Unbeständigkeit ist heute leider zum Normalzustand geworden. Warum herrscht vielerorts solche Unruhe? Und am wichtigsten: Was können Sie selbst dagegen tun?

Von der Redaktion

„Aber – was war der Grund?“, fragen besorgte Bürger nach einem Anschlag, einem Aufruhr oder einem ernsthaften Zwischenfall. Die Polizei veröffentlicht Stellungnahmen zur jeweiligen „Ursache“ – die von Fall zu Fall anders klingt. Und häufig wird ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, um dieser vermeintlichen Ursache „auf den Grund zu gehen“.

Doch ist die fast obsessive Suche nach der einen Ursache eigentlich nicht naiv? Die wahre Wurzel aller Ausschreitungen und Unruhen liegt in der oft unbeherrschten menschlichen Natur selbst – einer Natur, die allzu leicht von Eitelkeit, Neid, Begierde und Hass vergiftet wird.

Unser Zeitalter des Hasses

Wir leben in einer Zeit, in der Hass leider viel zu oft sichtbar wird. Konflikte zwischen Gruppen wie der Hamas und Israel, Spannungen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen, Streitigkeiten zwischen Nachbarvölkern oder sogar tiefe Verletzungen innerhalb von Familien – all das zeigt, wie stark negative Emotionen unser Zusammenleben belasten können.

Haben Sie schon einmal einen aufgebrachten Mob erlebt? Oder versucht, mit einem Menschen zu sprechen, der von starkem Hass erfüllt war – und gemerkt, wie schwer es ist, dabei ruhig und vernünftig zu bleiben?

Haben Sie sich jemals gefragt, warum so viel ungezügelter Hass in unserer Welt spürbar ist? Emotionale Ausbrüche und Gewalttaten scheinen bedauerlicherweise immer häufiger zu werden. Und Jesus sagte genau dies für die Zeit kurz vor seiner Wiederkunft voraus: „Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist“ (Lukas 21,22).

Sehen Sie sich um: Nahezu überall begegnet uns blinder Hass. Diplomaten und Politiker beschimpfen sich öffentlich – ein Lügner nennt den anderen einen Lügner. Warum nur?

Eine Welt, beherrscht von Gefühlen

Wir leben in einer Welt, die stark von Gefühlen beherrscht wird. Als Menschen kommen wir mit einer Fülle von Emotionen auf die Welt. Bei unserer Geburt wissen wir noch nichts. Als Säuglinge haben wir keinerlei Kontrolle über unsere Regungen: Ein Hungergefühl lässt uns laut schreien, eine nasse oder schmutzige Windel verursacht Unbehagen – und schon protestieren wir aus Leibeskräften bis zur Erschöpfung.

Die Entwicklung zur inneren Reife durchläuft idealerweise vier Phasen. Viele Menschen bleiben jedoch bereits nach der ersten Phase stehen – und kommen nie wirklich darüber hinaus.

Zuerst reift der Mensch körperlich heran. Ist er mit einer guten Erziehung gesegnet, entwickeln sich danach seine mentalen Fähigkeiten. Und wenn alles gut verläuft, gelangt er im Laufe der Zeit zur Gefühlsreife. Und sofern es Gottes Wille ist, kann schließlich auch die geistliche Reife durch die Annahme der Berufung hinzukommen.

Der kostbarste Besitz des Menschen ist sein Verstand. Obwohl wir irdische Wesen sind, wurden wir nach dem Bilde Gottes erschaffen (1. Mose 1,26). Der allmächtige Gott hat jedem von uns einen wunderbaren Verstand geschenkt – mit erstaunlichen, ja geradezu fantastischen Fähigkeiten.

Der menschliche Verstand gleicht einer gewaltigen Maschine. Sie ist in der Lage, Außerordentliches zu leisten – Gutes, Schönes und Bleibendes zu schaffen. Wird sie jedoch falsch gelenkt, kann dieselbe Maschine unvorstellbare Zerstörung anrichten.

Der Verstand ist ein hochfeines Instrument, das äußerste Sorgfalt verlangt. Er sollte nur so benutzt werden, wie es der Hersteller in seinem Handbuch vorgesehen hat. Und dieses Handbuch ist die Bibel – das Wort Gottes.

