Russland in den Prophezeiungen der Endzeit

Manche fragen sich, ob Expansionismus ein Ziel der russischen Außenpolitik ist. Noch wichtiger ist die Frage, ob Russland in den Prophezeiungen der Bibel erwähnt wird!

Von Mario Seiglie

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 tritt Russland wieder aggressiv auf der Weltbühne auf und weckt Ängste vor einem neuen russischen Expansionismus. Angesichts der anhaltenden Aggression Russlands gegen die ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und Ukraine sind die Europäer und andere Nachbarn sehr beunruhigt und befürchten ein Übergreifen auf andere an Russland grenzende europäische Regionen wie Estland, Lettland und Litauen.

Gottes „Zeitmaschine“

Sagt uns die biblische Prophetie etwas über die Zukunft Russlands? Natürlich werden viele Leser wissen wollen, was die Bibel über Russland zu sagen hat.

Dieses Land ist eine der großen Weltmächte und verfügt über eine der beeindruckendsten, modernsten und am besten ausgerüsteten Streitkräfte der Welt. Es hat auch das bei Weitem größte Territorium aller Nationen der Erde – mit fast der doppelten Landmasse des zweitgrößten Landes der Welt, Kanada.

Wenn es um Russlands Zukunft geht, steht uns keine Kristallkugel zur Verfügung, doch wir haben etwas viel besseres – die Heilige Schrift. Darin sagt uns deren Autor, der Schöpfergott: „Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich“ (Jesaja 46,9-10). Nur Gott weiß genau, was die Zukunft bringen wird!

Der Apostel Petrus erwähnte „das prophetische Wort“ und ermahnte uns diesbezüglich wie folgt: „Ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet“ (2. Petrus 1,19-21).

In diesem Sinn ist die Bibel eine Art Zeitmaschine, die Gottes Perspektive der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschreibt. Obwohl manche Vorhersagen der Bibel bereits vor langer Zeit in Erfüllung gingen, haben viele noch nicht erfüllte Prophezeiungen mit einer Phase der Geschichte zu tun, die noch vor uns liegt. Für diese Zeit werden verschiedene Ausdrücke in der Bibel verwendet, z. B. „die Zeit des Endes“, „am Ende der Zeit“ und „zur letzten Zeit“.

Gott offenbart, was in dieser Zeit unmittelbar vor der verheißenen Wiederkehr Jesu Christi geschehen wird und welche Nationen daran beteiligt sein werden. Aufgrund der Beschreibung, die wir in der Bibel finden, scheint eine dieser Nationen Russland zu sein.

Das Augenmerk der biblischen Prophezeiung richtet sich im Allgemeinen auf Israel und Jerusalem. Der Prophet Sacharja sagt uns sogar, wo Christus bei seiner Wiederkehr auf dieser Erde stehen wird: „Und der Herr wird ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin ... Und der Herr wird König sein über alle Lande“ (Sacharja 14,3-4. 9).

Wie passt Russland hier ins Bild? Eine geografische Beschreibung, die wir in einer biblischen Prophezeiung finden, ist ein Indiz für eine bedeutende Rolle Russlands in den Ereignissen der Endzeit.

Armeen zur Schlacht gerüstet

In einer Prophezeiung über die Endzeit nennt der Prophet Daniel einige Nationen, die an Kampfhandlungen beteiligt oder davon betroffen sein werden:

„Und zur Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm messen [Elberfelder Bibel: zusammenstoßen], und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten. Und er wird in das herrliche Land einfallen und viele werden umkommen. Es werden aber seiner Hand entrinnen Edom, Moab und der Hauptteil der Ammoniter.

Und er wird seine Hand ausstrecken nach den Ländern und Ägypten wird ihm nicht entrinnen, sondern er wird Herr werden über die goldenen und silbernen Schätze und über alle Kostbarkeiten Ägyptens; Libyer und Kuschiter werden ihm folgen müssen. Es werden ihn aber Gerüchte erschrecken aus Osten und Norden, und er wird mit großem Grimm ausziehen, um viele zu vertilgen und zu verderben. Und er wird seine prächtigen Zelte aufschlagen zwischen dem Meer und dem herrlichen, heiligen Berg; aber es wird mit ihm ein Ende nehmen und niemand wird ihm helfen.

Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande“ (Daniel 11,40-45; Daniel 12,1-2).

