
Das Leben ist kurz – doch wie nutzen wir diese begrenzte Zeit wirklich weise? Und wie erkennen wir den tiefen Sinn dieser kostbaren, unwiederbringlichen Ressource?
Von John LaBissoniere
Der englische Schriftsteller William Shakespeare sprach die Herausforderung an, die sich aus dem Umgang mit der Zeit ergibt: „Ich habe die Zeit verschwendet, und nun verschwendet die Zeit mich.“ Es ist also ein uraltes Problem, das bis heute nichts von seiner Brisanz verloren hat.
Mir war lange nicht bewusst, welche immense Leistung meine Eltern vollbracht hatten, als sie sieben Kinder großzogen – bis meine Frau und ich selbst zwei Kinder bekamen. Als ich sie einmal fragte, wie sie das alles geschafft hätten, antworteten sie lapidar: „Wir haben einfach gemacht, was gemacht werden musste.“
Natürlich war das eine gewaltige Untertreibung. So viele Kinder zu ernähren, zu kleiden, zu beherbergen und ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, erforderte nicht nur jahrelange harte Arbeit, sondern auch ein außergewöhnliches Maß an Disziplin, Organisation und Zeitmanagement.
Zu den klügsten Einsichten des amerikanischen Gründervaters Benjamin Franklin zählt der berühmte Satz: „Zeit ist Geld.“ Meine Eltern lebten diese Weisheit. Sie gingen äußerst sorgsam mit ihrer Zeit und ihren Ressourcen um und lehrten uns dasselbe.
Ich erinnere mich, wie sie uns immer wieder ermahnten, Wasser und Strom nicht zu verschwenden und unsere Zeit bewusst zu nutzen. Meine Mutter drängte mich regelmäßig: „Verschwende keine Zeit – mach dich an deine Hausaufgaben!“
Fernsehen galt bei meinem Vater als „große Zeitverschwendung“ und war strikt auf eine Stunde nach der Schule beschränkt – danach gab es kein TV mehr. Beim Abendessen sprach er oft darüber, wie gefährlich es ist, Zeit nutzlos zu vergeuden. Viele dieser Lektionen begleiten mich bis heute.
Franklin brachte es noch präziser zum Ausdruck: „Verschwende nicht die Zeit, denn daraus besteht das Leben.“ Doch welche praktischen Gewohnheiten können wir heute entwickeln, um diese kostbare Ressource wirklich sinnvoll zu nutzen? Und was ist eigentlich der tiefere Sinn der Zeit?
Warum hat Gott uns diese begrenzte Zeit geschenkt? Erwartet er von uns lediglich, das Leben zu genießen, oder gibt es einen weit größeren, höheren Zweck, den wir erkennen und dem wir bewusst folgen sollten?
Unsere Zeit klug einteilen
Vor einigen Jahrzehnten betonte der Zeitmanagement-Experte Merrill Douglass die Besonderheit der Zeit: „Zeit ist eine besondere Ressource. Man kann sie nicht kaufen, verkaufen, mieten, stehlen, ausleihen, verleihen, speichern, vermehren, herstellen, verändern oder auf andere Weise wandeln. Man kann sie nur ausgeben. Zeit ist Leben. Wie man seine Zeit verbringt, bestimmt die Art des Lebens, das man führt. Wer seine Zeit verschwendet, verschwendet sein Leben“ („Ideas on Time“, 1979).
Tatsächlich spielt die Zeit im Leben eine entscheidende Rolle – und wie rasch sie vergeht! Schon der Psalmist Mose erkannte dies vor über 3000 Jahren: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre ... Es fähret schnell dahin, als flögen wir davon“ (Psalm 90,10). König David schrieb: „Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten“ (Psalm 144,4). Und mit tiefer Weisheit betete Mose: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Psalm 90,12).
Peter Drucker, der Vater des modernen Managements, brachte es ebenso klar auf den Punkt: „Zeit ist die knappste Ressource, und wenn sie nicht gemanagt wird, lässt sich nichts anderes managen“ (The Effective Executive, 2017, Seite 57).
Da wir nicht wissen, wann unser Vorrat an dieser unwiederbringlichen Gabe erschöpft sein wird, ist es von höchster Bedeutung, sie klug und bewusst zu nutzen. Hier sind sieben praktische Methoden, mit denen wir unsere Zeit deutlich besser organisieren und sinnvoller gestalten können.