Leider wurde den meisten Menschen nie gezeigt, wie sie ihren Verstand auf die gottgewollte Weise gebrauchen sollen. Kennen Sie viele Menschen, die in emotionaler Hinsicht wirklich stabil, ausgeglichen und reif sind?

Und wie steht es mit Ihnen? Haben Sie gelernt, Ihre Gefühle zu beherrschen – statt sich von ihnen beherrschen zu lassen? Wenn ja, dann gehören Sie tatsächlich zu den Ausnahmen.

Wie eingangs erwähnt, wird unsere Welt heute stark von Gefühlen beherrscht. Schauen wir uns das einmal genauer an. Werbeagenturen, Filmproduzenten und viele Politiker wissen genau, dass die meisten Menschen vor allem emotional reagieren – und sie nutzen dieses Wissen meisterhaft aus.

Soll die Außenpolitik eines Landes zum Krieg führen, setzen Propagandaexperten sofort alle Hebel in Bewegung. Über Presse, Rundfunk und Film werden die Menschen mit patriotischen Parolen und gezielter Hetze überschüttet. Nur jene Bilder und Berichte gelangen an die Öffentlichkeit, die der gewünschten Stimmung dienen. Dem Bürger wird bewusst nur das gezeigt und erzählt, was die Verantwortlichen zuvor für ihn ausgewählt haben.

Die daraus entstehenden wütenden Massenreaktionen sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis eines sorgfältig geplanten Vorgehens. Politische Führer – besonders Despoten – kennen die Psychologie der Massen sehr genau und nutzen sie gezielt. Indem sie an die unbeherrschten Emotionen appellieren, können sie eine ganze Nation innerhalb kürzester Zeit in einen rasenden Mob verwandeln.

Der Werbetrick

Werbefachleute verstehen es meisterhaft, die Gefühle ahnungsloser Menschen anzusprechen. Sie wissen genau: Viele Käufer entscheiden nicht rational, sondern impulsiv.

Deshalb ist ihre Werbung gezielt auf diese Impulsivität ausgerichtet. Ein klassisches Beispiel ist die aufreizend posierende, spärlich bekleidete Frau auf Plakaten und Anzeigen. In einer von Sinnlichkeit und Oberflächlichkeit geprägten Welt gilt die Devise: Sex fördert den Verkauf. Sex muss her, koste es, was es wolle, wenn „Herr Jedermann“ zum Kauf bewegt werden soll.

Kaum eine Zeitschrift oder Illustrierte kommt heute noch ohne solche Werbung aus. In den letzten Jahrzehnten hat eine wahre Flut von Magazinen und Heften die Kioske überschwemmt, deren Inhalt sich immer mehr um Sexualität dreht.

Der manipulative Einfluss von Filmen auf unsere Gefühle

Bereits eine oberflächliche Betrachtung der westlichen Filmindustrie reicht aus, um zu erkennen, welch schädlichen Einfluss viele Filme auf den Zuschauer ausüben. Der Durchschnittskonsument, der sich auf der Leinwand eine Geschichte präsentieren lässt, begibt sich dabei vollständig in die Gewalt seiner eigenen Gefühle.

Er sucht keine Erkenntnis, sondern Ablenkung und Unterhaltung. Dabei möchte er nicht konstruktiv denken und macht sich keine Gedanken über die Hintergründe oder die Aussage des Geschehens, das vor ihm abläuft. Genau diese passive Haltung macht es den Produzenten so leicht, seine Emotionen vollständig zu kontrollieren.

Von extremer Spannung über nackte Angst bis hin zu euphorischer Freude durchlebt der Zuschauer sämtliche Empfindungen seines Helden mit. Mit tiefer Genugtuung sieht er zu, wie der Held dem Bösewicht mit harten Fausthieben das Gesicht blutig schlägt. Er spürt selbst, wie seine Fäuste zu jucken beginnen, und genießt dieses wohlig-prickelnde Gefühl, während die Schläge auf der Leinwand oder dem Bildschirm niederprasseln. In solchen Momenten bestimmt der Film, was er fühlt.

Was haben Gefühle mit Verbrechen zu tun? Verbrechen sind häufig das direkte Ergebnis ungezügelter Emotionen. Immer wieder werden brutale Morde gemeldet, die aus einem Streit oder einer plötzlichen Eskalation entstanden sind. Besonders alarmierend ist, dass ein Teil dieser Taten im familiären oder engsten persönlichen Umfeld geschieht – oft nach einem blinden, unkontrollierten Gefühlsausbruch.

