Nur auf die einzige Stimme hören, auf die es ankommt

Ein unaufhörliches Trommelfeuer vieler Stimmen umgibt uns und versucht uns zu formen. Hören Sie jedoch lieber auf die eine Stimme, die für Ihr Leben von entscheidender Bedeutung ist – jetzt und für alle Zeiten.

Von Robin Webber

Der Grand Canyon in Arizona ist ein beeindruckender Anblick. Ob persönlich vor Ort oder auf einem Foto, die Menschen fragen sich, wie die vielfältigen Kräfte von Sonne und Wind, Frost und Wasser diese spektakuläre Landschaft geschaffen haben. Es ist ein beeindruckendes Bild von Ursache und Wirkung.

Ebenso wie dieses berühmte Naturwunder werden auch wir von Elementen geformt, die bleibende Spuren hinterlassen. Diese Spuren sind für alle sichtbar, die uns erleben, angefangen bei Gott im Himmel bis hin zu unseren Mitmenschen der Erde.

Im Gegensatz zum Grand Canyon, der ständig den Naturgewalten ausgesetzt ist, haben wir als Nachfolger Jesu Christi die Wahl, was wir auf unseren Verstand einwirken lassen, wenn wir seinem Ruf „Folgt mir nach!“ (Matthäus 4,19; 16,24) nachkommen. Das gilt auch, wenn verschiedene Kräfte immer wieder versuchen, uns zu beeinflussen und unsere Zeit in Beschlag zu nehmen.

Eine unerbittliche Kraft, die Gott uns vor Augen führen möchte, sind die „Stimmen“, die jeden Tag in unserem Leben auf uns einwirken. Diese Stimmen haben einen mächtigen Einfluss auf uns, genauso wie Sonne, Wind und Regen auf den Grand Canyon. Sie beeinflussen uns „vom Mutterleib bis zum Grab“ und prägen unser Bild von Gott, von uns selbst und von dem, was Gott in anderen bewirkt.

Stimmen zählen! Der Patriarch Hiob, der von den anklagenden Worten seiner Freunde zermürbt wurde, rief aus: „Wie lange redet ihr noch auf mich ein? Wie lange wollt ihr mich mit Worten quälen?“ (Hiob 19,2; Gute Nachricht Bibel).

Meine Frage lautet wie folgt: Auf welche Stimmen hören wir? Es gibt nur eine Stimme, die wirklich zählt, und wir müssen diese Stimme laut und deutlich hören.

Die Schafe des Hirten kennen seine Stimme

Es gibt einen „Fürsten, der in der Luft herrscht“ und „in den Söhnen des Ungehorsams wirkt“, Satan selbst (Epheser 2,2; Schlachter-Bibel). Er versucht, uns in sein selbstsüchtiges und selbstzerstörerisches Bild hineinzuziehen. Es ist an der Zeit, die Verbindung zu kappen und uns von seinem Einfluss zu trennen.

Der Autor von Psalm 90, Verse 10 bis 12, erinnert uns daran, dass wir nicht, im Gegensatz zum Grand Canyon, Jahrtausende Zeit haben, um die geistliche Form anzunehmen, die unser himmlischer Vater für uns vorgesehen hat. Der Prophet Jesaja erklärt, dass die Stimme, die uns ursprünglich formte, die entscheidende Stimme ist: „Du bist unser Vater! Wir sind der Ton, du bist der Töpfer; wir alle sind von deiner Hand geschaffen“ (Jesaja 64,7; Gute Nachricht Bibel).

Und in Hebräer, Kapitel 13, Vers 20 erfahren wir, dass unser himmlischer Vater Jesus Christus zum „großen Hirten der Schafe“ ernannt hat. Er hat zuvor von sich selbst erklärt: „Der Hirte geht durch die Tür zu seinen Schafen. Ihm öffnet der Wächter die Tür, und die Schafe hören auf seine Stimme. Der Hirte ruft jedes mit seinem Namen und führt sie aus dem Stall. Wenn er alle seine Schafe ins Freie gebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen“ (Johannes 10,2-4; „Hoffnung für alle“-Bibel).