1) Ziele festlegen
Ich habe gelernt, dass effektives Zeitmanagement nur dann gelingt, wenn ich sowohl berufliche als auch private Ziele klar und präzise definiere. Die Plattform „Mindtools“ bringt es treffend auf den Punkt:
„Indem Sie sich präzise und klar definierte Ziele setzen, können Sie deren Erreichung messen und stolz darauf sein. Sie werden Fortschritte sehen, selbst in Bereichen, die Ihnen zuvor wie ein endloser, sinnloser Kampf erschienen sind. Außerdem stärken Sie Ihr Selbstvertrauen, da Sie Ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen beim Erreichen Ihrer Ziele erkennen“ (Matthew Hughes, „Personal Goal Setting“).
Der Pädagoge und Autor Laurence J. Peter formulierte es in seinem Klassiker Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen (1970, Rowohlt Verlag) besonders einprägsam: „Wenn ihr nicht wisst, wohin ihr wollt, landet ihr wahrscheinlich woanders.“
2) Aufschieberitis vermeiden
Die Aufschieberitis kam mir schon viel zu oft teuer zu stehen. Ich habe häufig mehr Zeit damit verbracht, mir Sorgen um ein Projekt zu machen, als es tatsächlich anzupacken. Sobald ich ein schwieriges Vorhaben ohne Verzögerung angehe, entfällt die quälende Angst, es könnte nicht rechtzeitig fertig werden.
Der Autor Leon Edward erklärt dazu: „Aufschieben ist die Hauptursache für Stress. Wenn man Dinge aufschiebt, häufen sie sich oft auf einmal an, und plötzlich steht man einer Flut von Aufgaben gegenüber, die alle gleichzeitig erledigt werden müssen. Dies erzeugt nicht nur Stress, der die Konzentration raubt, sondern führt dazu, dass man von der Arbeit überwältigt wird – was die Konzentration zusätzlich erschwert“ („Tips for Laser Like Focus“, streetdirectory.com).
3) Sich organisieren
Ich habe festgestellt, dass ich meine Zeit nur dann wirklich produktiv nutzen kann, wenn ich konsequent organisiert bin. Ein chaotischer Arbeitsplatz, ein vollgestellter Schreibtisch, eine unordentliche Küche oder eine zugestellte Garage kosten enorm viel Zeit – meistens, weil man ständig auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug oder Material ist.
Vor einigen Jahren zogen meine Frau und ich von einer Wohnung in ein Haus. Am Umzugstag stellten wir die Möbel auf, bezogen die Betten und erledigten das Nötigste. In den darauffolgenden Tagen standen kleinere Schreiner- und Sanitärarbeiten an. Statt sofort loszulegen, nahm ich mir jedoch mehrere Stunden Zeit und sortierte in der Garage mein gesamtes Werkzeug und Material.
Meine Frau war zunächst etwas verärgert über die Verzögerung. Ich erklärte ihr jedoch, dass ich die anstehenden Projekte deutlich schneller und effizienter erledigen könnte, wenn jedes Teil seinen festen Platz hat. Genauso war es dann auch: Statt Kisten zu durchwühlen und Zeit mit Suchen zu verlieren, konnte ich bei Bedarf sofort zugreifen. Diese Erfahrung hat mir einmal mehr gezeigt: Gutes Zeitmanagement ist gleichbedeutend mit guter Organisation.
4) Aufgaben auflisten und Prioritäten festlegen
Das Erstellen einer schriftlichen Liste aller täglichen Arbeits- und Privatprojekte hat sich für mich als äußerst wertvoll erwiesen. Ebenso hilfreich ist es, für jede Aufgabe eine klare Frist zu setzen, denn nichts erzeugt so zuverlässig ein Gefühl der Dringlichkeit wie ein festes Enddatum.
Darüber hinaus habe ich gelernt, wie entscheidend es ist, Aufgaben konsequent nach Priorität zu ordnen: von dringend und wichtig bis hin zu eher unwichtig. Ich identifiziere zuerst die wirklich entscheidenden Aufgaben und gehe sie sofort an.
So nutze ich meine Zeit deutlich effizienter. Nur wenn genügend Zeit bleibt, widme ich mich den weniger wichtigen Punkten – meist gegen Ende des Tages oder am nächsten Morgen.
Peter Drucker meinte dazu: „Effizienz bedeutet, die Dinge richtig zu tun. Effektivität bedeutet, die richtigen Dinge zu tun.“
5) Nutzen Sie einen Planungskalender
Ein klar geführter Wochenplan gehört für mich zu den wirksamsten Hilfsmitteln, um den Überblick zu behalten. Er hilft nicht nur, alle anstehenden Termine festzuhalten, sondern auch größere Projekte sinnvoll zu priorisieren und in den Alltag zu integrieren.
