„Für eine Zeit wie diese!“

Sind wir bereit, trotz Schwierigkeiten und Gefahren Gottes Willen zu tun und uns für seinen Plan einzusetzen? Vor dieser Entscheidung stehen alle, die Jesu Aufforderung „Folgt mir nach!“ beherzigen wollen.

Von Robin Webber

Vor etwa 2500 Jahren stand eine Frau vor einer Entscheidung über Leben und Tod: entweder für ihren Gott und ihr Volk einzustehen oder nichts zu tun und nur auf ihr eigenes Überleben zu hoffen. In diesem entscheidenden Moment, als sie zwischen Ansporn und Reaktion schwankte, kam eine Botschaft von dem Verwandten, bei dem sie aufgewachsen war:

„Wenn du in diesen Tagen schweigst, dann wird den Juden anderswoher Hilfe und Rettung kommen. Du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Wer weiß, ob du nicht gerade für eine Zeit wie diese jetzt Königin geworden bist?“ (Ester 4,14; Einheitsübersetzung; alle Hervorhebungen durch uns).

Die zeitlose Weisheit Mordechais veranlasste seine Adoptivtochter, die damalige Königin Ester, zum rechten Handeln und dazu, sich bei ihrem Mann, einem heidnischen Herrscher, für das Bundesvolk Gottes einzusetzen. Sie verfiel nicht in die klagende Untätigkeit des „hätte, hätte, Fahrradkette“. Stattdessen folgte sie dem Ruf eines größeren Reiches jenseits des Perserreiches.

Was hat dieses Ereignis mit unserer persönlichen Nachfolge Jesu Christi zu tun, wenn es darum geht, uns den Herausforderungen unseres Lebens zu stellen?

Unsere Entscheidung für das Reich Gottes bedeutet handeln – jetzt!

Bei der Beantwortung dieser Frage müssen wir das endgültige Reich erkennen, das zu uns gekommen ist und jetzt an die Tür unseres Herzens klopft, und zwar „für eine Zeit wie diese“. Zum Auftakt seines Predigens verkündete Jesus seinen Landsleuten: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um [bereut] und glaubt an das Evangelium [die gute Nachricht]!“ (Markus 1,15; ebenda).

Er sagte, dass der Anbruch des neuen Weltzeitalters in entscheidender Weise eingetreten war – also sollten wir bereit sein, darauf zu reagieren und zu handeln! Zu diesem ewigen Reich, das erst bei Jesu Wiederkunft auf der Erde etabliert wird, sind wir „in Zeiten wie diesen“ berufen.

Mit anderen Worten: Wir sind noch nicht ganz am Ziel. Jesus betete zu seinem Vater in Bezug auf seine wahren Nachfolger, die noch inmitten dieser bösen Welt leben: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt“ (Johannes 17,17-18; ebenda). Das Wort Gottes würde die Gläubigen dazu bewegen, aktiv zu werden.

Warum also hier, warum jetzt, warum Sie und ich? Die Vorbereitung auf das Leben im ewigen Reich Gottes findet jetzt statt, hier auf Erden, doch mit Hilfe von oben!

Hier stehen wir mit Ester vor der Entscheidung, ob wir auf unsere Ängste hören oder auf den größeren geistlichen Mordechai, Jesus Christus, der uns auffordert: „Folgt mir nach!“ Bedenken wir zwei Grundwahrheiten, die der österreichische Psychologe und Holocaust-Überlebende Viktor Frankl festgestellt hat: 1. „Nicht die Umstände machen das Leben unerträglich, sondern nur der Mangel an Sinn und Zweck“ und 2. „Entscheidungen, nicht Umstände, bestimmen, was ein Mensch ist!“

Gott hat uns nicht berufen, in Unentschlossenheit zu leben, denn Unentschlossenheit ist auch eine Entscheidung, die Gott aber missfällt.

Unser konsequenter Einsatz für das Reich Gottes

Betrachten wir fünf notwendige und entscheidende Schritte, um uns an die Seite Esters zu stellen, mit Jesus Christus als unserem Partner, um Gottes Zukunft für uns zu erfüllen und ihm zu gefallen.

Schritt 1: Statt uns über eine Welt zu wundern, die aus den Fugen geraten ist, sollten wir uns darüber wundern, dass Gott uns erwählt hat, um uns seine Gnade (Johannes 6,44. 65; Epheser 2,8) in einer Zeit wie dieser zu schenken.

Der Apostel Paulus wurde in einer persönlichen Anfechtung vom auferstandenen Christus daran erinnert: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst!“ (2. Korinther 12,9; „Hoffnung für alle“-Bibel). Gottes Gnade – seine unerschöpfliche Gunst im Leben und im Sterben – reicht für alles, was auf uns zukommt.

Schritt 2: Um den bekannten Autor Steven Covey, einen Experten für Erfolg, zu zitieren: „Beginnen Sie mit dem Ziel vor Augen.“

Gott selbst hat das Ende vor langer Zeit festgelegt und arbeitet darauf hin: „Ich allein bin Gott und sonst keiner, niemand ist mir gleich. Ich kündige an, was geschehen wird, lange bevor es eintrifft. Und das sage ich euch: Wenn ich etwas plane, dann wird es auch ausgeführt. Alles, was ich mir vornehme, das tue ich auch“ (Jesaja 46,9-10; Gute Nachricht Bibel). Und er möchte, dass auch wir auf dieses Ziel hinarbeiten.