In solchen Fällen zeigt sich ein klares Muster: Die Täter haben nie gelernt, ihre Impulse und Emotionen zu beherrschen. Unsere heutige Kultur der permanenten Reizsuche und Gefühlsbefriedigung hat uns in eine Sackgasse aus emotionalem Chaos geführt. Ein besonders deutliches Symptom dafür ist die hohe Scheidungsrate.

Viele Menschen sind tief unglücklich. Wo Gefühle nicht gebändigt werden, kann in einer Familie kein dauerhaftes Glück entstehen. Und wenn die Familie – die elementare Grundlage jeder Gesellschaft – vom Unglück gezeichnet ist, gerät die ganze Nation in Gefahr.

Blindgläubigkeit und Fremdenhass prägen unsere Zeit. Hetzer und Demagogen schüren unablässig die Flammen des Hasses. Ungezügelte Gefühlsausbrüche dieser Art drohen schon bald ein neues blutiges Kapitel in der Geschichte der Menschheit zu schreiben.

Wie unnötig all dies ist! Doch Hass ist nur eine Seite der Medaille. Betrachten wir die vielen Wege, auf denen der Mensch versucht, der Wirklichkeit zu entfliehen. Vom ekstatischen Gefühlsrausch bei einer „religiösen Erfahrung“ bis hin zur randalierenden Sauforgie – immer wieder gibt er sich hemmungslosen Emotionen hin.

Mehr als einmal erreichen uns Briefe von Menschen, die im Überschwang der Gefühle und im Mitreißen der Masse zum Altar einer Kirche oder eines Missionszeltes gegangen sind, um „ihr Herz dem Herrn zu geben“.

Kurze Zeit später fragten sie sich ratlos, was sie eigentlich getan hatten. Sie hatten sich allein von den Gefühlen des Augenblicks leiten lassen. Es folgten tiefe Reue, Scham und das Verlangen nach Vergebung – doch sie wussten oft gar nicht genau, wovon sie eigentlich umkehren sollten. Man hatte ihnen nicht erklärt, was Sünde wirklich ist, und sie kannten die biblische Wahrheit vom Heil nicht. Die gesamte sogenannte „Bekehrung“ bestand aus viel Gefühl und wenig echtem biblischem Verständnis.

Ob auf höchster politischer Ebene oder im Alltag – immer mehr in unserer Welt scheint von unkontrollierten Gefühlen beherrscht zu sein.

Ist Gefühlsstabilität erblich?

Viele Menschen werden nie wirklich vollständig erwachsen. Der Mensch reift zunächst körperlich heran. Danach, sofern alles gut verläuft, erreicht er auch die geistige Reife. Doch nur sehr wenige erreichen jemals eine echte geistliche Reife.

In der modernen Erziehung empfehlen manche, Kindern bei ihren Gefühlen keine deutlichen Grenzen zu setzen. Danach gleichen Emotionen der Luft in einer Flasche: Je stärker man sie zusammendrückt, desto größer wird der innere Druck – bis die Flasche schließlich platzt.

Deshalb gelten jähzornige Ausbrüche, Wutanfälle oder heftiges Strampeln und Schreien als gesund. Das Kind „lässt Dampf ab“, der Druckpegel sinkt und angeblich entsteht dann weniger emotionale Spannung.

Die Torheit dieser Vorstellung müsste eigentlich jedem einleuchten!

Gefühle sind oft nichts anderes als die emotionale Seite einer Gewohnheit. Ein Kind, das häufig Wutanfälle bekommt, übt damit genau diese Art von Reaktion ein. Leider verstärkt sich dadurch diese Gewohnheit – statt „Dampf abzulassen“, wächst der innere Druck in der „Flasche“ mit jedem Ausbruch weiter.

Als Erwachsene erleben wir dasselbe Muster. In manchen Freundeskreisen oder Runden wird impulsives Verhalten leider immer noch belohnt, während ruhige Überlegung in den Hintergrund tritt. Mehr als eine Generation ist in einer Zeit aufgewachsen, in der die alten moralischen und sozialen Leitlinien stark erschüttert waren – besonders in den Kriegs- und Nachkriegsjahren.

