Frieden kann nicht durch Gesetze verordnet werden, auch nicht während der tausendjährigen Herrschaft Jesu auf Erden. Frieden ist eine Sache des Herzens.

Von Robert Dick

Eine neue Festsaison steht uns bevor – eine heilige Zeit, die die Errichtung von Gottes Reich anschaulich macht. Mit dem Ertönen der siebten Posaune werden die Stimmen des Himmels rufen: „Die Reiche der Welt sind die Reiche unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offenbarung 11,15). Dies markiert den Beginn des wahren Weltfriedens.

Im Herbst (bzw. im Frühling auf der Südhalbkugel) leitet uns der Posaunentag auf unserem jährlichen Weg durch eine beeindruckende Abfolge prophetischer Ereignisse. Zuerst wird die göttliche Regierung aufgerichtet und der frühere Herrscher dieser Welt gefangen genommen. Schließlich folgt die Errichtung von Gottes tausendjähriger Herrschaft über die ganze Erde und die Vollendung des ewigen, universellen Friedens.

Wie oft haben wir das Millennium als den Höhepunkt des Weltfriedens betrachtet? Die Schrift zeigt uns jedoch etwas anderes: Es ist lediglich der Anfang. Christus wird der menschlichen Herrschaft ein Ende setzen und eine Zeit gerechter Regierung begründen, in der er als König der Könige regiert.

Das letzte Buch der Bibel macht jedoch deutlich, dass selbst nach tausend Jahren der vollkommenen Herrschaft Christi eine große Rebellion ausbrechen wird:

„Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie“ (Offenbarung 20,7-9).

Diejenigen, die dann gegen Jerusalem aufmarschieren – so zahlreich wie der Sand am Meer –, tun dies, weil sie sich dem Weg Gottes und seiner Friedensordnung nie wirklich von Herzen unterstellt haben.

Diese und andere biblischen Beschreibungen enthalten für uns eine doppelte Lektion – eine kurzfristige und eine langfristige: Regierungen können keinen Frieden schaffen. Frieden entsteht durch einzelne Menschen.

In der Vereinten Kirche Gottes haben wir uns in den ersten beiden Jahren unserer Existenz intensiv mit unserer organisatorischen Führungsstruktur beschäftigt. Eine gute Struktur ist zwar hilfreich, aber sie allein ist nicht die Lösung, denn Frieden und Zusammenarbeit lassen sich nicht verordnen. Wahre Göttlichkeit entsteht nicht durch Anträge, Beschlüsse oder Anordnungen.

Es hat noch nie eine Regierung gegeben – weder eine menschliche noch eine geistliche –, die Frieden durch Anordnung oder Gesetz hätte schaffen können. Frieden entsteht immer von innen heraus – genau wie Krieg.

Der Apostel Jakobus nennt in seinem Brief die eigentliche Ursache von Kriegen und Streitigkeiten: „Wieso gibt es denn bei euch so viel Kämpfe und Streitigkeiten? Kommt nicht alles daher, dass in euch die Leidenschaften und Triebe um die Vorherrschaft kämpfen?“ (Jakobus 4,1; „Hoffnung für alle“-Bibel).

Sie entspringen der ungezügelten Begierde und Habgier des Menschen, der bereit ist, andere zu zerstören, um zu bekommen, was er will.

„Ihr wollt alles haben und werdet nichts bekommen. Ihr seid voller Neid und tödlichem Hass; doch gewinnen werdet ihr dadurch nichts. Eure Streitigkeiten und Kämpfe nützen euch gar nichts. Solange ihr nicht Gott bittet, werdet ihr nichts empfangen. Und wenn ihr ihn bittet, wird er euch doch nichts geben. Denn ihr verfolgt üble Absichten: Es geht euch nur darum, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen“ (Jakobus 4,2-3; ebenda).

Woher kommt dann der Frieden? Gott ist der Schöpfer und sein Gesetz der Wegweiser. Wahrer Frieden entsteht jedoch nur dort, wo bekehrte Männer und Frauen sich dem ihnen innewohnenden Geist Gottes freiwillig unterordnen und sich bewusst dafür entscheiden, diesen Frieden aktiv zu leben (1.  Petrus 3,10-11).

Dieses Prinzip gilt für alle Zeiten, für alle Menschen und für alle Wesen. Einst lebte Gott in einem vollkommenen Universum, bevölkert von makellos geschaffenen Geistwesen. Was hätte idyllischer sein können?

Doch nicht alle diese Wesen wollten Frieden (Hesekiel 28,14-15). So kam es zu einem Krieg, der unser Vorstellungsvermögen bei Weitem übersteigt. Selbst das gesamte nukleare Arsenal der Menschheit wäre im Vergleich zu den Kräften, die damals entfesselt wurden, nur eine flackernde Kerze.

Was löste diesen Krieg aus? Stolz. Der Wunsch nach größerem Ansehen. Das Streben nach Macht und Einfluss. Alles zutiefst menschliche – und zugleich engelhafte – Regungen (Jesaja 14,12-14).

Wenn selbst Engel in Gottes unmittelbarer Gegenwart gegen seine vollkommene Herrschaft rebellieren konnten und wenn am Ende einer tausendjährigen Friedenszeit unter Christi Herrschaft wieder Massen gegen seinen Thron aufmarschieren, dann zeigt sich eines sehr deutlich: Regierung allein ist niemals die Antwort.

Am Ende unserer Berufung steht ein wunderbares Ziel: die Ewigkeit mit unserem Vater und unserem älteren Bruder Jesus Christus zu teilen, beginnend mit der Verleihung der Unsterblichkeit beim Ertönen der siebten Posaune.

Wir unterscheiden uns jedoch in einer Hinsicht derzeit nicht von jenen Engeln, die gegen Gott rebellierten, noch von denen, die am Ende der tausendjährigen Herrschaft Christi rebellieren werden. Wie sie müssen auch wir eine persönliche Entscheidung treffen: Werden wir ein Leben des Friedens immer führen wollen?

Wer diese Wahl richtig trifft, dem ist die höchste Ehre vorbehalten: „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9).