Ein Weltall mit Gott im Mittelpunkt

Gott, Evolution und das Universum © Robert Gendler, Subaru Telescope (NAOJ)
Heute haben wir mehr Kenntnis des Universums als jemals zuvor. Wenn wir die Sterne im Himmel betrachten, sehen wir die Hand Gottes hinter allem? Oder schauen wir an der Wahrheit vorbei?

Die Geschichte der Menschheit strotzt vor falschen Vorstellungen vom Universum. Kern des Problems ist, dass der Mensch den Mittelpunkt des Weltalls übersieht: den Schöpfer.

Von Darris McNeely

Heute hat der Mensch mehr Kenntnis des Universums als jemals zuvor. Doch seit Jahrhunderten verkennt er den Grund für die Existenz dieses Ganzen. Der Schlüssel zum Verständnis ist die Einsicht, dass Gott schon immer im Mittelpunkt gestanden hat und in alle Ewigkeit im Mittelpunkt stehen wird. Wenn wir die Sterne im Himmel betrachten, was sehen wir? Sehen wir die Hand Gottes hinter allem? Oder schauen wir an der Wahrheit vorbei?

Das Weltall, das wir beobachten dürfen, soll den Gott der Schöpfung, den Gott Abrahams, den Gott der Bibel offenbaren. Es soll uns unsere Bestimmung und unseren Platz im Heilsplan Gottes offenbaren. Es soll unseren Blick auf Gott richten. Es soll uns mehr als vieles andere helfen, eine Beziehung mit Gott zu entwickeln.

Nach Betrachtung des nächtlichen Himmels schrieb König David Folgendes: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet das Werk seiner Hände. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Rede und ohne Worte, ungehört bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde“ (Psalm 19,2-5; Einheitsübersetzung).

Dieser Textabschnitt ist ein guter Ausgangspunkt für die Ent­wicklung einer Sicht des Universums, die Gott im Mittelpunkt sieht. Denn Gott hat das Weltall zu dem Zweck geschaffen, seine Herrlichkeit unter den Menschen bekannt zu machen. Wohin wir auch unsere Fernrohre richten, begegnen wir unermesslichen Entfernungen und Raumgrößen. Wir erblicken Himmelskörper und Systeme, die uns immer mehr Geheimnisse bieten. Je mehr wir beobachten, desto mehr erfahren wir.

Als der amerikanische Astronaut Buzz Aldrin, der zur Besatzung von Apollo 11 gehörte, seinen Fuß zum ersten Mal auf den Boden des Mondes setzte, beschrieb er die öde Landschaft als „prächtige Verwüstung“.

Diese prächtige Verwüstung ist aber längst nicht auf den Mond beschränkt. Wir sehen ein Universum, das vor Kraft strotzt und sich rasant ausdehnt. Manche Physiker vertreten die Ansicht, dass die Ausdehnung in einigen Milliarden Jahren aufhören und einer Schrumpfung weichen könnte, die so lange anhält, bis alles wieder in einem kleinen Punkt gesammelt ist. Dann werde es wieder einen „großen Knall“ geben, mit dem eine erneute Ausdehnung beginnt. Andere sind aber der Meinung, dass die Ausdehnung sich nie umkehren, sondern solange anhalten wird, bis alle Moleküle bewegungslos und unverbunden sind – ein Zustand, der mit dem Begriff „Wärmetod“ umschrieben wird. Wieder andere rechnen damit, dass eine geheimnisvolle dunkle Energie alles auseinanderreißen wird.

Keine dieser Aussichten ist besonders ermutigend. Sie alle hinterlassen vielmehr ein Gefühl der Sinnlosigkeit, der Einsamkeit und der Verzweiflung.

Wenn wir aber Gott für den Mittelpunkt des Universums halten, gewinnen wir Hoffnung und Erkenntnis. Das Weltall wird weder mit einem Knall noch mit einem Winseln zu Ende gehen. Wir müssen aber das Ganze von Gottes Warte aus betrachten. Dann gewinnen wir Sinn und Hoffnung.

Langlebige Irrtümer

Der Mensch hat das Universum nie von dieser Warte aus betrachtet, weil unsere Ureltern im Garten Eden die Offenbarungen Gottes ablehnten und ihre Nachkommen sich von Gott noch weiter entfernten. Angesichts der Himmelserscheinungen gaben sich die Menschen falschen Gottvorstellungen hin und beteten letztendlich den „Gott dieser Welt“ an, Satan den Teufel (siehe 2. Korinther 4,4).