Dabei ist es egal, welches Medium Sie bevorzugen: Ob klassischer Tischkalender, kompakter Taschenkalender oder digitale Lösungen auf Computer, Smartphone oder Tablet – wichtig ist vor allem die konsequente und regelmäßige Nutzung.
6) Große Aufgaben in kleinere Teilaufgaben zerlegen
Wer versucht, ein großes Projekt auf einmal zu stemmen, fühlt sich schnell überfordert. Deshalb lohnt es sich, große Aufgaben in kleine, klar überschaubare Teilaufgaben zu gliedern – idealerweise so, dass jede davon in einem festen Zeitraum erledigt werden kann.
Wie „TimeManagementHelp“ treffend schreibt: „Teilen Sie große Aufgaben in kleine auf, um bei jedem abgeschlossenen Schritt ein stärkeres Erfolgserlebnis zu haben. Außerdem ist es viel einfacher, wieder in die Spur zu finden und sich neu zu konzentrieren, wenn Sie mitten in einer Aufgabe unterbrochen werden.“
7) Volle Konzentration und klarer Abschluss von Projekten
Bei kurzfristigen Projekten arbeite ich am produktivsten, wenn ich mich voll und ganz auf eine Sache konzentriere und sie möglichst vollständig abschließe, bevor ich etwas Neues beginne. Natürlich ist das nicht immer möglich – Unterbrechungen und andere Verpflichtungen gehören zum Alltag dazu.
Leon Edward bringt es auf den Punkt: „Wer zu viele Aufgaben gleichzeitig übernimmt, riskiert zu scheitern. Sich mit zu vielen Aufgaben zu überfordern, beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit, da man ständig unter Druck steht, alles rechtzeitig zu schaffen.“
Deshalb ist es entscheidend, sich für jedes Projekt ausreichend Zeit zu nehmen und es gleich beim ersten Mal richtig zu machen. Wie Jeffery Mayer schon 1990 mit dem Titel seines Buches zum Thema Zeitmanagement fragte: „Wenn du keine Zeit hast, es richtig zu machen, wann findest du dann die Zeit, es noch einmal zu machen?“
Warum überhaupt Zeitmanagement?
Natürlich brauchen wir Motivation. Deshalb lohnt es sich, ehrlich zu fragen: Warum sollten wir unsere Zeit überhaupt so sorgfältig einteilen? Geht es nur darum, jetzt ein etwas besseres Leben zu führen, oder gibt es einen viel tieferen Sinn?
Die Bibel gibt uns darauf eine klare Antwort. Sie zeigt nicht nur, warum uns Zeit geschenkt wurde, sondern auch, wofür wir sie nutzen sollen. Unsere höchste Priorität hat Jesus Christus selbst formuliert: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (Matthäus 6,33).
Der Apostel Petrus bekräftigt dieses Ziel und fordert uns auf, „in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus“ zu wachsen (2. Petrus 3,18). Der Apostel Paulus ermahnt uns, das ewige Leben zu ergreifen (1. Timotheus 6,12), und Johannes erinnert uns, dass wir „Gottes Kinder“ werden sollen (Johannes 1,12).
Um uns auf die Zukunft mit Gott vorzubereiten, müssen wir mit seiner Hilfe durch Glauben und Gehorsam die Hindernisse des Lebens überwinden (vgl. Römer 8,35-37; Hebräer 5,9; 6,12). Am Ende erwartet uns eine große Verantwortung: Wir sollen Jesus als Könige und Priester in Gottes kommendem Reich zur Seite stehen (Offenbarung 1,5-6).
Diese und viele weitere Bibelstellen machen den eigentlichen Sinn unserer Zeit deutlich. Alle anderen Ziele – so wichtig sie uns auch erscheinen mögen – müssen diesem einen großen geistlichen Ziel untergeordnet werden. Genau deshalb mahnt uns Paulus:
„Darum achtet genau auf eure Lebensweise! Lebt nicht wie Unwissende, sondern wie Menschen, die wissen, worauf es ankommt. Nutzt die Zeit; denn wir leben in einer bösen Welt“ (Epheser 5,15-16; Gute Nachricht Bibel, Hervorhebung durch uns).