Die ersten Verse in Kapitel 12 sind eine wichtige Fortsetzung der Prophezeiung, da einige Theologen meinen, dass die letzten Verse von Kapitel 11 bereits erfüllt worden sind. Der Zusammenhang in Kapitel 12 zeigt hingegen, dass es um die Endzeit geht, kurz bevor Jesus Christus wiederkehrt und die Gerechten von den Toten auferstehen – was noch nicht stattgefunden hat (vgl. dazu 1. Korinther 15,22-23; 1. Thessalonicher 4,16).

Dieser Abschnitt beschreibt also einen endzeitlichen Konflikt zwischen zwei Allianzen. Die eine wird vom „König des Südens“ geführt, die andere vom „König des Nordens“. Eine weitere Streitmacht, die den König des Nordens bedrohen wird, befindet sich, von Jerusalem aus gesehen, im „Osten und Norden“ (oder vielleicht im „Nordosten“, da es im Hebräischen keinen Ausdruck für diese Himmelsrichtung gibt).

Wir behandeln diese Prophezeiung Daniels ausführlicher in unserer kostenlosen Broschüre Krisenherd Nahost: Was sagt die Bibel über seine Zukunft?. Im Folgenden werden einige Highlights vorgestellt.

Die Könige des Nordens und des Südens

Zur Zeit Daniels war die Region, die in der Prophezeiung vom König des Nordens beherrscht wird, Teil des medo-persischen Reiches. Danach herrschten die Griechen über diese Region, die sich dann die Römer ihrem Reich einverleibten. Das Römische Reich brach 476 n. Chr. zusammen, doch es gab Wiederbelebungen bis ins 20. Jahrhundert, von denen mehrere als das „Heilige Römische Reich“ in die Geschichte eingingen.

Die letzte Wiederbelebung des Römischen Reiches wurde 1923 vom italienischen Diktator Benito Mussolini ausgerufen, der sechzehn Jahre später den verhängnisvollen Stahlpakt mit Adolf Hitler schloss.

Den König des Nordens wird es ein letztes Mal geben, zur Zeit des Endes. Nachdem er provoziert wird, werden seine Streitkräfte in das Gebiet vom König des Südens einfallen. Die Prophezeiung in Daniel 11 zeigt uns, dass der endzeitliche König des Südens ein Bündnis von Ländern führt, die größtenteils südlich von Israel liegen, aber auch östlich und westlich, da die Heilige Schrift einige von ihnen namentlich nennt: Edom, Moab, Ammon (deren frühere Heimat heute ein Großteil des Landes Jordanien war), Ägypten, Libyen und Äthiopien.

„Viele [Länder] werden niedergezwungen“, nachdem der König des Nordens ins Heilige Land eingedrungen ist (Daniel 11,41; Einheitsübersetzung). Das deutet an, dass auch andere Länder in der Nähe Israels, die Daniel in seiner Prophezeiung nicht namentlich nennt, von der Invasion betroffen sein werden. Israels Nachbarn sind alle islamisch und in der Mehrheit arabisch.

Da die Länder, in die der König des Nordens nach der Provokation durch den König des Südens eindringt, islamisch sind, könnte das Bündnis, gegen das der König des Nordens kämpft, ein wiederbelebtes Kalifat sein, das schon lange ein Traum vieler Muslime ist. Manche islamische Fanatiker träumen ebenfalls von der Eroberung Europas, womit sie den Erfolg früherer islamischer Reiche wiederholen wollen, die Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Sizilien und Osteuropa sogar jahrhundertelang teilweise oder ganz besetzten.

In den letzten Jahren haben mehrere muslimische Führer und religiöse Persönlichkeiten den Wunsch geäußert, Rom als Sitz des Christentums und wichtige europäische Stadt zu erobern. Damit wäre angeblich die Überlegenheit des Islam gegenüber dem Christentum nachgewiesen.

Andere nicht arabische Länder wie Pakistan, das über Dutzende von Atomsprengköpfen verfügt, und der Iran, der möglicherweise bald über solche Waffen verfügen wird, sind ebenfalls fast ausschließlich islamisch – ebenso wie die arabischen Nationen, die sich zusammenschließen könnten, um eine iranische Vorherrschaft über sie zu verhindern.

