dämonen ausgepeitscht, mit dem Kopf nach unten in kochenden Teer eingetaucht, wobei Flammen ihre Füße anlecken, oder von einem Dämon mit dem Schwert zerlegt, nur um dann wieder geheilt zu werden, damit der Dämon sie wieder zerhacken kann. Satan befindet sich auf der untersten Ebene von Dantes fantasievoller Hölle.

Es war jedoch nie Dantes Absicht, dass man sein Werk wörtlich auffassen sollte. In seiner Geschichte begegnet er einigen zeitgenössischen Persönlichkeiten (wie z. B. dem damaligen Papst und zwei seiner Vorgänger). Trotzdem spiegelte seine Beschreibung der Hölle die katholische Theologie seiner Zeit wider und wurde fortan zu einem Muster für die Sicht der Hölle.

Die Hölle als Ort, an dem Satan und seine Dämonen die Verdammten in aller Ewigkeit quälen, wurde zum Kernelement des katholischen Glaubens und wurde von den griechischen und russischen orthodoxen Kirchen sowie dem Protestantismus übernommen. Selbst Mohammad übernahm diese Vorstellung der Hölle als Ort der ewigen Qual für seine neue Religion. Auch in anderen Religionen findet man die Doktrin über einen Ort der Bestrafung für die verstorbenen Bösen.

Wie bereits erwähnt, ist die Quelle vieler Vorstellungen über die Hölle nicht biblischen Ursprungs. Was sagt nun die Bibel selbst über die Hölle?

Es gibt drei verschiedene Höllen in der Bibel

Um die biblische Wahrheit über die Hölle verstehen zu können, müssen wir uns von den mythologischen Ideen der Menschen verabschieden. Stattdessen gilt es zu verstehen, was das Wort „Hölle“ den Autoren der Bibel in ihrem damaligen Kontext bedeutet hat. Wie sollen wir wissen, was die Hölle uns heute bedeuten soll, wenn wir die ursprüngliche Bedeutung nicht verstehen?

Nur wenige Minuten der Recherche genügen, um zu erfahren, dass vier verschiedene Wörter im Urtext der Bibel mit „Hölle“ in der weitverbreiteten Lutherbibel übersetzt werden. Überraschenderweise haben drei dieser Wörter nichts mit der allgemeinen Vorstellung der Hölle zu tun! Aus diesem Grund werden diese Wörter in modernen Bibeln anders übersetzt oder ganz weggelassen.

Warum ist das der Fall? Weil die Übersetzer wissen, dass manche Bibelleser, wenn sie das Wort „Hölle“ sehen, es automatisch mit einem ewig brennenden Höllenfeuer der Qual verbinden, obwohl das nicht die Bedeutung des Wortes im Urtext ist!

Was sind also die Wörter, die als „Hölle“ übersetzt wurden, und was bedeuten sie wirklich?

scheol (hebräisch) und hades (griechisch): die erste „Hölle“

Das Alte Testament, wie wir es nennen, wurde ursprünglich auf Hebräisch geschrieben (mit einigen Versen auf Aramäisch). Scheol ist das hebräische Wort, das im Alten Testament als „Hölle“ übersetzt wird. Es bezieht sich „auf den Zustand und Verbleib der Toten; folglich ist es das Grab, in dem der Körper ruht“ (William Wilson, Wilson’s Old Testament Word Studies, Stichwort „Hell“, Seite 215).

Das Expository Dictionary of Bible Words fügt hinzu: „Es gibt keine Bezüge zu einem ewigen Schicksal, sondern nur zum Grab als Ruhestätte für die Körper aller Menschen“ (Lawrence Richards, 1985, Seite 336).

In modernen Bibelübersetzungen wird scheol oft mit „Grab“ übersetzt. Verschiedene gerechte Männer des Glaubens wie Jakob (1. Mose 37,35), Hiob (Hiob 14,13), David (Psalm 88,3) und Hiskia (Jesaja 38,10) sollten beim Tode nach scheol fahren. Diese Gottesmänner sind bestimmt nicht an einen Ort der ewigen Qual gefahren! Es liegt auf der Hand, dass scheol das Grab bedeutet, nicht einen Ort der ewigen Qual für die verstorbenen Bösen.

Das Gegenstück zum hebräischen scheol in der griechischen Sprache des Neuen Testaments ist hades, das ebenfalls das Grab bedeutet. In der griechischen Mythologie bezieht sich das Wort hades auf eine Unterwelt des schattenhaften Bewusstseins nach dem Tod. Das ist aber nicht die Bedeutung des Wortes, wenn es in der Bibel benutzt wird.