In einer unmoralischen und verdrehten Welt können wir nur untadelig leben, wenn wir die richtigen Prioritäten setzen (Philipper 2,15). Zeitmanagement ist daher weit mehr als eine praktische Technik – es spiegelt unsere Liebe zu Gott und unseren Ernst in der Nachfolge Christi wider.
Sind unsere Prioritäten durcheinander?
Die Zeit ist kurz. Uns bleibt nur wenig Zeit, uns auf unsere Zukunft in Gottes Familie vorzubereiten (Römer 8,19). Das weiß auch unser erbitterter Widersacher, Satan der Teufel. Er erkennt, dass ihm nur noch wenig Zeit bleibt, und wird in seiner Verzweiflung einen letzten, heftigen Versuch unternehmen, uns auf dem Weg zum ewigen Leben zu behindern und aufzuhalten (Offenbarung 12,12).
Dieses trügerische und verdorbene Geistwesen hat eine Welt geschaffen, die uns mit unzähligen konkurrierenden Interessen und Pflichten überschüttet – so sehr, dass uns kaum noch Zeit für die wahren Reichtümer bleibt (Römer 11,33).
Deshalb sollten wir uns ernsthaft fragen: Wie können wir unsere täglichen Aufgaben meistern, ohne dabei unsere wichtigste geistliche Verantwortung zu vernachlässigen?
Ein lehrreiches Beispiel finden wir in der Geschichte von Marta und Maria in Betanien. Marta hatte die Ehre, Jesus und einige seiner Jünger zum Essen einzuladen. Sie wollte, dass alles perfekt war, und machte die Vorbereitung des Mahls zu ihrer obersten Priorität. Mit großem Einsatz plante, kochte und servierte sie. Ihre Schwester Maria hingegen setzte sich zu Jesu Füßen und hörte aufmerksam auf seine Worte.
Als Marta sich beschwerte, dass Maria sie mit der ganzen Arbeit allein ließ, gab Jesus ihr eine klare und liebevolle Antwort: „Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden“ (Lukas 10,41-42).
Marta hatte noch nicht voll erkannt, worauf es wirklich ankam. Sollten wir uns nicht ein Beispiel an ihr nehmen? Kann es vielleicht sein, dass unsere eigenen Prioritäten ebenfalls durcheinandergeraten sind? Dann wäre es höchste Zeit, ehrlich zu prüfen, was wir in unserem Leben wirklich für wichtig halten.
Der amerikanische Essayist Henry David Thoreau schrieb 1857 treffend an einen Freund: „Es genügt nicht, fleißig zu sein – das sind die Ameisen auch. Die Frage ist: Womit beschäftigst du dich eigentlich?“
Natürlich haben alle menschlichen Grundbedürfnisse ihren Platz: essen, schlafen, arbeiten, sich erholen. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“ (Prediger 3,1).
Doch wie viel Zeit investieren wir tatsächlich in Dinge wie Fernsehen, Social Media, Hobbys oder sonstige Freizeitaktivitäten? Diese Dinge sind nicht unbedingt verwerflich, aber nehmen sie nicht oft einen viel zu großen Raum ein, verglichen mit unserem Streben nach dem, „was droben ist“ (Kolosser 3,1)?
Es ist höchste Zeit, aus dem Schlaf zu erwachen!
Schon als Kind haben mir meine Eltern einen guten Umgang mit der Zeit vorgelebt. Als Erwachsener konnte ich viele ihrer Ratschläge umsetzen.
Doch erst viel später erkannte ich den eigentlichen Sinn der Zeit und die entscheidende Priorität: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (Matthäus 6,33). Die Heilige Schrift zeigt uns klar, warum Gott uns Zeit geschenkt hat und wie wir sie sinnvoll nutzen sollen. Wenn wir erkennen, „dass sich der Tag naht“ (Hebräer 10,25), sollten wir uns ehrlich fragen, ob unsere Prioritäten wirklich richtig gesetzt sind.
Der Apostel Paulus rief den Christen in Rom zu: „Es ist Zeit, aus dem Schlaf aufzuwachen“ (Römer 13,11; Zürcher Bibel). Im Grunde stellt er auch uns vor die entscheidende Wahl: Wäre es nicht an der Zeit, dass wir uns ernsthaft mit dem beschäftigen, was wirklich wichtig ist? Gott erwartet gewiss unsere Antwort!
Jeder einzelne Tag zählt
Wie oft ist uns Christen bewusst, dass wir alle nur einen Herzschlag von dem Augenblick entfernt sind, wenn wir vor dem Richterstuhl Jesu Christi Rechenschaft darüber ablegen müssen, wie wir unsere Zeit genutzt haben? Der Apostel Paulus ermahnt uns: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse“ (2. Korinther 5,10).