Wie wirkt sich das auf die nachfolgenden Generationen aus? Junge Menschen tun sich dann oft schwer, ihre Gefühle gut zu steuern. Besonders auffällig ist, dass der Anteil der Straftaten von Jugendlichen unter 18 Jahren zugenommen hat. Das ist kein Vorwurf, sondern ein wichtiges Signal.

Stabilität der Gefühle entsteht also nicht automatisch mit der körperlichen Reife. Der Verstand übernimmt keineswegs von allein die Herrschaft über die Emotionen. Gefühlskontrolle und nüchterne Überlegung müssen bewusst gelernt und geübt werden. Sie geschehen nicht von selbst und können auch nicht vererbt werden.

Der unerkannte Einfluss Satans auf unsere Gefühle

Die Bibel zeigt uns, dass die gegenwärtige Welt unter dem Einfluss Satans steht (2. Korinther 4,4). Er wird darin „der Gott dieser Welt“ genannt – ein Verführer und Zerstörer, der die Menschen dazu bringt, ihre Gefühle auf falsche Weise einzusetzen. Eine seiner wirksamsten Waffen ist genau dieses manipulative Spiel mit den menschlichen Emotionen.

Es waren Stolz, Neid, Eifersucht und Begierde, die Satan dazu verleiteten, gegen seinen Schöpfer zu rebellieren. Die Bibel beschreibt ihn als „Drachen“ und als „brüllenden Löwen“ – als Inbegriff rasenden, zerstörerischen Hasses.

Der größte Kampf, der je ausgetragen wurde, war kein Kampf mit Waffen, sondern ein Kampf des Willens, bei dem Satan auch die Gefühle als Waffe einsetzte. Jesus Christus trat darin an, um die Herrschaft über diese Welt zu erringen und Satan dereinst als Herrscher abzulösen. Den Bericht dieses gewaltigen Ringens finden wir im 4. Kapitel des Matthäusevangeliums.

Jesus hatte vierzig Tage und Nächte gefastet und war am Ende völlig entkräftet und hungrig. Da trat Satan an ihn heran und sagte listig: „Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden“ (Matthäus 4,3).

Ist Ihnen etwas aufgefallen? Satan appellierte nicht nur an den Verstand, sondern gezielt an die Gefühle Christi!

Zuerst sprach er sein Amt als Gott im Fleisch an, dann sein quälendes Hungergefühl. Christus hätte impulsiv handeln können – wie es die meisten Menschen an seiner Stelle getan hätten. Er hätte sich von Eitelkeit und momentaner Begierde leiten lassen und genau das tun können, was Satan ihm vorschlug.

Aber was tat Jesus? Er beherrschte seine Impulse. Er unterwarf seine Gefühle bewusst seinem Willen und antwortete mit klarer Schriftkenntnis: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“ (Matthäus 4,4).

Doch Satan gab nicht auf. Listig fuhr er fort, an die Gefühle und das hohe Amt Christi zu appellieren. Er hoffte, seine Eitelkeit zu wecken und ihn zur Selbstbehauptung zu verleiten. Aber vergeblich! Jesus widerstand jeder Versuchung durch die Kraft des heiligen Geistes. Er stärkte seinen Willen und ließ sich von keinem plötzlichen Impuls hinreißen.

Schließlich erteilte er Satan einen klaren, machtvollen Befehl: „Weg mit dir, Satan!“ (Matthäus 4,10). Satan musste gehorchen, denn er war geschlagen. Der überlegene Wille und die unangefochtene Autorität Christi hatten triumphiert.

Doch Satan gab den Kampf damit noch nicht auf. Während der gesamten Lebenszeit Jesu auf Erden wirkte er auf die Gefühle der Menschen im Heiligen Land ein. Er stachelte die Juden systematisch gegen Jesus auf, bis sie ihn schließlich töten wollten.

Als Gott es zuließ, setzte Satan seine wirksamste Waffe ein: einen tobenden, hasserfüllten Mob. Mit entfesselten Gefühlsausbrüchen trieb er die Massen gegen Jesus und führte so den grausamen Kreuzestod herbei.