In den vier neutestamentlichen Bibelstellen, in denen Verse aus dem Alten Testament mit dem hebräischen Wort scheol zitiert werden, wird das griechische Wort hades für scheol benutzt (Matthäus 11,23; Lukas 10,15; Apostelgeschichte 2,27. 31).

Wie es bei dem Wort scheol der Fall ist, wird hades in modernen Übersetzungen als „Grab“ übersetzt. In keinem Fall bedeutet es einen Ort der feurigen Qual.

Die zweite „Hölle“: das griechische tartaroo

Ein zweites griechisches Wort, tartaroo, von tartaros abgeleitet, wird im Neuen Testament auch als „Hölle“ übersetzt. Es kommt nur einmal in der Bibel vor, und zwar in 2. Petrus 2, Vers 4. In diesem Vers bezieht sich Petrus auf die Engel, die gesündigt haben – Dämonen –, die deshalb festgesetzt bzw. in ihrem Wirkungskreis eingeschränkt sind.

Unter dem Stichwort „Himmel und Hölle“ erklärt das Expository Dictionary of Bible Words, dass tartaroo „in Tartaros eingesperrt“ bedeutet und dass „Tartaros der griechische Name für den mythologischen Abgrund war, in dem rebellische Götter festgesetzt wurden“. Petrus benutzte diesen metaphorischen Begriff in der griechischen Sprache seiner Zeit, um zu zeigen, dass die sündigen Engel „mit Ketten der Finsternis ... für das Gericht festgehalten werden“.

Was Petrus damit sagen wollte, war, dass die gefallenen Engel von Gott auf der Erde gebändigt sind. Dort warten sie auf das endgültige Gericht für ihre Rebellion gegen ihren Schöpfer und ihren destruktiven Einfluss auf die Menschen. Beachten Sie, dass sich tartaroo allein auf Dämonen bezieht. Mit einem feurigen Ort der Qual, an dem böse Menschen nach ihrem Tode bestraft werden, hat es nichts zu tun.

Wie bei scheol und hades wird tartaroo in manchen modernen Übersetzungen entweder nicht direkt übersetzt oder mit einem anderen Wort als „Hölle“ bezeichnet.

Die dritte „Hölle“: das griechische gehenna

Wir haben gesehen, dass die erste „Hölle“ der Bibel ganz einfach das Grab ist, ausgedrückt durch das hebräische Wort scheol und das griechische Wort hades. Und die zweite „Hölle“, die nur einmal in der Bibel erwähnt wird, ist tartaroo oder tartaros und bedeutet die Bändigung der gefallenen Engel hier auf der Erde.

Die dritte „Hölle“ der Bibel muss dann der Ort sein, an dem die Bösen ewige Qual erleiden werden. Oder vielleicht auch nicht?

Eingangs sagte ich, dass ich schon lange die biblische Hölle besuchen wollte. Diese letzte der drei biblischen „Höllen“ war mein Ziel an jenem Tag, weil ich Ihnen aus erster Hand berichten wollte, was sie wirklich ist. Das letzte der vier Wörter in der Bibel, die als „Hölle“ übersetzt werden, ist das griechische Wort gehenna.

Wie diverse Nachschlagewerke erklären, leitet sich gehenna vom hebräischen gai-hinnom ab, mit der Bedeutung „Hinnomtal“.

Diese tiefe Schlucht liegt direkt südlich des Kamms, auf dem Jerusalem entstanden ist, und wendet sich dann südwestlich und westlich der Stadt hin. Es war die Grenze zwischen den israelitischen Stämmen Juda und Benjamin (Josua 15,8; 18,16).

Wie entstand die Assoziation zwischen diesem Tal und einem Höllenfeuer?

Mein Besuch in der „Hölle“

Heute ähnelt das antike Hinnomtal – das Gehenna des Neuen Testaments – einem Park am Stadtrand von Jerusalem. Es ist ein verhältnismäßig ruhiger Ort abseits der Hektik der Stadt. An dem Tag meines Besuchs waren nur einige palästinensische Frauen dort, die mit ihren Kindern Oliven von den Ölbäumen ernteten, die man in diesem Tal findet.