Es sei daran erinnert, dass mehrere militante Strömungen der islamischen Religion viele Menschen im Westen überrascht haben, wie etwa al-Qaida und der sogenannte Islamische Staat (allgemein als ISIS bekannt), die eine Zeit lang große Teile der Welt, von der Atlantikküste Nordafrikas bis nach Afghanistan und Indien, in Mitleidenschaft gezogen haben.

Ihre Macht und Reichweite wurden durch westliche Interventionen stark eingeschränkt und in einigen Fällen nach jahrelangen blutigen Konflikten sowohl mit der lokalen Bevölkerung als auch mit ausländischen Kämpfern nahezu zerschlagen. Dennoch zeigt der rasche Aufstieg des ISIS, wie Gläubige aus aller Welt unter den richtigen Bedingungen zu einer großen Kraft zusammenwachsen können, wenn sie an die Gerechtigkeit der Sache glauben.

„Gerüchte aus Osten und Norden“

Wie passt Russland in die Prophezeiung Daniels? Nachdem der König des Nordens in das Heilige Land eindringt, „erschrecken ihn Gerüchte aus Osten und Norden“ (Daniel 11,44). Da mehrere Länder von dieser Invasion betroffen sind, muss man mit einer Gegenreaktion rechnen, die in diesem Fall aus dem Osten und Norden (oder: aus dem Nordosten) erfolgen wird.

Östlich des Heiligen Landes finden wir mehrere islamische Länder, die die Einnahme der drittheiligsten Stätte des Islams – Jerusalem – kaum hinnehmen würden. Unter ihnen sind Jordanien, der Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran, Afghanistan, Pakistan, einige vorwiegend muslimische Länder aus der ehemaligen Sowjetunion und Indien mit seinen 200 Millionen Muslimen. Nördlich des Heiligen Landes sind noch weitere muslimische Länder – der Libanon, Syrien, die Türkei und selbst Russland, das in einigen Regionen einen beträchtlichen muslimischen Bevölkerungsanteil hat.

Für die islamischen Länder des Nahen Ostens wäre eine europäische Invasion des Heiligen Landes, wie in Daniels Prophezeiung vorhergesagt, ein neuer Kreuzzug gegen den Islam. So haben viele Muslime das von den USA geführte militärische Vorgehen gegen den Irak und Afghanistan gesehen.

Es gibt Muslime, für die die Kreuzzüge nie zu Ende gegangen sind. Stattdessen sehen sie den Islam und das Christentum nach wie vor im Kampf um die religiöse Vorherrschaft auf dieser Welt. Diese Denkweise spiegelt sich heute in den Worten und Taten mancher Dschihadisten wider.

Genauso wie im Irak und Afghanistan geschehen, würde eine westliche Besetzung Jerusalems die Muslime in der Region in dem Bemühen vereinigen, die modernen Kreuzfahrer zu vertreiben.

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es nördlich der islamischen Länder des Nahen Ostens und östlich der Region vom König des Nordens nur eine Großmacht gibt: Russland. Moskau liegt fast direkt nördlich von Jerusalem. Und wenn die Himmelsrichtung in Daniels Prophezeiung mit „nordöstlich“ übersetzt werden soll – was anhand des Textes auch möglich sein könnte –, dann gibt es nur ein mächtiges Land nordöstlich des Heiligen Landes: Russland, dessen riesiges Hoheitsgebiet sich weiter nach Osten ausdehnt als irgendein anderes Land in Asien.

Russlands Interessen im Nahen Osten sind vielseitig: politisch, wirtschaftlich, militärisch und sogar religiös. Aus diesem Grund engagierte sich Russland in den letzten 200 Jahren im Nahen Osten meist dann, wenn europäische Mächte ihre Interessen in dieser Region durchzusetzen versuchten. Weil der Nahe Osten nach wie vor für Russlands nationale Interessen wichtig ist, wird Russland auch in Zukunft im Nahen Osten mitmischen.

„Könige vom Aufgang der Sonne“

In Daniel 11, Vers 44 lesen wir, dass Gerüchte aus dem Osten (wenn Osten im Sinne einer einzigen Himmelsrichtung zu verstehen ist) den König des Nordens erschrecken werden. Was könnte damit gemeint sein?