Im Matthäusevangelium wird eindrücklich beschrieben, wie sich ein solcher Pöbelhaufen gegen Jesus versammelte. Stellen Sie sich einen schreienden, kreischenden Mob vor – blind vor Hass, dem Objekt seiner Wut immer näher kommend. In einer solchen Atmosphäre gibt es keine nüchterne Überlegung mehr. Die Vernunft wird ausgeschaltet. Unkontrollierte, wilde Gefühle beherrschen alles.

Es war ein wahrer Pöbelhaufen, der sich in ungezügelten Hassausbrüchen gegen Christus erging. Pilatus wusste genau, „dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten“ (Matthäus 27,18).

Als er sah, dass die Menge Barabbas anstelle von Jesus freigelassen haben wollte, stellte er ihnen die entscheidende Frage: „Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus?“ (Vers 22). Da schrien sie mit heiseren, hasserfüllten Stimmen: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“

Pilatus versuchte noch einmal, vernünftig mit ihnen zu reden. Er fragte: „Was hat er denn Böses getan?“ (Vers 23). Doch der entfesselte Mob war für kein vernünftiges Argument mehr zugänglich. Die Menschen hatten jede Selbstbeherrschung verloren. „Sie schrien aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen!“ (Vers 23).

Satan schien mit seiner Verschwörung gegen Jesus kurz vor dem Erfolg zu stehen. Dieser Erfolg wäre jedoch zunichtegemacht worden, wenn Gott es nicht zugelassen hätte, dass Christus genau zu diesem Zeitpunkt sein Leben für die Sünden der Welt hingab. Deshalb gestattete Gott Satan, die Gefühle des Mobs so aufzuputschen.

Gott will, dass wir unsere Gefühle weise gebrauchen

In manchen Familien herrscht unsäglicher Jammer und tiefes Elend, weil die Beteiligten ihre Gefühle nicht unter Kontrolle halten können. Und wie sieht es in Ihrer Familie aus? Haben Sie Ihre Gefühle stets unter der nötigen Kontrolle? Sind Sie wirklich ihr Herr und nicht ihr Knecht?

Die natürlichen Gefühle, mit denen Gott uns ausgestattet hat, sind an sich nicht verkehrt. Doch wie so vieles Gute können auch sie missbraucht werden. Jesus Christus war vollkommen Mensch wie Sie und ich. Er hatte echte menschliche Gefühle, wie auch wir sie haben.

Er gab sich niemals zerstörerischen Gefühlen hin, die auch wir meistern müssen. Er versteht, was wir gefühlsmäßig erleben, denn er wurde versucht wie wir:

„Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben“ (Hebräer 4,15-16).

Jesus wurde am Grab des Lazarus zu Tränen gerührt, als er die Kleingläubigkeit seiner engsten Freunde sah (Johannes 11,35). Er weinte über Jerusalem, weil er dessen bevorstehende Zerstörung voraussah (Matthäus 23,37). Und über die Heuchelei der Pharisäer empfand er gerechten Zorn (vgl. Matthäus 23; Johannes 8,33-59; Markus 3,1-5).

Gott fordert uns auf, in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus zu wachsen (2. Petrus 3,18), bis wir reif genug sind, unsere Gefühle richtig zu gebrauchen. „Erwachsene aber brauchen feste Nahrung – solche Leute nämlich, die durch beharrliche Übung ihr Wahrnehmungsvermögen geschärft haben, um Gut und Böse zu unterscheiden“ (Hebräer 5,14; Gute Nachricht Bibel).

Wenn wir nach dem Fleisch empfinden

Ein Ausdruck unserer „fleischlichen Gesinnung“ ist die Eitelkeit. Diese Eitelkeit ist die verborgene Quelle von Habgier, Eifersucht, Bitterkeit und Hass. Beachten Sie, wie viele der „Werke des Fleisches“, vor denen uns der Apostel Paulus eindringlich warnt, unmittelbar aus unkontrollierten, eitlen Gefühlen entspringen:

„Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben“ (Galater 5,19-21).

In uns allen steckt der natürliche Mensch, der oft begehrt und eifert (Jakobus 4,1). Er sträubt sich gegen eine besonnene Kontrolle unserer Gefühle durch den heiligen Geist. Der Apostel Paulus beschreibt diesen inneren Konflikt so treffend: „Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17).