Am steilen Hang des Tals schaute ich mir einige der Eingänge zu den Grabkammern an, die an der Südseite des Tals gelegen sind. Die Bibel berichtet uns, dass hier schreckliche Dinge passiert sind. So führt das Anchor Bible Dictionary aus:

„In diesem Tal wurden die kanaanitischen Götter Molech und Baal angebetet. Im Mittelpunkt ihrer Anbetung waren Kinder, die als Brandopfer dargebracht und damit den Göttern übergeben wurden ... [Jeremia 7,31; 19,4-5; 32,35]. Die Riten wurden auch zur Zeit der Könige Ahas und Manasse durchgeführt, die ihre eigenen Kinder geopfert haben [2. Könige 16,3; 21,6; 2. Chronik 28,3; 33,6]“ (David Noel Freidman, Herausgeber, 1992, Band 2, Stichwort „gehenna“, Seite 927).

Judas gerechter König Josia setzte diesem abscheulichen Götzendienst ein Ende, indem er das Tal zeremoniell verunreinigte (2. Könige 23,10). Aufgrund seines schlechten Rufs wurde das Tal, das abwärts der Jerusalemer Stadtmauer lag, zur städtischen Müllhalde. Unrat, Tierkadaver und die Leichname von Verbrechern wurden von oben ins Tal hinuntergeworfen. Dort wurde der Müll von Flammen verzehrt, denn im Tal loderte das Feuer praktisch kontinuierlich.

Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung von gehenna klar. Gehenna kommt insgesamt zwölf Mal in der Bibel vor. In elf dieser Fälle handelt es sich um Zitate Jesu Christi, und im zwölften Fall ist es sein Halbbruder Jakobus, der zitiert wird. Jesu Zuhörer, die entweder in Jerusalem lebten oder die Stadt oft besuchten und mit ihrer Umgebung vertraut waren, wussten sehr wohl, was er mit einem alles – auch Kadaver und Leichname – verzehrenden Feuer meinte.

Er warnte, dass ein ähnliches Feuer das Schicksal all derjenigen sein wird, die ihre bösen Taten nicht bereuen (Matthäus 5,22. 29-30; 23,15. 33; Lukas 12,5).

Gehenna und der „feurige Pfuhl“

Wann soll das stattfinden?

Im Hinnomtal brennt heute kein Feuer, und die Bösen werden derzeit nicht vom biblischen Gehenna verzehrt. Dieses feurige Schicksal findet erst in Zukunft statt, wenn die unverbesserlich Bösen in einer alles verzehrenden Feuersbrunst vernichtet werden und nur ihre Asche übrig bleibt (Maleachi 3,19-21). Das Buch der Offenbarung nennt dies den „feurigen Pfuhl“ (Lutherbibel), in dem die Bösen nicht in aller Ewigkeit gequält werden, sondern den „zweiten Tod“ erfahren (Offenbarung 19,20; 20,10. 14-15; 21,8).

In der chronologischen Reihenfolge der prophezeiten Ereignisse findet der „feurige Pfuhl“ erst nach der tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi auf Erden (vgl. Offenbarung 20,1-6) und einer Auferstehung zu physischem Leben für alle Menschen statt, die Gott, den Vater, und seinen Sohn Jesus Christus nie gekannt haben (Offenbarung 20,5. 11-13). Diejenigen, die an dieser Auferstehung teilhaben, erhalten dadurch ihre erste Gelegenheit, Gottes Lebensweise kennenzulernen, ihre früher begangenen Sünden zu bereuen und letztendlich Gottes Gabe des ewigen Lebens zu erhalten.

Leider werden einige diese Gabe ablehnen. Über sie heißt es: „Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl“ (Offenbarung 20,15).

Wer Gottes Weg bewusst ablehnt, wird nicht ewig in dem Elend leben, das die Rebellion gegen Gott mit sich bringt. Die Bibel lehrt, dass solche Menschen sterben werden – sie werden nicht ewig gequält, sondern ihre Existenz wird beendet.

Untersucht man die Wörter im Urtext der Bibel, die mit „Hölle“ übersetzt werden, so erkennt man, was Jesus Christus meinte, als er von einem feurigen Schicksal für die Bösen redete. Tatsache ist, dass die Bibel die traditionelle Sichtweise der Hölle als Ort der ewigen Bestrafung nicht lehrt.

Unser himmlischer Vater ist kein sadistisches Wesen, das unverbesserliche Sünder zur ewigen Qual verurteilt. Stattdessen ist er ein gnädiger Gott der Liebe, der nicht möchte, dass irgendjemand auf ewig leiden muss. Deshalb hat er den „zweiten Tod“ vorgesehen (Offenbarung 20,15).

Wir können Gott dankbar sein, dass er uns die Wahrheit über die Hölle verstehen lässt!

Ist ein Gott der Liebe mit ewiger Pein im Höllenfeuer vereinbar?