Abgeschnitten von der Kenntnis des wahren Gottes und von Satan verführt, sahen viele Menschen in den Sternen eine Versammlung göttlicher Wesen. Ihre falsche Sicht wurde in verschiedenen Abwandlungen von Generation zu Generation weitergereicht. In den Umkreisungen der Sonne und der Sterne erblickten die Menschen ein Drama, das aus Streit, Habgier, Liebe, Eifersucht und Krieg bestand. Götter und Göttinnen, mit menschlichen Schwächen ausgestattet, waren die vermeintlichen Bewohner des Himmels, deren Streitigkeiten das Leben der Menschen in Mitleidenschaft zogen.

Landwirte gingen davon aus, dass der Erfolg ihrer Ernte vom Ausgang des Dramas im Himmel abhing. In der Hoffnung, dass ihnen ein Kindersegen geschenkt würde, beteten unfruchtbare Frauen den Morgenstern als Göttin an. Selbst Könige suchten Rat von den Konstellationen, die nach ihrer Vorstellung ihren Hauptgott darstellten.

Eine solche lebhafte Fantasie beherrschte das Denken der Ägypter, der Babylonier, der Griechen, der Römer und der restlichen Welt. Sie alle blickten zum Himmel, wo sie Götter vermuteten. Aber den wahren Gott fanden sie nicht. Es kam die Praxis der Astrologie auf, mit der man die eigene Zukunft aus den Stellungen der Sterne zu ermitteln suchte. Selbst heute glauben noch viele an die Wirksamkeit dieser bedeutungslosen Kunst.

Mit der Astrologie machten die Menschen den ersten Sprung zur Vorstellung, dass das Leben auf der Erde von unsichtbaren Kräften gesteuert wird, die ihren Ursprung in den entferntesten Tiefen des Weltalls haben. Aber sie schauten an der Herrlichkeit des wahren Gottes vorbei und schufen sich ein falsches Glaubensgebäude, das immer noch Bestand hat. Anstatt Gott als den Mittelpunkt des Universums zu betrachten, betete man verschiedene Aspekte der Schöpfung selbst an.

Ein weiterer Fehler des Menschen war die Überzeugung, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist und dass alles andere sich um sie dreht. In der Vorstellung der Menschen im Altertum erwachte der Sonnengott im Osten und ritt in seinem Streitwagen durch den Himmel in den Westen. Des Nachts reiste er durch die Unterwelt in einem Boot, bis er wieder im Osten auftauchte.

Die Sterne galten als Leuchten in einem Gewölbe, das sich um die Erde drehte. Auch die Sonne drehte sich um die Erde, und zwar schnell im Tagesablauf und langsam im Jahresverlauf. Dieses Weltbild hielt sich über Jahrhunderte hinweg.

Man ging davon aus, dass die Erde der Mittelpunkt von allem war. Der römische Astronom Ptolemäus hatte eine geometrische Erklärung für die Bewegung der Himmelskörper, die 1500 Jahre lang als autoritativ galt. Sein System wurde sogar als Dogma von der römischen Kirche angenommen und propagiert.

Wie heute jeder weiß, hat man sich aber geirrt. Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums. Es mag überraschen, aber die Bibel behauptet nirgendwo, dass die Erde im Mittelpunkt steht.

Die kopernikanische Wende

Erst im 16. Jahrhundert nach Christus wurde in Frage gestellt, dass die Erde der Mittelpunkt des Weltalls ist, und zwar durch Nikolaus Kopernikus. Sein Buch zu diesem Thema löste eine Umwälzung in der Naturwissenschaft aus, die im 17. Jahrhundert vollendet wurde. Die Erfindung des Fernrohrs machte es dem Menschen möglich, die Sterne und Planeten genauer zu beobachten, mit der Folge, dass die alte Annahme eines geozentrischen Universums nicht mehr zu halten war.

Die Erde bewegte sich doch. Die Planeten fuhren um die Sonne, jeder in einer eigenen Umlaufbahn und mit eigener Ge­schwindigkeit. Manche Planeten, wie zum Beispiel der Jupiter, hatten eigene Monde, die sie umkreisten.