Diese Metapher wurde von Jesus in Anlehnung an das Hirtenleben im Nahen Osten verwendet. Die Herden vermischten sich, wenn zwei Hirten Zeit miteinander verbrachten, um ihrer berufliche Einsamkeit zu entgehen. Wenn es an der Zeit war, sich zu trennen, rief jeder Hirte seine Schafe mit seinem unverwechselbaren Ruf oder Pfiff, und die Herden trennten sich und folgten ihrem jeweiligen Hirten.

Eine solche Reaktion entwickelt sich jedoch nicht über Nacht. Neugeborene Schafe folgen instinktiv der Herde, in der sie sich befinden. Erst später, durch die ständige Aufmerksamkeit eines liebevollen Hirten und die richtige Reaktion eines heranwachsenden Lammes, entwickelt sich die Bindung an eine einzigartige, fürsorgliche Stimme.

Als ehemaliger Hirte bezog sich David in seinem Psalm auf diese Erfahrung: „Der Herr ist mein Hirte ...“ (Psalm 23,1). Alles, was in diesem beliebten Psalm folgt – die Führung des Hirten und seine beständige Gegenwart auf grünen Weiden, an stillen Wassern, auf den Wegen der Gerechtigkeit, in schattigen Tälern dunkler Zeiten und das Wohnen im Haus des Herrn für immer – hängt davon ab, dass erstens die Schafe die Stimme ihres jeweiligen Hirten hören und zweitens seinem Ruf mehr als jeder anderen Stimme gehorchen.

Widersteht der Schlange mit der ruhigen, sanften Stimme

Aber seien wir gewarnt: Dieselbe Stimme der Schlange, die im Garten Eden zu Eva sprach, ist noch immer lebendig und aktiv.

Der Apostel Paulus bezeichnet die Schlange (Satan) mit ihrem Stimmengewirr, das auf uns einprasselt, als „Gott dieser Welt“, dieser Kultur, dieser Gesellschaft. Satan verblendet die Menschen, „dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes“ (2.Korinther 4,4). Wie wir gesehen haben, wird er auch „Fürst, der in der Luft herrscht“ genannt. Er dringt in jede noch so kleine Ritze ein, um uns von der einen Stimme abzulenken, auf die es ankommt.

Wir können nicht verhindern, dass Satan an vielen Stellen versucht, in uns einzudringen, aber wir haben die Möglichkeit, ihn zurückzuweisen und auf die Stimme des Hirten zu hören und zu reagieren. Der Psychologe Viktor Frankl, ein Überlebender eines Konzentrationslagers im Zweiten Weltkrieg, der täglich mit einer Flut negativer Stimmen konfrontiert wurde, soll gesagt haben: „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegt unser Wachstum und unsere Freiheit.“

Eine Herausforderung für die Nachfolger Jesu besteht darin, dass wir uns heute allzu oft bildlich gesehen an der Seite des entmutigten Elias befinden, der vor der Stimme der Königin Isebel zitterte, die ihn zu töten drohte. Er floh auf den Berg Sinai, in der Hoffnung, Gottes Stimme in einem vorbeiziehenden Wind, einem Erdbeben oder Feuer zu vernehmen. Er erwartete eine Art donnernder Unterbrechung durch Gott, anstatt das zu hören, was er schließlich vernahm – eine leise, sanfte Stimme. Dann fragt Gott ihn: „Was machst du hier, Elia?“ (siehe 1. Könige 19,8-13). Und er fragt uns dasselbe. Warum hören wir auf andere Stimmen, auch auf unsere eigene?

Aber täuschen wir uns nicht, unser himmlischer Vater unterbricht uns durch Christus heute genauso wie damals. Der auferstandene Christus beendet seine Botschaften an die sieben Gemeinden der Offenbarung wie folgt: „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir“ (Offenbarung 3,20; Elberfelder Bibel).