Ewige Folter. Ewige Qual. Ewiges Leiden. Das sind Vorstellungen, die viele Menschen mit der Hölle verbinden. Sie sind aber nicht in der Bibel begründet! Wenn Sie sich die Hölle so vorstellen, hoffen wir, dass Sie die Herausforderung annehmen werden, nachzulesen, was das Wort Gottes wirklich zu diesem Thema lehrt. Wir wollen mal sehen, was die Schrift zur Hölle sagt. Wir werden feststellen, dass es von der allgemeinen Höllenvorstellung stark abweicht.

Eine Umfrage, die vor nicht allzu langer Zeit veranstaltet wurde, ergab, dass ein Drittel aller Amerikaner die Hölle für einen echten Ort der Qualen hält, wo die Seelen von Menschen nach dem Tode landen. Viele Menschen haben sich einfach nicht die Zeit genommen, tiefer über die Hölle nachzudenken und sich mit dem Wort Gottes zu beschäftigen, um das, was man ihnen über die Hölle schon gesagt hat, mit dem zu vergleichen, was die Bibel darüber sagt. Sind Sie bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen?

Eine allgemein bekannte christliche Lehre, die auch in der Bibel begründet ist, besagt, dass Gott jeden Menschen liebt. Wie kommt es dann, dass viele Menschen diesem liebevollen Gott zutrauen, eine ewig brennende Hölle geschaffen zu haben? Manche glauben sogar, dass gerechte, errettete Menschen in der Lage sein werden, die Qualen der Bösen in alle Ewigkeit zu beobachten.

Stellen Sie sich nun das mal vor! Nach dieser Vorstellung werden sich manche Eltern an den ewigen Qualen ihrer eigenen Kinder, und manche Verheirateten an den ewigen Qualen ihrer Partner erfreuen. Und das Schlimmste dabei ist, dass diese Vorstellung von der Hölle Gott als unbarmherzig und sadistisch hinstellt.

Ist es überhaupt denkbar, dass diese Höllenvorstellung stimmt? Wir wollen eine wichtige Einsicht im Auge behalten, wenn wir uns mit dem Irrtum beschäftigen, dass Nicht-Errettete ewige Qualen erleiden werden.

Die Bibel erklärt, dass Gott Liebe ist (1. Johannes 4,8. 16). Das ist sein Charakter, seine Persönlichkeit, sein Wesen. So war es schon immer und so wird es immer bleiben, wie uns die Bibel immer wieder erinnert. „Aus Liebe hat er sich euch zugewandt ... So erkennt doch: Der Herr, euer Gott, ist der wahre und treue Gott! Über Tausende von Generationen steht er zu seinem Bund und erweist allen seine Güte, die ihn lieben und sich an seine Gebote halten“ (5. Mose 7,8-9; „Hoffnung für alle“-Übersetzung, alle Hervorhebungen durch uns).

Einige Jahrhunderte später schrieb Paulus über die wunderbaren Eigenschaften unseres himmlischen Vaters: „Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht“ (Epheser 2,4-5).

Vom Anfang der Bibel bis zu ihrem Ende wird Gottes Wesen als Liebe beschrieben. So lesen wir am Anfang des letzten Buches der Bibel, der Offenbarung: „Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt ... von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (Offenbarung 1,4-6).

Kann man diese Aussagen über Gott mit der Vorstellung vereinbaren, Gott werde Menschen in einer Hölle ewiger Qualen strafen? Und wäre es überhaupt verhältnismäßig, die Sünden eines flüchtigen Lebens mit ewigen Schmerzen zu bestrafen?

Warum würde ein liebevoller Gott Menschen mit einer ewigen Höllenstrafe belegen wollen? Denn es heißt: „Der Herr der Verheißung zögert nicht, wie einige meinen, die von Verzögerung reden, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle zur Umkehr gelangen“ (2. Petrus 3,9; Einheitsübersetzung).

Das ist die Gesinnung Gottes: Er will für jeden das Beste. Und er gebietet uns, selbst unsere Feinde zu lieben (Matthäus 5,44). Und doch, die herkömmliche Vorstellung von der Hölle verlangt von uns den Glauben an einen Gott, der sich an bösen Menschen rächt, und noch dazu in alle Ewigkeit, nicht bloß für ein paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte, sondern für eine Zeitspanne ohne Ende! Die Vorstellung, dass Gott Menschen zu einer ewigen, nie endenden Strafe verurteilt, ist so widerlich, dass viele Menschen schon deswegen nicht einmal an Gott glauben.