Das Buch der Offenbarung ergänzt bestimmte Aspekte der Prophezeiung Daniels, indem es zwei große Truppenbewegungen am Euphrat beschreibt, an der antiken Grenze zwischen dem Römischen Reich und den Ländern östlich des Euphrat. Das Heranrücken dieser Truppen aus dem Osten ist eine Reaktion auf die Invasion des Nahen Ostens durch den König des Nordens und eine Vergeltung für einen monatelangen Feldzug der europäischen Streitkräfte des Tieres mit offenbar fortschrittlichen Waffen, der in Offenbarung 9 als das erste von drei Wehen bezeichnet wird (Verse 1-12; vgl. 11,7; 17,8).

Die östliche Streitmacht schickt 200 Millionen Soldaten als Gegenangriff in die Schlacht, was die Offenbarung das zweite Wehe nennt. Dadurch stirbt ein Drittel der Menschheit, offenbar durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen (Offenbarung 9,13-18). Etwas später, unmittelbar vor der Wiederkehr Jesu Christi, überquert eine Armee, angeführt von „den Königen vom Aufgang der Sonne“, den zu diesem Zeitpunkt ausgetrockneten Euphrat. Das ist die sechste der letzten sieben Plagen, die zusammen das dritte Wehe sind (Offenbarung 16,12).

Wie bereits erwähnt, gibt es islamische Länder östlich des Heiligen Landes. Noch weiter östlich sind Indien, China und Japan, aber auch Indonesien und Malaysia, die muslimisch sind. Man kann sich vorstellen, dass einige dieser Länder ein Bündnis bilden könnten, da der Nahe Osten auch für ihr nationales Interesse wichtig ist. Erdöl aus dem Nahen Osten ist für einige von ihnen sehr wichtig, und die Anhänger des islamischen Glaubens in Asien betrachten Jerusalem sowie Mekka und Medina in Saudi-Arabien als ihre heiligen Städte.

Natürlich wäre es für sie inakzeptabel, wenn ihre heiligen Städte von einer europäischen Macht eingenommen würden. Außerdem würde eine europäische Macht, die zumindest einen Teil des Nahen Ostens beherrscht, das Gleichgewicht von Macht und Wohlstand zu ungunsten dieser Mächte verschieben.

China und seine asiatischen Verbündeten, einschließlich Russlands, die häufig gemeinsame wirtschaftliche, politische und handelspolitische Interessen haben, könnten eine weitere Möglichkeit für die Identität dieser östlichen Kräfte sein. In der Tat sind viele dieser asiatischen Nationen, einschließlich der muslimischen Nationen Asiens, bereits formell in einem Block namens „Shanghai Cooperation Organization“ zusammengeschlossen, der von China dominiert wird. Es ist anzumerken, dass eine Prophezeiung in Hesekiel viele dieser Länder in einer Koalition gegen Israel einige Zeit nach der Wiederkunft Christi zusammenbindet. Es scheint aber vernünftig zu sein, sie schon vor seiner Wiederkunft miteinander verbunden zu sehen.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die diese asiatischen Mächte in einen Konflikt im Nahen Osten hineinziehen könnten, z. B. die Bedrohung der Ölversorgung und der lebenswichtigen Seewege oder das Gefühl, dass ein mächtiges Europa seine Macht nach Osten ausdehnen will. China und Indien mit ihren 1,44 bzw. 1,38 Milliarden Einwohnern könnten sicherlich zu einer gewaltigen Militärmacht beitragen, und Russland ist nach wie vor eine Militärmacht mit modernster Technologie.

Es sei darauf hingewiesen, dass die asiatischen Mächte und andere Länder der Welt sich zunächst bis zu einem gewissen Grad der wirtschaftlichen und militärischen Vorherrschaft Europas unterwerfen mögen, denn in der Offenbarung heißt es, dass die ganze Welt das Tier oder Babylon, wie es auch genannt wird, anbetet oder sich vor ihm niederwirft. Aber das wird nicht von Dauer sein.

Die Bibel sagt voraus, dass der König des Nordens „mit großem Grimm ausziehen [wird], um viele zu vertilgen und zu verderben“, wenn er die Gerüchte „aus Osten und Norden“ vernimmt (Daniel 11,44).

Die in der Bibel prophezeiten Ereignisse der Endzeit betreffen u. a. eine große Macht östlich und nördlich des Heiligen Landes und östlich des Euphrat. Wer könnte diese Macht sein? Dazu könnten die vielen Muslime in Südasien, aber auch die Völker Russlands, Chinas, Indiens und Japans gehören.