Der Streit spitzte sich zu, als Galileo vor der Inquisition wegen Ketzerei angeklagt wurde. Die katholische Kirche war nicht bereit, seine Kritik an dem überkommenen Dogma zu dulden. Es dauerte aber nicht lange, bis der offizielle Irrtum offensichtlich war.

Nachdem Kopernikus, Kepler, Galileo und Newton mit ihrer bahnbrechenden Mathematik fertig waren, erschien das Weltall in einem ganz anderen Licht. Die Erkenntnis breitete sich aus, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, sondern einer von mehreren Planeten, die um die Sonne kreisen.

Lange Zeit danach galt die Sonne als Mittelpunkt des Alls. Aber auch das war ein Irrtum. Heute wird die Sonne als kleiner Stern gesehen, und zwar einer von Milliarden in unserer Galaxie, wobei auch diese Galaxie nur eine von Milliarden Galaxien ist.

In den letzten hundert Jahren hat sich unser Wissen um das Universum vervielfacht. Es wird heute geschätzt, dass das Universum um 14 Milliarden Jahre alt und so groß ist, dass es uns unmöglich ist, das Ganze wahrzunehmen. Alle Beobachtungen bisher lassen darauf schließen, dass es sich in jeder Richtung ausdehnt. Hier und da gibt es schwarze Löcher; das sind zusammengefallene Sterne, die alles verschlingen, was in der Nähe ist, selbst wenn es nur Licht ist.

Je mehr wir entdecken, desto mehr Fragen türmen sich auf. Das Weltall ist voller Überraschungen. Und dennoch, es besteht hauptsächlich aus dunklem, leerem, kaltem, einsamem Raum.

Ist der Mensch allein?

Um Rückschau zu halten, halten wir kurz inne. Der Mensch des Altertums war der Überzeugung, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Im Himmel stellte er sich eine ganze Gemeinschaft von Göttern vor. Das Heidentum vermittelte uns ein schiefes Bild vom Göttlichen. Auch im Mittelalter sah man die Erde und den Menschen als Mittelpunkt von allem. Das vorherrschende christliche Dogma übersah vieles, was in der Bibel steht, und hatte eine entstellte Vorstellung sowohl von Gott als auch von Gottes Sicht des Menschen.

Leider fehlt unserer Gesellschaft immer noch ein richtiges Verständnis von Gott, dem Weltall und dem Menschen. Auch wenn wir nicht mehr der irrigen Vorstellung anhängen, die Erde und der Mensch seien der Mittelpunkt des Universums, herrscht heute die Meinung vor, dass Gott im Weltall überhaupt nichts mehr zu suchen hat. Wir wissen zwar um die weiten Leeren im Universum, aber wir sehen keinen Sinn mehr in dem Ganzen. So sieht der „Fortschritt“ aus, den uns die Naturwissenschaft geschenkt hat! Als Folge davon ist der Mensch einsamer denn je zuvor.

Als das Fernrohr mit der Vorstellung aufräumte, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist, war eine Wende des Wissens im Gange, die zur Welt der Moderne führte, in der die menschliche Vernunft das Kommando übernommen hat. Danach kam die Theorie der Evolution, nach der der Mensch lediglich die höchste unter vielen Lebensformen darstellt und das Leben überhaupt das Ergebnis ungesteuerter Vorgänge ist. In diesem Bild gibt es keinen Platz für ein höheres Wesen wie Gott.

Während der Mensch auf die Ebene der Tiere herabgestuft wird, obwohl er in der Lage ist zu fragen, was und wer er selbst ist, wird die Naturwissenschaft vergöttert. Früher hatte man ein falsches Verständnis vom Kosmos und von Gott, und heute hält man Gott eher auf Abstand, wenn man ihn nicht sogar ganz und gar aus dem Denken verbannt. Damit hat die Behauptung des Paulus in Römer 1, Vers 20 heute noch mehr Gültigkeit, als sie zur Zeit ihrer Niederschrift hatte: „Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine ewige Macht und göttliche Majestät sehen und erfahren können. Sie haben also keine Entschuldigung“ („Hoffnung für alle“-Übersetzung; Hervorhebung durch uns).

Der inzwischen verstorbene Physiker Stephen Hawking vertrat den Standpunkt, dass das Weltall ohne Einwirkung eines Schöpfers zustande kommen konnte. Seiner Ansicht nach boten natürliche Vorgänge eine vollständige Erklärung für die Entstehung des Ganzen. Mit zunehmendem Wissen um das Weltall hat die Neigung zugenommen, Gott ganz aus dem Bild zu entfernen.

