Antike Auferstehungsmythen führten zu modernen Osterbräuchen

Wie kam es zur Verknüpfung sonderbarer Bräuche mit der Auferstehung Jesu Christi? Die Antwort hat mit heidnischen Mythen zu tun, die der Geburt Jesu lange vorausgingen!

Von Scott Ashley

Wie kam es zu einer Verbindung zwischen der Anbetung antiker Götter und dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi? Die Details darüber sind mit der Zeit verloren gegangen. Dennoch hilft uns eine nähere Untersuchung des antiken Götzendienstes zu verstehen, wie sich heidnische Praktiken in heutigen Osterbräuchen fortsetzen konnten.

Unter den ersten „Göttern“, über die man Aufzeichnungen fand, sind der babylonische Fruchtbarkeitsgott Tammuz und die Göttin Ischtar. Man glaubte damals, dass Tammuz „jedes Jahr von Neuem sterben und von der sonnigen Erde in die düstere Unterwelt eingehen“ müsse (Sir James Frazer, Der goldene Zweig – Das Geheimnis von Glauben und Sitten der Völker, 2004, Seite 475).

Der Zyklus der Jahreszeiten wurde mit Tammuz’ angeblichem jährlichen Tod und seiner Auferstehung in Verbindung gebracht. „Unter dem Namen Osiris, Tammuz, Adonis und Attis stellten die Völker Ägyptens und West-Asiens den jährlichen Verfall und das Wiedererstehen des Lebens dar und verleihten diesem in Form eines Gottes Gestalt, der alljährlich starb und wieder von den Toten auferstand. In Bezug auf Namen und Einzelheiten wechselten die Riten von Ort zu Ort; dem Wesen nach waren sie gleich“ (ebenda, Seite 474).

Viele dieser Riten sollten Tammuz’ Rückkehr von den Toten herbeiführen. Über eine dieser Zeremonien wird im Buch Hesekiel, Kapitel 8, Vers 14 berichtet, als der Prophet Hesekiel eine Vision von einer Gräueltat hatte – Frauen „beweinten den Tammus“ im Tempel des Schöpfergottes

Das Nachschlagewerk The Expositor’s Bible Commentary sagt zu diesen Versen: „Tammuz, der später durch den Namen mit Adonis und Aphrodite in Verbindung stand, war ein Gott der Fruchtbarkeit und des Regens ... Im mythologischen Zyklus der Jahreszeiten starb er im Herbst, als die Vegetation verwelkte. Seine Wiederbelebung durch Ischtars Klagen wurde durch die Frühlingsknospen und die Fruchtbarkeit der Erde symbolisiert. Diese Wiederbelebung wurde durch zügellose Fruchtbarkeitsfeiern gefeiert ... Die Frauen beklagten Tammuz’ Tod. Wahrscheinlich folgten sie auch dem Ritual der Ischtar, für die Wiederbelebung Tammuz’ zu weinen“ (Ralph Alexander, Band 6, 1986, Seite 783-784).

Als sich die Anbetung Tammuz’ und Ischtars im Mittelmeerraum ausbreitete, einschließlich des Gebiets des biblischen Israels, wurde dieses Götterpaar unter anderen Namen verehrt – Baal und Astarte (Aschtoret), Attis und Cybele und Adonis und Aphrodite. Gott verurteilte die sinnliche und pervertierte Anbetung Baals und Astartes aufs Schärfste (Richter 2,11-15; 3,7-8; 10,6-7; 1. Könige 11,4-6. 31. 33; 16,30-33; 22,52-53).

Vorchristliche Bräuche werden bei der Anbetung Christi übernommen

Im antiken Götzendienst finden wir die Mythologie, die diese alten Bräuche letztendlich mit dem Tod und der Auferstehung Christi in Verbindung brachte. Der Religionsphilosoph Alan Watts schreibt dazu:

„Es würde sehr langwierig sein, all die Einzelheiten, die über die verschiedenen Riten für Tammuz, Adonis und viele andere festgehalten wurden, aufzuzählen. Ihre universelle Thematik – das jährliche Drama von Tod und Auferstehung – macht sie zu den Vorläufern des christlichen Ostern, und somit zu den ersten ,Ostergottesdiensten‘.“ Watts’ Fazit dazu lautet: „Wenn wir das christliche Osterfest beschreiben, werden wir sehen, wie viele seiner Bräuche und Zeremonien diesen vergangenen Riten ähneln“ (Easter: Its Story and Meaning, 1950, 2023, Seite 46-47).