Gott hat ihm außerdem eingegeben zu schreiben: „Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht“ (Römer 8,7). Der natürliche, menschliche Sinn ist leider oft von Eitelkeit und Fleischeslust geprägt. Dadurch steht er dem Gesetz Gottes – dem Gesetz der Liebe – feindlich gegenüber.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Wir müssen nicht in dieser fleischlichen Gesinnung bleiben! Jesus ruft uns zur Umkehr auf. Er sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso zugrunde gehen“ (Lukas 13,3; Zürcher Bibel). Und an anderer Stelle steht klar: „Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein“ (Römer 8,9).

Ohne den heiligen Geist bleibt unser Sinn gefühlsmäßig unreif und leicht aus der Bahn zu werfen. Aber mit dem Geist Christi dürfen wir wachsen, reifen und lernen, unsere Gefühle weise und zum Segen zu gebrauchen.

Wahre Reife im Umgang mit unseren Gefühlen kann durch den heiligen Geist Gottes erlangt werden. Genau das lehrt uns die Bibel klar und tröstlich: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7; Zürcher Bibel).

Jeder Mensch, der nicht vom heiligen Geist Gottes erfüllt ist, bleibt im Blick auf seine Gefühle geistlich unreif. Wahre christliche Besonnenheit entsteht allein durch gehorsamen Glauben und die tägliche Hingabe an Gott (Apostelgeschichte 5,32).

Die Zeiten, die vor uns liegen, werden sehr ernst und herausfordernd werden – viel schwerer, als wir es uns heute vorstellen können. Die Welt wird in ein wachsendes Chaos aus Hass und Gewalt geraten. Die entscheidende Frage ist: Was werden Sie dann tun? Werden Sie sich von Angst lähmen lassen? Werden Sie bei Gefahr und Verfolgung die Selbstbeherrschung verlieren und Kompromisse mit Gottes Weg schließen?

Oder werden Sie durch die Kraft des heiligen Geistes besonnen, liebevoll und standhaft bleiben?

Wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Sie geistlich erwachsen? Haben Sie bereits wahre Reife in Ihrem Umgang mit Gefühlen und in Ihrem Glauben erlangt?

Falls die Antwort „noch nicht“ lautet: Warum unternehmen Sie heute nicht den ersten Schritt zur Verbesserung? Gott erwartet nicht Ihre sofortige Vollkommenheit. Er erwartet, dass Sie, wenn Sie persönliche Mängel erkennen, seine Hilfe suchen und bereit sind, zu wachsen. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Merkmale emotionaler Gesundheit

Es war nie der Wille Gottes, dass wir emotional krank bleiben oder kontinuierlich leiden. Einer der Apostel Jesu Christi hat das so formuliert: „Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht“ (3. Johannes 1,2).

Sehen wir uns also an, wie wir auf uns selbst emotional und geistig achthaben können. Geistig und emotional gesunde Menschen weisen positive Eigenschaften auf:

 Ein Gefühl der Zufriedenheit.

 Ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Vergnügen, Ruhe und Aktivsein.

 Die Fähigkeit, gut mit Stress umzugehen und sich von Missgeschicken zu erholen.

 Lebensfreude – oft zu lachen und Spaß zu haben.

 Die Flexibilität, neue Dinge zu lernen und sich schnell an Wandel anzupassen.

 Ein Gefühl von Sinn und Zweck bei Aktivitäten und Beziehungen.

 Die Fähigkeit, befriedigende Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Diese Faktoren helfen uns, am Leben durch produktive, bedeutsame Aktivitäten und solide Beziehungen in Fülle teilzuhaben.

Emotional und geistig gesund zu sein heißt nicht, dass Sie niemals schwierige Zeiten durchleben werden oder emotionale Herausforderungen erleben werden. Wir alle müssen mit Enttäuschungen, Verlusten und Veränderungen leben. Während das ein normaler Teil des Lebens ist, kann es doch Traurigkeit, Ängste und Stress bewirken.

Emotional gesunde Menschen erholen sich nach Widrigkeiten und Stress – das wird Belastbarkeit genannt. Solche Menschen können mit schwierigen Situationen umgehen und trotzdem eine positive Einstellung beibehalten. Sie bleiben in guten und in schwierigen Zeiten fokussiert, flexibel und kreativ.