Aber um sein Klopfen und seine Stimme zu hören, müssen wir die Leitung zu den anderen Stimmen durchschneiden und den Lärm ausblenden, der uns daran hindert, die wunderbare Einladung „Folgt mir nach!“ zu vernehmen.

Von Gottes Wort erfüllt sein

Aber es reicht nicht, nur die Verbindung zu kappen! Wir müssen sie ersetzen und uns mit der einzigen Stimme verbinden, die zählt. Und warum? Leere Räume füllen sich auf die eine oder andere Weise. Satan liebt es, in einem Vakuum zu wirken und es zu seiner Zeit und auf seine Weise zu füllen. Im Römerbrief, Kapitel 12, Vers 21 wird uns gesagt: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Vielleicht klopft Christus, das lebendige Wort, gerade jetzt an die Tür unseres Herzens, dieselbe Stimme, die uns vor langer Zeit gelehrt hat, wie wir beten sollen, indem sie unter anderem sagte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Matthäus 6,11). Hat Jesus von etwas Größerem gesprochen als von der Sorge um unser leibliches Wohl?

Die Autorin Bo Stern geht in ihrem Buch Beautiful Battlefields im Kapitel 3 „Catching Manna“ („Manna einsammeln“) darauf ein. Als Israel durch die Wüste zog, gab Gott ihnen jeden Tag Manna zu essen, damit sie in einer feindlichen Umgebung überleben konnten, wobei die Freitagsration auch noch bis zum nächsten Tag, dem Sabbat, reichte (2. Mose 16).

0Die Denkweise der Israeliten wurde durch den Meisterlehrer neu ausgerichtet. Der Gott des Universums gab ihnen nicht alles auf einmal, was sie für Wochen oder Monate brauchten. Sie mussten im Glauben darauf vertrauen, dass er ihnen ihr „tägliches Brot“ für jeden Tag allein und zusätzlich für den Sabbat geben würde. Diese tägliche Versorgung mit Nahrung gab ihnen die Zuversicht, dass Gott sie sicher durch die Wüste führen würde.

Wir sollten uns daran erinnern, dass Gott sie von ihrer Abhängigkeit von Ägypten und den verlockenden Stimmen, dorthin zurückzukehren, befreite. Er half ihnen stattdessen, sich an ihn zu binden, ihm zu vertrauen, dass er für ihre Bedürfnisse sorgte. Anstatt ihnen von vornherein Vorräte anzubieten, entschied er sich, sie Tag für Tag zu ernähren und ihnen 40 Jahre lang jeden Tag die Notwendigkeit vor Augen zu führen, sich auf seine liebevolle Versorgung zu verlassen. Er zeigte ihnen, dass allein seine leitende Stimme würdig, liebevoll und verlässlich war.

Und Jesus, das lebendige Wort Gottes, war eigentlich derselbe „Ich bin“, der Israel durch die Wüste Sinai führte: „Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsre Väter ... haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus“ (1. Korinther 10,1. 4). Bei seiner eigenen Erfahrung in der Wüste, als er von Satan versucht wurde, durchtrennte Jesus die Verbindung zur verführerischen Stimme des Teufels, indem er verkündete: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“ (Matthäus 4,4). Er zitierte die Heilige Schrift jedes Mal als Antwort auf Satans Verlockungen (hier aus 5. Mose 8,3). Es war diese Schrift, die ihn in Zeiten der Not geleitet und genährt hatte.

Gottes Wort wird uns niemals zu etwas führen, das seinem Wesen, Charakter oder Plan widerspricht. Auch wenn es ein lebenslanger Lernprozess ist, seine Stimme zu erkennen und auf sie zu hören, können wir darauf vertrauen: Je besser wir Gott kennen, desto deutlicher werden wir ihn hören!