Der letzte Marsch, um mit den europäischen Mächten im Heiligen Land zu wetteifern, wird sie in Harmagedon oder Megiddo im Norden Israels führen, aber sie werden sich dort nicht gegenseitig bekämpfen. Wenn Christus nach Jerusalem wiederkehrt, werden sie ihn dort bekämpfen, da sie ihn als ihren gemeinsamen Feind betrachten. In dieser großen Schlacht werden sowohl die europäischen als auch die östlichen Mächte vernichtet werden.

Es scheint also, dass der Aufstieg Russlands und seine Verflechtung mit China und anderen asiatischen Mächten einen großen Einfluss auf die Ereignisse der Endzeit haben werden, die zur Wiederkunft Christi führen. Deshalb sollten wir die aktuellen Entwicklungen, die diese führenden Nationen betreffen, aufmerksam verfolgen.

Letztendlich gute Nachrichten für Russland und die Welt

Die biblische Erzählung hört zum Glück nicht mit der verheerenden Endzeitschlacht um Jerusalem auf. Die Prophezeiungen der Bibel beschreiben auch die wunderbare Zeit nach der verheißenen Wiederkehr Jesu Christi.Wir finden ermutigende Bibelstellen in dieser Hinsicht, die beschreiben, was geschehen wird, wenn Christus kommt, um die Völker zu regieren und damit diese Zeit des weltweiten Aufruhrs zu Ende ist.

Es ist unsere Hoffnung und unser höchstes Ziel, an seinem kommenden Reich teilzuhaben, denn dann wird endlich Frieden und Harmonie auf der Erde herrschen. Wollen auch Sie an diesem Reich teilhaben? Darum geht es uns letztlich bei unseren Publikationen.

Wir finden eine der ermutigendsten Vorhersagen über die neue Weltordnung, die Jesus etablieren wird, beim Propheten Jesaja. Wir erfahren, dass Jesus zu Beginn seiner Herrschaft dem Krieg ein Ende setzen wird:

„Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.

Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen“ (Jesaja 2,2-4).

Bemerkenswert ist, dass die Sowjetunion den Vereinten Nationen ein Standbild schenkte, das diesen Abschnitt darstellt. Aber trotz aller Bemühungen ist es dem Menschen nicht gelungen, aus eigener Kraft Frieden zu schaffen. Gott sei Dank wird Gott den Frieden bringen, nach dem die Menschen sich so lange gesehnt haben.

Gog, Magog, Meschech, Tubal und der Fürst von Rosch

Neben allgemeineren Prophezeiungen in diesem Beitrag über Mächte nördlich und östlich des Heiligen Landes, die gegen eine letzte Wiederbelebung des Römischen Reiches kämpfen (Daniel 11,44, Offenbarung 9,13-19 und 16,12-16), wird Russland zusammen mit anderen eurasischen Nationen in einer Prophezeiung in Hesekiel 38 und 39 ausdrücklich erwähnt. Hier lesen wir von einer massiven endzeitlichen Invasion des Landes Israel durch eine Koalition von Mächten aus dem hohen Norden, angeführt von „Gog ... im Lande Magog“ und „der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal“ (Hesekiel 38,2-3).

Manche meinen, dass diese Invasion der Wiederkunft Jesu Christi vorausgehen wird. Sie erwarten sogar, dass sie jeden Tag stattfinden wird. Der Wortlaut der Prophezeiung sollte jedoch deutlich machen, dass das, was sie beschreibt, kurz nach der Wiederkunft Christi geschehen wird – auch wenn diese Koalition sich vielleicht schon vor seiner Rückkehr bildet und durchaus in den oben erwähnten östlichen Mächten vertreten sein könnte.

Was können wir mehr über die einzelnen Völker erfahren, die hier genannt werden? Dieser Gog von Magog und Fürst von Rosch, Meschech und Tubal ist mit Persien, Kusch und Put (die beiden letzteren werden gewöhnlich als Äthiopien und Libyen bezeichnet) sowie mit den Völkern Gomer und Togarma verbündet.

Diese verschiedenen Völker sind in der Völkertafel in 1. Mose 10 aufgelistet, in der die Familien aufgeführt sind, die von Noah abstammen. Von seinem Sohn Jafet stammen mehrere Völker ab, darunter Gomer, Magog, Tubal und Meschech, und von Noahs Sohn Ham die Völker Kusch und Put, die anscheinend der Ursprung der afrikanischen Völker sind, über deren Geschichte aber noch mehr zu sagen ist.