Watts beschreibt einige der Ähnlichkeiten und Parallelen: „Kurz vor der Frühjahrstagundnachtgleiche ... begannen die Mitglieder dieses Kultes [von Tammuz-Ischtar, Attis-Cybele und Adonis-Aphrodite] zu fasten, wie die Christen die Fastenzeit begehen, die vierzig Tage vor Ostern beginnt“ (Seite 47).

Er berichtet auch, wie einige dieser Verehrer einen Baum fällten und ihn dann „mit Ehrfurcht und Zeremonie zum Kybele-Tempel trugen und ihn im zentralen Heiligtum aufstellten, [wo] ... an seinem Mittelstamm die Figur des jungen Gottes aufgehängt wurde“ (Seite 47-48).

Weiter heißt es: „Hier versammelten sich die Gläubigen während der verbleibenden Fastentage, um Trauerlieder für den toten Attis zu singen. Und noch heute singen die Christen am Karfreitag bei der Verehrung des Kreuzes ihr Trauerlied für einen anderen und größeren [Gott], der an einem Baum gestorben ist“ (Seite 48).

Als sich das Fasten dem Ende zuneigte, fand ein bemerkenswerter Ritus statt: „Die Figur des toten Attis wurde vom Baum geholt und in der Abenddämmerung begraben. Bis tief in die Nacht standen seine Anhänger um das Grab und sangen Trauerlieder. Doch als die Dämmerung nahte, wurde ein großes Licht entzündet, so wie heute Christen in der Osternacht die Osterkerze als Symbol des auferstandenen Christus anzünden“ (Seite 50).

Frazer beschreibt den Götzenkult folgendermaßen: „Die Trauer der Anbeter wurde in Freude verwandelt ... Das Grab wurde geöffnet: Ihr Gott war von den Toten auferstanden; und während der Priester den Trauernden Balsam auf die Lippen strich, flüsterte er ihnen leise die frohe Botschaft von der Erlösung ins Ohr.

Die Auferstehung ihres Gottes wurde von seinen Jüngern als Verheißung begrüßt, dass auch sie vor dem Verderben bewahrt und triumphierend aus dem Grab hervorgehen würden. Am nächsten Tag wurde die göttliche Auferstehung mit wildem Jubel gefeiert. In Rom und wohl auch anderswo nahm die Feier die Form eines Karnevals an“ (a. a. O., Seite 350).

Eine uralte Feier, die übernommen wurde

Der Götzendienst an Tammuz-Adonis-Attis verbreitete sich in unterschiedlicher Form im ganzen Römischen Reich, einschließlich Rom selbst. Während sich das Christentum im ganzen Reich ausbreitete, vermischten religiöse Führer anscheinend die Bräuche und Praktiken, die mit diesem antiken „auferstandenen“ Gott in Verbindung standen, und bezogen diese auf den auferstandenen Sohn Gottes.

Dazu Frazer: „Wenn wir bedenken, wie oft die Kirche es geschickt verstanden hat, den Samen des neuen Glaubens in den alten Bestand des Heidentums einzupflanzen, können wir vermuten, dass die Osterfeier des toten und auferstandenen Christus auf eine ähnliche Feier des toten und auferstandenen Adonis aufgepfropft wurde“ (ebenda, Seite 345).