In Bezug auf die Zeit gilt es auch zu bedenken, dass die Ziele, die wir uns mittelfristig oder auf lange Sicht gesteckt haben, hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit immer an den mahnenden Worten des Jakobus gemessen werden sollen:
„Passt auf, wenn ihr behauptet: Heute oder morgen werden wir in eine bestimmte Stadt gehen und ein Jahr dort bleiben. Wir werden dort Geschäfte machen und Gewinne erzielen. Woher wollt ihr wissen, was morgen sein wird? Euer Leben gleicht doch dem Nebel am Morgen – schon nach kurzer Zeit ist er wieder verschwunden. Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr es will, werden wir leben und dieses oder jenes tun“ (Jakobus 4,13-15; „Neues Leben“-Bibel).
Es ist sicherlich nicht falsch, für die Zukunft zu planen. Wir müssen nur sicher sein, dass unsere Pläne mit dem Willen Gottes übereinstimmen. Vielleicht haben Sie schon die Ermahnung gehört: „Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter.“ Das ist zwar kein Bibelzitat, aber im Prinzip wird dieser Satz durch die Bibel bestätigt.
„Was für uns ein Tag ist, das ist für Gott wie tausend Jahre; und was für uns tausend Jahre sind, das ist für ihn wie ein Tag“ (2. Petrus 3,8; „Hoffnung für alle“-Bibel). Nach 1. Mose 1 war die Schöpfungswoche sieben Tage lang, und der siebte Tag, manchmal das Millennium genannt, ist die eintausendjährige Herrschaft Jesu Christi auf Erden (Offenbarung 20,4). Gottes Plan mit der Menschheit umfasst also 7000 Jahre – eine viel zu lange Zeitspanne, als dass irgendjemand sie ganz durchleben könnte.
Gott macht uns Mut zur Reue, die im Wesentlichen nichts anderes als die Erkenntnis ist, dass wir die bisherige Zeit unklug, ja in Sünde verbracht haben. Reue bedeutet, dass wir umkehren – so, dass wir unser neues Leben fortan (immer nur einen Tag nach dem anderen) dem Willen Gottes widmen. Am Ende unseres Lebens – wenn unsere Tage zu Ende gehen – werden wir ewiges Leben ererben und die Zeit dann ohne die begrenzende Dimension einer zeitlich befristeten Existenz erleben.
So steht es also außer Frage, dass Gott nichts dagegen einzuwenden hat, wenn wir auf lange Sicht Pläne machen. Die Ewigkeit ist doch der am weitesten reichende Plan, den wir machen können! Unsere Verantwortung besteht darin, unsere Pläne mit dem Willen Gottes zu harmonisieren.
Die Bibel gibt einen wichtigen Überblick über das Leben Abrahams. Er wurde 175 Jahre alt und „ist der Vater aller, die glauben“ (Römer 4,16; „Neues Leben“-Bibel). Die Tage von 75 Jahren vergingen, ehe Gott Abraham berief und ihm seine Verheißungen gab.
Weitere 25 lange Jahre vergingen, bis der verheißene Nachkomme Isaak geboren wurde. Jeder der drei Tage, die Abraham damit verbrachte, Isaak auf den Berg Morija zu führen, um ihn dort zu opfern, muss eine besondere Zeit gewesen sein. Von Isaak selbst berichtet die Bibel: „Und Isaak wurde hundertundachtzig Jahre alt, verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern, alt und lebenssatt“ (1. Mose 35,28-29).
Mose betete in Psalm 90, Vers 12: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Der höchste Berg wird so erstiegen, dass man immer einen Schritt nach dem anderen setzt, Schritt für Schritt, und auch das längste Leben wird so gelebt: Tag für Tag.
In den Worten Salomos finden wir große Weisheit. Er schrieb: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“ (Prediger 3,1). Das Problem, das wir alle haben, besteht darin, wie wir die Grundsätze, die wir bei Salomo lesen, in unserem täglichen Leben anwenden sollen.
Wiederholt werden wir aufgefordert, um Weisheit zu bitten. Die Ehrfurcht vor Gott ist der Weisheit Anfang. Mehr als einmal stellt Salomo das fest. Dann tröstet er uns: „Wer weise ist, weiß, welches Verhalten zu welcher Zeit richtig ist“ (Prediger 8,5; „Neues Leben“-Bibel).