Magog bedeutet das Land Gog und bezeichnet möglicherweise einen hohen Herrscher, denn die Assyrer nannten dieses Volk Mat Gugi. Anhand antiker Schriftsteller und geografischer Studien können wir die Wanderungen dieses Volkes über die Steppen Südrusslands bis nach China verfolgen. Einige der zentralasiatischen Turkvölker kamen zusammen mit den Mongolen, den Moguln und anderen nach China.

Viele der Osttürken scheinen auch von den oben erwähnten Togarmah abzustammen, die in frühbiblischer Zeit im östlichen Kleinasien und Armenien lebten. Die Muschki und Tabali, die auf assyrischen Denkmälern erwähnt werden, waren in dieser frühen Zeit ihre Nachbarn.

Mit der Zeit drangen diese Völker nördlich des Kaukasusgebirges in das Gebiet Russlands ein. Die Scofield Reference Bible stellt fest, dass „der Verweis auf Meschech und Tubal (Moskau [die russische Hauptstadt] und Tobolsk [in Westsibirien]) ein sehr klares Identifikationsmerkmal ist“.

Und dann ist da noch der Name Rosch. Einige sehen darin das hebräische Wort für „Kopf“ und übersetzen es eher mit „Oberster Fürst“ als mit „Fürst von Rosch“. Aber viele sehen in Rosch einen Namen, zumal das Mitanni-Königreich neben den alten Muschki und Tabali als das Land von Raschu bekannt wurde, was blond bedeutet. Auch hier helfen uns die antiken Historiker, das Volk der Raschu bis nach Südrussland zu verfolgen.

Westliche Gelehrte meinen, dass Russland seinen Namen von den Warägischen Rus, den schwedischen Wikingern, erhalten hat, aber sowjetische Historiker behaupten, dass die Rus Slawen aus den südlichen Steppen waren. Möglicherweise gab es eine Kombination von Faktoren.

Auf jeden Fall kann man daraus schließen, dass die in Hesekiel erwähnten Rosch, Meschech und Tubal das westliche, zentrale und östliche Russland bis nach Westsibirien bezeichnen, wobei in Ostsibirien viele Turkvölker der Togarma leben.

Die Gomer, von denen im Endzeitbündnis die Rede ist, sind offensichtlich das Volk Südostasiens, das Khmer-Reich mit dem Zentrum Angkor in Kambodscha, das im Mittelalter Hunderte von Jahren Bestand hatte. Der Name hat sich im Volk der Khmer in Kambodscha und in zahlreichen anderen regionalen Unterscheidungen erhalten.

Persien ist der moderne Iran sowie einige Gebiete, in die manche der alten Perser eingewandert sind. Bis jetzt haben wir einen großen Teil Asiens betrachtet, mit Ausnahme des indischen Subkontinents in Südasien. Aber die Menschen in diesem Gebiet werden natürlich auch erwähnt. Kusch und Put scheinen die Außenseiter zu sein, wenn es um die Völker Afrikas geht.

Es ist nützlich, sich daran zu erinnern, dass das Volk des antiken Kusch in zwei Richtungen aus dem antiken Babylon auswanderte. Einige gingen als Äthiopier nach Afrika, andere gingen nach Indien und gaben dem Hindukusch-Gebirge und anderen Orten ihren Namen. Dasselbe scheint für Put zu gelten, das nicht nur im Westen zu Libyen wurde, sondern auch den Rajputen (d. h. den Herrschern von Put) in Indien seinen Namen hinterließ.

Kusch und Put in dieser Prophezeiung könnten also nicht die afrikanischen Zweige dieser Familien bezeichnen, sondern sich ausschließlich auf die asiatischen Zweige in Indien und Pakistan beziehen – und damit die große eurasische Koalition vervollständigen.

Was den Zeitpunkt dieser endzeitlichen Invasion unter der Führung Chinas und Russlands betrifft, so ist zu bedenken, dass sie das Land Israel, in das die Vertriebenen zurückkehrten, als ein Land des Friedens ohne Mauern, Gitter und Tore betrachteten – also eine leichte Beute für einen Eindringling.

Das entspricht ganz und gar nicht dem heutigen Israel, das von einer echten Mauer und Verteidigungsanlagen geschützt wird. Und der moderne Staat Israel ist bis an die Zähne bewaffnet.