In dieser Hinsicht folgte Ostern dem Beispiel von Weihnachten, dessen vorchristliche Bräuche ebenfalls allgemein bekannt waren und später in der Kirche willkommen geheißen wurden. Der bereits zitierte Ethnologe James G. Frazer schreibt dazu:

„Ähnliche Beweggründe [mögen] die kirchlichen Behörden dazu bestimmt haben, das Osterfest des Todes und der Auferstehung eines anderen asiatischen Gottes anzugleichen, das in dieselbe Jahreszeit fiel. Die Osterriten, die noch heute in Griechenland, Sizilien und Süditalien abgehalten werden, weisen in mancher Beziehung eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Adonisritus auf, und ich nehme an, dass die Kirche bewusst das neue Fest seinem heidnischen Vorgänger zu dem Zwecke anpasste, Seelen für Christus zu gewinnen“ (ebenda, Seite 523-524).

Was würde Jesus tun?

Da Ostern (mit seinen heidnischen Symbolen) als Feier der Auferstehung Jesu Christi erst Jahrhunderte nach seiner Himmelfahrt übernommen wurde, stellt sich die Frage, ob Jesus selbst Ostern feiern würde.

Die Heilige Schrift billigt keine vorchristlichen Feste der Heiden. Im Gegenteil, sie verurteilt solche Feiern. Die Bibel lehnt heidnische Praktiken bzw. die Verehrung falscher Götter ab (5. Mose 12,29-31). Ostern ist eine von Menschen geschaffene Tradition, deren Bräuche vielfach auf Götzendienst zurückzuführen sind. Wir können daher davon ausgehen, dass Jesus Christus Ostern als Fest weder befürworten noch halten würde.

Jesus ändert sich nicht (Hebräer 13,8). Wenn er heute als Mensch auf Erden lebte, würde er wieder das jährliche Passah auf die gleiche Weise halten, wie er es seinen Nachfolgern geboten hatte (1. Korinther 11,23-26; Johannes 13,15-17). Und er würde auch die Tage der ungesäuerten Brote auf die gleiche Weise halten, wie er Paulus inspiriert hat, die ersten Christen dazu aufzufordern (1. Korinther 5,6-8).

Wer Jesus nachfolgen möchte, wird Jesu Beispiel folgen und seinen Glauben anhand der Bibel überprüfen. Und Sie?

Was tun Sie, wenn alle anderen Ostern feiern?

Sind Sie zu der Überzeugung gelangt, dass es bibelgemäß ist, statt Ostern das Passah zu feiern, wie in unserem Hauptartikel dargelegt, kommt es darauf an, dass Sie diese neue Erkenntnis in die Tat umsetzen. Ein solcher Schritt ins Neue kann einem schwerfallen, besonders wenn die eigene Familie in Ostern voll aufgeht und kein Verständnis für Abweichler hat.

Wenn Ihnen Ostern bisher viel bedeutet hat, kann eine Wende zu neuen Praktiken, wie die Feier der neutestamentlichen Feste des Passahs und der Ungesäuerten Brote, ein großer Schritt sein. Aber wenn Sie diesen Schritt einmal wagen und Jahr für Jahr konsequent durchhalten, wird Ihre Verehrung von Gott und Jesus Christus eine Verwandlung erfahren.

Wenn Sie von Ihrer Familie oder Ihren Freunden zur Rede gestellt werden, können Sie ihnen erklären, dass diese Feste in einer Beziehung mit Jesus Christus verankert sind und sein Opfer für unsere Sünden vollends anerkennen.

Wenn jemand Ihnen vorwerfen sollte, durch die Aufgabe von Ostern Jesus zu verleugnen, können Sie erwidern, dass Sie durch Ihre neue Praxis genau das Gegenteil tun: Sie bestätigen sogar Jesus durch die neuen Feste als Herrn und Heiland. Denn durch die Feier des Passahs und des Festes der Ungesäuerten Brote folgen Christen dem Vorbild Jesu Christi (Lukas 22,15-20).

Wenn Sie in Liebe mit Ihrer Familie und Ihren Freunden über dieses Thema sprechen und ihnen die biblische Wahrheit über diese Feste erklären, werden Ihre Gesprächspartner hoffentlich zumindest anerkennen, dass Ihre Überzeugung einem aufrichtigen Wunsch entstammt, nämlich dem, Gott zu gefallen und ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten (Johannes 4,23-24).