Heute liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach intelligentem Leben außerhalb der Erde in der Astronomie. Diese Suche, die seit einigen Jahrzehnten im Gange ist und bereits mehrere Milliarden verschlungen hat, hat bisher keinerlei Spuren von außerirdischem Leben nachgewiesen. Das hat zu der Frage geführt: Wo sind sie denn alle?

Nach so vielem ergebnislosem Suchen hat es den Anschein, dass das auf Kohlenstoff beruhende Leben nur auf der Erde zu finden ist. Könnte es sein, dass der Mensch die einzige intelligente Lebensform im ganzen Universum darstellt? Für manche Naturwissenschaftler ist diese Schlussfolgerung unumgänglich, vor allem deshalb, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ein Planet wie die Erde zufällig entsteht, als verschwindend gering gilt.

Ein neuer Ansatz

Es ist höchste Zeit für einen neuen Ansatz. Es ist höchste Zeit, dass wir das Offensichtliche anerkennen, dass die Erde und das Weltall von einem Schöpfergott geschaffen wurden. Dieser Schöpfergott offenbart sich in der Bibel als derjenige, der im Anfang Himmel und Erde schuf (siehe 1. Mose 1,1).

Wenn man im Schöpfungsbericht weiterliest, stellt man fest, dass die Erde für den Menschen geschaffen wurde. Gott schuf den Menschen aus Erde nach seinem eigenen Ebenbild. Die Erde wurde eine Heimat für Menschen nach dem Ebenbilde Gottes, wo sie zu ihm wie auch zueinander blühende Beziehungen pflegen sollten.

Der springende Punkt ist der, dass die Erde, das Sonnensystem, das Universum und alles, was wir heute sehen und verstehen können, seinen Grund in Gott hat. Im Mittelpunkt von allem steht weder die Erde noch der Mensch, sondern Gott. Das Weltall ist da, um den Heilsplan Gottes für den Menschen zu erfüllen. Seit Jahrtausenden sieht sich der Mensch im Mittelpunkt und richtet seinen Blick auf die Erde. Sein Denken reicht von Unwissenheit und Aberglauben zu einer offenen Ablehnung Gottes. In der modernen Naturwissenschaft gibt es im Universum für Gott keinen Platz. Und heute schenken ihm nur wenige Menschen Beachtung. Alles dreht sich um den Menschen selbst. Die Folge ist ein Gefühl der Leere, denn aus menschlicher Sicht sind wir allein. Im weiten, gefährlichen Weltall kommt uns die Erde zerbrechlich und verletzlich vor.

Weil man die Heilige Schrift falsch verstand, beharrte man im Mittelalter auf einem geozentrischen Weltbild. Heute werden Gott und die Bibel besonders in der akademischen Welt ganz und gar verworfen. Es ist Zeit für eine neue Bewertung. Was sagt uns die Bibel? Was sagt uns das Weltall?

Die Antwort finden wir in Psalm 19, aus dem wir bereits zitierten. Im Mittelpunkt des Universums steht Gott. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Der Mensch steht nicht im Mittelpunkt des Weltalls, aber er steht doch im Mittelpunkt des Heilsplans Gottes. Dank des Geistes, den uns Gott geschenkt hat, können wir bei der Betrachtung des Himmels nach dem Ursprung und dem Zweck von allem fragen.

In diesem Sinn stellte Israels König David eine Frage in Psalm 8, Verse 4-5: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“

Diese Frage wird in Hebräer 2, Verse 1-10 beantwortet. Dort erfahren wir, dass der Mensch zur Krönung der Schöpfung werden soll. Gott steht im Mittelpunkt des Universums und der Mensch ist das einzige intelligente Wesen auf physischem Niveau, das fähig ist, über seine eigene Entstehung und seine eigene Bestimmung nachzudenken.

Wenn wir uns bewusst machen, dass Gott im Mittelpunkt des Universums steht, werden wir den Sinn, nicht nur des Weltalls, sondern auch des Menschen besser verstehen. Wie Psalm 19 erklärt: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes.“ In diesem Bild ist die zukünftige Herrlichkeit des Menschen enthalten!

– Gute Nachrichten Januar-Februar 2020 PDF-Datei dieser Ausgabe

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