Die Zeit, die am besten zu dem passt, was in Hesekiel 38 und 39 beschrieben wird, ist die Zeit nach der Rückkehr der Israeliten in ihr Land zu Beginn der tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi. Die Zurückgekehrten werden dann keiner materiellen Bewaffnung bedürfen, weil sie unter dem unmittelbaren Schutz Christi und seiner Heiligen und Engel stehen werden.

Der Anbruch des Millenniums

Wie wird es zum Überfall auf das Heilige Land kommen? Aus Offenbarung 16 und 19 wissen wir, dass bei der Wiederkunft Christi östliche Heere ins Heilige Land kommen werden, um sich den europäischen Heeren des Tieres entgegenzustellen, dass aber beide zusammen vernichtet werden, wenn sie versuchen, Christus bei seiner Wiederkunft zu bekämpfen.

Aber bedenken Sie, dass das eurasische Heer unglaublich groß ist und wahrscheinlich noch weit über Eurasien verstreut sein wird. So dürfte nur die Vorhut dieses Heeres den Weg ins Heilige Land geschafft haben, wenn Jesus diejenigen vernichten wird, die dort gegen ihn kämpfen.

Offensichtlich werden sich die übrig gebliebenen Kräfte neu formieren und versuchen, die Ereignisse auszuwerten, ohne zu erkennen, dass der göttliche Messias die Herrschaft über den Planeten übernommen hat. Da die eurasischen Mächte die zurückgekehrten Vertriebenen als schwach und wehrlos einschätzen, werden sie nach einiger Zeit dann doch in das Heilige Land einfallen, um es zu erobern.

Doch die Invasion endet für die Völker Magog, Rosch, Meschech, Tubal und ihre Verbündeten im Desaster. Die Menschen werden ihre Leichen begraben und ihre Ausrüstung über mehrere Monate hinweg verbrennen.

An dieser Prophezeiung erkennen wir, dass Jesu Herrschaft über die Welt offensichtlich in Etappen erfolgen wird. Jesus wird nicht die ganze Welt auf einmal unterwerfen. Er wird mit Israel beginnen und dann die umliegenden Nationen und schließlich die ganze Welt erobern. Das ist aber ein Prozess, der einige Zeit dauern wird.

Es wird eine letzte Schlacht geben und dann wird für den Rest des Millenniums Frieden herrschen. In der Bibel gibt es keinen Hinweis auf größere militärische Auseinandersetzungen während des Millenniums.

Die Bibel spricht davon, dass die Völker aus der Ferne zurechtgewiesen werden und in einigen Fällen durch das Zurückhalten von Regen gezüchtigt werden. Es mag also in den ersten Jahren des Millenniums hier und da Probleme geben. Bald aber wird die ganze Welt in Frieden leben, und niemand wird im ganzen Reich Gottes Schaden oder Verderben anrichten. Die Erde wird voll sein von der Erkenntnis Gottes, wie das Wasser das Meer bedeckt (Jesaja 11,9-10).

Doch am Ende des Millenniums wird es einen letzten Kampf gegen Gott geben. Satan wird aus seiner Gefangenschaft befreit, um die Völker erneut zu verführen, wie in Offenbarung 20, Verse 7-10 beschrieben. Diejenigen, die ihm folgen, um Gottes Volk anzugreifen, werden „Gog und Magog“ genannt.

Manche meinen, dass die Invasion in Hesekiel 38 und 39 dieselbe ist wie die in Offenbarung 20, aber es gibt mehrere Hinweise darauf, dass es sich um unterschiedliche Konflikte handelt. Man beachte zum Beispiel, dass die Völker in Offenbarung 20 „von den vier Ecken der Erde“ kommen sollen, d. h. aus der ganzen Welt und nicht aus der bestimmten geografischen Region Eurasien, auf die sich Hesekiel bezieht.

Es scheint, dass wir die Invasion von Gog und Magog zu Beginn des Millenniums als Typus und Vorläufer der endgültigen rebellischen Invasion von Menschen unterschiedlicher Völker am Ende des Millenniums verstehen sollten. In beiden Fällen werden die Feinde Gottes besiegt und sein Volk vor Schaden bewahrt.