Das ist die Herzenshaltung desjenigen, der uns sagt: „Folgt mir nach!“ Es ist derselbe, der „um der vor ihm [in der Zukunft] liegenden Freude willen das Kreuz [das schwierige Jetzt] erduldete und dabei die Schande für nichts achtete [bzw. gering schätzte], und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat“ (Hebräer 12,2; Schlachter-Bibel).

Wir brauchen mehr als unsere eigene Weltanschauung oder Perspektive. Wir brauchen Gottes zeitlose Vision, die uns durch diese Zeit der Schwierigkeiten und Herausforderungen führt. Für einen Jünger Christi bedeutet „mit dem Ziel vor Augen“, sich bei jedem Atemzug des Lebens daran zu erinnern, dass Gott uns durch die Gegenwart führt und uns als seine neue geistliche Schöpfung nach dem Bild Christi formt (2. Korinther 5,17).

Schritt 3: „Stellen Sie den Lärm ab!“

Jeden Tag und in jedem Augenblick dringen so viele Stimmen auf uns ein, die unsere ganze Aufmerksamkeit überwältigen und verschlingen können. Sie lenken ab, machen süchtig und kosten nicht nur Zeit, sondern auch das Leben. Jesus, der als Mensch in der physischen Welt lebte, nahm sich von Zeit zu Zeit eine „Auszeit“ und entfernte sich von der Menge, die ihm folgte. Heute sind so viele Menschen süchtig nach ihren Smartphones, dass sie keine Zeit haben, „die Lilien auf dem Felde zu betrachten“ (Matthäus 6,23-34).

Psalm 46, Vers 11 sagt uns: „Sei still und erkenne, dass ich Gott bin.“ In „Zeiten wie diesen“ haben wir die Wahl, an unseren Smartphones zu kleben, um zu sehen, was die Leute sagen und tun, oder den entscheidenden nächsten Schritt zu tun und zu sehen, was Gott für unser langfristiges Wohlergehen sagt und tut.

Schritt 4: Schätzen Sie Gottes Wort, „gehen Sie nicht ohne aus dem Haus“ und bewahren Sie seinen täglichen Einfluss in den Tiefen Ihres Herzens auf.

König David, der Verfasser von Psalm 119, nannte Gottes Wort „meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. Er fügte hinzu: „Ich schwöre und will’s halten: Die Ordnungen deiner Gerechtigkeit will ich bewahren“ (Verse 105 und 106).

Gottes Wort ist nicht nur ein „Ortungsgerät“, das uns zeigt, wo wir uns gerade befinden, sondern auch unser „geistliches GPS“, das uns dorthin führt, wo Gott auf uns wartet, um uns zu begegnen. Eine Bibel, die nicht jeden Tag aufgeschlagen wird, könnte genauso gut in einem Schrank voller anderer Dinge, die wir nicht benutzen, verloren gehen.

Wie können wir „verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben [sein], wie [uns] gelehrt worden [ist], und voller Dankbarkeit“ (Kolosser 2,6-7), wenn wir nicht die Stimme hören, die durch das Wort Gottes zu uns kommt?

Schritt 5: Schätzen Sie Ihre Zeit und unterbrechen alles, um zu unserem himmlischen Vater zu beten.

Wenn wir nicht mit ihm reden, sind wir allein und führen Selbstgespräche – wie ein Sonderling an der Straßenecke, der ein lebhaftes Selbstgespräch führt und nicht weiterkommt!

Jesus hat seine Jünger nicht nur gelehrt, wie sie beten sollen, sondern hat ihnen auch seine Erwartung mit auf den Weg gegeben, dass sie beten werden: „Wenn ihr betet ...“ (Lukas 11,2). Daran erkennen wir, dass die Ohren unseres himmlischen Vaters offen und aufmerksam für unsere Gebete sind (1. Petrus 3,12). Jesus war zuversichtlich, als er sagte: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich allezeit hörst“ (Johannes 11,41-42).

Wenn wir Gott durch regelmäßiges Gebet suchen, wissen wir, dass „der Herr nahe ist“. So können wir die Ermutigung des Apostels Paulus erleben: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus“ (Philipper 4,5-7).

In „einer Zeit wie dieser“ gehen wir physisch durch das irdische Reich der Menschen. Aber „um solcher Zeit willen“ hat Gott uns dank seiner Gnade berufen, in ein besseres Reich einzugehen und für dessen Prinzipien einzustehen.

Dabei treten wir in die geistlichen Fußstapfen desjenigen, der uns auffordert: „Folgt mir nach!“ Wie der Prophet Jesaja haben wir eine große Berufung und Einladung von oben erhalten: Gott fragte Jesaja: „Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?“

Wie damals bei Jesaja fordert Gott auch uns heute zu einer Entscheidung auf, sowohl für unser Leben hier als auch für die Zukunft. Werden wir wie Jesaja reagieren? „Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!“, war seine Antwort (Jesaja 6,8). Und unsere?