Die in Hesekiel 38 und 39 beschriebene Invasion des Heiligen Landes steht nicht unmittelbar bevor, wie manche behaupten. Sie findet erst nach der Wiederkunft Christi statt. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die Anzeichen dieser sich entwickelnden Koalition ignorieren sollten. Wie bereits erwähnt, ist es durchaus möglich, dass sich diese Koalition schon vor der Rückkehr Jesu gegen die Tiermacht formiert, die in Europa entstehen wird.

Tatsächlich könnten wir die Anfänge dieser Koalition schon heute sehen, wenn wir die sich intensivierenden Beziehungen zwischen Russland, China, Indien, dem Iran und anderen asiatischen Mächten betrachten. Die Mitgliederliste der von China geführten Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit enthält praktisch die gleiche Liste von Nationen wie in der Prophezeiung Hesekiels. In dieser Hinsicht gibt es schon jetzt viel zu beachten.

Schwierige und herausfordernde Zeiten liegen vor uns, aber Gott gibt allen, die ihm jetzt folgen wollen, die Kraft und die Motivation, um zu überleben und zu siegen! Die Verheißungen des kommenden Zeitalters beschreiben eine wunderbare Zukunft, die uns Hoffnung gibt.

Eine neue, herrliche Morgendämmerung steht bevor – vielleicht gar nicht so fern, wie wir denken. Dann wird es endlich den lang ersehnten Frieden geben. Möge er bald kommen!

Segen für Gehorsam in der tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi

Der Wohlstand für alle Menschen in der Welt von morgen wird auf wertvollem Grundbesitz beruhen – fruchtbarem Boden (Micha 4,4). Der beste Boden nutzt aber nichts, wenn der Regen ausbleibt oder zu früh bzw. zu spät kommt. Hinzu kommen Gefahren durch Sturm, Hagel, Überschwemmung und Kälte. Wie viele Landwirte können ein Klagelied über den wirtschaftlichen Ruin anstimmen, den sie durch solche Einflüsse erlebt haben?

Unter der Herrschaft Jesu Christi werden die Menschen keine Angst mehr vor katastrophalen Wetterereignissen haben müssen. Im Gegenteil: Sie werden lernen, dass der Segen guten Wetters und einer gesunden Umwelt mit dem Gehorsam gegenüber dem König der Könige unzertrennlich verknüpft ist.

Eine Prophezeiung über die Zeit nach Jesu Wiederkehr zeigt, wie Jesus passive Erziehungsmittel einsetzen wird, um die Menschen zum Gehorsam zu animieren. Anstatt sie etwa durch Schläge und die damit verbundenen Schmerzen zu erziehen, wird er ihnen durch den Entzug lebenswichtiger Segen zeigen, dass es sich lohnt, ihm zu gehorchen.

Der Prophet Sacharja nennt Regen als ein solches Erziehungsmittel: „Und alle, die übrig geblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den Herrn Zebaoth, und um das Laubhüttenfest zu halten. Aber über das Geschlecht auf Erden, das nicht heraufziehen wird nach Jerusalem, um anzubeten den König, den Herrn Zebaoth, über das wird’s nicht regnen. Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufzöge und käme, so wird auch über sie die Plage kommen, mit der der Herr alle Heiden schlagen wird, wenn sie nicht heraufkommen, um das Laubhüttenfest zu halten“ (Sacharja 14,16-18; alle Hervorhebungen durch uns).

Jesu Vorgehensweise in solchen Fällen, wie in dieser Prophezeiung Sacharjas beschrieben, spiegelt das Prinzip „Segen bei Gehorsam, Entzug des Segens bei Ungehorsam“ wider. Dazu heißt es in 3. Mose 26, Verse 3-5: „Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun, so will ich euch Regen geben zur rechten Zeit und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen ... Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.“

Den Gehorsamen in der Welt von morgen verheißt Gott: „Ich will ... auf sie regnen lassen zu rechter Zeit. Das sollen gnädige Regen sein, dass die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen und das Land seinen Ertrag gibt, und sie sollen sicher auf ihrem Lande wohnen“ (Hesekiel 34,26-27). Gehorsam gegenüber Gott wird der Schlüssel zu diesem Segen sein: „Weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorsam gewesen bist, werden über dich kommen alle diese Segnungen ... Und der Herr wird dir seinen guten Schatz auftun, den Himmel, dass er deinem Land Regen gebe zur rechten Zeit“ (5. Mose 28,2. 12).